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Hauttransplantation

Bei einer Hauttransplantation wird Gewebe zur Versorgung zerstörter Hautareale verpflanzt. Damit das Transplantat einheilen kann, muss die betroffene Stelle gut durchblutet werden und darf sich nicht infizieren. Die schnelle Abdeckung der Wunde ist wichtig, da eine offen liegende Wundfläche immer eine Eintrittspforte für Keime bietet. Lesen Sie alles zur Hauttransplantation, wann sie notwendig ist und welche Formen es gibt.

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Wann ist eine Hauttransplantation nötig?

Wunden können verheilen, wenn der Chirurg die Wundränder aneinanderlegt und vernäht. Ist das bei besonders großen Wunden nicht möglich, muss Haut transplantiert werden. Auch bei zerstörter Haut durch Verätzung oder Verbrennung hilft eine Hauttransplantation.

Welche Hauttransplantate gibt es?

Grundsätzlich lässt sich eine Transplantation nach der Herkunft des Transplantats unterscheiden:

  • Autologe Transplantation (Hauttransplantat von einer anderen Körperstelle des Patienten)
  • Alloplastische Transplantation (Kunststoffmaterial)
  • Xenogene Transplantation (zum Beispiel Schweinehaut)

Xenogene und alloplastische Transplantate dienen der vorübergehenden Abdeckung der Wunde. Zur endgültigen Behandlung eignet sich nur das autologe Hauttransplantat. Hierbei unterscheidet man die sogenannte Spalthaut von der Vollhaut.

Hauttransplantation mit Spalthaut

Spalthaut ist ein etwa 0,2 bis 0,5 Millimeter dickes Transplantat, das nur aus den obersten Hautschichten besteht. Der Chirurg entnimmt die Spalthaut an einer nicht verletzten Körperregion (Spenderregion) des Patienten mit einem elektrischen Hautschneidemesser. Die Wunde, die an der Spenderregion entsteht, muss nicht genäht werden und verheilt weitgehend narbenfrei.

Eine Sonderform der Spalthaut ist das Meshgraft-Transplantat: Der Arzt schneidet dabei die  Spalthaut mit einem speziellen Gerät netzartig und vergrößert sie dadurch auf die zwei- bis dreifache Fläche. Dadurch kann bei kleinerer Wunde an der Entnahmestelle ein großer Hautdefekt (zum Beispiel eine ausgedehnte Verbrennung) versorgt werden. Nachteil hierbei ist allerdings, dass die gitterartige Struktur des Meshgraft auch nach der Heilung noch sichtbar ist.

Hauttransplantation mit Vollhaut

Ein Vollhauttransplantat besteht aus allen Hautschichten mit Ausnahme des Unterhautfetts. Es enthält auch Schweiß-, Talgdrüsen und Haarwurzeln. Der Chirurg schneidet die Vollhaut mit einem Skalpell aus der Spenderregion des Patienten und vernäht anschließend die dabei entstandene Wunde.

Die Hauttransplantation mit Vollhaut wird vor allem für Wunden in besonders beanspruchten Körperregionen angewandt und kommt vor allem bei Wunden im Gesicht, an den Händen und im Bereich von Gelenken zum Einsatz.

Was muss ich nach einer Hauttransplantation beachten?

Nach der Hauttransplantation sollten Sie die betroffene Körperregion erst einmal schonen und  keinen Sport treiben. Das Transplantat heilt in der Regel innerhalb von zehn Tagen ein und nimmt nach etwa vierzehn Tagen wieder die normale Hautfarbe an.

Pflegen Sie die Narbe nach einer Hauttransplantation regelmäßig mit fetthaltigen, unparfümierten Salben, und vermeiden Sie ausgedehntes Sonnenbaden: Durch die Sonneneinstrahlung kann sich das Narbengewebe dunkel verfärben und ein kosmetisch wenig ansprechendes Ergebnis hinterlassen.

Autor:
Lena Machetanz
Quellen:
  • Largiadèr, F. et al.: Checkliste Chirurgie, Georg Thieme Verlag, 10. Auflage, 2012.
  • Rudigier, J & Meier, R.: Kurzgefasste Handchirurgie, Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2014.
  • S1-Leitlinie „Thermische und chemische Verletzungen“, Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, 2001 (gültig bis 2016).