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Inhalieren

Beim Inhalieren werden gasförmige Wirkstoffe wie beispielsweise ätherische Öle oder Medikamente in die Luftwege eingeatmet (Inhalation). Dort entfaltet sich deren Wirkung gegen Atemwegserkrankungen oder als Anästhetikum bei Operationen. Lesen Sie alles Wichtige über das Inhalieren, was Sie dabei beachten müssen und bei welchen Beschwerden Sie etwa mit Thymian- oder Kamillentee inhalieren können!

Kamilledampfbad zum InhalierenKamilledampfbad zum InhalierenKamilledampfbad zum Inhalieren

Was ist Inhalieren?

Als Inhalieren bezeichnet man das Einatmen von Gas, Dampf oder einem Aerosol (feinste in Gas verteilte Teilchen). In den meisten Fällen sollen die inhalierten Stoffe Atemwegserkrankungen lindern.

Damit das Inhalieren so einfach wie möglich gelingt, können mit Hilfe verschiedener Inhalator-Arten die Wirkstoffe einfach und schnell verabreicht werden.

Wann inhaliert man?

Besonders bei akuten Atemwegserkrankungen gilt die Inhalation von Wasserdampf oder ätherischen Ölen als bewährtes Hausmittel. So hilft das Inhalieren unter anderem bei:

Daneben werden Medikamente, die ihre Wirkung in der Lunge entfalten sollen, über einen sogenannten Inhalator bis in die Lungenbläschen (Alveolen) gebracht. Hilfreich ist dies etwa bei:

Wie inhaliert man richtig?

Richtig inhalieren will gelernt sein. Bei der einfachsten Methode (Dampfinhalation) wird in ein großes Gefäß wie beispielsweise eine Schüssel mit heißem Wasser gefüllt. Je nach Beschwerdeart können verschiedene Inhalationszusätze (wie Heilkräuter) zugegeben werden. Nun beugt man sich über das Gefäß und breitet ein Handtuch über den Kopf, damit der Dampf nicht zu den Seiten entweicht. Über langsame, tiefe Atemzügen gelangen die Wirkstoffe über Mund und Nase in die tieferen Atemwege.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt vorher, womit Sie inhalieren sollen. Er wird Sie auch beraten, wie oft und wie lange Sie inhalieren können. Bei Atemwegserkrankungen können Sie beispielsweise heiße Wasserdämpfe mit dem Zusatz von Kamille inhalieren. Die Heilpflanze wird entzündungshemmend und keimtötend. Wenn Sie etwa unter Husten leiden, können Sie mit Thymian inhalieren.

Inhalieren mit Salz

Wie Sie die Heilwirkung von Salz nutzen können, lesen Sie im Artikel Inhalieren mit Salz.

Inhalieren mit Inhalator

Bei Asthma oder COPD reicht in der Regel ein einziger Sprühstoß aus einem Inhalator, um die Atembeschwerden zu lindern. Das kann besonders bei akuten Anfällen lebensrettend sein.

Generell wird die Inhalation mit einem Inhalator vereinfacht. Er dient dazu, die Wirkstoffe zu „vernebeln“, also in Form kleinster Teilchen in die Lunge einzubringen. Dazu wird kein Dampf benötigt. Es gibt verschiedene Inhalator-Ausführungen:

Art

Funktionsweise

Anwendung

Hinweise

Dosieraerosol

(wie Bronchocort, Flutiform, Forair)

Wirkmittel und Treibgasmittel in Druckbehälter gemischt

Ausatmen, Mundstück mit den Lippen umschließen, Sprühstoß auslösen und gleichzeitig tief einatmen, Atem kurz anhalten

Vor Gebrauch schütteln

Pulverinhalator

(wie Diskusinhalator, Turbohaler, Aerolizer, Spiromax)

Wirkmittel als Pulver ohne Treibgasmittel

Ausatmen, Mundstück mit den Lippen umschließen, Sprühstoß auslösen und gleichzeitig tief einatmen, Atem 5 bis 10 Sekunden anhalten

Verschiedene Anwendungsformen je nach Hersteller, unangenehmer Geschmack möglich

Dosieraerosol

Mehr über diesen Inhalator-Typ lesen Sie im Artikel Dosier-Aerosol.

Welche Risiken birgt Inhalieren?

Das Inhalieren birgt korrekt durchgeführt praktisch keine Risiken. Wenn Sie sich bei der Durchführung unsicher sind, lassen Sie sich die Anwendung von Ihrem Arzt zeigen.

Inhalieren Sie möglichst entspannt und atmen Sie dabei tief ein und wieder aus. Vermeiden Sie eine zu schnelle Atmung (Hyperventilation), da hierbei zu viel Kohlenstoffdioxid abgeatmet wird. Das kann zu einer Verengung der Gefäße und damit zu einer Sauerstoffunterversorgung führen. Außerdem verschiebt sich dabei der pH-Wert des Körpers, was eine Übererregbarkeit des Nervensystems und der Muskulatur verursachen kann (etwa mit der Folge von Krämpfen).

Beim Inhalieren verschiedener ätherischer Öle können außerdem die Bronchien gereizt werden. Das kann Atemwegserkrankungen oder die Symptome von Asthma oder COPD verschlechtern.

Allergien gegen Inhalationszusätze sollten vor Beginn einer Inhalation immer ausgeschlossen werden.

Was muss ich beim Inhalieren beachten?

Achten Sie bei der Dampfinhalation auf einen ausreichend großen Abstand zum heißen Wasser, damit Sie sich nicht verbrühen. Aus diesem Grund sollten Sie auch zum Inhalieren im Baby- und Kindesalter besser einen Inhalator verwenden.

Das Inhalieren in der Schwangerschaft ist möglich. Jedoch sollten folgende Inhalationszusätze gemieden werden, da sie frühzeitige Wehen auslösen können: Eukalyptus, Minze, Salbei, Thymian, Kampfer und Lavendel. Gleiches gilt für bestimmte Medikamente.

Sollten Sie beim Inhalieren Schmerzen, Schwindel oder Unwohlsein bemerken, beenden Sie die Inhalation unverzüglich und suchen Sie einen Arzt auf.

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source steroid-pharm.com
Autor:
Valeria Dahm
Quellen:
  • Brunen, M. & Herold, E.: Ambulante Pflege – Band 1, Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2. Auflage, 2001
  • Becker, C. & Schewior-Popp, S.: Examen Pflege: Schriftliche Prüfung, Tag2, Georg Thieme Verlag, 2007
  • Deutsche Atemwegsliga, e.V.: www.atemwegsliga.de (Abruf: 18.09.2017)
  • Schmidt, B.: „FCKW-freie Atemwegstherapeutika“, in: Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 11/2003
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