Drogen – gefährlicher „Kick“

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Janine Berdelmann

Janine Berdelmann studierte Sozialwissenschaften und absolvierte ihr Volontariat in der Netdoktor-Redaktion. Sie ist Autorin zahlreicher Wissenschafts-News und Ratgeberthemen auf e-happiness.

Eva Rudolf-Müller

Eva Rudolf-Müller ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie hat Humanmedizin und Zeitungswissenschaften studiert und immer wieder in beiden Bereich gearbeitet - als Ärztin in der Klinik, als Gutachterin, ebenso wie als Medizinjournalistin für verschiedene Fachzeitschriften. Aktuell arbeitet sie im Online-Journalismus, wo ein breites Spektrum der Medizin für alle angeboten wird.

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Alkohol, Zigaretten, Crystal oder Cannabis – früher oder später wirst auch du vielleicht einmal mit diesen Drogen in Kontakt kommen. Denn gerade Jugendliche suchen immer wieder den „Kick“. Doch Vorsicht: Nicht selten endet der vermeintliche Spaß im Desaster. Denn Drogen sind nie harmlos, bergen zahlreiche Gefahren und können sogar zum Tod führen.

Drogen können lebensgefährlich sein

Drogenkonsum kann töten

Im Jahr 2016 starben laut polizeilicher Registrierung 1.333 Menschen in Deutschland an den Folgen des Konsums illegaler Drogen wie Cannabis, Heroin oder Kokain. Das bedeutet einen Anstieg um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit stieg die Zahl der Drogentoten im vierten Jahr in Folge an.

Etwa 84 Prozent der Drogentoten 2016 waren männlich. Insgesamt lag das Durchschnittsalter der Verstorbenen knapp über 38 Jahre. 

Neben den illegalen Drogen stellen auch die legalen Drogen wie Alkohol oder Zigaretten eine große Gefahr dar. Studien belegen, dass in Europa jährlich rund 55.000 Jugendliche durch Alkohol ums Leben kommen. In Deutschland sterben 40.000 Bürger jedes Jahr daran.

Einstiegsdroge Zigaretten

Zigaretten gelten als Einstiegsdroge Nummer eins. Das liegt möglicherweise daran, dass du dir diese leicht beschaffen kannst  - noch leichter als zum Beispiel Alkohol. Viele junge Menschen in deiner Generation fangen deshalb sogar schon im Alter von zehn Jahren an zu rauchen. Insgesamt qualmen bundesweit rund 18 Millionen Menschen – etwa ein Drittel von ihnen ist süchtig nach der legalen Droge.

Die beliebteste aller illegalen Drogen ist Cannabis. In Deutschland konsumieren nach Schätzungen von Experten zwischen 525.000 und 750.000 Menschen Cannabis in problematischen Mengen.

Wankelmütige Designerdrogen

Immer mehr Sorgen bereiten den Experten die sogenannten synthetischen Drogen - auch Designerdrogen genannt. Sie werden künstlich im Labor hergestellt, ohne, dass es einen natürlichen Ausgangsstoff dafür geben würde. Das bedeutet, du kannst nie genau wissen, was und wie viel wirklich drin ist. Die Dosierungen sind schlecht abzuschätzen, die Nebenwirkungen in der Folge gravierend. Klassische Beispiel für diese "Partydrogen" sind Ecstasy, Speed oder LSD. Diese Neuen psychaktiven Stoffe (NPS), die auch als "Legal Highs" bezeichnet werden, führten 2015 zu 39 Drogentoten und 2016 bereits zu 98 Drogentoten.

Crystal macht alt und dumm

Seit kurzer Zeit macht noch eine andere künstlich hergestellte Substanz Schlagzeilen: Crystal Meth. Es ist ein Methamphetamin mit sehr starker und lang anhaltender Wirkung. Crystal verlangt dem Körper alles ab. Wer es nimmt, hat keinen Durst, keinen Hunger und ist nicht müde.

Der Preis für die puschende Wirkung ist unglaublich hoch: Innerhalb weniger Monate altern die Konsumenten extrem. Ihnen fallen die Zähne aus, die Haut wird schuppig und sie magern ab. Crystal ist auch ein Nervengift, das das Gehirn schädigt - die Süchtigen bauen geistig ab.

Crystal gilt als eine der gefährlichsten Substanzen überhaupt, denn es hat macht sehr schnell psychisch abhängig.

Das macht die Drogen so gefährlich für dich

Was du sofort bemerkst, wenn du Drogen einnimmst: Deine Wahrnehmung verändert sich. Denn die sogenannten psychoaktiven Substanzen gelangen über den Blutstrom ins Gehirn. Dort lösen sie verschiedene Reaktionen aus. Vielleicht wirst du glücklicher, bist plötzlich voller Tatendrang oder mutiger als sonst. Aber auch das Gefühl für Raum und Zeit kann verloren gehen.

Panikattacken statt Euphorie

Greifst du zu sogenannten halluzinogenen Drogen wie Cannabis, LSD oder „Zauberpilzen“, kann es sogar zu einem „Horror-Trip“ kommen. Anstelle von Euphorie und bunten Farben überkommt dich dann ein Gefühl von Panik, Angst oder sogar Wahnvorstellungen. Manchmal begehen Betroffene in einem solchen Fall sogar Selbstmord.

Das passiert in deinem Körper

Der Körper reagiert ganz unterschiedlich auf die verschiedenen Drogen. Bei einigen steigen Puls und Blutdruck an und die Pupillen erweitern sich – das würde dir zum Beispiel bei dem Konsum von Cannabis am ehesten passieren. Heroin dagegen löst das Gegenteil aus: Der Blutdruck sinkt und die Pupillen verengen sich. Möglicherweise kommt es auch zu Gleichgewichts- und Orientierungsproblemen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen oder Kältegefühl. Manche Substanzen, etwa Amphetamine oder Ecstasy, können sogar einen epileptischen Anfall auslösen.

Lässt die Wirkung der Droge nach, leiden viele unter Niedergeschlagenheit und Müdigkeit. Einige werden schläfrig, aber finden trotzdem keinen Schlaf. Sie sind auf Entzug.

Gefährliche Suchtspirale

Wirst du süchtig nach einer Droge und konsumierst sie deshalb regelmäßig, entwickelt dein Körper eine gewisse Toleranz der Substanz gegenüber. Das bedeutet: Die Wirkung einer gewohnten Dosis lässt nach, dein Körper giert nach immer größeren Mengen des Suchtmittels. Psyche und Körper werden auf diese Weise immer stärker abhängig von der Droge, um noch normal funktionieren zu können.

Je nachdem, welche Drogen du wie oft und über welchen Zeitraum einnimmst, kann es auch zu schweren Schäden an Leber, Nervensystem, Magen-Darm-Trakt oder deinem Herzen kommen. Auch dein Gehirn leidet enorm: Du bist weniger leistungsfähig, deine grauen Zellen werden zerstört und deine Haut verändert sich, wird blass, fahl und faltig. Auch über Wochen anhaltende Halluzinationen sind möglich.

Folgen nicht absehbar

Besonders gefährlich ist es, wenn du verschiedene Drogen miteinander mischst. Denn die unterschiedlichen Wirkungen bedeuten eine extreme Belastung für deinen Körper und deine Psyche. Tatsächlich sind viele Todesfälle bei "Partydrogen" wie Esctasy oft darauf zurückzuführen, dass viele verschiedene Pillen zusammen eingeworfen werden.

Grundsätzlich sind die Langzeitschäden von Drogen nur schwer rückgängig zu machen. Einige behältst du ein Leben lang.

Sozialer Selbstmord

Nicht zu unterschätzen ist auch die Wirkung der Drogen auf dein Sozialleben. Bei Süchtigen, vor allem von "harten" Drogen, dreht sich das Leben immer mehr um die Beschaffung des nächsten "Kicks". Freunde, Schule, Liebe - das scheint alles nicht mehr wichtig zu sein. Früher oder später nehmen die Freunde da natürlich Reißaus. Der Süchtige steht völlig alleine da. So manch einer beginnt zu klauen oder verkauft sogar seinen Körper, um sich seine Sucht zu finanzieren.

Hilfe annehmen

Sucht ist eine Krankheit - und kann jeden treffen. Darum sollte sich auch keiner scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dafür gibt es zum Beispiel verschiedene Suchtstellen, die dir zuhören und dir raten können, wie du der Suchtfalle entkommen kannst. Zum Teil sind sie anonym, es gibt aber auch in jeder Schule einen Suchtberater, den du ansprechen kannst. 

Weitere Informationen und Hilfe findest du hier:

  • Sucht und Drogen Hotline: www.sucht-und-drogen-hotline.de; Hotline: 01805-313031 (Berater können euch auch Hilfsangebote in der Nähe nennen)
  • Verein Keine Macht den Drogen e.V.: ww.kmdd.de
  • Projekt mindzone: www.mindzone.info
  • Projekt drugcom: www.drugcom.de
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