Alkohol - kenn dein Limit

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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

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Viele trinken Alkohol, weil er entspannt, locker und lustig macht. Vielleicht bist du mit ein paar Promille im Blut nicht mehr so schüchtern und traust dich mehr. Auch der Alltagsstress und die nervenden Eltern geraten im Rausch meist für ein paar Stunden in Vergessenheit. Doch das sind bei Weitem nicht die einzigen Wirkungen von Alkohol. Neben den vermeintlich positiven Effekten sind die negativen Folgen für deine Gesundheit fatal.

Alkohol; Jugendliche;

Wenn alle trinken, trinke ich auch

Ob zur Geburtstagsparty beim besten Kumpel oder im Club mit Freunden – Alkohol ist an solchen Abenden für viele nicht wegzudenken. Und selbst diejenigen, die eigentlich keinen Alkohol mögen, trinken häufig trotzdem mit. Denn wer nichts trinkt, gilt schnell als „out“ oder Spaßbremse. Wer dem Gruppenzwang nachgibt oder ohnehin gerne zur Flasche greift, schadet seiner Gesundheit jedoch enorm.

So wirkt Alkohol

Abhängig von Alter, Gewicht und Trinkgewohnheiten wird die zunächst angenehme Wirkung von Alkohol ab etwa 0,5 Promille zunehmend von unschönen Dingen überlagert. Als Erstes verändern sich dein Verhalten und deine Stimmung. Du fühlst dich zwar großartig, in Wirklichkeit wirst du aber zunehmend betäubt. Deine Bewegungen sind unkoordinierter, die Sprache wird schleppend und du kannst Situationen weniger gut einschätzen.

Übelkeit und schlechter Sex

Ab etwa einem Promille bist du stark betrunken. Das Gesicht läuft rot an, und die Pupillen weiten sich. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dir schlecht wird. Hemmungen verschwinden und du wirst emotionaler. Manche Betrunkene werden weinerlich oder aggressiv. Und auch wenn du dich vielleicht toll fühlst – den anderen gehst du eventuell längst auf den Wecker. Denn wer alkoholisiert ist, labert die anderen oft zu. Einige machen Sachen, für die sie sich am nächsten Tag schämen. Das gilt beispielsweise auch für Sex mit Leuten, mit denen du dich nüchtern nie eingelassen hättest. Bei Männern steigt mit dem Alkoholpegel die Wahrscheinlichkeit, keine Erektion zu kriegen. Auch Mädchen haben wegen ihrer vernebelten Sinne weniger von dem Vergnügen.

Sturzbetrunken ins Koma

Spätestens mit zwei bis drei Promille bis du sturzbetrunken. Du taumelst beim Gehen und lallst beim Sprechen. Hören, sehen, schmecken - alle Sinneswahrnehmungen funktionieren nur noch eingeschränkt und du kriegst kaum noch mit, was um dich herum geschieht. Mitunter kommt es zum Filmriss, sodass du dich am nächsten Tag nicht mehr erinnern kannst, was du gesagt oder getan hast - oder wie du überhaupt heimgekommen bist. Mit mehr als drei Promille treten ernste Vergiftungserscheinungen auf. Atmung und Puls werden so schwach, dass ein Koma oder sogar der Tod droht.

Lebensgefährliches Kampftrinken

Komasaufen oder Binge-Drinking, bei dem man sich betrinkt, bis nichts mehr geht, ist also kein lustiges Freizeitvergnügen, sondern lebensgefährlich. Im Jahr 2015 landeten deshalb rund 22.000 Kinder und Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Es gab auch schon Todesfälle durch zu viel Alkohol.

Die gute Nachricht ist, dass 2,2 Prozent weniger Jugendliche stationär behandelt werden mussten als noch 2014. Der Trend zum Komasaufen scheint also rückläufig zu sein. Dennoch: die Zahlen liegen noch immer doppelt so hoch wie zu Beginn der 2000er-Jahre. Abgesehen vom Komasaufen werden die Jugendlichen jedoch insgesamt offenbar vernünftiger. Das zumindest ging 2012 aus einer Kinder- und Jugendgesundheitsstudie hervor und dieser Trend setzt sich noch immer fort. Demnach rauchen und trinken die Jugendliche insgesamt weniger als noch vor zehn Jahren.

Suchtgefahr und Spätfolgen

Alkohol ist eine Droge, die körperlich und seelisch abhängig macht. Längerer Alkoholmissbrauch schädigt die Leber, das Gehirn und Herz. Die Wahrscheinlichkeit für viele Krankheiten steigt, darunter auch Impotenz und Krebs. Weil die Organe und das Gehirn von Jugendlichen noch nicht ausgereift sind, ist Alkohol für sie sogar besonders gefährlich. Wenn du viel trinkst, kann sich die Pubertät verzögern, deine Fähigkeit, dich zu konzentrieren und dir Dinge zu merken leidet - und damit die Schulnoten. Auch die Gefahr, süchtig zu werden, ist bei Jugendlichen größer als bei Erwachsenen.

Alkohol macht dick

Nach all diesen Schreckensbildern klingt eine weitere Eigenschaft von Alkohol vielleicht banal: Alkohol macht ziemlich dick. In einem Gramm steckt mit sieben Kilokalorien mehr Energie als in Zucker, der nur vier Kilokalorien hat. Eine Flasche Bier mit 330 Milliliter hat beispielsweise etwa 140 Kilokalorien, ein Glas Wein von 125 Millilitern etwa 100 Kilokalorien.

Besonders dick machen süße Mixgetränke. Eine Dose Energydrink (250 ml) plus 30 ml Wodka stecken etwa 200 Kilokalorien. Das ist mehr Energie als zwei Riegel Schokolade haben. Solche Drinks sind besonders tückisch, denn weil sie so schön süß sind, trinkt man sie wie Limonade.

Gesetzliche Vorschriften

Das Jugendschutzgesetz ist dazu da, um Kinder und Jugendliche zu schützen. Es verbietet den Verkauf von Alkohol an alle, die jünger als 16 Jahre alt sind. Ab 16 darf man Bier und Wein kaufen, aber keine härteren, branntweinhaltigen Getränke wie Rum, Wodka, Whisky oder Schnaps. Das gilt auch für branntweinhaltige Mixgetränke.

Der Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahre in einer Gaststätte ist nur im Beisein einer Erziehungsberechtigten erlaubt. Nachtclubs sind ganz tabu.

Wenn deine älteren Freunde für dich Alkohol einkaufen oder dir etwas abgeben, machen sie sich strafbar. Wirst du betrunken aufgefunden, kann das so ausgelegt werden, dass deine Eltern ihre Erziehungspflichten vernachlässigt haben. Sie können dann ebenfalls Schwierigkeiten bekommen.

Weitere Information und Hilfe findest du hier:

  • Anonyme Hilfe bekommst du zum Beispiel unter der „Nummer gegen Kummer“: 0800-1110333. Die Berater dort können dir auch Hilfsangebote in der Nähe nennen.
  • http://www.kenn-dein-limit.de
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