Achtung, Pickelalarm!

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Luise Heine

Luise Heine ist seit 2012 Redakteurin bei Netdoktor.de. Studiert hat die Diplombiologin in Regensburg und Brisbane (Australien) und sammelte als Journalistin Erfahrung beim Fernsehen, im Ratgeber-Verlag und bei einem Print-Magazin. Neben ihrer Arbeit bei e-happiness schreibt sie auch für Kinder, etwa bei der Stuttgarter Kinderzeitung, und hat ihren eigenen Frühstücksblog „Kuchen zum Frühstück“.

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Erwachsenwerden ist super – wenn da bloß die Sache mit den Pickeln nicht wäre! Vor allem während der Pubertät leiden viele Mädchen und Jungs sehr unter Hautunreinheiten. Das Gemeine: Während bei den einen nur hier und da ein roter Stipel sprießt, sehen andere aus wie ein Streuselkuchen. Was gegen Pickel und Co. hilft und welche Rolle die Hormone dabei spielen, erfahrt Ihr hier.

In der Pubertät sprießen Pickel

Vom Mitesser zum Pickel

Am Anfang eines Pickels steht meist ein Mitesser. Das sind die kleinen schwarzen Punkte, die du in den Poren sehen kannst, wenn du deine Haut im Spiegel ganz aus der Nähe betrachtest. Sie entstehen, wenn die Talgdrüsen zu viel Talg produzieren und sich gleichzeitig die Hornzellen an den Ausgängen der Talgdrüsen vermehren. Kleben Talg und Hornzellen zusammen, verstopft der Ausgang der Drüse und verfärbt sich dunkel.

Typischerweise sind Mitesser vor allem an den besonders produktiven Zonen, also Stirn, Nase und Kinn zu sehen. Du findest sie aber auch am Rücken, dem Nacken oder auf der Brust. In den noch unscheinbaren Mitessern können sich Hautentzündungen bilden. Besonders bei geschlossenen, die unter der Haut weiterwachsen. Denn dann finden die Akne-auslösenden Bakterien, die in den Drüsen leben und sich von Talg ernähren, besonders viel Futter und können sich wunderbar vermehren.

Das Immunsystem reagiert auf die eindringenden Bakterien und versucht, sie in die Flucht zu schlagen. Das sichtbare Ergebnis: Hautrötungen, kleine Erhebungen und schließlich Eiter – kurz gesagt, ein Pickel. Wenn sich die Pickel besonders fies ausbreiten, spricht man von Akne.

Hormone in Wallung

Beeinflusst wird die Talgproduktion von Hormonen. Die kommen in der Pubertät ordentlich in Wallung. Im Grunde wird der ganze Körper umgebaut – und das Hormonsystem neu ausbalanciert. Dabei spielen vor allem die Geschlechtshormone eine wichtige Rolle: Östrogen, das vor allem von Frauen produziert wird, und Testosteron, das Männer in größeren Mengen herstellen. Insbesondere die Testosteronproduktion regt die Talgdrüsen an, die plötzlich auf Hochtouren laufen – auch bei den Mädchen.

Hilfreich gegen Pickel

Mitesser und Pickel nicht selbst ausdrücken!
Eigentlich scheint es logisch: Wer keine Pickel haben möchte, muss die Mitesser loswerden. Ausdrücken, insbesondere mit dreckigen Händen, ist aber keine gute Idee: Wird das nicht fachmännisch erledigt, kannst du die Bakterien in die Haut drücken und so die Grundlage für einen herrlichen Pickel legen. Deswegen solltest du von Mitessern – und erst recht von Pickeln – die Finger lassen. Besser ist es, regelmäßig ein Peeling zu verwenden. Die feinen Schleifteilchen schmirgeln die Talgpfropfen ab – und der Talg kann wieder abfließen.

Wenn du allerdings schon Pickel hast, kann Peelen die Sache verschlimmern, weil die Eiterbakterien im Gesicht verteilt werden. Deren Entfernung solltest du Experten überlassen – beispielsweise der Kosmetikerin.

Gesicht waschen – aber richtig!
Deine Haut solltest du am besten mit „pH-neutralen“ Reinigungsmitteln säubern. Das bedeutet einen pH-Wert von etwa 5,5. Er entspricht dem natürlichen pH-Wert der Haut und reizt sie deswegen nicht zusätzlich. Zu häufiges Waschen ist allerdings auch problematisch: Es zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut und kann unreine Haut sogar noch verschlimmern.

Keimbelastung niedrig halten
Wer mit Pickeln und Co. zu kämpfen hat, sollte versuchen, Bakterien möglichst von seinem Gesicht fernzuhalten. Zum Beispiel hilft es schon, für Gesicht und Hände zwei unterschiedliche Handtücher zu benutzen. Außerdem solltest du auf keinen Fall an deinen Pickeln rumfummeln oder knibbeln. Im Zweifel machst du es damit schlimmer und bekommst vielleicht sogar noch Narben.

Essen für die Haut
Ja, Pommes und Burger sind lecker – und weniger Fett und Zucker zu essen, ist auch keine Geheimwaffe gegen Pickel. Darauf zu achten, was man isst, kann aber durchaus beeinflussen, ob und wie sich die Stipel entwickeln. Zigaretten solltest du dir übrigens auch verkneifen. Sie verschlechtern die Durchblutung und verengen die Gefäße, sodass die Haut sich schlechter gegen Bakterien wehren kann.

Kosmetisch Abdecken entlastet die Seele
Verschiedene Produkte der Industrie helfen, die Ungemach im Gesicht optisch zu vertuschen. Antibakterielle Abdeckstifte, -cremes und ähnliches kannst du ruhig benutzen – achte aber darauf, dass du die Haut vor dem Schlafengehen wieder davon befreist. Verwende außerdem am besten fettfreies Make-up oder Cremes auf Wasserbasis, um die Talgdrüsen nicht zusätzlich zu verstopfen.

Spezielle Pflegeprodukte
Der Handel wirbt für zahlreiche Pflegeprodukte, die dir dabei helfen sollen, dass die lästigen Pickel quasi über Nacht verschwinden. Einige, so fand Öko-Test heraus, wirken jedoch gar nicht oder – schlimmer – reizen sogar die Haut.

Wie wirksam ein Produkt ist, hängt meist von gewissen Inhaltsstoffen ab, die Bakterien bekämpfen und in Folge entzündliche Reaktionen bessern. So hat die Stiftung Warentest vor einiger Zeit ein paar Anti-Pickel-Mittel unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass sie bedingt helfen können. Wunder solltest du zwar keine erwarten – es kann mehrere Wochen dauern, bis du Ergebnisse siehst. Und die Pickel können erstmal auch schlimmer werden. Die Tester gaben aber zumindest an, dass sich die Haut nach Gebrauch der Mittelchen „besser anfühlte“.

Übrigens: Auch wenn es sich so anfühlt – Sonne heilt Pickel nicht. Anti-Pickel-Mittel können die Haut sogar empfindlicher auf UV-Licht werden lassen. Und auch Zahnpasta ist nicht optimal: sie kann die Haut reizen und den Pickel „zupflastern“, sodass er sich nicht entleeren kann.

Im Zweifel zum Fachmann
Gerade bei starker Akne spricht außerdem viel dafür, auch einen Hautarzt zurate zu ziehen. Er kann dir bei der Behandlung helfen. Vielen Mädchen hilft es zum Beispiel, sich die Pille verschreiben zu lassen. Die tägliche Hormondosis trägt auch dazu bei, die blühende Gesichtslandschaft in Schach zu halten.

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