Meridiane

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Dr. med. Manuela Mai

Dr. Manuela Mai studierte Medizin an den Universitäten Heidelberg und Mannheim. Nach dem Studium sammelte sie klinische Erfahrung in der Gynäkologie, der Pathologie sowie der klinischen Pharmakologie. Sie interessiert sich besonders für die großen Zusammenhänge, die zu Krankheiten führen - auch abseits der Schulmedizin. Sie absolvierte Zusatzausbildungen in klassischer Homöopathie sowie Ohr- und Schädelakupunktur.

Als Meridiane bezeichnet man in der traditionellen Chinesischen Medizin Leitbahnen, die den ganzen Körper durchziehen sollen. In Ihnen fließt die Lebensenergie, Qi genannt. Entlang der Meridiane liegen auch die Akupunkturpunkte, über die man das Qi beeinflussen kann. Lesen Sie hier, was Sie über die Meridiane, deren Funktionsweise und den Zusammenhang mit verschiedensten Erkrankungen wissen wollen.

Meridiane

Das Konzept der Meridiane

Das Konzept der Meridiane entstand vor über 2000 Jahren in China. Anhänger der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehen davon aus, dass die Meridiane den gesamten Körper durchziehen. Über sie wird die Lebensenergie, Qi genannt, verteilt. Auf den Meridianen sitzen zudem die Akupunkturpunkte, über die sich der Fluss des Qi beeinflussen lässt.

Die wichtigsten Meridiane

Insgesamt gibt es zwölf Hauptmeridiane, „Jing Mai“ genannt. Sie sind nach Organsystemen oder Funktionskreisen benannt. Diese Hauptmeridiane liegen direkt unter der Haut. Dadurch sind sie leicht für die verschiedensten Behandlungen zugänglich. Auf ihnen sowie auf dem sogenannten Konzeptionsgefäß (Ren Mai) und dem Lenkergefäß (Du Mai) liegen die klassischen Akupunkturpunkte.

Miteinander verbunden werden die Hauptmeridiane unter anderem durch zwölf Sondermeridiane (Jing bie), fünfzehn Verbindungskanäle (Luo Mai) sowie sechs weitere außerordentliche Gefäße (Qi jing Mai). Sie können nicht direkt von außen beeinflusst werden. Der Behandler steuert ihren Qi-Durchfluss indirekt über die Hauptmeridiane.

Die Funktion der Meridiane

Der TCM zufolge haben die Meridiane eine ganze Reihe von Funktionen:

  • Über die Meridiane fließt die Lebensenergie Qi durch den Körper. Das Qi versorgt alle Organe, Sinnesorgane und Gewebe mit Energie, ernährt und wärmt sie.
  • Meridiane verbinden die Organe untereinander. Außerdem stehen durch die Meridiane das Innere mit dem Äußeren, das Oben mit dem Unten und Links mit Rechts des Körpers miteinander in Verbindung.
  • Die Meridiane wirken krankheitsauslösenden Faktoren entgegen, die den Körper von außen bedrängen. Entsprechend der chinesischen Medizin sind Wind, Kälte, Feuchtigkeit, Hitze, Feuer und Trockenheit wichtige Krankheitsursachen. Die Meridiane haben die Aufgabe, diese Störfaktoren aufzunehmen, sie auszuscheiden und ein tieferes Eindringen in den Körper zu verhindern.
  • Die Meridiane sollen Symptome und Zeichen von Krankheiten anzeigen. Probleme innerer Organe äußern sich in Störungen des Qi-Flusses.
  • Die TCM nutzt die Meridiane, um über verschiedene Therapien den Energiefluss zu harmonisieren und ein ungestörtes Fließen des Qi durch den Körper zu erreichen.

Wie kann man die Meridiane beeinflussen?

Der Fluss des Qi durch den Körper kann auf unterschiedliche Weise seine Harmonie einbüßen. Es kann zum Beispiel zu viel oder zu wenig Qi in einzelnen Meridianen fließen. Hindernisse können einen Stau des Qi verursachen und die Fließrichtung innerhalb der Meridiane kann sich sogar umkehren.

Es gibt zahlreiche Methoden, über Meridiane oder Akupunkturpunkte auf das Qi Einfluss zu nehmen. Nicht alle dieser Methoden sind Therapien der traditionellen Chinesischen Medizin. Dazu zählen

  • Akupunktur
  • Akupressur
  • Elektroakupunktur nach Voll
  • Akupunktmassage nach Penzel
  • Meridianmassage
  • Shiatsu
  • EFT / Klopfmassage
  • Japanisches Heilströmen
  • Tuina
  • Qigong
  • Moxibustion

Manche Meridian-Behandlungen, wie beispielsweise die Akupunktur, sollten von einem ausgebildeten TCM-Therapeuten durchgeführt werden. Andere Methoden kann man selbst anwenden und so über die Meridiane Körper und Geist stärken und in Einklang bringen. Sowohl im therapeutischen als auch im Wellnessbereich lassen sich mit einer Massage Meridiane und Lebenskraft harmonisieren.

Welche Störungen kann man den Meridianen zuordnen?

Da die Lebensenergie Qi in einem Kreislauf fließt, verursachen Störungen und Blockaden der Meridiane Ungleichgewichte an allen Stellen des Systems. TCM-Meister bringen zudem bestimmte Krankheiten und Beschwerden mit einzelnen Meridianen in Zusammenhang. Welche Störungen das sind, zeigt die nachfolgende Meridiane-Übersicht:

Zentralgefäß

Wirbelsäulenprobleme

Verspannungen im Hinterkopf- und Nackenbereich

Gouverneursgefäß

Wirbelsäulenprobleme

Magenmeridian

Beschwerden rund um den Magen

Probleme der Speicheldrüse

Störungen der Brustdrüsen

Nahrungsmittelallergien

Zahnprobleme, besonders der Schneidezähne und der Eckzähne

Milzmeridian

Immunschwäche

Verdauungsstörungen

Über- und Unterzuckerung

Appetitlosigkeit

Übergewicht

Durchfall

Blähungen

Aufstoßen und Erbrechen

Müdigkeit

Muskelschwäche

Menstruationsstörungen

Krampfadern

Konzentrationsschwäche

Neigung zum Überessen und „Fressanfälle“

Dünndarmmeridian

Nackenverspannungen

Knieschmerzen

Darmkrämpfe

Durchfall

Gerstenkorn

Ohrenschmerzen

Nasennebenhöhlenbeschwerden

Psychosen

Epilepsie

Überforderung durch Familie und Arbeit

Herzmeridian

Erkrankungen des Herzens

Brustschmerzen

Kreislaufbeschwerden

Schweißausbrüche

Schwindel

Ruhelosigkeit

Reizbarkeit

Schlafstörungen

Stottern

Blasenmeridian

Blasenschwäche

Harnentleerungsstörungen

Prostatabeschwerden

Kopfschmerzen

Rückenschmerzen

Ischiasbeschwerden

schwache Knöchel

Fersenschmerzen

Wadenkrämpfe

Gleichgewichtsstörungen

Konzentrationsstörungen

Ängste

Impotenz und Frigidität

Nierenmeridian

allgemeine Körperschwäche

schnelle Erschöpfung

Abmagerung

Hormonstörungen

Menstruationsstörungen

Nierensteine

Herzschwäche

plötzliche Schweißausbrüche

niedriger Blutdruck

Kreislaufschwäche

Schlafstörungen

Bettnässen

Dreifach-Erwärmermeridian

Schmerzen und Entzündungen im Nacken-, Schulter-, Armbereich

Schilddrüsenprobleme

Allergien

Verdauungsstörungen

Erkältungsanfälligkeit

Krämpfe

Potenzstörungen

Libidoverlust

Zwangsvorstellungen

Lebermeridian

Asthma

Muskel- und Sehnenverhärtung

Muskelkrämpfe

Entzündungen

Menstruationsstörungen

Schwindel

Blähungen

Gemütsschwankungen

Wutausbrüche

Gallenblasenmeridian

Kopfschmerzen

Migräne

Augenbeschwerden

Schilddrüsenvergrößerung

Gallensteine

Zahnfleischentzündung

Stoffwechselstörungen

cholerische Ausbrüche

Pericardmeridian (Kreislaufmeridian)

Herzschmerzen und Herzklopfen

Angina pectoris

Kreislaufprobleme

Schlaflosigkeit

Übelkeit und Erbrechen

Epilepsie

Impotenz

Nervosität

Depressionen

Lungenmeridian

Atemwegserkrankungen

Lungenentzündung

Hauterkrankungen

Durchblutungsstörungen

Schulter- und Rückenschmerzen

Depressionen

Dickdarmmeridian

unterschiedlichste Schmerzzustände

Migräne und Kopfschmerzen

Trigeminusneuralgie

Zahnschmerzen

Erkältungskrankheiten

Schmerzen unter der Geburt

Tennisellenbogen

Schulterschmerzen

Halswirbelsäulenbeschwerden

Lähmungen

Wie verlaufen die Meridiane genau?

Die zwölf Hautmeridiane verlaufen spiegelbildlich auf beiden Körperhälften. Sie sind jeweils nach dem Funktionskreis benannt, auf den durch die Punkte am meisten Wirkung ausgeübt werden kann.

Außerdem trägt jeder Meridian auch eine Benennung nach einem Yin- oder Yang-Aspekt. Dieser schreibt den Meridianen eine Energie-Fließrichtung zu. Sogenannte Yin-Meridiane leiten das Qi von den Zehen zum Körperstamm und von dort zu den Fingern. Yang-Meridiane verlaufen von den Fingern zum Gesicht und vom Gesicht zu den Zehen. Generell verlaufen die Yin-Meridiane innen und die Yang-Meridiane außen am Körper:

  • Die Yin-Meridiane Lungenmeridian, Herzmeridian und Pericardmeridian ziehen vom Brustbereich über die Innenseite des Arms zur Hand.
  • Die Yang-Meridiane Dickdarmmeridian, Dünndarmmeridian und Dreifach-Erwärmermeridian ziehen von der Hand über die Außenseite des Arms zum Kopf.
  • Vom Kopf ziehen die Yang-Meridiane Magenmeridian, Blasenmeridian und Gallenblasenmeridian nach unten zum Fuß.
  • Die Yin-Meridiane Milzmeridian, Nierenmeridian und Lebermeridian schließen den Kreislauf, indem sie über die Innenseite des Beins hinauf zur Brust verlaufen.
  • Die beiden unpaarigen, außerordentlichen Meridiane Konzeptionsgefäß (auch Zentralgefäß genannt) und Lenkergefäß (auch Gouverneursgefäß genannt) verlaufen entlang der Körpermitte auf der Vorder- und Rückseite des Körperstammes.

Die Meridianumläufe

Je zwei, im Kreislauf aufeinander folgende Meridianpaare – eines im Armbereich, das andere im Beinbereich – bilden einen sogenannten Meridianumlauf. Der erste Meridianumlauf wird von Lungen-, Dickdarm-, Magen- und Milzmeridian gebildet.

Den zweiten Meridianumlauf bilden Herz-, Dünndarm-, Blasen- und Nierenmeridian, der dritte Meridianumlauf besteht aus Pericard-, Dreifach-Erwärmer-, Gallenblasen- und Lebermeridian.

Die Meridiane werden somit, entsprechend der fünf Elemente, nacheinander durchflossen. Die Meridiane ergeben so einen Kreislauf, der im Laufe eines Tages komplett durchströmt wird. So erreicht jeder Meridian – und damit auch das entsprechende Organsystem- jeweils zu einer bestimmten Tageszeit für zwei Stunden einen maximalen Energiewert. Wann das genau der Fall ist, kann man auf der sogenannten Organuhr nachlesen.

Meridiane aus wissenschaftlicher Sicht

Wissenschaftlich konnte die Existenz von Meridianen bislang nicht nachgewiesen werden. So verteilten sich radioaktiv markierte Substanzen, die längs des Verlaufs der TCM-Meridiane unter die Haut gespritzt wurden, über Venen und Lymphgefäße statt den Meridianen zu folgen. Auch die Annahme, Meridiane hätten eine im Vergleich zum umgebenden Körpergewebe erhöhte elektrische Leitfähigkeit, ist nicht eindeutig nachweisbar.

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