Verstopfung

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Verstopfung (mediz.: Obstipation) kann die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen: Die Stuhlentleerung ist erschwert und schmerzhaft – der Kot ist meist hart und kann nur durch starkes Pressen in kleinen Portionen ausgeschieden werden. Die Ursache der Verstopfung ist meist harmlos (z. B. Stress, Schichtarbeit). Manchmal werden Probleme und Schmerzen beim Stuhlgang aber auch durch Erkrankungen wie Diabetes oder Darmausstülpungen (Divertikel) ausgelöst. Lesen Sie hier alles Wichtige zum Symptom „Verstopfung“.

Verstopfung

Kurzübersicht

  • Beschreibung: Bei Verstopfung haben Betroffene (Erwachsene) weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang. Dabei ist der Stuhl hart und lässt sich nur unter starkem Pressen absetzen.
  • Häufigkeit: In Deutschland leiden etwa 30 bis 60 Prozent der Bevölkerung an Verstopfung. Dabei sind Frauen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Außerdem nimmt die Häufigkeit mit dem Alter zu.
  • Formen bzw. Ursachen: situative Verstopfung (bei Bettlägerigkeit, Schichtarbeit, Stress etc.), chronisch habituelle Verstopfung (evtl. durch Mangel an Bewegung, Flüssigkeit und Ballaststoffen sowie häufig unterdrückten Stuhlgang), Verstopfung durch Medikamente, Nervenstörungen (z.B. bei Diabetes), Hormonstörungen (etwa bei Schilddrüsenunterfunktion), Elektrolytstörungen oder Darmerkrankungen (Reizdarm, Divertikulose, Divertikulitis, Darmpolypen, Darmkrebs etc.), Verstopfung in der Schwangerschaft (durch erhöhte Hormonwerte, wachsenden Druck auf den Darm etc.)
  • Tipps und Hausmit viel Bewegung, ballaststoffreiche Ernährung, Ruhe beim Essen, gut kauen, ausreichend trinken, Stress vermeiden, regelmäßige Entspannung, regelmäßiger Toilettengang, Stuhlgang nicht unterdrücken, morgens ein Glas Wasser auf nüchternen Magen, morgendliche Bauchmassage, Verzehr von Füll- und Quellmitteln (Leinsamen, Flohsamen etc.)
  • Ärztliche Behandlung: Medikamente gegen Verstopfung, wie osmotisch wirksame Abführmittel, wassertreibende Abführmittel, gasbildende Abführmittel, stuhlerweichende Mittel oder Medikamente zur Anregung der Darmperistaltik (Prokinetika). Zudem müssen eventuelle Grunderkrankungen der Verstopfung (Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes etc.) entsprechend behandelt werden.

Wann spricht man von Verstopfung?

Wie oft der Darm entleert wird, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Manche Menschen haben täglich Stuhlgang, andere müssen nur alle paar Tage ihr "großes Geschäft" erledigen. Was die Häufigkeit der Darmentleerung betrifft, gilt nach Expertenmeinung alles als normal, was zwischen dreimal täglich und dreimal pro Woche liegt.

Von Verstopfung (Obstipation) sprechen Mediziner im Allgemeinen dann, wenn jemand

  • weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat,
  • dabei stark pressen muss und
  • der Stuhl durch die längere Verweildauer im Darm hart und klumpig ist.

In der Praxis ist diese Definition aber oft nicht so eindeutig - manchmal betrachten sich auch Menschen als "verstopft", die nicht die medizinischen Kriterien einer Obstipation erfüllen. Ein Beispiel: Wenn jemand zwar dreimal pro Woche Stuhlgang hat, der Stuhl aber sehr hart ist und sich nur durch starkes Pressen und unter Schmerzen absetzen lässt, kann der Betreffende ebenfalls den subjektiven Eindruck einer Verstopfung haben.

Eine vorübergehende Verstopfung ist keine Seltenheit: Die meisten Menschen haben hin und wieder einen trägen Darm, etwa weil sie sich zu wenig bewegen, zu wenig trinken und ballaststoffarm ernähren. Eine Lebensstiländerung bringt den Darm meist wieder schnell in Schwung.

Chronische Verstopfung dagegen lässt sich meist schwerer beheben und geht vielfach mit einem hohen Leidensdruck einher. Dabei sprechen Fachleute von chronischer Obstipation, wenn seit mindestens drei Monaten eine subjektiv unbefriedigende Stuhlentleerung besteht und diese in mehr als 25 Prozent der Fälle von zwei der folgenden Leitsymptome begleitet wird:

  • starkes Pressen
  • klumpiger oder harter Stuhl
  • subjektives Gefühl von unvollständiger Darmentleerung
  • subjektives Gefühl von Blockierung oder Verschluss (Obstruktion) im Enddarm
  • Nachhelfen bei der Stuhlentleerung mit der Hand
  • weniger als drei Stuhlgänge pro Woche

Die besten Tipps gegen Verstopfung

Folgende Ratschläge können in vielen Fällen eine Verstopfung (Obstipation) beseitigen:

  • Ernähren Sie sich ballaststoffreich mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. In manchen Fällen reicht das schon, um die Verstopfung zu beheben.
  • Essen Sie in Ruhe.
  • Außerdem sollten Sie jeden Bissen gut kauen – die Verdauung beginnt schon im Mund!
  • Trinken Sie ausreichend: Experten empfehlen eine tägliche Trinkmenge von zwei Litern (z. B. Wasser, Mineralwasser, Tee). Eine darüber hinaus gehende Flüssigkeitszufuhr hat keinen Effekt auf die Verstopfung.
  • Vermeiden Sie Bewegungsmangel. Vor allem Verstopfung im Alter scheint mit zu wenig Bewegung in Zusammenhang zu stehen.
  • Sie sollten denStuhlgang nicht unterdrücken.
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit für den Gang zur Toilette.
  • Gewöhnen Sie Ihren Darm an einen regelmäßigen Toilettengang: Gehen Sie zum Beispiel immer morgens nach dem Frühstück zur Toilette und bleiben Sie zehn Minuten sitzen, auch wenn nichts passiert. Oft gewöhnt sich der Körper allmählich daran und nutzt die Zeit dann für die Darmentleerung.
  • Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit zum Entspannen – steht der Körper unter Stress, drosselt er die Darmtätigkeit. Geeignete Entspannungsmethoden sind zum Beispiel Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training.

Hinweis: Die genannten Tipps eignen sich auch zur Vorbeugung von Verstopfung.

Hausmittel gegen Verstopfung

Pflaumenkompott, Bauchmassage, Wasser auf nüchternen Magen – es gibt viele einfache Maßnahmen, welche die Darmaktivität anregen sollen. Doch können bei Verstopfung Hausmittel wirklich helfen? Ja, können sie, aber es braucht meist Geduld dafür. Denn im Gegensatz zu Medikamenten gegen Obstipation wirken Hausmittel in der Regel nicht sofort, sondern erst nach einigen Tagen. Versuchen Sie es mit folgenden Tipps, wenn Sie gegen Ihre Verstopfung was tun wollen:

  • Trinken Sie nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen ein Glas Wasser oder Fruchtsaft. Das löst oftmals den Stuhlgangreflex aus. Alternativ können Sie es auch mit einem morgendlichen Glas warmen Wassers vermischt mit dem Saft einer halben Zitrone probieren.
  • Kaffee kann ebenfalls den Reflex zur Stuhlentleerung anregen, allerdings nur, wenn Sie kein gewohnheitsmäßiger Kaffeetrinker sind.
  • Pflaumen, Feigen und anderes Obst (frisch oder getrocknet) sowie Sauerkraut (als Gemüse oder Saft) können ebenfalls bei Darmträgheit helfen.
  • Ballaststoffe wie Leinsamen, Flohsamen und Kleie sind Füll- und Quellmit Sie quellen durch Wasseraufnahme auf. Dadurch vergrößern sie den Speisebrei und machen ihn weicher. Das funktioniert aber nur, wenn Sie die Ballaststoffe zusammen mit viel Flüssigkeit einnehmen; anderenfalls verstärkt sich die Verstopfung.
  • Eine morgendliche Bauchmassage vor dem Aufstehen unterstützt den Weitertransport des Speisebreies im Darm. Massieren Sie dazu etwa zehn Minuten lang den Bauch im Uhrzeigersinn, ausgehend vom rechten Unterbauch bogenförmig bis zum linken Unterbauch. Damit folgen Sie dem Verlauf des Dickdarms.

Lage von Dünn- und Dickdarm:

Medikamente gegen Verstopfung

Abführmittel (Laxanzien) gegen Verstopfung sollten Sie erst dann einsetzen, wenn eine Lebensstiländerung (z.B. mehr Bewegung, Stressabbau), die Einnahme von Ballaststoffen und die Anwendung sonstiger Hausmittel auch nach einem Monat noch keine Wirkung gezeigt haben. Es gibt verschiedene Arten von Abführmitteln, die teils frei verkäuflich (wie Glaubersalz, Laktulose, Rizinusöl), teils rezeptpflichtig sind (etwa Prucaloprid):

  • Osmotisch wirksame Abführmittel binden im Darm Wasser, wodurch der Stuhl feucht und gleitfähig bleibt. Beispiele sind Glaubersalz, Bittersalz, Laktulose, Sorbit und Macrogol.
  • „Wassertreibende“ (hydragoge) Abführmittel sorgen dafür, dass vermehrt Wasser in das Darminnere einströmt. Dazu zählen etwa Bisacodyl, Natriumpicosulfat und Anthrachinone (z. B. in Sennesblättern, Faulbaumrinde).
  • Stuhlaufweichende Mittel vermengen sich mit den Speiseresten im Darm und wirken als Gleitmittel (z. B. Paraffinöl).
  • Gasbildende Abführmittel (Natriumhydrogencarbonat) setzen im Darm Gas (Kohlendioxid) frei, wodurch sich das Stuhlvolumen vergrößert und der Druck auf die Darmwand zunimmt – das stimuliert den Weitertransport des Stuhls und den Stuhlgangreflex.
  • Prokinetika fördern die Darmbewegung (Darmmotilität). So werden die Speisereste schneller in Richtung Ausgang (After) transportiert (Prucaloprid).

Viele Laxantien werden über den Mund eingenommen, etwa in Form von Tabletten, Tropfen oder als Sirup. Andere werden direkt über den After in den Darm verabreicht, entweder in Form von Zäpfchen oder als Klistier/Miniklistier. Mit Letzterem wird eine kleine Flüssigkeitsmenge in den Darm gespritzt, zum Beispiel eine Salz- oder Zuckerlösung. Die abführende Wirkung setzt durch diesen kleinen Einlauf sehr schnell ein.

Lassen Sie sich von einem Arzt oder Apotheker beraten, welches Abführmittel für Sie am besten geeignet ist. Wenden Sie dieses genau so an, wie der Arzt oder Apotheker es Ihnen empfohlen hat beziehungsweise wie es in der Packungsbeilage steht. Denn bei unsachgemäßer Anwendung (zu hohe Dosis und/oder zu lange Einnahme) können Abführmittel ernste Nebenwirkungen wie Flüssigkeits- und Salzverlust haben.

Verstopfung in der Schwangerschaft

Die oben genannten Hausmittel und Tipps helfen oft auch gegen die häufige Darmträgheit in der Schwangerschaft. Wenn nicht, können Schwangere in Absprache mit dem Arzt auch bestimmte Abführmittel anwenden. Geeignet sind zum Beispiel Laktulose, Sorbitol, Bisacodyl, Macrogol und Natriumpicosulfat. Auch Klistiere/Miniklistiere sind erlaubt. Diese Abführmittel können nicht nur bei Verstopfung in der Schwangerschaft, sondern auch bei Verstopfung in der Stillzeit angewendet werden.

Behandlung von Verstopfung bei Kindern

Für die Vorbeugung und Behandlung von Verstopfung bei Kindern gelten folgende Empfehlungen:

  • Das Kind sollte viel trinken (z. B. Mineralwasser, ungesüßter Tee – kein Kakao!) und eine ballaststoffreiche Ernährung (Obst, Gemüse, Vollkornprodukte) erhalten.
  • Kleinen Kindern können Sie zur Anregung der Verdauung Birnenmus und Vollkornbrei geben.
  • Ebenfalls gegen Darmträgheit helfen eingeweichtes Dörrobst, Sauerkraut sowie mit viel Flüssigkeit eingenommene Leinsamen.
  • Stopfende Lebensmittel (z. B. Bananen, Weißbrot, Kuchen, Fastfood) sollten gemieden werden.
  • Geben Sie dem Kind Milch nur in Maßen, dafür aber täglich mild gesäuerte Milchprodukte (z. B. Buttermilch, Kefir, Joghurt, Molke).
  • Verwenden Sie zum Kochen Olivenöl statt Butter, Margarine oder Sonnenblumenöl.
  • Achten Sie darauf, dass das Kind nicht zu viele Süßigkeiten nascht.
  • Das Kind sollte sich viel bewegen.
  • Um den Weitertransport des Speisebreis im Darm anzuregen, können Sie den Bauch des Kindes mit der flachen Hand sanft im Uhrzeigersinn massieren. Alternativ können Sie dem Kind eine Wärmflasche auf den Bauch legen oder einen warmen Wickel für den Bauch machen.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern mit Verstopfung ist besonders sorgfältig auf die Pflege von Po und After zu achten.

Bei Bedarf kann der Arzt für Ihr Kind bestimmte Abführmittel gegen die Verstopfung empfehlen, so zum Beispiel Laktulose oder Macrogol. Im Akutfall kann dem Kind auch ein Miniklistier aus der Apotheke verabreicht werden, das den Stuhl im Enddarm erweicht.

Vorsicht: Geben Sie Kindern niemals pflanzliche Präparate gegen Verstopfung wie Sennesblätter, Faulbaumrinde oder Rhabarberwurzel.

Verstopfung: Begleitsymptome

Verstopfung wird oft von Völlegefühl und Unwohlsein begleitet. Auch Blähungen, ein Druckgefühl im Bauch und Bauchschmerzen können auftreten. Manche Betroffene berichten zudem von Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit.

Verstopfung: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Verstopfung ist keine Krankheit, sondern ein Symptom – ein Zeichen dafür, dass im Körper irgendetwas nicht stimmt. Meist ist diese Ursache relativ harmlos (zu wenig Bewegung, ballaststoffarme Ernährung etc.), manchmal steckt aber auch eine (ernste) Erkrankung dahinter.

Die wichtigsten Formen von beziehungsweise Ursachen für Verstopfung sind:

Vorübergehende oder situative Verstopfung

Viele Menschen haben in bestimmten Situationen eine Verstopfung, zum Beispiel während einer fieberhaften Erkrankung, bei Schichtarbeit oder Bettlägerigkeit. Auch ungewohntes Essen auf Reisen kann vorübergehend eine Obstipation auslösen.

Chronisch habituelle Obstipation

Die chronisch habituelle Obstipation beruht auf einer Funktionsstörung des Darms. Die Ursachen sind nicht eindeutig geklärt. Als mögliche Trigger gelten eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und eine häufige Unterdrückung des Stuhlgangreizes (z. B. aus Zeitnot). Allerdings müssen Flüssigkeits-, Ballaststoff- und Bewegungsmangel nicht zwangsläufig zu Verstopfung führen. Auch bei faserreicher Kost, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und viel Bewegung kann Darmträgheit auftreten.

Reizdarmsyndrom

Menschen mit Reizdarm leiden abwechselnd unter Verstopfung und Durchfall (Diarrhoe). Die Ursachen dafür sind bislang nicht bekannt. Experten haben aber verschiedene Hypothesen erstellt. So stehen beispielsweise eine gestörte Darmbewegung (Darmperistaltik), eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut, eine erhöhte Immunaktivität in der Darmschleimhaut und ein gestörter Serotonin-Haushalt im Verdacht. Acuh eine gestörte Darmflora, Stress und Magen-Darm-Infektionen könnten zur Entstehung des Reizdarmsyndroms beitragen.

Medikamente

Manchmal wird eine Verstopfung durch Medikamente ausgelöst. So können zum Beispiel Eisenpräparate, kalzium- und aluminiumhaltige Präparate gegen Sodbrennen sowie Antidepressiva den Darm träge machen. Auch Anticholinergika (z. B. bei Reizblase und Inkontinenz, Parkinson, Asthma), Opiate (starke Schmerzmittel oder das Hustenmittel Codein) sowie Bluthochdruck-Medikamente sind mögliche Auslöser einer Obstipation.

Elektrolytstörungen (Störungen des Salzhaushaltes)

Manchmal ist Kaliummangel (Hypokaliämie) schuld an einer Verstopfung. Ein solcher kann sich etwa entwickeln, wenn man zu oft Abführmittel einnimmt. Daneben können auch andere Störungen des Salzhaushaltes wie etwa ein Überschuss an Kalzium (Hyperkalzämie) der Grund für Verdauungsprobleme sein.

Organische Darmerkrankungen

Verschiedene Darmerkrankungen können zu Problemen und Schmerzen beim Stuhlgang führen. Dazu zählen zum Beispiel Darmausstülpungen (Divertikel), entzündete Darmausstülpungen (Divertikulitis), Darmpolypen, Analfissuren und -abszesse, schmerzhafte Hämorrhoiden, die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn, ein Herausrutschen des Mastdarms aus dem After (Rektumprolaps) sowie Darmkrebs.

Nervenstörungen

In manchen Fällen ist eine Verstopfung durch Nervenstörungen bedingt. Diese können etwa auf die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Parkinson oder Multiple Sklerose zurückzuführen sein.

Hormonstörungen

Verstopfung kann auch die Folge von Hormonstörungen sein, wie sie etwa bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Diabetes, Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperthyreoidismus) oder in der Schwangerschaft auftreten.

Schwangerschaft

Verstopfung in der Schwangerschaft ist ein weit verbreitetes Phänomen. Sie ist durch mehrere Faktoren bedingt. Dazu gehören zum Beispiel die erhöhten Hormonwerte (wie Progesteron) bei Schwangeren. Diese sichern die Versorgung des Kindes, drosseln aber die Darmtätigkeit. Außerdem gerät der Darm durch das Anwachsen der Gebärmutter und des Ungeborenen zunehmend unter Druck. Auch die tatsache, dass Frauen in der Schwangerschaft weniger körperlich aktiv sind, trägt zur Darmträgheit bei.

Verstopfung bei Babys & Kleinkindern

Von Verstopfung bei Kindern sprechen Mediziner im Allgemeinen, wenn ein Kind höchstens einmal pro Woche einen harten, trockenen und meist schmerzhaften Stuhlgang hat. Zu den wichtigsten Ursachen von Verstopfung bei Kindern zählen:

  • falsche Ernährung: Wie bei Erwachsenen ist auch bei Kindern oft ein Mangel an Ballaststoffen, Flüssigkeit und Bewegung schuld, wenn es Probleme und Schmerzen beim Stuhlgang gibt. Darüber hinaus kann auch ein Zuviel an Bananen, Weißbrot, Kuchen, Schokolade und anderen Süßigkeiten Darmträgheit verursachen.
  • Umstellung von Muttermilch auf feste Kost: Zu einer Verstopfung bei Babys kommt es oftmals, wenn die Ernährung von Muttermilch auf Breimahlzeiten beziehungsweise Beikost umgestellt wird.
  • Änderungen des normalen Tagesablaufs: Kommt der gewohnte Tagesrhythmus durcheinander (z. B. auf Reisen, bei Bettlägerigkeit, in Stresssituationen), können sich leicht Verdauungsprobleme bei Kindern einstellen.
  • wunder Po: Ein wunder Po verursacht Schmerzen beim Stuhlgang, weshalb Kinder dann oft den Stuhl zurückhalten. Je länger der Kot im Darm verweilt, desto trockener und härter wird er, was die Entleerung dann noch schmerzhafter macht und neue Haut- bzw. Schleimhauteinrisse verursacht. Viele Kinder „verkneifen“ sich den Stuhldrang dann erst recht. Mit der Zeit kann sich eine chronische Verstopfung (Obstipation, die länger als zwei Monate andauert) entwickeln.
  • Antibiotika: Verstopfung bei Kindern kann auch durch eine Behandlung mit Antibiotika bedingt sein.
  • „Lernverstopfung“: Beim Entwöhnen von der Windel tun sich manche Kinder schwer: Sie schaffen es nicht immer rechtzeitig zur Toilette und schämen sich dann für das Malheur. Eine „Lernverstopfung“ kann die Folge sein.
  • Laktoseintoleranz: Manchmal wird eine chronische Verstopfung durch eine Milchzuckerunverträglichkeit verursacht.
  • Morbus Hirschsprung: Milde Formen dieser erblichen Darmkrankheit können bei Kindern im Vorschulalter chronische Verstopfung auslösen. Die Betroffenen haben nur alle fünf bis sieben Tage Stuhlgang, und auch dann manchmal nur mithilfe von Einläufen oder anderen Maßnahmen.

Verstopfung: Wann zum Arzt?

Eine gelegentliche Verstopfung lässt sich oft ohne ärztliche Hilfe beseitigen (mehr Bewegung, ballaststoffreiche Ernährung, viel trinken, Bauchmassage, Stressabbau, Hausmittel etc.). Wenn Verdauungsprobleme und harter Stuhlgang allerdings öfter auftreten, ist ein Arztbesuch ratsam. Umgehend zum Arzt gehen sollten Sie bei:

  • Begleitsymptomen wie Blut im Stuhl und/oder Gewichtsverlust
  • akut auftretender Verstopfung

Achtung: Bei akut auftretender Verstopfung mit starken Bauchschmerzen, geblähtem Bauch, Fieber, Übelkeit und Erbrechen kann ein lebensgefährlicher Darmverschluss dahinter stecken. Verständigen Sie sofort den Notarzt!

Verstopfung: Was macht der Arzt?

Um der Verstopfung (Obstipation) auf den Grund zu gehen, wird sich der Arzt zuerst ausführlich mit dem Patienten unterhalten, um dessen Krankengeschichte zu erheben (Anamnese): Er lässt sich die beschwerden genau schildern, fragt nach den Lebensgewohnheiten (inkl. Ernährungsverhalten), eventuellen aktuellen Erkrankungen und der Anwendung von Medikamenten. Häufige Fragen in diesem Anamnesegesrpäch sind zum Beispiel:

  • Wie oft haben Sie Stuhlgang?
  • Welche Farbe und Konsistenz hat der Stuhl?
  • Bereitet Ihnen der Stuhlgang Schmerzen?
  • Seit wann haben Sie Probleme und Schmerzen beim Stuhlgang?
  • Haben Sie noch andere Beschwerden (z.B. Rückenschmerzen, Übelkeit etc.)?
  • Nehmen Sie irgendwelche Medikamente ein? Wenn ja, welche?
  • Ist bei Ihnen irgendeine Grunderkrankung bekannt (Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, Reizdarm, Divertikulose, Parkinson etc.)?

Allein aus den Angaben des Patienten kann der Arzt oftmals schon auf die Ursache der Verstopfung schließen (z. B. Flüssigkeitsmangel, Stress, Schichtarbeit). Darüber hinaus kann der Arzt mit verschiedenen Tests und Untersuchungen herausfinden, ob möglicherweise eine bestimmte Erkrankung der Grund für den harten Stuhlgang ist. Er wird daher als nächstes eine körperliche Untersuchung durchführen. Vor allem bei chronischer Verstopfung wird er dabei auch den Anus des Patienten begutachten und die Grundspannung des Afterschließmuskels mit dem Finger prüfen.

Je nach Bedarf folgen weitere Untersuchungen, um dem Verdacht auf bestimmte Grunderkrankungen als Auslöser der Verstopfung abzuklären. Dazu zählen beispielsweise:

  • Blutuntersuchungen: Sie können beispielsweise Hinweise auf Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Elektrolytstörungen geben.
  • Darmspiegelung (Koloskopie): vor allem bei Verdacht auf Darmausstülpungen (Divertikel), entzündete Darmausstülpungen (Divertikulitis), Darmpolypen, Darmkrebs und Reizdarm
  • Ultraschalluntersuchung des Bauches (etwa bei Verdacht auf Divertikulose, Divertikulitis oder Morbus Crohn) oder der Schilddrüse (bei Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion)
  • Stuhluntersuchung: Blut im Stuhl kann unter anderem bei Morbus Crohn, Divertikulitis, Darmpolypen und Darmkrebs auftreten

Bei einer hartnäckigen chronischen Verstopfung können weitere Untersuchungen und Tests notwendig sein. Es kann beispielsweise die Kolontransitzeit gemessen werden, um zu prüfen, ob der Dickdarm Speisereste mit normaler Geschwindigkeit weitertransportiert. Die Messung kann mithilfe einer Röntgenuntersuchung im Rahmen des Hinton-Tests erfolgen: Der Patient muss Gelatine-Kapseln mit röntgendichten Markern einnehmen (einmalig oder über mehrere Tage verteilt). Nach fünf bis sieben Tagen wird anhand von Röntgenaufnahmen geprüft, wie viele röntgendichte Marker sich im Grimmdarm (Kolon) befinden. Daraus lässt sich die Kolontransitzeit berechnen. Als krankhaft (pathologisch) gilt eine Kolontransitzeit von mehr als 72 Stunden.

Eine andere Untersuchungsmethode ist die Druckbestimmung im Enddarm (anorektale Manometrie). Dabei wird die Funktionsfähigkeit der Schließmuskeln am Darmausgang überprüft. Das kann ebenfalls zur Abklärung einer chronischen Verstopfung hilfreich sein.

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