Rückenschmerzen

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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Rückenschmerzen sind ein Volksleiden der modernen Zivilisation: Fast jeder Bundesbürger leidet mindestens einmal im Leben unter Kreuzschmerzen & Co. Glücklicherweise sind in etwa 90 Prozent davon die Ursachen nicht bedrohlich. Deshalb können Betroffene selbst viel gegen Rückenschmerzen tun – von Wärmepackungen bis hin zu Übungen gegen Rückenschmerzen. Lesen Sie hier mehr zu Ursachen und Behandlung von Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen: Beschreibung

Kreuzschmerzen, Hexenschuss, steifer Rücken oder einfach „es im Rücken haben“: Rückenschmerzen sind ein vielfältiges Leiden, das Menschen fast jeden Alters – von Schulkindern bis Senioren – plagen kann. Sie zählen zu den häufigsten Schmerzproblemen überhaupt, wobei Frauen über alle Altersgruppen hinweg häufiger über Rückenschmerzen berichten als Männer – ein Phänomen, das sich auch bei anderen Schmerzarten zeigt.

Rückenschmerzen lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen, zum Beispiel nach der Lage (Lokalisation), der Dauer und der Ursache.

Rückenschmerzen: Einteilung nach der Lokalisation

  • Rückenschmerzen – oberer Rücken: Schmerzen, die oben an der Wirbelsäule, also in der Nackenregion aufteten, können akut bis chronisch sein. Sie strahlen oftmals in Schultern, Arme und/oder Hinterkopf aus. Auslöser für Nackenschmerzen sind zum Beispiel eine falsche Körperhaltung am Arbeitsplatz, Bandscheibenvorfall oder psychische Einflüsse.
  • Rückenschmerzen – mittlerer Rücken: Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule sind selten durch Verletzungen bedingt. Häufiger werden sie durch Reizungen (Irritationen) großer Muskelgruppen in diesem Bereich oder durch Funktionsstörungen der Rippen-Wirbel-Gelenke ausgelöst.
  • Rückenschmerzen – unterer Rücken: Rückenschmerzen im unteren Rücken sind viel häufiger als solche im mittleren Rücken. Denn die Lendenwirbelsäule (lws) ist für Verletzungen und Schädigungen wesentlich anfälliger als die Brustwirbelsäule. Rückenschmerzen in diesem Bereich werden im Englischen "lower-back-pain" genannt und zum Beispiel durch Bandscheibenvorfälle oder Überanstrengungen der Muskulatur ausgelöst.

Rückenschmerzen: Einteilung nach der Dauer

Je nach Dauer der Beschwerden unterscheiden Mediziner zwischen akuten, subakuten und chronischen Rückenschmerzen:

  • Akute Rückenschmerzen: Akute Rückenschmerzen sind Rückenbeschwerden, die zum ersten Mal oder nach mindestens sechs schmerzfreien Monaten auftreten und maximal sechs Wochen anhalten. Die Prognose ist im Allgemeinen gut: Akute Rückenschmerzen bessern sich bei der Mehrzahl der Betroffenen innerhalb weniger Wochen.
  • Subakute Rückenschmerzen: Halten die Rückenschmerzen länger als sechs Wochen bis maximal drei Monate an, gelten sie als subakut.
  • Chronische Rückenschmerzen: Chronische Rückenschmerzen beziehungsweise chronisch wiederkehrende (rezidivierende) Rückenschmerzen dauern länger als drei Monate an. Die Stärke der Schmerzen kann in dieser Zeit variieren – mal sind die Rückenschmerzen schwächer, mal stärker. Chronische Rückenschmerzen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf.

Risikofaktoren für Rückenschmerzen

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für Rückenschmerzen erhöhen. Dazu gehören vor allem:

  • arbeitsbezogene Faktoren: Das Tragen und Heben schwerer Lasten, Vibrationen und Arbeiten in ungünstigen Körperhaltungen belasten Wirbelsäule, Gelenke und Muskeln und können auf Dauer zu Rückenschmerzen führen. Daher sind einige Rückenerkrankungen als Berufskrankheiten anerkannt.
  • arbeitsbezogene psychosoziale Bedingungen: Wer mit seinem Arbeitsplatz unzufrieden ist oder von morgens bis abends monotone Arbeiten (zum Beispiel am Fließband) verrichten muss, ist anfälliger für Rückenschmerzen. Auch soziale Konflikte am Arbeitsplatz sowie hoher Arbeitseinsatz ohne angemessene Belohnung (in Form von Geld, Anerkennung, Aufstiegschancen etc.) können Rückenschmerzen begünstigen.
  • Sozialstatus: Bei Menschen mit niedrigem Sozialstatus in Bezug auf Schulbildung, Beruf und Einkommen treten Rückenschmerzen häufiger auf als bei Menschen mit hohem Sozialstatus.

Nicht nur das Auftreten, sondern auch der Verlauf von Rückenschmerzen kann durch ungünstige Bedingungen beeinflusst werden, etwa durch psychische Faktoren. Darunter fallen zum Beispiel unrealistische Befürchtungen bezüglich der Rückenschmerzen, Depressivität sowie passive oder überaktive Verhaltensweisen  - also ausgeprägte Schonhaltung oder zu viel Aktivität.

Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) von chronischen Rückenschmerzen

Chronische Rückenschmerzen sind in der Regel mehr als nur Schmerzen im Rücken. Es treten oft zusätzliche Erkrankungen auf wie verschleißbedingte (degenerative) und entzündliche Gelenkerkrankungen, Osteoporose, Schlaganfall, Herzschwäche, Depression, Schmerzmittelmissbrauch, starkes Übergewicht (Adipositas) und chronische Bronchitis. Der Arzt wird solche Komorbiditäten bei der Diagnose und Behandlung von Rückenschmerzen berücksichtigen.

Rückenschmerzen: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Rückenschmerzen lassen sich der Ursache nach grob in zwei Gruppen einteilen:

Bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen kann der Arzt keine eindeutige Ursache der Beschwerden finden. Die überwiegende Mehrheit aller Fälle von Rückenschmerzen fällt in diese Kategorie.

Spezifische Rückenschmerzen dagegen haben eine eindeutig feststellbare Ursache, die allerdings nicht zwingend von der Wirbelsäule ausgehen muss. Oftmals sind Erkrankungen andere Organe die Auslöser. Zu den möglichen Ursachen von Rückenschmerzen gehören:

  • Muskelverspannungen: Sehr häufig sind Muskelverspannungen aufgrund von Fehlhaltungen, einseitigen Belastungen und mangelnder Bewegung die Ursache von Rückenschmerzen. Es kommt dabei zu einer ungleichmäßigen Belastung der Muskeln – manche Muskeln werden überfordert, andere unterfordert. In der Folge verkürzen oder verhärten sich Muskeln, was Verspannungen und Schmerzen nach sich ziehen kann. Auch ein eingeklemmter Nerv kann aus Muskelverspannungen resultieren und Rückenschmerzen verursachen.

  • Blockade (Wirbelblockade, Wirbelfehlstellung): Ein verspannter Muskel kann mit der Zeit einen Wirbel aus seiner normalen Position ziehen. Zu einer solchen Wirbelfehlstellung oder Blockade kann es auch kommen, wenn man plötzlich etwas tut, was der Körper nicht gewohnt ist (etwa eine ruckartige Bewegung beim Sport). Wirbelblockaden können Schmerzen an der Muskulatur, an den Wirbelgelenken oder Nervenaustrittskanälen verursachen und manchmal auch in die Arme oder Beine ausstrahlen. Eine häufige Blockade betrifft das Gelenk zwischen Kreuzbein und Beckenknochen, das sogenannte Iliosakralgelenk (ISG). Mediziner sprechen dann vom ISG-Syndrom oder der ISG-Blockade.

  • Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom): Das Iliosakralgelenk wird auch Kreuzbein-Darmbein-Gelenk genannt. Dieses Gelenk ist - im Unterschied zu anderen Gelenken des Körpers - nur begrenzt beweglich, es wird nämlich von starken Bändern straff zusammengehalten. Bei einem ISG-Syndrom verschieben sich die Gelenkflächen des Iliosakralgelenks gegeneinander und blockieren durch erhöhte Muskelspannung, was Rückenschmerzen verursachen kann.

  • Bandscheibenvorfall: Die Bandscheiben liegen als polsterförmige Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und bestehen aus einem weichen Gallertkern, umschlossen von einem Ring aus Faserknorpel. Wenn der Gallertkern verrutscht und die Faserhülle durchbricht, liegt ein Bandscheibenvorfall vor. Er verursacht heftige Rückenschmerzen, wenn die aus der verrutschten Bandscheibe austretende Gallertmasse auf die benachbarten Nerven drückt.

    Am häufigsten wird der Ischiasnerv eingeklemmt, genauer gesagt: eine der Nervenwurzeln, die im Lendenwirbel- und Kreuzbeinbereich aus dem Rückenmark austreten und sich unterhalb des Beckens zum Ischiasnerv vereinen. Dieser dickste und längste Nerv des Körpers zieht an der Rückseite des Oberschenkels nach mehrfacher Verästelung bis hinunter zum Fuß. Ein eingeklemmter Ischiasnerv kann daher Schmerzen verursachen, die vom Gesäß über die Rückseite des Beins bis in den Fuß ausstrahlen. Eine solche Ischialgie kann neben einem Bandscheibenvorfall aber auch andere Ursachen haben.

  • Verschleiß der Wirbelsäule (Arthrose der Wirbelsäulengelenke, Facettensyndrom): Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer Abnutzung der Wirbelsäulengelenke im Körper. Geht dieser altersbedingte Verschleiß der Gelenke über das normale Maß hinaus, sprechen Mediziner von Arthrose. Eine Arthrose der Wirbelsäulengelenke kann Rückenschmerzen verursachen, besonders zu Beginn einer Bewegung (zum Beispiel beim morgendlichen Aufstehen). Während der Bewegung lassen sie langsam nach.

  • Wirbelkanalenge (Spinalstenose): In der Wirbelsäule verläuft der Spinalkanal mit dem darin liegenden Rückenmark, das Nervensignale zwischen gehirn und Körper austauscht. Bei einer Spinalstenose ist dieser Kanal stellenweise eingeengt und drückt auf das Rückenmark beziehungsweise die austretenden Nervenwurzeln. Die Folge sind Rückenschmerzen, zum Beispiel im Bereich des Kreuzbeins (Kreuzschmerzen).

  • Wirbelsäulenentzündung (Morbus Bechterew): Der Begriff steht für eine chronisch-rheumatische Entzündung der Wirbelsäule sowie des Gelenks, das die Wirbelsäule mit dem Darmbein verbindet (Iliosakralgelenk). Die fortschreitende Erkrankung löst tiefsitzende Rückenschmerzen aus und kann die Gelenke mit der Zeit immer steifer machen. Daher wird Morbus Bechterew auch Spondylitis ankylosans genannt, was übersetzt „versteifende Wirbelentzündung“ bedeutet.

  • Osteoporose (Knochenschwund): Bei Osteoporose werden die Knochen zunehmend brüchig und können dann schon bei kleinsten Belastungen (wie Hinfallen, Anstoßen) brechen. Oftmals kommt es dabei zu Wirbelkörpereinbrüchen, die mit Rückenschmerzen einhergehen.

  • Wehen: Für viele Schwangere fühlen sich Wehen wie Rückenschmerzen und ein Ziehen in der Leistengegend an. Aber auch schon im Verlauf der Schwangerschaft können Rückenschmerzen auftreten (siehe unten).

  • Gürtelrose: Dieser schmerzhafte Hautausschlag wird vom gleichen Virus ausgelöst wie die Windpocken (Variella-Zoster-Virus). Meistens bildet er sich einseitig am Rumpf, und zwar entlang von Rückenmarksnerven (zum Beispiel dort, wo der Hosengürtel sitzt). Im Zusammenhang mit der Gürtelrose kann es zu starken Rückenschmerzen kommen.

  • Akute Prostataentzündung (Prostatitis): Eine akute Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata) kann Männern neben Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen unter anderem auch Rückenschmerzen bescheren.

  • Nierenbeckenentzündung: Eine Nierenbeckenentzündung wird meist durch Bakterien ausgelöst und kommt vor allem bei Frauen vor. Sie kann – besonders, wenn sie chronisch verläuft – langwierige Rückenschmerzen hervorrufen.

  • Nierensteine: Im Unterschied zur Nierenbeckenentzündung treten Nierensteine bevorzugt bei Männern auf. Manchmal sind sie so klein (Nierengrieß), dass sie einfach mit dem Urin über den Harnleiter ausgeschieden werden. Größere Nierensteine können aber im Harnleiter stecken bleiben – die Folge ist eine Nierenkolik, die je nach Lage des Nierensteins unter anderem stechende, krampfartige und wellenförmige Rückenschmerzen auslösen kann.

  • Brustenge (Angina pectoris): Eine vorübergehende Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff löst einen Angina-pectoris-Anfall aus. Die Betroffenen klagen unter Symptomen wie Schmerzen und Enge in der Brust, Beklemmungsgefühl, plötzlicher Atemnot, Übelkeit, Erbrechen – und eben auch Rückenschmerzen.

  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt): Die bei einem Herzinfarkt auftretenden Schmerzen im Herzbereich strahlen oft in andere Körperregionen aus, zum Beispiel zwischen die Schulterblätter in den Rücken.

  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Manchmal verbergen sich hinter Rückenschmerzen die Beschwerden einer Myokarditis – einer meist durch Viren oder Bakterien ausgelösten Entzündung des Herzmuskels.

  • Herzbeutelentzündung (Perikarditis): Zu den typischen Symptomen einer akuten Herzmuskelentzündung zählen stechende Schmerzen hinter dem Brustbein oder im linken Brustkorb. Sie strahlen manchmal in die Schulterblattregion aus – der Patient klagt über Rückenschmerzen.

  • Erweiterung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma): Die sack- oder spindelförmige Erweiterung der Aorta tritt am häufigsten im Bauchbereich auf. Ein solches Bauchaortenaneurysma kann unter anderem zu Rückenschmerzen führen.

  • Lungenentzündung (Pneumonie): Neben Husten und Fieber sind manchmal auch Rückenschmerzen auf eine durch Bakterien, Viren oder Pilze verursachte Lungenentzündung zurückzuführen.

  • Kollaps der Lunge (Pneumothorax): Bei einem Pneumothorax sammelt sich Luft in dem schmalen Raum zwischen Lunge und Brustwand (Pleuraraum oder Pleuraspalt), etwa aufgrund eines geplatzten Lungenbläschens und einer Verletzung der Lunge. Der betreffende Lungenflügel fällt in sich zusammen, erkennbar unter anderem an plötzlichen einsetzenden Schmerzen im Brustbereich, die bis in den Rücken ausstrahlen können.

  • Lungeninfarkt (Lungenembolie): Zu einer Lungenembolie kommt es, wenn ein Blutgerinnsel den Blutfluss in einer Lungenarterie blockiert. Die Folge sind Schmerzen in der Brust, die sich wie beim Pneumothorax auch nach hinten fortsetzen und Rückenschmerzen im Brustkorbbereich (Thorax) auslösen können.

  • Rippenfellentzündung (Pleuritis): Eine Rippenfellentzündung tritt oft in Folge einer Lungenerkrankung wie Lungenentzündung auf. Die trockene Form der Erkrankung (wenig Flüssigkeit im Pleuraspalt = Raum zwischen Lungen- und Rippenfell) macht sich durch heftige, stechende Brustschmerzen oder Rückenschmerzen bemerkbar.

  • Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis, Refluxkrankheit): Eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut verursacht vor allem brennende Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen), die bis in den Rücken ausstrahlen können.

  • Speiseröhrenkrampf (Ösophagusspasmus): Hierbei kommt es  – spontan oder ausgelöst durch das Schlucken – zu krampfartigen Kontraktionen der Speisröhrenmuskulatur, die den Nahrungsbrei aber nicht weiter in Richtung Magen befördern. Vielmehr staut sich die Nahrung, was starke Schmerzen hinter dem Brustbein auslöst. Sogar Schmerzen in benachbarten Körperregionen – wie eben Rückenschmerzen – können auf Speiseröhrenkrampfe zurückzuführen sein.

  • Speiseröhrenverletzungen: Einrisse in der Speiseröhrenwand (etwa durch verschluckte Fremdkörper) sind selten, großflächige Risse (etwa durch heftiges Erbrechen wie bei Bulimie) noch seltener. Sie gehen mit einem plötzlichen heftigen Schmerz (Vernichtungsschmerz) hinter dem Brustbein einher, der bis in den Rücken ausstrahlen kann.

  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis): Sowohl eine akute als auch eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ruft Schmerzen im Oberbauch hervor, die oftmals gürtelförmig nach hinten ausstrahlen und dann als Rückenschmerzen wahrgenommen werden.

  • Lungentumor (Pancoast-Tumor): Der Pancoast-Tumor ist eine seltene bösartige Wucherung an der Lungenspitze. Sie kann unter anderem Rückenschmerzen – genauer: Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule – hervorrufen.

  • Wirbelsäulentumor und Rippentumor: Rückenschmerzen können auch durch einen Wirbelsäulentumor oder Rippentumor verursacht werden. Manchmal sind solche Tumoren gutartig, manchmal bösartig. Im zweiten Fall handelt es sich fast immer um Tochtergeschwülste von Krebstumoren in anderen Körperregionen wie Brust- oder Lungenkrebs.

Rückenschmerzen: Wann müssen Sie zum Arzt?

Rückenschmerzen sind nicht immer das Anzeichen einer mehr oder weniger starken Erkrankung, die einen Arztbesuch erfordert. Oft stecken zum Beispiel nur mangelnde Bewegung oder ungünstige Körperhaltungen hinter den Beschwerden. In folgenden Fällen sollten Sie aber sicherheitshalber zum Arzt gehen:

  • untypische Rückenschmerzen
  • anhaltende Rückenschmerzen
  • zunehmende Rückenschmerzen

Rückenschmerzen: Was macht der Arzt?

Bevor mit einer Behandlung begonnen werden kann, bedarf es zunächst einer genauen Diagnose. Um Ursache und Schweregrad von Rückenschmerzen zu ergründen, wird der Arzt den Patienten als Erstes zu seiner Krankengeschichte (Anamnese) befragen. Dabei geht es unter anderem um folgende Informationen:

  • Wo treten die Rückenschmerzen auf?
  • Strahlen die Rückenschmerzen in andere Körperregionen aus (zum Beispiel zu den Flanken hin)?
  • Wie lange dauert die aktuelle Schmerzepisode bereits an?
  • Gab es frühere Episoden von Rückenschmerzen? Wie war der Verlauf der Schmerzen?
  • Gibt es bestimmte Auslöser der Rückenschmerzen sowie Faktoren, welche die Schmerzen lindern oder verstärken (wie Wärme, Kälte, Bewegungen etc.)?
  • Wie wurden die Rückenschmerzen bisher behandelt? Waren die Maßnahmen erfolgreich? Traten Nebenwirkungen auf?
  • Wie sieht der (tages-)zeitliche Verlauf der Rückenschmerzen aus?
  • Wie stark sind die Rückenschmerzen? Beeinträchtigen sie tägliche Verrichtungen?
  • Gibt es Begleitbeschwerden oder Begleiterkrankungen seelischer oder körperlicher Natur?

Außerdem wird sich der Arzt nach der Einstellung des Patienten zu seinen Rückenschmerzen, seinem Schmerzverhalten sowie nach eventuellen psychosozialen Risikofaktoren wie Stress, Konflikten am Arbeitsplatz oder Neigung zu Depressionen erkundigen.

Untersuchungen beim Arzt

Nach dem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten kann der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen, um den Ursachen von Rückenschmerzen auf den Grund zu gehen.

  • Körperliche Untersuchung: Der Anblick des typischen Hautausschlages reicht meist aus, um Gürtelrose (Herpes zoster) als Ursache von Rückenschmerzen zu entlarven. Auch Fehl- oder Schonhaltungen geben oft bereits einen wichtigen Hinweis auf die Ursache der Rückenschmerzen.
  • Orthopädische Untersuchung: Sie ist zur näheren Abklärung von Kreuzschmerzen (Hexenschuss, Lumbago) angezeigt.
  • Blutuntersuchung: Die Messung verschiedener Blutwerte kann zum Beispiel Hinweise auf eine Wirbelsäulenabnützung, Entzündung (wie Rippenfellentzündung, Prostataentzündung, Nierenbeckenentzündung) oder Herzinfarkt als Auslöser von Rückenschmerzen geben.
  • Harnuntersuchung: Die Analyse einer Urinprobe kann den Verdacht auf eine Erkrankung der Nieren oder eine akute Prostataentzündung ausräumen oder erhärten.
  • Gynäkologische Untersuchung: Sie steht bei schwangeren Frauen an, bei denen Rückenschmerzen Anzeichen für Wehen sein können.
  • Neurologische Untersuchung: Der Funktions- und Leitungszustand von Nervenbahnen wird untersucht, falls ein Bandscheibenvorfall oder eine anders bedingte Einengung von Rückenmark oder Nervenwurzeln hinter den Rückenschmerzen stecken könnte.
  • Elektroneurografie (ENG): Die Untersuchung der Nervenleitung an Armen und/oder Beinen kann Hinweise auf einen Bandscheibenvorfall liefern.
  • Elektromyografie (EMG): Die Messung der elektrischen Aktivität eines Muskels dient ebenfalls zur Abklärung eines Bandscheibenvorfalls als mögliche Ursache von Rückenschmerzen.
  • Ultraschalluntersuchung: Werden die Rückenschmerzen durch eine Nierenbeckenentzündung oder durch Nierensteine verursacht, kann ein Ultraschall (Sonografie) Gewissheit bringen.
  • Ausscheidungs-Urografie: Mit einer Röntgenuntersuchung der ableitenden Harnwege mithilfe eines Kontrastmittels können Nierensteine als Ursache von Rückenschmerzen aufgespürt werden.
  • Magenspiegelung: Eine Gastroskopie wird durchgeführt, wenn die Ursache von Rückenschmerzen möglicherweise in der Speiseröhre liegt (Speiseröhrenentzündung, Speiseröhrenkrampf, Speiseröhreneinriss).
  • Röntgen: Eine einfache Röntgenuntersuchung kann Aufschluss über verschiedene mögliche Ursachen von Rückenschmerzen geben wie etwa Lungenentzündung, Pneumothorax, Wirbelsäulenabnützung, Wirbelsäulenentzündung (Morbus Bechterew) oder Osteoporose.
  • Computertomografie (CT): Sie wird durchgeführt, wenn der Verdacht besteht, dass die Rückenschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall, Wirbelsäulenabnützung, ein Aortenaneurysma, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einen Lungentumor verursacht werden.
  • Magnetresonanztomografie (MRT): Mit dieser auch Kernspintomografie genannten Untersuchung kann dem Verdacht auf Bandscheibenvorfall oder auf Wirbelsäulenentzündung (Morbus Bechterew) nachgegangen werden.
  • Szintigrafie: Bei dieser nuklearmedizinischen Untersuchung wird der Aktivitätszustand verschiedener Gewebe ermittelt, etwa von Knochengewebe (Knochenszintigrafie: bei Verdacht auf Morbus Bechterew) oder von Lungengewebe (Lungenszintigrafie: bei Verdacht auf Lungenembolie).
  • Elektrokardiogramm (EKG): Die elektrische Aktivität des Herzmuskels wird untersucht, wenn als Ursache von Rückenschmerzen eine Herzerkrankung (Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung, Herzbeutelentzündung) vermutet wird.
  • Echokardiografie: Ein Herzultraschall ist angezeigt, wenn eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung für die Rückenschmerzen verantwortlich sein könnte.
  • Herzkatheteruntersuchung: Ein Herzkatheter wird bei Verdacht auf Angina pectoris gelegt.

Die Durchführung einer körperlichen Untersuchung und auch Laboruntersuchungen (Blut, Urin) gehören zum Routineprogramm bei Diagnose von Rückenschmerzen. Dagegen werden radiologische Untersuchungen – also Röntgen, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) – nur bei Verdacht auf spezifische Rückenschmerzen empfohlen. Bei der Erstabklärung von akuten und gleichförmig-chronischen Rückenschmerzen wird bewusst darauf verzichtet: Ein Zuviel an Untersuchungen kann beim Patienten die Angst schüren, dass vielleicht doch eine ernste Ursache hinter den Rückenschmerzen steckt, die nur noch nicht gefunden wurde. Das kann dazu beitragen, dass akute Rückenschmerzen chronisch werden (Chronifizierung).

Auch die anderen sehr speziellen Untersuchungen wie Herzkatheter oder Szintigrafie werden bei Patienten mit Rückenschmerzen nur in bestimmten Verdachtsfällen durchgeführt.

Rückenschmerzen: Das können Sie selbst tun

Bei spezifischen Rückenschmerzen wird der Arzt nach Möglichkeit die Ursache der Beschwerden behandeln, also zum Beispiel den Bandscheibenvorfall, die Lungenentzündung oder die Nierensteine. Je nachdem, kommen dann zum Beispiel Operationen oder Medikamente zum Einsatz.

Die meisten Rückenpatienten haben nicht-spezifische Rückenschmerzen. Hier geht es hauptsächlich darum, die Beschwerden zu lindern (Symptombehandlung). Dabei sind in erster Linie Sie als Patient gefragt: Sie können selbst viel gegen Ihre Rückenschmerzen tun (rückenfreundliches Verhalten, richtige Bewegung, Wärme etc.). Eventuell können Sie auch alternative Heilmethoden versuchen. Seien Sie aber vorsichtig, was die vielen Ratgeber angeht, die vor allem im Internet kursieren. Am besten sprechen Sie eine Methode immer mit einem Arzt ab, bevor Sie sie ausprobieren.

  • Einstellung: Die mentale Einstellung ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor im Bezug auf die körperliche Gesundheit. Ihre Einstellung zu den Rückenschmerzen beeinflusst stark deren Verlauf und die Behandlung. Wer überzeugt ist, sich mit den Schmerzen abfinden zu müssen, oder bei jeder Schmerzwahrnehmung gleich an einen Tumor denkt, wird die Rückenschmerzen nur schwer wieder los werden. Vermeiden Sie daher sowohl Hoffnungslosigkeit als auch Katastrophen-Denken in Bezug auf Ihre Rückenschmerzen.

  • Richtig bücken, heben und tragen: Wie heben Sie einen Wasserkasten hoch? Indem Sie sich mit durchgestreckten Knien nach unten beugen und den Kasten ruckartig hochhieven? Keine gute Idee, denn dabei werden die Bandscheiben keilförmig zusammengequetscht. Diese einseitige Belastung lässt die Bandscheiben auf Dauer schneller altern und porös werden. In der Folge kann sich der Gallertkern der Bandscheiben verschieben und schmerzhaft auf Nervenfasern drücken. Vermeiden können Sie dies, indem Sie zum Hochheben und Abstellen von Lasten immer in die Knie gehen und dabei den Rücken gerade halten. Beim Herumtragen sollten Sie Lasten immer nahe am Körper halten.

  • Rückenfreundlicher Arbeitsplatz: Auch die richtige Gestaltung des Arbeitsplatzes ist wichtig für die Gesundheit. Wenn Sie viel an Schreibtisch und Computer sitzen, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet ist – also so, dass die Arbeit Ihnen nicht mit der Zeit beispielsweise schmerzhafte Verspannungen in Nacken- und Schulterbereich, Schmerzen in Lendenwirbelsäule, Armen und Gelenken oder Sehnenscheidenentzündungen beschert.

  • Keine übertriebene Schonung und Bettruhe! Bei akuten nicht spezifischen Rückenschmerzen versuchen viele Patienten, sich möglichst wenig zu bewegen. Manche legen sich sogar ins Bett. Von beidem raten Experten ab! Wer aus Angst vor den Schmerzen Bewegungen meidet oder Bettruhe einhält, begünstigt ein Chronischwerden (Chronifizierung) der Beschwerden. Stattdessen sollten Sie auch bei akuten nicht-spezifischen Rückenschmerzen Ihre normalen Alltagsaktivitäten beibehalten. Auch ein Spaziergang kann gut tun. Dabei werden die Rückenmuskeln gelockert und die Wirbelgelenke sanft bewegt.

  • Bewegung und Sport: Eine Bewegungstherapie und rückenfreundlicher Sport sind vor allem bei subakuten und chronischen nicht-spezifischen Rückenschmerzen zu empfehlen, nicht aber bei akuten Rückenschmerzen. Der Begriff „rückenfreundlicher Sport“ meint dabei weniger bestimmte Sportarten. Vielmehr kommt es auf die richtige Trainingsdosis, einen gezielten Trainingsaufbau und eine gute Technik an – dann lassen sich mit den unterschiedlichsten Sportarten positive Auswirkungen bei Rückenschmerzen erzielen. Besonders effektiv ist gezieltes Krafttraining zur Stärkung der Tiefenmuskulatur im Rumpfbereich: Je kräftiger Rücken- und Bauchmuskeln sind, desto mehr helfen sie der Wirbelsäule bei ihrer Stützfunktion. So ein starkes Muskelkorsett kann Rückenschmerzen sogar vorbeugen. Lassen Sie sich am besten von einem Sportarzt oder einem Sporttrainer, der Erfahrung mit Rückenschmerz-Patienten hat, beraten!

  • Spezielle Übungen gegen Rückenschmerzen/Rückenschule: Kniebeuge in verschiedenen Varianten, Armheber, Mini-Crunches und mehr  – solche Übungen trainieren besonders Flexibilität, Balance, Kraft und Leistungsfähigkeit des Rückens. Nach Anleitung durch einen erfahrenen Trainer (zum Beispiel in einer Rückenschule) sollten Sie die Übungen regelmäßig zu Hause ausführen – nicht nur zur Linderung von bestehenden Rückenschmerzen. Übungen wie die oben genannten eignen sich generell zur Kräftigung des Rückens und können daher Rückenproblemen auch vorbeugen. Bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen halten Experten eine Rückenschule für sinnvoll, wenn die Beschwerden länger als sechs Wochen anhalten oder immer wiederkehren. Dabei sollte eine Rückenschule mit biopsychosozialem Ansatz gewählt werden: Hier wird der Körper nicht als rein mechanisches Konstrukt betrachtet. Stattdessen berücksichtigt man, dass die Gesundheit (bzw. der Rückenschmerz) auch von psychischen, emotionalen und sozialen Faktoren beeinflusst wird.

  • Entspannungsverfahren: Die Progressive Muskelrelaxation (PMR) empfehlen Experten bei akuten und subakuten nicht-spezifischen Rückenschmerzen, wenn ein großes Risiko besteht, dass die Beschwerden chronisch werden. Die gezielte Entspannung hilft gegen Stress und Anspannung - Faktoren, die bei Rückenschmerzen eine wichtige Rolle spielen. Sind die Schmerzen bereits chronisch, kann eine PMR ebenfalls sinnvoll sein. Es gibt übrigens noch andere Entspannungsverfahren wie Autogenes Training und Meditation. Viele Rückenpatienten haben auch damit positive Erfahrungen gemacht.

  • Ganzheitliche Übungsmethoden: Einen entspannenden Effekt haben auch Yoga, Qi Gong und Tai Ji Quan. Diese ganzheitlichen Übungsmethoden eignen sich auch zur Vorbeugung von Hexenschuss und Bandscheibenvorfall. Bei schmerzhaften Muskelverspannungen aufgrund falscher Bewegungsmuster können Sie es mit der Alexander-Technik oder der Feldenkrais-Methode versuchen: Beide Verfahren helfen Ihnen, sich die ungesunden Bewegungsmuster wieder abzugewöhnen.

  • Wärmebehandlung: Wärmeanwendungen (etwa in Form von Wärmflasche, Wärmepackungen, Moorbädern, Fangopackungen) entspannen die Muskulatur und können bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen Linderung verschaffen. Das gilt auch für akute Beschwerden. Experten empfehlen, die Wärmebehandlung mit Aktivierung (also Bewegung) zu kombinieren. Das kann die Schmerzen deutlich bessern.

  • Naturheilkunde: Kombinationspräparate aus Esche und Zitterpappel können Rückenschmerzen lindern. Bei schmerzhaften Muskelverspannungen hilft eine Creme oder ein Pflaster mit Capsaicin: Der Scharfstoff aus verschiedenen Paprika-Arten wirkt lokal durchblutungsfördernd (und damit erwärmend). In Kombination mit aktivierenden Maßnahmen (Bewegung) kann dies nicht-spezifische Rückenschmerzen lindern. Ist stressbedingte, nervöse Anspannung (mit-)verantwortlich für die Rückenschmerzen, sollten Sie Baldriantee trinken. Er entspannt sowohl den Geist als auch die Muskeln.

  • Aromatherapie: Bei Hexenschuss (Kreuzschmerzen) können Sie die betroffene Stelle mit Kiefern-, Sandelholz- oder Ingweröl einreiben. Das kann helfen, die Beschwerden zu lindern.

  • Homöopathie: Bei akuten Rückenschmerzen empfehlen Homöopathen beispielsweise Aconitum C30 (akuter Hexenschuss nach Kälteeinwirkung), Arnica D12 (Rückenschmerzen nach Überanstrengung oder Verheben) oder Nux vomica C30 (nervöse Anspannung und Verspannungen). Der Homöopath berät Sie hinsichtlich der Auswahl und Dosierung der Präparate.

  • Schüssler-Salze: Ferrum phosphoricum D6 soll akute Rückenschmerzen lindern. Dazu werden die Tabletten in heißem Wasser aufgelöst, das dann schluckweise getrunken wird. Wer häufiger unter Hexenschuss zu leiden hat, kann es mit Calcium floratum D6 versuchen (Einnahme über mehrere Wochen). Zur Dosierung befragen Sie am besten einen Heilpraktiker oder Arzt mit Erfahrung im Bereich der Schüssler-Salze.

  • Bach-Blütentherapie: Wenn hinter den Rückenschmerzen psychische Anspannung steckt, kann die Einnahme von Bach-Blüten helfen: So wird zum Beispiel Rock Water bei mangelnder Flexibilität und starrem Festhalten an Prinzipien empfohlen. Oak wird dagegen angewendet, wenn jemand sehr viel von sich selbst verlangt und nie mit sich zufrieden ist. Die Beratung bei einem Bach-Blüten-Experte hift Ihnen bei der Auswahl der richtigen Pflanzen.

  • Traditionelle Chinesische Medizin: TCM-Experten sehen in Hexenschuss und Bandscheibenvorfall eine Schwäche des Nieren-Qi oder des Nieren-Yang. Mit Akupunktur und Kräuterbehandlung wird deshalb die Niere der Patienten gestärkt. Außerdem können Akupunktur und Moxibustion des Blasenmeridians hilfreich sein. Laut Schulmedizin kann eine Akupunktur bei chronischen nicht-spezifischen Rückenschmerzen versucht werden sowie in bestimmten Fällen von akuten nicht-spezifischen Beschwerden (etwa wenn schulmedizinische Behandlungen nicht helfen).

  • Ayurveda: Kreuzschmerzen (Hexenschuss, Lumbago) sind aus der Sicht eines Ayurveda-Experten als Überschuss an Vata anzusehen. Vata-reduzierende Ölmassagen und Kräuteröleinläufe sollen hier schnell Abhilfe schaffen.

  • Rückenfreundliche Ernährung: Knochen, Gelenke, Muskeln und Bandscheiben brauchen viele Nährstoffe, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Achten Sie daher auf eine ausreichende Versorgung mit essenziellen Fettsäuren, Kalzium, Fluorid, den Vitaminen C, D und E sowie B-Vitaminen, Magnesium, Bor, Selen und Zink. Das fördert nicht nur den Rücken, sondern allgemein die Gesundheit.

  • Viel trinken: Die Nährstoffversorgung der Bandscheiben klappt nur mit viel Flüssigkeit. Nur so bleiben die kleinen Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern gesund und elastisch. Außerdem belegen Studien, wie wichtig ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei Rückenschmerzen ist: Wer etwa zwei Liter Wasser am Tag trinkt, kann seine Schmerzen damit oftmals lindern.

Es gibt auch Methoden, die sich aus der Sicht von Experten nicht zur Behandlung bestimmter Rückenschmerzen eignen. So wird zum Beispiel bei nicht-spezifischen Rückenbeschwerden von Kältebehandlung, Magnetfeldtherapie und Kinesio-Taping abgeraten. Bei akuten nicht-spezifischen Rückenschmerzen sollten Patienten sowohl auf eine Massage als auch eine Ergotherapie verzichten.

Medikamente gegen Rückenschmerzen

Bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen kann jede körperliche Aktivität schmerzhaft sein. Bei akuten Beschwerden möchten sich viele Patienten deshalb möglichst wenig bewegen. Bei subakuten und chronischen nicht-spezifischen Rückenschmerzen verweigern manche Betroffene schmerzbedingt eine Bewegungs- und Sporttherapie, die ihnen vom Arzt empfohlen wird.

In solchen Fällen können Medikamente sinnvoll sein: Sie lindern die Rückenschmerzen so weit, dass körperliche Aktivität wieder möglich sind. Mit der Zeit soll und kann die Dosis der Medikamente verringert werden: Mit steigendem Trainingszustand brauchen Patienten meist weniger Medikamente, um sich (nahezu) schmerzfrei zu bewegen. Der Arzt wird jedem Patienten genaue Anweisungen geben, wann ein Medikament in welcher Dosierung und über welchen Zeitraum angewendet werden kann. Patienten sollten sich an diese Anweisungen halten, um Nebenwirkungen oder Gewöhnungseffekte zu vermeiden.

Auch bei spezifischen Rückenschmerzen kann eine Schmerztherapie sinnvoll und notwendig sein. Meist wird sie nur kurzzeitig durchgeführt.

Prinzipiell stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Linderung von Rückenschmerzen zur Verfügung. Von der Art und Stärke der Beschwerden hängt es ab, welches Präparat im Einzelfall am besten geeignet ist:

  • herkömmliche Schmerzmittel (Analgetika) wie Ibuprofen oder Diclofenac
  • sehr starke Schmerzmittel aus der Gruppe der Opiate, auch Opioide genannt (Opioide Analgetika). Bei starken Rückenschmerzen, etwa nach einem Bandscheibenvorfall stellen sie oftmals die erste Hilfe dar, um eine Beweglichkeit des Patienten wieder zu ermöglichen. 
  • muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien): nicht empfohlen bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen
  • bestimmte Antidepressiva, z.B. bei chronischen nicht-spezifischen Rückenschmerzen, wenn der Patienten gleichzeitig unter einer Depression oder Schlafstörung leidet

Diese Medikamente sind zum Teil rezeptpflichtig, müssen also vom Arzt verschrieben werden. Unter den Schmerzmitteln gibt es aber Präparate, die ohne Rezept erhältlich sind (etwa mit schmerzstillenden Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure). Trotzdem sollten Sie deren Anwendung und mögliche Nebenwirkungen vorab mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Zur Linderung von Rückenschmerzen werden auch pflanzliche Präparate angeboten. So kann etwa bei chronischen nicht-spezifischen Rückenschmerzen die Einnahme von Weidenrinde-Extrakten (Kapseln, Tabletten etc.) helfen - in Kombination mit aktivierenden Maßnahmen (wie Bewegungstherapie).

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