Blut im Stuhl

Marian Grosser

Marian Grosser studierte in München Humanmedizin. Daneben hat der vielfach interessierte Arzt einige spannende Abstecher gewagt: ein Philosophie- und Kunstgeschichtestudium, Tätigkeiten beim Radio und schließlich auch für Netdoktor.

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Blut im Stuhl löst schnell Angst aus. Doch es steckt nicht immer gleich Darmkrebs dahinter. Meist sind vergleichsweise harmlose Erkrankungen wie Magen-Darm-Infekte, Darmpolypen oder Hämorrhoiden die Ursache. Auch Magengeschwüre und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen lösen oft blutigen Stuhl aus. In jedem Fall gilt: Blut im Stuhl sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Im Folgenden erfahren Sie alles Wichtige zum Symptom „Blut im Stuhl“.

Blut im Stuhl

Kurzübersicht

  • Beschreibung: Rotes Blut im Stuhl (Hämatochezie) weist meist auf eine Blutungsquelle im mittleren oder unteren Magen-Darm-Trakt hin. Schwarzes Blut im Stuhl (Teerstuhl, Meläna) signalisiert meist eine Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt (zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm).
  • Ursachen: Blutungen im Verdauungstrakt unterschiedlicher Ursache, z.B. Magen-Darm-Geschwür, chronisches Sodbrennen, Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen), Schleimhautschäden durch Medikamente (wie ASS) oder heftiges Erbrechen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Darmpolypen, Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulose), die sich entzünden können (Divertikulitis), Infektionen, Gefäßverschluss im Darm (Mesenterialinfarkt), Hämorrhoiden, Tumoren (wie Magenkrebs, Darmkrebs).
  • Wann zum Arzt? Immer, um ernsthafte Erkrankungen als Ursache auszuschließen. Das gilt vor allem, wenn weitere Symptome hinzukommen wie Magen- oder Bauchschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang, Übelkeit und Erbrechen, anhaltende Abgeschlagenheit oder Müdigkeit, deutlicher Gewichtsverlust in kurzer Zeit und/oder Nachtschweiß.
  • Diagnose:Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), körperliche Untersuchung, Magenspiegelung, Darmspiegelung (evtl. nur Enddarmspiegelung = Rektoskopie), Doppelballon-Enteroskopie, Videokapselendoskopie, Ultraschall, nuklearmedizinische Verfahren, selektive Arteriografie, Blut- und Stuhluntersuchung
  • Behandlung: Akute Blutungen werden gestoppt (etwa mittels Veröden, Gummibandligatur oder Adrenalin-Injektion). Bei hohem Blutverlust sind Blutersatzstoffe, in schweren Fällen Bluttransfusionen nötig. Darüber hinaus wird nach Möglichkeit die Ursache (Magengeschwür, Morbus Crohn, Hämorrhoiden etc.) entsprechend behandelt, um eine erneute Blutung zu verhindern.

Blut im Stuhl: Ursachen und mögliche Erkrankungen

Ein blutiger Stuhl ist ein Anzeichen für Blutungen im Verdauungstrakt. Die Blutungsquelle kann im Mund-Rachen-Raum, in der Speiseröhre, in Magen, Dünn- oder Dickdarm oder im Afterbereich liegen.

Blutungen im oberen Verdauungstrakt

Stammt das Blut im Stuhl aus dem oberen Verdauungstrakt, kommen folgende Ursachen in Betracht:

  • Magen-Darm-Geschwüre: Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür sind die häufigste Ursache für Blutungen im oberen Verdauungstrakt. Ihr Auslöser ist oft eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori.
  • Medikamente: Verschiedene Arzneimittel können bei längerer Einnahme Blutungen im oberen Verdauungstrakt auslösen, beispielsweise das Schmerz- und Fiebermittel Acetylsalicylsäure (ASS).
  • chronisches Sodbrennen: Wenn wiederholt aggressive Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt, kann deren Schleimhaut sich entzündung (Speiseröhrenentzündung oder Refluxösophagitis). Die angegriffene Schleimhaut kann in der Folge zu bluten beginnen.
  • Lebererkrankungen: Verschiedene Erkrankungen der Leber bewirken eine Umleitung des venösen Blutflusses, wodurch sich Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) bilden können. Diese reißen leicht, was mit lebensbedrohlichen Blutungen verbunden sein kann.
  • heftiges Erbrechen: Dabei kann die Schleimhaut zwischen Magen und Speiseröhre einreißen. Mediziner sprechen hier vom Mallory-Weiss-Syndrom. Es tritt oft bei Alkoholikern mit vorgeschädigter Schleimhaut auf.
  • Magenkrebs: Ein bösartiger Tumor im Magen kann ebenfalls der Grund für Blut im Stuhl verursachen.

Blutungen im mittleren und unteren Verdauungstrakt

Verschiedene Erkrankungen, die den mittleren und unteren Verdauungstrakt betreffen, können ebenfalls Blut im Stuhl verursachen. Dazu zählen:

  • Tumoren im Dünn- oder Dickdarm: Sie sind die häufigste Ursache für Blutungen im mittleren und unteren Verdauungstrakt. Allerdings müssen diese Tumoren nicht unbedingt bösartig (Darmkrebs) sein. Es gibt auch gutartige Wucherungen im Darm, die für Blut im Stuhl verantwortlich sein können.
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Vor allem bei jüngeren Menschen kann Blut im Stuhl durch Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa verursacht werden. Während bei Letzterer nur Dick- und Enddarm betroffen sind, kann Morbus Crohn Entzündungen im gesamten Verdauungstrakt auslösen. Die genauen Ursachen beider Erkrankungen sind nicht bekannt.
  • Darmpolypen: Das sind überwiegend gutartige Schleimhautvorwölbungen des Dickdarms. Sie machen meist keine Beschwerden, können aber bei zunehmender Größe zu bluten beginnen. Zudem können sie sich zur Vorstufe von Darmkrebs entwickeln. Daher entfernt man Darmpolypen ab einer gewissen Größe meistens. Nach einem solchen Eingriff können Nachblutungen auftreten.
  • Divertikel: Darmdivertikel sind Ausstülpungen der Darmwand (meist im Dickdarm). Das Krankheitsbild wird Divertikulose genannt und ist recht verbreitet. Wenn sich die Divertikel entzünden (Divertikulitis), können sie zu bluten beginnen.
  • Infektionen: Von der gewöhnlichen Magen-Darm-Grippe bis zu schwerwiegenderen Erkrankungen wie Typhus oder Bakterienruhr können verschiedene Infektionen für Blut im Stuhl sorgen. Meist tritt zugleich Durchfall auf.
  • Pseudomembranöse Kolitis: Das ist eine Form von Dickdarmentzündung, die durch eine übermäßige Vermehrung bestimmter Darmbakterien (Clostridium difficile) verursacht wird. Auslöser ist meist eine längere Antibiotika-Therapie. Typische Symptome der Erkrankung sind starke Bauchschmerzen und Durchfälle, oft mit Blut im Stuhl.
  • Hämorrhoiden: Das schwammartige, gut durchblutete Gefäßpolster am After kann krankhaft vergrößert sein (Hämorrhoidalleiden) und so beim Stuhlgang leicht aufreißen. Dann findet man frisches, meist hellrotes Blut auf dem Stuhl.
  • Mesenterialinfarkt: Darunter versteht man den akuten Verschluss eines Darmgefäßes. Betroffen sind meist ältere Menschen. Im Verlauf des Krankheitsgeschehens kann Blut im Stuhl auftreten.

Blut im Stuhl: Wann müssen Sie zum Arzt?

Wenn Sie Blut im Stuhl bemerken, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Meistens stoppt die Blutung zwar von selbst und auch die Ursachen sind oft harmlos. Dennoch sollten Sie unbedingt abklären lassen, aus welcher Quelle das Blut stammt und ob eventuell eine ernstere Erkrankung dahinter steckt. Das gilt besonders dann, wenn weitere Symptome hinzukommen wie:

Hinweis: Blutungen im Verdauungstrakt können langfristig zu einer Blutarmut (Anämie) führen, die in jedem Fall ärztlich behandelt werden muss.

Blut im Stuhl: So erkennen Sie es

Blut im Stuhl zeigt an, dass irgendwo im Verdauungstrakt Blut austritt, das sich mit dem Stuhl vermischt hat. Farbe und Beschaffenheit des Blutes können bereits auf die Blutungsquelle hinweisen. So ist Blut im Stuhl nicht zwingend hell- oder dunkelrot, es kann auch schwarz sein. Wie genau das Blut aussieht, hängt davon ab, wie stark die Blutung im Verdauungstrakt ist und ob das Blut mit Magensäure oder Bakterien in Kontakt gekommen ist oder nicht.

Der Magen-Darm-Trakt:

Rotes Blut im Stuhl (Hämatochezie)

Hell- oder dunkelrotes Blut, entweder dem Stuhl beigemischt oder streifenförmig aufgelagert, ist relativ frisch. Man nennt diese Art von Blut im Stuhl Hämatochezie. Die Blutungsquelle liegt meist im mittleren oder unteren Teil des Magen-Darm-Trakts (Gastrointestinaltrakt, GI-Trakt), da das Blut weder von Magensäure noch von Bakterien zersetzt und infolge dessen verfärbt worden ist.

Ist der Stuhl gleichmäßig dunkelrot gefärbt, kann dies auf eine stärkere Blutung im Dickdarm hindeuten. Schwächere Blutungen hinterlassen eher geleeartige Spuren im Stuhl.

Hellrote Streifen können wiederum auf eine frische Blutung im Enddarm hinweisen, wie sie etwa für Hämorrhoiden typisch ist.

Schwarzes Blut im Stuhl (Meläna, Teerstuhl)

Ist der Stuhl schwarz und glänzend, spricht man vom sogenannten Teerstuhl (Meläna). Dieser weist meist auf eine Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt hin, zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm. Denn dort kommt das Blut in Kontakt mit Magensäure, die das Hämoglobin im Blut zu Hämatin zersetzt und so den Stuhl schwarz färbt. Leiden die Betroffenen zusätzlich unter Erbrechen, ist auch das Erbrochene kaffeesatzartig schwarz. Verantwortlich für Blutungen im oberen Verdauungstrakt sind oft Magengeschwüre.

Neben der Magensäure können auch Darmbakterien bei längerem Kontakt das Hämoglobin im Blut in Hämatin verwandeln. Deshalb können bei einer verlangsamten Darmpassage auch tiefer gelegene Blutungen zu Meläna führen.

Unter bestimmten Umständen kann eine Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt auch zu rotem (statt schwarzem) Blut im Stuhl führen, also zu einer Hämatochezie. Das kann etwa der Fall sein, wenn durch Medikamente wenig Magensäure produziert wird oder sehr viel Blut austritt, das den Darm schnell passiert.

Okkultes Blut im Stuhl

Ist zwar Blut im Stuhl vorhanden, jedoch nicht mit bloßem Auge sichtbar, spricht man von okkultem Blut im Stuhl. Meist wird dies zufällig bei einer Grunduntersuchung entdeckt oder auf Verdacht bei bekannten Schleimhautschäden im Verdauungstrakt.

Nachweisen lässt sich okkultes Blut im Stuhl mit einem guajakbasierten Stuhlbluttest (Hämoccult-Test), der auch auf kleinste Blutmengen reagiert.

Mögliche Verwechslungen mit Blut im Stuhl

Einige Nahrungsmittel können den Stuhl verfärben und so Blut im Stuhl vortäuschen. Rote Rüben etwa hinterlassen dunkelrote Spuren im Stuhl, was schnell mit Hämatochezie verwechselt werden kann. Heidelbeeren und Lakritz dagegen färben den Stuhl schwarz, ähnlich wie bei Meläna.

Auch Medikamente wie Kohle- und Eisentabletten können zu schwarzem Stuhl führen.

Blut im Stuhl: Was macht der Arzt?

Für den Arzt geht es zuallererst darum, die Ursache für das Blut im Stuhl zu ermitteln. Fragen zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) können erste wichtige Hinweise auf die Blutungsquelle liefern. Beispielsweise fragt der Arzt den Patienten, ob er schon früher einmal Blut im Stuhl hatte und ob eine Vorerkrankung bekannt ist (wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Hämorrhoiden, Magengeschwür etc.). Zudem kann sich der Mediziner nach dem Alkoholkonsum des Patienten erkundigen (Alkoholismus als Risikofaktor für Magen-Darm-Blutungen).

Nach dem Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Darüber hinaus können weitere Untersuchungen helfen, die Blutungsquelle orten. Eine der wichtigsten ist die Magen-Darmspiegelung. Je nach Bedarf können auch andere Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Magen-Darmspiegelung: Bei der Magenspiegelung (Gastroskopie) wird ein flexibler Schlauch mit eingebauter Optik (Endoskop) über den Mund bis in den Magen geschoben, um Spieseröhre, Magenwand und den oberen Teil des ersten Dünndarm-Abschnitts (Zwölffingerdarm) von innen zu begutachten. Bei der Darmspiegelung (Koloskopie) wird das Endoskop durch den Anus in den Enddarm und weiter in den Dickdarm eingeführt. Mit dieser Methode lassen sich viele mögliche Blutungsquellen identifizieren wie etwa Ösophagusvarizen, Geschwüre, chronische Entzündungen, Divertikel, Darmpolypen und andere Wucherungen.
  • Rektoskopie: Vermutet der Arzt Hämorrhoiden als Ursache für das Blut im Stuhl, reicht eine Spiegelung des Mastdarms aus (Rektoskopie).
  • Doppelballon-Enteroskopie (DBE): Mit dieser Form von Endoskopie kann der Arzt den Dünndarm untersuchen. Dazu führt er ein Endoskop ein, an dem zwei kleine Ballons befestigt sind. Diese pumpt der Mediziner abwechselnd auf, sodass sich das lange Endoskop in den Dünndarm vorarbeiten kann. Die Untersuchung wird meist in zwei Schritten durchgeführt: Zunächst untersucht der Mediziner den oberen Teil des Dünndarms über den Mund, anschließend den unteren Teil über den Anus.
  • Videokapselendoskopie: Für diese spezielle endoskopische Untersuchung schluckt der Patient eine Minikamera. Während diese den Verdauungstrakt passiert, macht sie in kurzen Zeitabständen Aufnahmen vom Inneren (besonders vom Dünndarm). Die Methode ist völlig schmerzfrei, allerdings zeitaufwändig. Zudem kann die Blutungsquelle damit nicht eindeutig lokalisiert werden.
  • Ultraschalluntersuchung: Mittels Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke kann der Arzt oftmals einen Verschluss eines Darmgefäßes (Mesenterialinfarkte) als Ursache für das Blut im Stuhl identifizieren.
  • nuklearmedizinische Verfahren und selektive Arteriografie: Bei diesen Untersuchungsmethoden können Gefäße mithilfe von Kontrastmitteln genauer dargestellt werden, um so aktive Blutungen nachzuweisen.
  • Stuhl- und Blutproben: Damit lassen sich zum Beispiel Infektionen als Auslöser für das Blut im Stuhl identifizieren.

So behandelt der Arzt

Hinweis: Bei einer akuten Blutung im Gastrointestinaltrakt mit starkem Blutverlust muss das verlorene Blut schnellstmöglich ersetzt werden. Anderenfalls kann es im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen hypovolämischen Schock kommen. Zur Erstbehandlung werden die Patienten flach gelagert. Über eine Nasensonde erhalten sie Sauerstoff. Blutersatzmittel füllen das fehlende Volumen im Blutkreislauf wieder auf. Bei größerem Blutverlust erhalten die Betroffenen Bluttransfusionen.

Die weitere Behandlung richtet sich nach der Ursache der Blutung. Primär gilt es natürlich, die aktive Blutung zu stoppen. Außerdem sollten wiederkehrende Blutungen verhindert werden, indem die Ursache bekämpft wird.

Um eine aktive Blutung im Verdauungstrakt zu stoppen, stehen in erster Linie verschiedene endoskopische Verfahren zu Wahl. Praktisch ist hierbei, dass eine mit Hilfe von Magen- oder Darmspiegelung entdeckte Blutungsquelle noch während der Untersuchung gleich behandelt werden kann. Dazu stehen dem Arzt verschiedene Möglichkeiten offen:

  • So kann die blutende Stelle zum Beispiel mit einem Hämoclip verschlossen werden. Das ist eine Art Klammer, die das verletzte Gefäß zusammenpresst.
  • Alternativ kann der Blutungsherd mit einer Adrenalinlösung unterspritzt werden. Dies bewirkt, dass sich die Gefäße an der entsprechenden Stelle zusammenziehen. Auch sogenannte Fibrinkleber können gespritzt werden.
  • Manchmal wird eine blutende Stelle per Laser veröden.
  • In anderen Fällen wird die Blutungsquelle minimalchirurgisch umstochen.
  • Haben Ösophagusvarizen oder Hämorrhoiden die Blutung ausgelöst, nutzen Mediziner häufig die Gummibandligatur. Dabei werden die betroffenen Gefäße mit einem Gummiband abgeschnürt werden, sodass sie absterben.

Ist die Blutung gestillt, gilt es, die Ursache zu behandeln, um eine erneute Blutung zu vermeiden. Einige Beispiel:

  • Da Magengeschwüre oft durch eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter bedingt sind, erhalten die Patienten meist Antibiotika. Zudem werden oft Magensäure-hemmende Medikamente wie Protonenpumpenhemmer (PPI) eingesetzt, um die angegriffene Magenschleimhaut vor weiteren Schäden zu schützen.
  • Ösophagusvarizen entstehen, wenn der Druck in der Pfortader (bringt das Blut aus den Bauchorganen zur Leber) erhöht ist (Pfortaderhochdruck). Die Betroffenen werden deshalb unter anderem mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt.
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen werden mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Glukokortikoiden ("Kortison") behandelt.
  • Bei entzündeten Darmausstülpungen (Divertikulitis) verschreibt der Arzt oft Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente. In schweren Fällen kann eine Operation nötig sein: Dabei wird der erkrankte Darmabschntit entfernt.
  • Auch Darmpolypen werden in der Regel chirurgisch entfernt.
  • Bei bösartigen Erkrankungen wie Darmkrebs kommen vor allem Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie als Therapieoptionen in Frage.

Blut im Stuhl: Das können Sie selbst tun

Wenn Sie Blut im Stuhl bemerken, sollten Sie immer einen Arzt konsultieren, um die Ursache schnell abzuklären. Auch die Behandlung ist Sache des Mediziners. Unter Umständen können Sie die Therapie aber unterstützen. Wenn Sie etwa ein akutes Magengeschwür haben, sollten Sie möglichst alles meiden, was die Magenschleimhaut noch weiter reizt. Das zählen beispielsweise Kaffee, Nikotin, Alkohol, scharfe Gewürze und Stress. Fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie die schulmedizinische Behandlung unterstützen können.

Darüber hinaus kann man viel tun, um einer (erneuten) Blutung im Magen-Darm-Trakt - und damit Blut im Stuhl - vorzubeugen. Einen großen Einfluss hat die Ernährung. Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, können Sie Ihr persönliches Risiko für Blutungen im Gastrointestinaltrakt senken:

  • Verzehren Sie regelmäßig Obst und Gemüse und essen Sie weniger Fleisch.Damit wirken Sie Magen- und Darmkrebs sowie Divertikeln entgegen.
  • Der regelmäßige Verzehr von Ballaststoffen ist ebenfalls empfehlenswert.
  • Fettreiche Nahrung sollten Sie dagegen meiden, denn sie führt häufig zu einem Überschuss an Magensäure, der wiederum Sodbrennen und Geschwüre auslösen kann.
  • Aus dem gleichen Grund sollten Sie auch auf Alkohol und Nikotin verzichten.

Neben der Ernährung spielen auch psychische Faktoren eine Rolle: Durch das Vermeiden von chronischem Stress kann man ebenfalls Magen-Darm-Blutungen und damit Blut im Stuhl vorbeugen.

Weiterführende Informationen

Leitlinien:

  • Leitlinie "" der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (2017)
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