Homosexualität

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Bin ich homosexuell? Diese Frage stellen sich viele, die sich zu gleichgeschlechtlichen Menschen hingezogen fühlen. Homosexualität ist eine sexuelle Ausrichtung, bei der Männer Männer oder Frauen Frauen lieben. Das ist völlig normal und keine Krankheit – trotzdem kämpfen Homosexuelle noch immer gegen Vorurteile. Erst seit Kurzem dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten und erhalten damit dieselben Rechte, wie alle anderen Paare. Was bedeutet es homosexuell zu sein? Woran erkennen Sie, ob Sie gleichgeschlechtliche Partner bevorzugen? Und gibt es einen Grund, warum man homosexuell ist?

Homosexuelles Paar

Homosexualität: Definition

Was ist Homosexualität? Homosexualität bedeutet, dass sich Frauen und Männer gleichgeschlechtlich ausrichten und ihr sexuelles Interesse vorwiegend auf das eigene Geschlecht konzentrieren. Als lesbisch werden Frauen bezeichnet, die eine Vorliebe für andere Frauen haben. Männer, die sich zu Männern hingezogen fühlen, nennt man schwul. Wenn eine Person sowohl Männer, als auch Frauen begehrt, spricht man von Bisexualität.

Homosexuelle Fantasien, Aktivitäten und Erfahrungen in der Kindheit und Jugend gehören zur normalen sexuellen Entwicklung eines Menschen. Und auch später hat jeder Mensch gewisse homosexuelle Tendenzen. Deshalb ist es schwierig, eine eindeutige Definition zu finden, ab wann eine Person homosexuell ist.

Reichen homosexuelle Fantasien bereits aus? Manche haben gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte, aber bevorzugen eigentlich das andere Geschlecht. Sie sind trotz gleichgeschlechtlichem Sex noch lange nicht schwul oder lesbisch. Andere wissen lange Zeit nicht, dass sie eine sexuelle Zuneigung zum eigenen Geschlecht empfinden. Eine eindeutige Definition, wann man homosexuell ist, gibt es also nicht.

Geben Sie sich Zeit, um herauszufinden, zu welchem Geschlecht Sie sich auf Dauer deutlich mehr oder ausschließlich hingezogen fühlen. Die Selbsterkenntnis ist ein langer Prozess und die Grenzen sind fließend.

Homosexualität: Ursachen

Wie entsteht Homosexualität? Die Frage nach der Ursache ist nicht unproblematisch. Sie vermittelt nach wie vor den Eindruck, dass sexuelle Vielfalt nicht akzeptiert, sondern als widernatürliches Phänomen erforscht wird.

Es gibt bis heute noch keine eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse, wie Homosexualität entsteht. Aber es gibt verschiedene Theorien als Erklärungsmodelle zur Homosexualität. Ursachen könnten zum einen genetisch bedingt sein. Einige Experten gehen davon aus, dass die Anlagen zur gleichgeschlechtlichen sexuellen Ausrichtung vererbt werden.

Andere sehen die Gründe für die Homosexualität in der individuellen Entwicklungsgeschichte eines Menschen, besonders in frühen und prägenden Phasen wie der Pubertät. Viele Experten nehmen heutzutage an, dass hierbei biologische, psychologische und soziale Faktoren zusammenspielen, wie auch in anderen Bereichen unserer Entwicklung. Fest steht, dass man seine sexuelle Orientierung nicht frei wählt, sondern diese früh im Menschen veranlagt ist.

Manche Menschen entwickeln aufgrund einer besonderen sozialen Situation, etwa im Gefängnis, eine homosexuelle Neigung. Man nennt sie Pseudo-Homosexuelle. Denn eigentlich haben sie gar kein gesteigertes Interesse am eigenen Geschlecht, nur in der aktuellen Situation keine andere Möglichkeit. Ihr sexuelles Verlangen ändert sich meistens wieder, wenn sie die Möglichkeit heterosexueller Aktivitäten bekommen.

Manche Männer oder Frauen wählen auch gleichgeschlechtliche Sexualpartner, ohne wirklich homosexuell zu sein. Gründe dafür sind, dass sie Angst vor starken Andersgeschlechtlichen haben oder sexuelle Frustrationen mit diesen erlebt haben.

Homosexuelle Partnerschaften

Wie funktioniert eine gleichgeschlechtliche Beziehung eigentlich? Gefühle, Zuneigung, Verliebtsein – das alles unterscheidet sich überhaupt nicht zwischen homosexuellen und heterosexuellen Paaren. Viele Heterosexuelle haben Vorurteile, was die Praxis homosexueller Erotik betrifft. Dabei sind homosexuelle Partnerschaften auch hier mit heterosexuellen vergleichbar.

Die sexuelle Wirklichkeit von Schwulen und Lesben ist meist differenzierter, als angenommen wird. Das Vorurteil, das homosexuelle Männer immer Analverkehr betreiben, ist falsch. Wie bei Heterosexuellen ist ein Schwerpunkt homoerotischer Aktivität der körperliche Ausdruck von Zärtlichkeit.

Homosexualität und Gesellschaft

In der Regel akzeptiert die Gesellschaft in Deutschland schwule und lesbische Partnerschaften. Homosexuelle Paare dürfen seit dem 01. Oktober 2017 heiraten. Davor konnten gleichgeschlechtliche Paare nur eine Lebenspartnerschaft eingehen. Diese Änderung ermöglicht homosexuellen Paaren nun auch Kinder zu adoptieren. Dieses Recht wurde Ihnen bisher vorenthalten. Paare, die in einer Lebenspartnerschaft sind, können nun beim Standesamt eine Eheschließung anfordern.

Trotz der Fortschritte müssen Homosexuelle noch immer gegen Vorurteile kämpfen. Bis heute werden Homosexuelle oftmals gezielt abgewertet, in andern Ländern auch verfolgt oder sogar mit dem Tod bestraft. Es ist auch noch nicht lange her, dass Homosexuelle Medikamente und Therapien erhalten haben, weil sie als krank angesehen wurden. Die Idee von Mann und Frau ist in vielen Köpfen starr verankert. Viele Betroffene trauen sich daher nicht, ihre sexuelle Orientierung öffentlich zu zeigen („Coming-out“).

Die eigene Identität zu verleugnen, erzeugt bei den Betroffenen einen hohen Leidensdruck. Homosexuelle sind auch gefährdet, eine psychische Störung zu entwickeln. Nicht die Homosexualität an sich erzeugt die psychische Beeinträchtigung, sondern die Abwertung der Gesellschaft. Vor allem jüngere Homosexuelle haben ein dreifach erhöhtes Risiko, Selbstmord zu begehen. Viele werden in der Schule gemobbt und schikaniert. Hilfe und Beratung bekommt man bei unterschiedlichen Einrichtungen, etwa bei .

Sexualwissenschaftler sehen die gleichgeschlechtliche Liebe heute nicht mehr als behandlungsbedürftige sexuelle Abweichung. Homosexualität gibt es auch in der Natur, zum Beispiel bei Säugetieren oder Vögeln. Sie ist also eine durchaus natürliche Ausdrucksform der Sexualität und wie man in der Geschichte sehen kann, gibt es Homosexualität bereits seit Tausenden von Jahren.

Homosexualität in der Geschichte

Ob eine Gesellschaft Homosexualität als natürlich oder abnormal bewertet, hängt von ihren kulturellen Normen ab. In der Geschichte hat sich Homosexualität in verschiedenen Entwicklungsepochen und Kulturen auf sehr unterschiedliche Weise ausgeprägt. Im antiken Griechenland wurden Liebesbeziehungen zwischen Männern toleriert. 378 vor Christus gab es in Griechenland sogar eine Militärgruppe, die nur aus schwulen Paaren bestand.

Über lesbische Beziehungen gibt es hingegen kaum Aufzeichnungen in der Geschichte. Danach waren die Zeiten für Homosexuelle lange düster. Im Mittelalter wurden sie verbrannt und in der Zeit des Nationalsozialismus kastriert und umgebracht. Im Juni 1994 wurde in Deutschland der Paragraph 175 abgeschafft, der besagte, dass Beziehungen unter Männern eine Straftat darstellen. Religiöse und ideologische Standpunkte der jeweiligen Zeit bestimmten also die Haltung der Gesellschaft zur Homosexualität.

In Deutschland gibt es mittlerweile eine vielfältige Lesben- und Schwulenszene. Jede deutsche Großstadt hat Lesben- und Schwulenzentren mit zahlreichen Gruppen und Treffpunkten. Auch existieren Beratungsstellen für Homosexuelle, Lesben- und Schwulenkneipen, Gruppen für künstlerische Aktivitäten oder Diskotheken.

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