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Nachgeburt

Auf die Geburt des Kindes folgt die so genannte Nachgeburt: Durch Nachgeburtswehen verkleinert sich die Gebärmutter, so dass die Plazenta sich vollständig aus der Gebärmutter lösen und ausgeschieden werden kann. Erst nach der Geburt des Mutterkuchens ist die eigentliche Geburt abgeschlossen. Erfahren Sie im Folgenden mehr über die Nachgeburt!

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Nachgeburtsperiode

Um die Nachgeburt, die Plazenta, nach der Geburt des Kindes auszustoßen, werden aus der Plazenta Prostaglandine ausgeschüttet: Diese Gewebshormone bewirken starke Kontraktionen der Gebärmutter, die sogenannten Nachwehen. Sie kommen unregelmäßig und sind deutlich schwächer als Geburtswehen. Ihr Zweck ist die Verkleinerung der inneren Oberfläche der Gebärmutter, sodass sich die Plazenta ablösen kann. Sie wird dann zusammen mit ungefähr 300 Millilitern Blut ausgeschieden. Die starke Kontraktion der Gebärmutter in dieser Phase trägt zudem zur Blutstillung bei.

Die Nachgeburtsperiode dauert im Normalfall zehn bis 30 Minuten. Während dieser Zeit bleibt die Mutter zur Überwachung im Kreißsaal.

Hormonelle Unterstützung

Die Lösung der Nachgeburt aus der Gebärmutter beginnt bei drei Viertel aller Geburten im Zentrum der Gebärmutter. Die kindliche Seite mit dem Ansatz der Nabelschnur wird zuerst geboren. Beim restlichen Viertel aller Geburten löst sich die Plazenta vom Rand her ab, die Randpartie wird also zuerst geboren. Der Blutverlust ist in diesem Fall etwas größer.

Um die Lösung der Plazenta zu fördern, wird der Mutter das wehenfördernde Hormon Oxytocin gegeben.

Nachgeburt wird auf Vollständigkeit geprüft

Die Nachgeburt wird sofort nach ihrer „Geburt“ sorgfältig auf Vollständigkeit untersucht (Plazenta, Häute der Fruchtblase, Nabelschnur): Sie ist etwa tellergroß, zwei bis drei Zentimeter dick, weich und etwas schwammig. Ihr Gewicht beträgt ungefähr ein Sechstel von dem des Kindes.

Wenn Reste der Nachgeburt in der Gebärmutter verbleiben, kann dies zu Blutungen, Wucherungen oder Infektionen führen. Wenn die ausgestoßene Plazenta also nicht vollständig ist, wird der Arzt eine Ausschabung vornehmen, die in einer Kurznarkose durchgeführt wird.

Die Nachgeburtsperiode ist - im Gegensatz zur Geburt des Kindes - im Normalfall relativ schmerzfrei und verläuft in der Regel ohne Komplikationen. Im Anschluss an das Ausscheiden der Nachgeburt beginnt das Wochenbett.

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Autor:
Eva Rudolf-Müller
Quellen:
  • Weyerstahl, T. & Stauber, M.: Duale Reihe – Gynäkologie und Geburtshilfe, Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, 2013
  • Bundesverband der Frauenärzte e.V.: www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: 07.07.2015)
  • Kainer, F. & Nolden, A.: Das große Buch zur Schwangerschaft, Gräfe und Unzer Verlag, 8. Auflage, 2014
  • Rundum Schwangerschaft und Geburt, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Auflage 10.150.09.13
  • Goerke, K. et al.: Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe, Urban & Fischer Verlag, 5. Auflage, 2000
  • Haag, P. et al.: Gynäkologie und Urologie, Medizinische Verlag- und Informationsdienste, 3. Auflage, 2007/08
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