Junge Frau mit Kopfschmerzen

Zu viele Schmerztabletten verursachen Kopfweh

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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Wer zu oft oder zu viele Schmerzmittel einnimmt, kann davon chronische Kopfschmerzen bekommen. Doch dieser Zusammenhang ist den meisten unbekannt. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) anlässlich der neu erschienenen Leitlinien zu Behandlung von Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerzmitteln aufmerksam.

In Deutschland sind davon rund eine halbe Million Menschen betroffen. „Die meisten Patienten ahnen nicht, dass Schmerztabletten die Schmerzursache sein können“, berichtet Prof. Hans-Christoph Diener, Kopfschmerzexperte der DGN. Frauen leiden häufiger darunter als Männer. Außerdem entwickeln Menschen mit Angsterkrankungen oder chronischen Rückenschmerzen häufig Schmerzmittelkopfschmerzen.

Maximal drei Tage hintereinander und zehn Tage im Monat

Als Faustregel gilt: nie länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat Schmerzmittel einnehmen - und zwar in der auf der Packung empfohlenen Dosis. Doch daran halten sich viele nicht. Denn der rezeptfreie Verkauf suggeriert, dass sie harmlos sind – was nicht der Fall ist.

Neben schmerzmittelinduzierten Kopfschmerzen drohen bei Übergebrauch schwere Nebenwirkungen. Darunter sind – je nach Schmerzmittel - Leberschäden, Nierenversagen und lebensgefährliche Blutungen. Zudem könnte das Risiko für Herzinfarkt oder einen Schlaganfall steigen, vermuten Experten.

Schmerzmittel an jedem zweiten Tag

Von chronischem Kopfschmerz durch Übergebrauch von Medikamenten sprechen Ärzte, wenn folgende Punkte zutreffen:

  • Die Patienten litten bereits schon früher unter Kopfschmerzen wie Migräne oder Spannungskopfschmerzen.
  • Sie haben über mindestens drei Monate an 15 oder mehr Tagen im Monat Beschwerden.
  • Sie nehmen außerdem an mehr als 14 Tagen im Monat Schmerzmittel
  • oder an mehr als neun Tagen im Monat Migränemittel, Opioide oder Schmerzmittelkombinationen ein.

Schulen, vorbeugen, entziehen

Die Leitlinie empfiehlt ein dreistufiges Vorgehen bei der Therapie von Kopfschmerzen durch Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln.

Die erste Maßnahme ist die Schulung und Beratung von Patienten. Ziel ist, die Einnahme von Akutmedikamenten zu reduzieren. Der zweite Schritt besteht darin, die zugrunde liegenden Kopfschmerzerkrankung vorbeugend mit Medikamenten zu behandeln. Fruchtet diese Strategie nicht, sollte eine Medikamentenpause angestrebt werden. Dieser Entzug kann abhängig von den Umständen ambulant, in einer Tagesklinik oder stationär erfolgen.

Vorbeugung mit Medikamenten, Entspannung und Sport

Damit Kopfschmerzen durch ein Zuviel an Medikamenten erst gar nicht entsteht, raten die Experten zu einer konsequenten vorbeugenden Behandlung. Neben Medikamenten helfen Ausdauersport, Entspannungsübungen und Stressmanagement. Manchen Betroffenen kann auch eine Verhaltenstherapie helfen, Kopfschmerzen im Vorfeld zu verhindern.

Vorbeugen ist unbekannt

„Viele Patienten wissen schlicht nicht, dass man Kopfschmerzen vorbeugen kann“, sagt die Präsidentin der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft, Privatdozentin Stefanie Förderreuther. Grund dafür sei unter anderem die Werbung, die nur Schmerzmittel zur Akutbehandlung präsentiere. Vorbeugende Mittel seien hingegen meist verschreibungspflichtig und dürften daher nicht beworben werden.

Die Deutschen sind Großkonsumenten von frei verkäuflichen Schmerzmitteln. Rund 900 Millionen Euro geben sie jährlich dafür aus. Am beliebtesten sind die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol.

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