Zecken: Neue Hotspots auch im Norden

Warnung vor Zecken
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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Zecken sind Überträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die das Gehirn schädigen kann. Bislang waren fast ausschließlich Zecken im Süden Deutschlands mit den Viren infiziert. Nun tauchen erstmals sogenannte Hotspots, in denen FSME-Erkrankungen gehäuft auftreten, auch im Norden auf.

2017 war ein Zeckenjahr: Bei 499 Menschen wurde FSME diagnostiziert – so viele Infizierte hat es seit über zehn Jahren nicht mehr gegeben.

Hotspots im Norden

Galt der Norden bislang als weitgehend frei von Zecken, die mit den Erregern infiziert sind, gab es erstmals auch Hotspots in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. „Zum allerersten Mal erhalten wir sogar Erkrankungsberichte aus den Niederlanden“, so Prof. Ute Mackenstedt, Parasitologin der Universität Hohenheim.

Die meisten Fälle gibt es nach wie vor im Süden. Bayern meldete mit 239 Erkrankungsfällen die höchste Zahl seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. In Baden-Württemberg erkrankten 186 Menschen.

Wetterlage sorgt für Rekordjahr

Grund für die hohe Erkrankungszahl 2017 könnten Wetterkapriolen gewesen sein. Nach einer großen Kältewelle im Sommer 2017, zog es die Menschen massiv ins Freie, als es endlich wärmer wurde. Und zwar ausgerechnet zu einem Zeitpunkt in dem die verbreitetste Zeckenart, der Gemeine Holzbock, am stärksten aktiv ist. „Zwei Wochen später gab es einen großen Krankheitsausbruch“, so Mackenstedt.

Wie gefährlich sind neue Zeckenarten?

Auch neue Zeckenarten machen sich hierzulande breit. Wie groß die Gefahr ist, die von ihnen ausgeht, lässt sich noch nicht einschätzen.

Eine relativ neue Art in Deutschland ist die Auwaldzecke, die sich immer mehr ausbreitet. Auch sie kann FSME übertragen: 2016 wurde erstmals ein Exemplar positiv auf das Virus getestet.

Neu hierzulande ist auch Ixodes inopinatus, die wohl aus dem Mittelmeerraum eingewandert ist. „Noch ist nicht klar, wie lange diese Art schon in Deutschland heimisch ist und ob sie als FSME-Überträgerin in Frage kommt“, sagt Mackenstedt. Wichtig sei zudem abzuklären, ob mit ihr nicht neue Krankheiten nach Deutschland gelangten, wie etwa das Mittelmeerfieber.

Prognosen per Computer

Künftig sollen Computermodelle Prognosen zum Zecken-Risiko an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten erlauben. Grundlage sind Beobachtungsdaten, die erstmals bundesweit alle drei Monate an 1000 Standorten erhoben werden. Denn obwohl manche Hotspots über Jahre stabil bleiben, können sie sich auch schnell verschieben, zeigen die Daten.

„Einige Landkreise, die über Jahre hinweg Erkrankungen meldeten, blieben im vergangenen Jahr völlig unauffällig. In anderen trat die Krankheit erstmals und gleich auch besonders gehäuft auf“, sagt Mackenstedt.

Die Computerprognosen sollen zeigen, wie sich die Situation in Deutschland aktuell ändert und wann und wo die FSME-Gefahr besonders hoch sein könnte.

Gefährliche Viruserkrankung

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist die wichtigste durch Zecken übertragene Virusinfektion.

Eine Impfung gegen FSME bietet einen fast 100-prozentigen Schutz. Komplikationen sind Experten zufolge mit 1,5 Fälle bei einer Million Impfungen extrem selten.

Die Hirnhautentzündung FSME verursacht grippeähnliche Symptome. Sie kann aber auch schwer verlaufen: Dann drohen dauerhafte Lähmungen, Krampfanfälle, Koma und schlimmstenfalls der Tod.

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