Putzfrau bei der Arbeit

Putzen schädigt die Lunge

Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Putzmittel enthalten oft aggressive Substanzen. Doch was Kalk und Fettschmutz löst, tut auch dem Lungengewebe nicht gut. Wer regelmäßig putzt, hat nach Jahren eifrigen Schrubbens daher eine deutlich schlechtere Lungenfunktion als Putzmuffel. Doch das gilt in erster Linie ausgerechnet für jenes Geschlecht, das die meisten Putzarbeiten erledigt: Frauen.

Vergleichbar sei die Verschlechterung der Lungenfunktion mit der von Personen, die täglich ein Päckchen Zigaretten rauchen, schreiben die Forscher um Cecilie Svanes von der Universität Bergen.

Dass Putzsprays beispielsweise das Risiko erhöhen, an Asthma zu erkranken und Atemnotattacken bei Lungenkranken auslösen können, ist schon länger bekannt. Doch was ist mit Reinigungsmittel, die man ins Wischwasser gibt?

Kleine Schäden summieren sich

„Auch solche Chemikalien können kleinere Schäden an den Luftwegen verursachen, Tag für Tag und Jahr für Jahr. Auf die Dauer könnte so die altersbedingte Abnahme der Lungenfunktion beschleunigt werden“, sagt Studienleiterin Cecilie Svanes.

Im Rahmen ihrer „Respiratory Health Studie“ haben Forscher 6230 Personen über einen Zeitraum von 20 Jahren begleitet. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Studie 34 Jahre alt. 85 Prozent der Frauen putzten regelmäßig privat oder beruflich. Von den Männern waren es deutlich weniger, nämlich 55 Prozent.

Lungentest zeigt verstärkt schwindende Lungenfunktion

Regelmäßig unterzogen sich die Teilnehmer zwei Lungenfunktionstests: Zum einen maßen die Forscher die Einsekundenkapazität der Lunge, FEV1 (Forces expiratory volume in one second). Dabei wird die Menge der Luft gemessen, die eine Person innerhalb einer Sekunde maximal ausatmen kann.

Diese nahm bei Frauen, die zuhause putzten, im Vergleich zu nichtputzenden Frauen jährlich um zusätzliche 3,6 Milliliter ab. Frauen, die als Reinigungskräfte arbeiteten, verloren jährlich 3,9 Milliliter Ausatmungsvolumen.

Mit der FVC (Forced vital capacity) misst man die maximale Luftmenge, die ein Mensch nach einem Atemzug wieder ausatmen kann. Diese sank bei zuhause putzenden Frauen jährlich um 4,3 Milliliter mehr als bei nichtputzenden Frauen. Bei Reinigungskräften sogar um 7,1 Milliliter.

Reinigungsmittel reizen die Lungen

Allerdings fanden die Forscher keine Hinweise darauf, dass Putzmittel – ebenso wie Rauchen – die Gefahr für eine Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD) erhöhen.

Der Grad der Einbußen an Lungenfunktion verblüffte die Forscher zunächst. „Doch wenn man sich vorstellt, kleine Partikel einzuatmen, die eigentlich dazu da sind, den Boden zu reinigen, ist es letztlich doch nicht so überraschend“, sagt Studienautor Oistein Svenes. Es sind also nicht nur Sprühprodukte riskant, sondern auch andere reizende Reinigungsmittel.

Schäden an Schleimhäuten

Die Autoren vermuten, dass die meisten Reinigungschemikalien erst die Schleimhäute der Atemwege schädigen. Langfristig könnten sich die Atemwege dadurch dauerhaft verändern. Selbst wenn das für Sprühreiniger in verstärktem Maße gilt: Auch Reinigungschemikalien wie Bodenreiniger, die nicht aufgesprüht werden, schädigen die Lunge. Denn sie treten ebenfalls in die Atemluft über.

Putzende Männer bleiben verschont

Interessanterweise konnten die Wissenschaftler eine stärkere Abnahme der Lungenfunktion bei den putzenden männlichen Teilnehmern nicht feststellen. Sie vermuten, dass Männerlungen insgesamt besser mit Schadstoffen fertig werden als die von Frauen. Das gilt beispielsweise auch für Tabakrauch.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass Reinigungschemikalien die Lungen langfristig substanziell schädigen, “, sagt Oistein Svanes. „Die praktische Erkenntnis, die man daraus mitnehmen kann: Verzichten Sie, so gut es geht, auf Reinigungschemikalien !“ Diese seien meist ohnehin überflüssig, da sich mit Mikrofasertüchern und Wasser ebenso gut putzen lasse.

Die Aussagekraft der Studie wird allerdings durch zwei Faktoren geschmälert: Zum einen, dass nur sehr wenige Frauen gar nicht putzten (15 Prozent). Zum anderen, dass deutlich weniger Männer putzten als Frauen.

Auswirkungen einer schlechten Lungenfunktion

Mit dem Alter nimmt die Lungenfunktion ganz natürlich ab und damit die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Daher verschlechtert sich die körperliche Belastbarkeit. Normale, altersbedingte Veränderungen schränken die normalen Alltagsaktivitäten in der Regel nicht ein, machen sich aber bei Belastungen bemerkbar. Erkranken ältere Menschen zudem an einer Erkältung, treten aufgrund der eingeschränkten Lungenfunktion häufiger Komplikationen wie eine Lungenentzündung auf.

Eine krankhaft eingeschränkte Lungenfunktion wie beispielsweise durch Asthma oder COPD kann allerdings erheblich Leistungseinbußen verursachen. Bei COPD reicht das bis hin zu schwerer Atemnot auch in Ruhe.

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