Psychosen: Auch normale Zigaretten erhöhen das Risiko

Psychotische Frau
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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Nicht nur der Konsum von Cannabis kann den Ausbruch einer Psychose fördern. Auch normale Zigaretten erhöhen offenbar das Risiko für junge Raucher.

Bei einer Psychose leiden die Betroffenen unter Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Dass der Konsum von Cannabis den Ausbruch einer Psychose fördern kann, darauf gab es schon lange Hinweise. Nun zeigt sich, dass auch normale Zigaretten das Risiko für junge Raucher erhöhen.

„Täglicher hoher Zigarettenkonsum ist ein unabhängiger Risikofaktor für Psychosen“, sagt Jouko Miettunen, Professor für klinische Epidemiologie vom Center for Life Course Health Research an der Universität Oulu, Finnland. Besonders hoch sei das Risiko, wenn die jugendlichen früh in die Rauchkarriere einstiegen.

Dreifaches Risiko für starke Raucher

Jugendliche, die täglich mehr als zehn Zigaretten rauchten, erkrankten in den darauffolgenden 15 Jahren dreimal so häufig an einer Psychose wie die Nichtraucher unter den Teilnehmern. In dieser Risikoabschätzung hatten die Forscher bereits möglich Faktoren für Psychosen wie Drogen und Alkoholkonsum, bestehende psychotische Anzeichen, eine Familiengeschichte mit Psychosen berücksichtigt.

Je früher der Einstieg, desto riskanter

Auch wer bereits im Alter von 13 Jahren zu rauchen anfing, entwickelte eher wahnhafte Episode: Von ihnen wurden 5,5 Prozent psychotisch. Von denen die erst später mit dem Rauchen anfingen, waren es 2,8 Prozent.

Zwischen 2001 und 2002 hatten die Wissenschaftler mehr als 9000 Jugendliche befragt. Die 15- bis 16-Jährigen hatten unter anderem Angaben zu ihrem Zigaretten-, Drogen und Alkoholkonsum gemacht. Dabei zeigte sich, dass 12 Prozent von ihnen bereits täglich rauchten. Auch wurde mithilfe eines speziellen Fragebogens das Vorliegen früher Psychose-Anzeichen erfasst.

Bei rund 6000 der Teilnehmer konnten die Forscher den gesundheitlichen Verlauf bis zum Alter von 30 Jahren verfolgen. 110 entwickelten in dieser Zeit eine Psychose – das waren 1,8 Prozent der Teilnehmer.

Zigaretten stören die Hirnentwicklung

„Der Konsum von Zigaretten könnte die Ausrichtung eines Gehirns in der Entwicklung beinträchtigen und so die zukünftige mentale Gesundheit schaden“, schreiben die Forscher.

Unter einer Psychose verstehen Experten psychische Störungen, bei denen die Betroffenen die Realität verändert wahrnehmen. Typisch sind Halluzinationen oder, die oft von Angstzuständen begleitet werden. Meist sind psychotische Episoden vorübergehend. Sie treten beispielsweise bei Menschen mit Schizophrenie oder einer bipolaren Störung auf.

Psychosen sind keine seltene Erscheinung. Etwa drei bis vier Prozent der Menschen entwickeln zumindest einmal in ihren Leben einen psychotischen Zustand.

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