Mann mit zerspiltterten Kopfteilen

Musik beruhigt Demenzpatienten

Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Entspannende Musik entfaltet auch dann noch eine beruhigende Wirkung, wenn das Gehirn schon stark durch Alzheimer geschädigt ist.

„Menschen mit Demenz sind mit einer Welt konfrontiert, die ihnen fremd ist. Sie sind oft desorientiert und verängstigt“, sagt Jeff Anderson, Radiologe an der University of Utah. Eine Möglichkeit, zu ihnen durchzudringen, ist offenbar Musik. Vertraute und beruhigende Klänge aktivieren das sogenannte Aufmerksamkeitsnetzwerk, das auch bei fortgeschrittener Demenz noch weitgehend funktionstüchtig ist.

Personalisierter Soundtrack

Gemeinsam mit Kollegen hat Anderson 17 Demenzpatienten ein individuelles Musikprogramm zusammengestellt, mit Stücken, die diesen vertraut waren. „Wenn man ihnen die Musik über Kopfhörer zuspielt, beruhigen sich aufgeregte und ängstliche Patienten wieder“, erklärt der Forscher. Andere, die eher depressiv gestimmt waren, wurden durch die Musik wieder lebhafter.

Angeregte Hirnfunktionen

In einem funktionellem Magnetresonanztomografen (fMRT) beobachteten die Forscher, dass die Musik das Gehirn der dementen Probanden insgesamt stark anregte und ganze Regionen miteinander kommunizieren ließ.

„Die personalisierten Soundtracks scheinen eine alternative Möglichkeit zu sein, um mit Alzheimerpatienten zu kommunizieren“, sagt Norman Foster, der Seniorautor der Studie.

Musik erdet die Patienten

Sprache und visuelles Erinnerungsvermögen gehen bald verloren, wenn die Krankheit voranschreitet, aber personalisierte Musikprogramme aktiveren das Gehirn noch lange Zeit. Davon profitieren insbesondere Patienten, die den Kontakt zu ihrer Umwelt verloren haben. „Musik wirkt wie ein Anker. Sie erdet den Patienten wieder in der Realität“, sagt Foster.

Noch ist unklar, ob die Aktivierung nur während des Musikhörens anhält oder einen längerfristigen positiven Effekt hat. Das wollen die Forscher in weiteren Untersuchungen mit größeren Patientengruppen herausfinden.

1,6 Millionen Demenzpatienten

In Deutschland leben nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft derzeit fast 1,6 Millionen Demenzkranke. Zwei Drittel von ihnen sind an Alzheimer erkrankt. Da der Anteil der alten Menschen wächst, steigt auch die Zahl der dementen Menschen. Derzeit erkranken alljährlich etwa 300.000 Menschen neu an Alzheimer oder einer anderen Demenzform.

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