Lässt eiweißarme Kost Tumore schrumpfen?

Beeren, Gemüse, Samen - proteinarme Ernährung
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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Tumore einfach aushungern – diese Idee ist nicht neu. Bislang setzten manche dazu auf eine möglichst kohlenhydratarme Ernährung. Doch das könnte die falsche Strategie sein. Zumindest in Versuchen mit Mäusen ließ vielmehr das Einsparen von Eiweiß die Tumoren schrumpfen. Zucker und andere Kohlenhydrate zu reduzieren hingegen hatte keinen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf der Tiere.

Der biologische Mechanismus beruhe aber nicht etwa auf einem reduzierten Wachstum der Krebszellen, schreiben die Forscher um Camila Rubio-Patiño von der Université Côte d’Azur.

Es sei vielmehr das Immunsystem, das bei Eiweißmangel stärker gegen den Krebs aktiv wird. Dabei wurden mehr Killerzellen mobilisiert, die den Tumor attackierten. Außerdem wurde ein spezielles Enzym gehemmt, das das Tumorwachstum fördert: IRE1α.

Bei Mäusen, deren Immunsystem gentechnisch lahmgelegt worden war, hatte die eiweißarme Ernährung daher keinen Einfluss auf das Tumorwachstum.

Wirksam auch bei menschlichen Patienten?

Ob eine proteinarme Diät auch bei menschlichen Krebspatienten anschlägt, wollen die Forscher in folgenden Studien klären. Denn sowohl das menschliche Immunsystem als auch der Stoffwechsel unterscheidet sich stark bei Mensch und Maus. Zudem gilt es zu klären, wie stark die Eiweißreduktion sein müsste, um einen positiven Effekt zu entfalten.

Kohlenhydratsparen wohl unwirksam

Dass eine sogenannte ketogene Diät mit wenig Kohlenhydraten Krebszellen aushungern kann, hat jüngst eine Auswertung verschiedener Untersuchungen zu dem Thema erneut nicht bestätigen können. Die Idee fußt auf der sogenannten Warburg-Hypothese. Demnach benötigen Krebszellen vor allem Zucker, um zu überleben. Gesunde Zellen hingegen könnten problemlos Fette und sogenannte Ketone zur Energiegewinnung nutzen, weshalb ihnen eine kohlenhydratarme Ernährung nicht schade.

Lebensbedrohlicher Gewichtsverlust

Ob man bestehende Tumore tatsächlich über eine spezielle Ernährung beeinflussen kann, ist folglich nach wie vor ungeklärt. Zudem ist jeder Krebspatient anders. Während einige sogar an Gewicht zulegen, magern andere lebensbedrohlich ab. Tumorkachexie nennt man diesen gefürchteten Zustand. Diesen gilt es vor allem zu verhindern. Jede Ernährungsumstellung sollten Krebspatienten daher unbedingt mit ihrem Arzt besprechen.

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