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Junge Krebspatienten: Zu wenige nutzen Samenbanken

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Eine Krebsdiagnose stellt das Leben auf den Kopf. Das Überleben zählt, die Zukunft wird ausgeblendet. Doch immer mehr jung erkrankte Patienten überleben – und wünschen sich später Kinder. Viel zu wenige aber sorgen vor. Dabei wäre das – vor allem für junge Männer – unproblematisch.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Überlebensrate junger Krebspatienten extrem verbessert. Inzwischen überleben rund 80 Prozent die ersten fünf Jahre nach der Diagnose und gelten als geheilt. Doch die Langzeitfolgen der Krankheit und ihrer Behandlung hallen psychisch wie physisch lange nach. Dazu gehört häufig auch, keine leiblichen Kinder bekommen zu können.

Kinder trotz Krebs

Dabei gibt es die Möglichkeit, die Chancen auf Nachwuchs trotz Krebs zu vergrößern. Junge Frauen können Eizellen oder gar Eierstockgewebe einfrieren lassen, junge Männer ihr Sperma. Für letztere ist es vergleichsweise einfach: Im Vergleich zu Eizellen lässt sich Sperma deutlich leichter gewinnen. Im gefrorenen Zustand überdauert es dann Jahrzehnte. Dennoch macht nicht einmal die Hälfte der jungen männlichen Krebspatienten von der sogenannten Kryokonservierung Gebrauch.

„Die Mehrheit der Männer, die in der Jugend an Krebs erkrankt waren, wünscht sich später eigene Kinder“, sagt James Klosky, der gemeinsam mit Kollegen vom St. Judes Children’s Research Hospital das Thema untersucht hat.

Der Rat der Eltern ist wichtig

Insgesamt hatten die Forscher 146 Patienten zwischen 13 und 21 Jahren begleitet, die in der Jugend an Krebs erkrankt waren. Darüber hinaus hatten sie auch 144 Elternteile der Patienten sowie 52 behandelnde Onkologen befragt.

Entscheidend sei der Einfluss der Eltern und der Kontakt zu Fertilitäsexperten, fanden die Forscher. Bis zu 30-mal höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass dann Sperma in Samenbanken tiefgekühlt deponiert würden.

Plädoyer fürs Einfrieren

„Junge Männer sollte man dazu ermutigen, ihr Sperma einfrieren zu lassen“, sagt Studienleiter Klosky. Die Erfolgschancen, auf diese Weise Papa zu werden, lägen dann bei 82 Prozent, schreiben die Autoren. Es gibt inzwischen sogar die Möglichkeit, auch bei sexuell noch nicht entwickelten Jungen Hodengewebe zu konservieren, aus dem man später Samen gewinnen kann.

Nicht nur so junge Männer wie in dieser Studie untersucht worden sind, sollten vorsorgen, sondern auch ältere, die möglicherweise noch ein Kinderwunsch überkommt. Auch sie sollten sich angesichts einer Krebsbehandlung noch einmal mit eigenen Fertilität befassen, bevor es zu spät ist.

Mitunter zerstört der Krebs selbst die Fruchtbarkeit – beispielsweise bei Prostatakrebs. Aber vor allem eine Chemo- oder eine Strahlentherapie, die auf die Unterleibsregion zielt, kann das Gewebe so stark schädigen, dass Nachwuchs keine Option mehr ist.

Wer zahlt?

Allerdings ist die Kryokonservierung nicht ganz billig - die Krankenkassen übernehmen diese vorsorgliche Maßnahme nicht. Neben den Kosten für das Einfrieren fallen jährlich Gebühren von mehreren hundert Euro für die Lagerung an. Gleiches gilt für weibliche Krebspatienten. Bei ihnen ist schon die Entnahme von Eizellen ein deutlich aufwendigeres Prozedere, das daher noch deutlich teurer kommt.

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Autor:
Christiane Fux
Quellen:
  • James L. Klosky et al.: Prevalence and Predictors of Sperm Banking in Adolescents Newly Diagnosed With Cancer: Examination of Adolescent, Parent, and Provider Factors Influencing Fertility Preservation Outcomes, Journal of Clinical Oncology, Oktober 2017, https://doi.org/10.1200/JCO.2016.70.4767
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