Joghurt schützt das Herz

Joghurt mit Heidelbeeren
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Menschen mit Bluthochdruck sollten im Supermarkt-Kühlregal öfter zu Joghurt greifen: Schon drei Portionen pro Woche könnten das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall drastisch senken.

Ernährungsstudien haben ihre Tücken. Da man Menschen nicht unbegrenzt unter kontrollierten Bedingungen essen lassen kann, ist man für Langzeitstudien auf die Angaben der Teilnehmer angewiesen. Wie präzise die sind, bleibt dabei offen.

Einigermaßen aussagekräftig sind daher nur Untersuchungen mit sehr vielen Probanden. Die standen Justin R. Buendia und seinen Kollegen von der Boston University School of Medicine zur Verfügung: Sie werteten die Daten zur Ernährung von insgesamt fast 56.000 Frauen und rund 18.000 Männern mit Bluthochdruck aus.

Positiver Einfluss auf den Blutdruck?

Dabei konzentrierten Sie sich auf den Joghurtkonsum der Hochdruckpatienten. Schon früher hatten kleinere Untersuchungen Hinweise darauf geliefert, dass fermentierte Milchprodukte einen positiven Einfluss auf den Blutdruck und damit das Infarktrisiko haben.

Die Forscher verglichen Teilnehmer, die „nie oder weniger als einmal pro Monat“ Joghurt aßen, mit solchen, die mehr als zwei Portionen des Milchprodukts pro Woche verzehrten.

20 Prozent niedrigeres Infarktrisiko

Der Joghurtverzehr zahlte sich gesundheitlich offenbar aus: Im Beobachtungszeitraum von 30 Jahren war das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, für die Joghurtliebhaber um rund 20 Prozent geringer.

Wenig überraschend war, dass diese auch sonst tendenziell gesünder lebten als die übrigen Probanden. Sie bewegten sich mehr, rauchten seltener und ernährten sich insgesamt besser. All diese Faktoren hatten die Wissenschaftler aber berücksichtigt und entsprechend aus der Risikoberechnung heraussubtrahiert.

Milchsäurebakterien helfen den Blutdruck zu senken

Warum speziell Joghurt sich als Herzschützer eignen könnte, dafür liefert unter anderem eine Untersuchung aus dem Jahr 2017 eine mögliche Erklärung.

Forscher vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin fanden heraus, dass die enthaltenen Milchsäurebakterien die Darmflora möglicherweise positiv beeinflussen. Ihre Experimente zeigten, dass ein höherer Anteil an Lactobazillen im Darm den blutdrucktreibenden Effekt von zu viel Salz in der Nahrung abpuffern könnte.

Einer von fünf Blutdruckpatienten ist ahnungslos

Experten schätzen, dass 20 bis 30 Millionen Bundesbürger Bluthochdruck haben. Er ist der Risikofaktor Nummer Eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Problematisch ist, dass jeder fünfte Betroffene nichts von seinen riskanten Werten weiß. Als Bluthochdruck gelten Werte von mehr als 140/90 mmHG.

Bluthochdruck lässt sich fast immer deutlich senken. Schon eine Lebensstiländerung mit gesünderer Ernährung, Stressabbau und Bewegung reicht oft aus. Ist das nicht der Fall, stehen verschiedene wirksame Medikamente gegen Bluthochdruck zur Verfügung.

Quellen:
Justin R Buendia et al.: Regular Yogurt Intake and Risk of Cardiovascular Disease Among Hypertensive Adults, American Journal of Hypertension, hpx220, https://doi.org/10.1093/ajh/hpx220, 15 February 2018

Wilk N et al.: Salt-responsive gut commensal modulates TH17 axis and disease.

Nature. 2017, Nov 30;551(7682):585-589.

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