menu
home Startseite

Artikel teilen Nach oben scrollen

Impotenz: Alarmsignal auch für junge Männerherzen

Wenn‘s im Bett nicht klappt, denken die wenigsten Männer an eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Dabei sind Potenzprobleme ein frühes Warnsignal für verkalkte Herzkranzgefäße. Das gilt insbesondere auch für junge Männer.

Arteriosklerose ist ein schleichender Prozess, der lange unbemerkt bleibt. Die Wände der Gefäße verhärten und verdicken und verengen sich schließlich. Das betrifft oft auch die Herzkranzgefäße, die das Herz mit Blut versorgen. In dem Fall spricht man von einer Koronaren Herzerkrankung (KHK). Bis erste Beschwerden auftreten, weil das Herz unterversorgt ist, dauert es viele Jahre.

Spätestens dann kann es gefährlich werden: Die Koronare Herzerkrankung ist ein Hauptrisikofaktor von Herzinfarkt und Schlaganfall und ist daher für die meisten Todesfälle in westlichen Ländern verantwortlich.

Kranke Gefäße schon in jüngeren Jahren

Auch bei jungen Männern gibt es gar nicht selten bereits erste Veränderungen an den Gefäßen. Insbesondre, wenn sie übergewichtig sind, rauchen, Bluthochdruck haben oder wenig Sport treiben.

All diese Faktoren begünstigen auch eine erektile Dysfunktion. Unter anderem, weil sich der Schwellkörper im Penis nicht ausreichend mit Blut füllen kann, wenn die versorgenden Blutgefäße verengt sind.

Symptomfreie Risikokandidaten

Der Zusammenhang zwischen Koronarer Herzerkrankung und Erektiler Dysfunktion ist zwar schon länger bekannt - doch gilt das auch in einem frühen, noch symptomfreien Stadium? Diesen Zusammenhang haben US-Forscher in einer großen Übersichtsstudie untersucht. In diese flossen Daten von 28 Untersuchungen zu dem Thema ein.

Das Ergebnis: Die Wissenschaftler konnten einen klaren Zusammenhang zwischen erektiler Dysfunktion und KHK bestätigen.

Als Anzeichen einer frühen Koronarer Herzerkrankung werteten die Forscher unter anderem eine gestörte Endothelfunktion. Das Endothel kleidet die Blutgefäße von innen aus und ist bei Arteriosklerose in Aufbau und Funktion verändert. Für die Messung wird mit einem speziellen Ultraschall geprüft, wie gut sich der Gefäßdurchmesser an den veränderlichen Blutfluss anpasst.

Effektive Früherkennung

„Eine solche Messung könnte eine einfache und effektive Methode sein, um riskante Gefäßveränderungen frühzeitig festzustellen“, schreiben die Forscher . Das gelte in besonderer Weise für junge Männer, bei denen sonst selten aufwändigere Methoden angewendet würden um ein KHK zu erkennen.

Weitere Hinweise auf eine beginnende KHK lieferten Messungen der Innenwanddicke der Halsschlagader per Ultraschall. Diese war bei Männern mit Potenzproblemen häufiger verdickt.

Frühzeitig gegensteuern

Da verengte Herzgefäße tödliche Folgen haben können, ist eine Früherkennung wichtig. In dem Fall ließe sich das Voranschreiten der Erkrankung noch wirksam verlangsamen: durch Lebensstiländerungen wie bessere Ernährung, mehr Sport und Rauchverzicht. Gegebenenfalls aber auch durch die medikamentöse Behandlung mit Blutfett- und Blutdrucksenkern.

„Unsere Studie unterstreicht, dass es wichtig ist aktiver nach Koronaren Herzerkrankungen zu suchen, insbesondere bei Männern mit erektiler Dysfunktion, schreiben die Forscher. Das beinhalte auch junge Männer, die aufgrund ihres Alters noch nicht als Risikogruppe gelten.