Hoffnung auf ein Kind nach dem Krebs

Junge Krebspatientin
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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Der Schock der Diagnose "Krebs" lässt erst einmal alles andere in den Hintergrund treten. Auch einen späteren Kinderwunsch. Doch durch Chemo- und Strahlentherapie kann die Chance, Mutter oder Vater zu werden, unwiederbringlich verloren gehen. Eine rechtzeitige Konservierung von Eizellen und Sperma kann in vielen Fällen die Fruchtbarkeit retten.

„Ich habe die drohende Unfruchtbarkeit lediglich als Kollateralschaden wahrgenommen“, sagt Sebastian, 27, der an Lymphdrüsenkrebs erkrankte. Wenn Patienten irgendwann bewusst wird, was Unfruchtbarkeit tatsächlich bedeuten kann, ist es oft längst zu spät.

Kinder gehören für viele zum Leben

Sebastian ist einer von vier jungen Erwachsenen, die sich Eizellen, Sperma oder Eierstockgewebe vor ihrer Krebsbehandlung entnehmen und einfrieren ließen. In Videobotschaften berichten sie von ihren Erfahrungen. Dabei wird deutlich, dass mitunter selbst Ärzte kaum darüber aufklären, wie sich die Fruchtbarkeit bei Krebs erhalten lässt.

"Nach überstandener Krebserkrankung wollen die jungen Frauen und Männer ein 'normales' Leben führen. Und dazu gehören auch eigene Kinder", erklärt jedoch Prof. Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs, die unter anderem das Videoprojekt initiiert hat.

Patienten müssen selbst zahlen

Ein großes Problem, auf das die Stiftung aufmerksam macht, ist die mangelnde Kostenübernahme seitens der Krankenkassen. So kommt auf die jungen Krebs-Patienten ein ordentlicher Eigenanteil zu: Frauen müssen zwischen 3.000 und 5.000 Euro für die Entnahme und das Einfrieren von Eizellen hinzuzahlen, Männer etwa 500 bis 1.000 Euro für die Entnahme und das Einfrieren von Spermien. Hinzu kommen jährliche Kosten für die Einlagerung von ca. 300 Euro.

Das kann sich nicht jeder leisten. Manchmal können die Eltern einspringen. Die 30-jährige Kathrin plünderte dafür das Sparbuch, dass ihr die Großmutter zu Weihnachten schenkte. Wer keinen derartigen Rückhalt hat, bleibt allein.

Dass der Erhalt der Fruchtbarkeit selbst finanziert werden muss, erfahren die jungen Krebspatienten nach dem Schock der Diagnose. Auch in der Öffentlichkeit und bei vielen Politikern ist dies praktisch nicht bekannt.

Forderung nach Kostenübernahme

"Die Fruchtbarkeitserhaltung bei Krebs sollte künftig von den Krankenkassen übernommen werden", fordern Freund und die jungen Patienten in ihren Videobotschaften. Es müsste nur ein Satz im § 27 des Sozialgesetzbuchs V angepasst werden.

Sebastian fiel der Schritt leicht, sein Sperma sicherheitshalber einfrieren zu lassen: „Es ist ein erster Schritt in Richtung Zukunft“, sagt er. Ein Stück Hoffnung auf künftiges Glück. Seine Chancen stehen nicht schlecht: 80 Prozent der jungen Erwachsenen, die an Krebs erkranken, werden heute geheilt.

Die Videobotschaften sind auf der Website der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs unter https://www.junge-erwachsene-mit-krebs.de/projekte/krebs-und-kinderwunsch/ zu sehen.

Kontakt: Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs | V.i.S.d.P. Frauke Frodl | Fon: 0049 (0) 30 / 28 09 30 56 - 0 | Fax: 0049 (0) 30 / 28 09 30 56 9 | E-Mail: [email protected] | Internet: http://www.junge-erwachsene-mit-krebs.de

Kontoverbindung der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs: Postbank, IBAN: DE57 1001 0010 0834 2261 04, BIC: PBNKDEFF

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