Herzinsuffizienz: Telemedizin verlängert das Leben

Älterer Mann misst zuhause seinen Blutdruck
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Lisa Vogel

Lisa Vogel studierte Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften an der Hochschule Ansbach und vertiefte ihre journalistischen Kenntnisse im Masterstudiengang Multimediale Information und Kommunikation. Als freie Journalistin sammelte sie Erfahrungen im Lokaljournalismus und schrieb Beiträge für Gesundheitsplattformen. Seit September 2018 ist sie Volontärin in der e-happiness Redaktion.

Wer sein krankes Herz zu Hause besser überwacht, verbringt weniger Zeit im Krankenhaus. Das hat eine Studie der Berliner Charité ergeben. Herzschwäche-Patienten wurden dafür mit Tablets, Waagen, EKG-Geräten und Blutdruckmessgeräten ausgestattet, die mit dem Internet verbunden waren. So konnten Ärzte in einem speziellen Telemedizinzentrum schnell auf jede Verschlechterung der Werte reagieren.

Insgesamt 1538 Patienten mit chronischer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) der Schweregrade NYHA 2 und 3 nahmen an der Studie teil. Die Hälfte von ihnen wurde telemedizinisch betreut. Die andere Hälfte der Studienteilnehmer diente als Kontrollgruppe und wurde nach herkömmlichen Standards behandelt.

Das Ergebnis sprach für den Wert einer telemedizinischen Betreuung: Im Schnitt suchten die Patienten dieser Gruppe innerhalb des einjährigen Studienzeitraums für 17,8 Tage aufgrund von Herzproblemen oder Komplikationen das Krankenhaus auf. Bei der Kontrollgruppe waren es 24,2 Krankenhaustage. Von ihrem Hausarzt eingewiesen wurden die Telemedizin-Patienten für 3,8 Tage, die Patienten der Kontrollgruppe für 5,6 Tage.

Weniger Todesfälle

Auch die Sterblichkeit verringerte sich durch die telemedizinische Überwachung: Während in der Kontrollgruppe innerhalb dieses einen Jahres 11 Personen pro 100 Teilnehmer verstarben, waren es in der Telemedizin-Gruppe nur 8. „Die Studienergebnisse zeigen, dass Telemedizin die Gesamtmortalität bei Herzschwäche-Patienten dieses Schweregrades verringern kann“, fasst Prof. Friedrich Köhler, Leiter des Zentrums fürs kardiovaskuläre Telemedizin, die Zahlen zusammen.

Jeden Tag sendeten die Patienten der Telemedizin-Gruppe über ein Tablet die Werte an das rund um die Uhr besetzte Telemedizinzentrum. Wichtig waren Gewicht, Sauerstoffsättigung im Blut, Blutdruck, aber auch eine Rückmeldung über den allgemeinen Gesundheitszustand und das Wohlbefinden. Die Experten in der Klinik konnten bedarfsweise die Medikation anpassen oder einen Arztbesuch empfehlen.

Hausarzt plus Telemedizin die beste Lösung

Auf einer elektronischen Patientenkarte wurden zudem alle Daten gespeichert und konnten vom Hausarzt und dem Telemedizinzentrum jederzeit eingesehen werden. Auf Knopfdruck war es den betreuenden Hausärzten möglich, einen Spezialisten in der Klinik zu ieren.

Die engmaschige Betreuung des Patienten und die Unterstützung der Ärzte vor Ort mit telemedizinischen Möglichkeiten sei der Grund für den Erfolg, so Prof. Friedrich Köhler. „Hausarzt plus Telemedizin ist besser als der Hausarzt allein.“

Volkskrankheit Herzschwäche

Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Es kommt zu Atemnot, zunächst unter Belastung, später auch in körperlicher Ruhe. Meist entsteht die Herzinsuffizienz als Folge einer schlechteren Sauerstoffversorgung des Herzmuskels aufgrund einer Arteriosklerose. Vor allem ältere Menschen leiden daher an einem schwachen Herzen. In der Altersgruppe der 70 bis 80-Jährigen sind bis zu 20 Prozent betroffen. 2015 war die Herzinsuffizienz die dritthäufigste Todesursache in Deutschland: 47.414 Patienten verstarben in Folge dieser Erkrankung.

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