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Grippewelle 2018: Regelmäßig Impfen schützt besser

In Australien hat die Grippe bereits eine massive Krankheitswelle verursacht, nun ist sie in Europa angekommen: Die Erreger breiten sich derzeit rasant in Großbritannien aus. Auch in Deutschland erwarten Experten in den nächsten Wochen eine zunehmende Grippeaktivität.

Selbst wenn die Grippeimpfung am besten bereits im Herbst erfolgt: Wer noch nicht geimpft ist, sollte das jetzt noch nachholen. Das gilt zumindest für Risikopatienten wie Ältere, chronisch Kranke, Menschen mit viel Publikumsverkehr und Schwangere. Nach rund zwei Wochen hat sich der Immunschutz vollständig entfaltet.

Die Impfung vom vorangegangenen Jahr reicht nicht aus: Jedes Jahr kursiert nur ein anderer Mix von Stämmen. Denn Influenzaviren sind Verwandlungskünstler, für die immer wieder neu maßgeschneiderte Impfseren entwickelt werden müssen.

Verbesserter Schutz

Trotzdem profitiert man auch im jeweils aktuellen Jahr von vorangegangenen Impfungen: Sie unterstützen die Wirksamkeit der aktuellen Immunisierung. Das gilt insbesondere für schwere Krankheitsverläufe.

Eine spanische Forschergruppe hatte diesen Zusammenhang an rund 730 Patienten über 65 Jahren untersucht, die in den Wintern 2013/14 sowie 2014/15 wegen Grippe in spanischen Krankenhäusern aufgenommen worden waren. 130 von ihnen waren schwer erkrankt und mussten auf die Intensivstation, 598 vergleichsweise leicht.

Personen, die nicht nur in der aktuellen Saison, sondern auch in den drei Jahren zuvor geimpft worden waren, waren vor einem schweren Grippeverlauf um 74 Prozent besser geschützt. Außerdem gab es unter ihnen 70 Prozent weniger Todesfälle. Vor einem leichteren Krankheitsverlauf schützten sie die Mehrfachimpfungen immerhin noch um 31 Prozent besser als die einmalige Impfung.

Aktivierte Immunantwort

Studienleiter Itzair Casado und seine Kollegen vom Institutio de Salud Publica in Pamplona vermuten, dass dieser Effekt auf einem weniger bekannten Wirkmechanismus der Impfungen beruht: Sie regen den Körper nicht nur zur Produktion maßgeschneiderter Antikörper gegen die aktuellen Virentypen an. Sie aktivieren auch bestimmte T-Zellen.

Diese Immunzellen sind in der Lage, Eiweiße zu identifizieren, die bei ganz verschiedenen Grippeviren vorkommen. Eine Impfung könnte so auch im darauffolgenden Jahr die zelluläre Immunantwort des Körpers stärken. Diese ist insbesondere zu Eindämmung schwerer Verläufe wirksam.

Ältere profitieren besonders

Die Erkenntnisse sind für ältere Menschen besonders wichtig. Sie erkranken häufiger schwer an Grippe. Gleichzeitig ist ihr Immunsystem nicht mehr so agil: Ausgerechnet bei ihnen wirkt die Grippeimpfung oft nur unzureichend. Der Studie zufolge könnte das bei konsequentem jährlichem Impfen anders sein und der Impfschutz dann auch für ältere Menschen sehr viel besser funktionieren als bislang angenommen.

Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen

Anders als eine Erkältung beginnt eine Grippe oft sehr plötzlich. Die Patienten bekommen schnell hohes Fieber mit Schüttelfrost, fühlen sich abgeschlagen und leiden unter Kopf- und Gliederschmerzen, oft auch unter Reizhusten und Halsweh. Die meisten Beschwerden klingen nach fünf bis sieben Tagen ab. Häufig fühlen sich die Rekonvaleszenten aber noch längere Zeit müde und kraftlos.