Grippe: Sechsfaches Infarktrisiko

Infarktrisiko: Arzt zeichnet symbolisches Herz.
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Dr. Andrea Bannert

Dr. Andrea Bannert ist seit 2013 bei e-happiness. Die promovierte Biologin und Medizinredakteurin forschte zunächst in der Mikrobiologie und ist im Team die Expertin für das Klitzekleine: Bakterien, Viren, Moleküle und Gene. Sie arbeitet freiberuflich zudem für den Bayerischen Rundfunk und verschiedene Wissenschaftsmagazine und schreibt Fantasy-Romane und Kindergeschichten.

Eine Grippe setzt dem Körper stark zu. Viele fühlen sich auch nach Abklingen des hohen Fiebers und der Atemwegssymptome noch lange Zeit müde und schlapp. Die Erkrankung kann auch aufs Herz schlagen. So ist während einer Grippe das Herzinfarktrisiko offenbar stark erhöht.

Forscher von der Universität in Toronto hatten Daten von 364 Patienten analysiert, die zwischen 2009 und 2014 an Grippe erkrankt waren. Zusätzlich hatten alle Teilnehmer innerhalb eines Jahres vor oder nach dem Infekt einen Herzinfarkt erlitten.

Die Wissenschaftler verglichen, bei wie vielen Patienten der Herzinfarkt innerhalb von sieben Tagen nach der Grippediagnose auftrat, oder sich vor beziehungsweise nach Abklingen der Erkrankung ereignete.

Risiko sechsfach erhöht

Das Ergebnis: In der Woche, in der der Körper zusätzlich von der Grippe belastet wurde, erlitten insgesamt 20 Patienten einen Herzinfarkt. In der übrigen untersuchten Zeit waren es durchschnittlich nur 3,3 Fälle pro Woche. Das Herzinfarktrisiko erhöhte sich durch das Influenza-Virus also um das Sechsfache.

Natürlich können andere Infektionskrankheiten als die Grippe den Körper ebenfalls schwächen. Ein leicht gestiegenes Herzinfarktrisiko beobachteten die Forscher auch für andere Atemwegserkrankungen, etwa bestimmte Erkältungsviren. Allerdings war der Effekt hier deutlich geringer.

Erregernachweis im Labor

Im Gegensatz zu früheren Studien, die diesen Zusammenhang untersuchten, waren die Grippe-Diagnosen hier erstmals durch einen Influenza-Nachweis im Labor gesichert. Beruhen sie nur auf den Beschwerden der Patienten, passieren manchmal Fehldiagnosen, da akute Atemwegsinfektionen durch andere Erreger ähnliche Symptome hervorrufen können.

Grippeimpfung schützt das Herz

Dies bestätige, dass Menschen, die anfällig für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind, etwa Bluthochdruckpatienten oder Personen mit einer starken Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) sich gegen Grippe impfen lassen sollten, betont Studienerstautor Dr. Jeffrey Kwong. Außerdem habe die Impfung für ältere Menschen somit auch eine herzschützende Wirkung.

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