Grippe boomt – Impfung oft unwirksam

Grippewelle auf dem Höhepunkt
Jens Richter

Jens Richter ist seit November 2013 Chefredakteur bei e-happiness. Bereits von Ende 2002 bis Anfang 2005 war der Mediziner und ausgebildete Journalist Teil des e-happiness-Teams, entwickelte dann aber über acht Jahre als Chefredakteur in einem Hamburger Sportverlag die Zeitschrift „triathlon“ zu einem der größten europäischen Fachmagazine im Ausdauersport.

Die Grippewelle in Deutschland hat sechs Wochen nach ihrem Start einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Doch in vielen Fällen schützt der in diesem Jahr verwendete Impfstoff nicht.

Bereits seit der Silvesterwoche 2017 registriert das Robert Koch-Institut in Berlin (RKI) für die Grippe in Deutschland stetig steigende Erkrankungszahlen. Richtig rund geht es allerdings erst seit Anfang Februar. Da stieg die Zahl der wöchentlich gemeldeten Virusnachweise von zuvor knapp 10 000 sprunghaft auf über 16000 an. Und zwischen dem 5. und 11. Februar meldeten die Haus- und Kinderärzte in Deutschland sogar über 18300 gesicherte Grippe-Neuerkrankungen.

Schwerpunkte der Grippewelle sind aktuell Hamburg und Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie der Nordwesten und Südosten Bayerns. Zudem grassiert das Virus noch rund um Berlin und im südlichen Sachsen.

Yamagata-Virus überrascht die Experten

Dass die Zahl der Krankheitsfälle so stark steigen konnte, liegt auch an der Zusammensetzung des diesjährigen Impfstoffs. Die nämlich beruht stets auf Beobachtungen aus dem Vorjahr und Einschätzungen der Experten, welche Virus-Varianten für die kommende Saison zu erwarten sind. Eine schwierige Aufgabe, denn Grippeviren sind ausgesprochen wandlungsfreudig und verändern sich stetig.

Für die laufende Saison lagen die Expertenempfehlungen offenbar daneben: Die verwendete Dreifachimpfung gegen zwei Subtypen des Influenza-A- sowie eine Linie des Influenza-B-Virus (Victoria-Linie) ist gegen die sogenannte Yamagata-Linie nicht wirksam. Und die ist laut RKI derzeit für die Mehrzahl der Neuerkrankungen verantwortlich.

Nachimpfen oder aussitzen?

Was also tun? Für besonders gefährdete Personengruppen wie Menschen mit Immunschwäche oder an Diabetes mellitus, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidende Patienten kann eine zweite, sogenannte Nachimpfung mit einem auch gegen Yamagata-Viren wirksamen Vierfach-Impfstoff sinnvoll sein.

Allerdings weist die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit Sitz am Robert Koch-Institut darauf hin, dass bisher keine Daten darüber vorliegen, wie verträglich eine solche Zweitimpfung ist. Auch ist nicht bekannt, ob für solche Fälle ein Mindestabstand zur Vorimpfung eingehalten werden sollte. Eine Risikoabwägung also, die Patienten mit ihrem Arzt gemeinsam treffen sollten.

Aktuelle Grippe-Infos beim RKI

Ob die Grippewelle 2017/2018 ihren Zenit bereits erreicht hat, ist offen. Informationen über den Verlauf der Epidemie, Risikogruppen, Empfehlungen zur Impfung und wie man sich vor einer Grippeinfektion schützen kann bietet das RKI auf seinen Spezialseiten zur Influenza in einem leicht verständlichen .

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