FSME: Auch mit Rohmilch kann man sich anstecken

Junge trinkt Rohmilch
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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Dass Zecken FSME übertragen können, ist weithin bekannt. Doch es gibt noch einen anderen, deutlich riskanteren Ansteckungsweg: In Hochrisikogebieten lauern die Erreger auch in Rohmilch.

Zecken sind die bekanntesten Überträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Vor der Viruserkrankung, die das Hirn schädigen kann, schützt eine Impfung. Die kann nicht nur für Menschen, die gern durch die Natur streifen, sinnvoll sein: Auch Liebhaber von Rohmilchprodukten sind gefährdet und können von einer FSME-Impfung profitieren.

Krank durch Käse

„Im Jahr 2016 machte ein Fall Schlagzeilen, bei dem zwei Menschen nach dem Genuss von Rohmilch-Käse aus Ziegenmilch erkrankten“, berichtet Prof. Ute Mackenstedt, Parasitologin der Universität Hohenheim. Im vergangenen Jahr seien sogar acht Personen nach dem Genuss von Ziegen-Rohmilch erkrankt.

Infizieren sich Ziegen, Schafe oder Kühe durch den Stich einer Zecke mit dem FSME-Virus, werden sie selbst in der Regel nicht krank und schnell immun gegen den Erreger. Doch während der mehrtägigen, akuten Phase scheiden sie Viren mit der Milch aus.

100-prozentige Ansteckungsquote

Für Menschen ist die Milch dann hochgefährlich: Infizierte Rohmilch birgt ein besonders hohes Ansteckungsrisiko. „Von 100 Personen, die von infizierten Zecken gebissen werden, bricht die Krankheit bei 30 Personen aus. Bei infizierter Rohmilch beobachten wir den Krankheitsausbruch bei 100 von 100 Personen“, so Mackenstedt.

Auch wenn die Milch beispielsweise zu Rohmilchkäse verarbeitet wird, der als besonders aromatisch gilt, kann man sich noch daran anstecken.

Rohmilchprodukte wieder beliebter

In den 1950er Jahren waren FSME-Erkrankungen durch infizierte Rohmilch noch vergleichsweise häufig. Inzwischen wird fast die gesamte Milchproduktion pasteurisiert. Daher ist die sogenannte „alimentäre FSME“ heute eher eine Randerscheinung.

Allerdings nimmt mit dem Trend zu naturbelassenen Lebensmitteln die Beliebtheit von Rohmilchprodukten wieder zu. Mackenstedt empfiehlt: „Wer Rohmilch-Produkte in einem Risikogebiet für FSME zu sich nimmt, muss FSME-geimpft sein!“

Gefährliche Viruserkrankung

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist die wichtigste durch Zecken übertragene Virusinfektion. Sie befällt das Gehirn und verursacht grippeähnliche Symptome. Sie kann aber auch schwer verlaufen: Dann drohen dauerhafte Lähmungen, Krampfanfälle, Koma und schlimmstenfalls der Tod.

Eine Impfung gegen FSME bietet Experten zufolge einen fast 100-prozentigen Schutz. Impfkomplikationen seien mit 1,5 Fällen auf eine Million Impfungen extrem selten.

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