Autofahrerin am SChneuzen

Erkältungsmittel beeinträchtigen Fahrtüchtigkeit

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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Für viele Grippe- und Erkältungsmittel benötigt man kein Rezept. Das wiegt viele Patienten in falsche Sicherheit. Selbst vermeintlich harmlose Hustensäfte können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

„Auch freiverkäufliche Medikamente gegen Erkältungen, Allergien oder Schmerzen können die Fahrtauglichkeit von Verkehrsteilnehmern erheblich einschränken“, warnt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Autofahrer sollten den Beipackzettel sorgfältig lesen und bei Angaben zu stärkeren Nebenwirkungen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Außerdem sei es sinnvoll, bei jedweder Medikation beim Arzt oder Apotheker nachzufragen.

Müde, benommen, unkonzentriert

Die Palette der möglichen Nebenwirkungen reicht von Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel bis zu Konzentrationsproblemen und eingeschränktem Sehvermögen. Im Straßenverkehr kann das gefährlich werden. Bühler: „Viele Verbraucher unterschätzen das Risiko für ihre Fahrtüchtigkeit, wenn sie Grippemittel und andere Medikamente einnehmen.“

Beispielsweise können Cortison und Antiallergika, Schmerzmittel wie Azetylsalizylsäure, Ibuprofen und Morphium sowie Antidepressiva das Reaktionsvermögen beeinträchtigen.

Weitere Medikamente verschärfen das Problem

Noch kritischer wird es, wenn weitere Medikamente ins Spiel kommen, beispielsweise gegen Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Epilepsie oder Depression. Wechselwirkungen können dann die Nebenwirkungen erheblich verstärken. Das gilt auch, wenn zusätzlich Alkohol getrunken wird. Auch unter der zulässigen Promilleschwelle kann das Reaktionsvermögen beim Autofahren dann drastisch reduziert sein.

Für seine Fahrtüchtigkeit ist jeder selbst verantwortlich

„Wer krank ist und Medikamente einnimmt, sollte genau überlegen, ob er sich fit genug fühlt, um mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad zu fahren“, rät Bühler. Im Zweifelsfall ist die beste Lösung, das Fahrzeug stehen lassen.

Neben den Gefahren eines Unfalls für sich und andere drohen bei eingeschränkter Fahrtüchtigkeit Bußgelder und der Entzug der Fahrerlaubnis – egal, ob zu viel Alkohol oder eine Medikament das Reaktionsvermögen beeinträchtigt. Denn hierzulande ist jeder Verkehrsteilnehmer für seine Fahrtüchtigkeit selbst verantwortlich.