Dicke Luft: Wie Feinstaub Läufern schaden kann

Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Menschen, die sich zu wenig bewegen, sterben eher. Doch was passiert, wenn man in der Großstadt lebt und bei Outdoor-Aktivitäten viel Feinstaub inhaliert?

„Sport, Sport, Sport!“ mahnen alle, die sich mit Gesundheit auskennen. Mindestens 150 Minuten pro Woche empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation. Doch was passiert, wenn man in der Großstadt lebt und bei Outdoor-Aktivitäten viel Feinstaub einatmet?

Forscher um Rudy Sinharay haben das nicht an jungen Joggern, sondern an 119 Menschen untersucht, die über 60 Jahre alt waren. Ein Drittel von ihnen war bei guter Gesundheit, ein weiteres Drittel litt an COPD, einer Lungenerkrankung, die vor allem durch Tabakrauch, aber auch andere Luftschadstoffe gefördert wird. Das letzte Drittel litt unter einer Koronaren Herzerkrankung (KHK). Dabei sind die Herzkranzgefäße, die das Herz versorgen, verengt, sodass es zu einer Unterversorgung kommen kann.

Park oder Hauptstraße?

Die Teilnehmer unternahmen einen zweistündigen Spaziergang. Die einen auf der Oxford Street - das ist eine vielbefahrene Straße der britischen Hautstadt mit reichlich Dieselausstoß durch Taxis und Busse. Die übrigen spazierten im idyllischen Hydepark. Nach einer Woche wurden die Spazierareale getauscht.

Vor und drei Stunden nach dem Spaziergang ermittelten die Forscher, wie viel Luft die Teilnehmer innerhalb einer Sekunde maximal ausatmen konnten (forcierte Einsekundenkapazität, FEV1). Bekannt ist, dass diese Ausatemkraft durch eine Belastung der Lunge, etwa durch Feinstaub, abnimmt.

Gebremste Pulswelle

Außerdem maßen sie die sogenannte Pulswellengeschwindigkeit. Gemessen wird dabei die Geschwindigkeit, mit der das Blut nach einem Herzschlag durch die Arterien strömt. Das gibt Aufschluss über Flexibilität und Zustand der Gefäße: Je starrer die Gefäßwand, desto schneller ist die Pulswelle. Die ermittelten Daten glichen die Forscher mit der jeweilig aktuellen Feinstaubbelastung ab.

Die Ergebnisse: Bei den gesunden Teilnehmern stieg die FEV1 nach dem Hydeparkspaziergang um 7,5 Prozent, auf der Oxford Street war der Gewinn an verfügbarer Atemluft nur unerheblich.

Die Pulswellengeschwindigkeit sank bei den Hydeparkspaziergängern um fünf Prozent auf der Oxford Street erhöhte sie sich um sieben Prozent – eine Differenz von 12,5 Prozent.

Kranke trifft Feinstaub härter

Stärker traf es die Kranken: Bei COPD-Patienten provozierte die schlechte Luftqualität mehr Symptome wie Husten, Kurzatmigkeit und Niesen. Bei Patienten mit KHK, die keine Medikamente einnahmen, verstärkte sich die Steifigkeit der Arterien.

Auch wenn die Studie noch keine belastbaren Zahlen liefert, bestätigt sie für Gesunde wie für Kranke: zum Laufen lieber ab ins Grüne!

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