Übergewichtige Frau beim Joggen

Diabetes: Heilen durch Abspecken

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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Ein Typ-2-Diabetes begleitet die meisten Erkrankten für den Rest ihres Lebens. Dabei haben Patienten, die erst wenige Jahre darunter leiden, gute Chancen, die Zuckerkrankheit wieder loszuwerden. Dazu müssen sie allerdings eines: ordentlich abspecken, und zwar möglichst in den ersten Jahren der Erkrankung.

Ein Typ-2-Diabetes trifft meist übergewichtige Menschen. Und auch Patienten, die vom BMI her noch nicht in diese Kategorie fallen, sind im Allgemeinen um den Bauch herum etwas fülliger. Denn insbesondere Bauchfett spielt bei der Entstehung der Krankheit eine zentrale Rolle – es sendet unter anderem Botenstoffe in den Körper, die Entzündungsprozesse fördern.

Umgekehrt kann der Verlust von Fettgewebe in diesem Bereich den Krankheitsprozess offenbar auch wieder umkehren. Mediziner bezeichnen so eine Kehrtwende als Remission.

Ran an den Speck!

Forscher um Roy Taylor von der Universität Newcastle haben 64 Typ-2-Diabetiker über einen Zeitraum von zwölf Monaten auf strikte Diät gesetzt. Die Diagnose aller Teilnehmer lag weniger als sechs Jahre zurück, und die Patienten benötigten zwar zuckersenkende Medikamente, mussten aber noch kein Insulin spritzen.

Im Schnitt nahmen die Probanden im Beobachtungszeitraum zehn Kilogramm ab. Bei fast der Hälfte von ihnen (46 Prozent) hatte sich der Blutzuckerstoffwechsel am Ende durch die Gewichtsabnahme wieder normalisiert.

Beta-Zellen können sich erholen

Tatsächlich stellte das Team um Roy Taylor fest, dass sich die Funktion der insulinproduzierenden Beta-Zellen bei den Geheilten schnell und substanziell verbessert hatte. Damit widerlegt die Studie die gängige Vorstellung, dass eine einmal eingebüßte Funktion dieser Zellen bei Diabetespatienten unwiederbringlich verloren ist.

Gesunde Beta-Zellen regieren auf einen Blutzuckeranstieg in zwei Phasen mit Insulinausschüttung: Der erste Schub erfolgt bereits in den ersten zehn Minuten nach dem Blutzuckeranstieg. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes bleibt dieser entscheidende erste Schub gewöhnlich ganz aus.

„Wir wissen inzwischen, dass die alte Vorstellung, dass bei Diabetes Beta Zellen zugrunde gehen nicht korrekt ist. Stattdessen verändert sich die Aktivität ihrer Gene, die für die Insulinproduktion zuständig sind“, sagt Studienleiter Taylor auf Rückfrage von e-happiness.

Fetteinlagerungen stressen die Zellen

Der Grund dafür sei, dass sich bei den Patienten auch in der Bauchspeicheldrüse zu viel Fett anreichere. Auf zellulärer Ebene verursacht das Stress. „Wenn die Ursachen des Stoffwechselstresses, also die Fetteinlagerungen, reduziert werden, springen die Gene wieder an, und die Zellen können ihre spezialisierte Funktion wieder aufnehmen“, erklärt Taylor. Als „Redifferenzierung“ bezeichnen Wissenschaftler diesen Prozess.

Die Forscher untersuchten, inwiefern sich die Genesenen von den weiterhin zuckerkranken Probanden unterschieden. Sie stellten fest, dass der Gewichtsverlust in beiden Gruppen vergleichbar groß war, auch die Blutfettwerte und der Anteil an Fetteinlagerungen in Leber und Bauchspeicheldrüse, in der die insulinproduzierenden Zellen sitzen, hatten sich in vergleichbarem Maße mit den verlorenen Pfunden reduziert.

Kürzere Krankheitsdauer, bessere Chancen

In einem Punkt aber unterschieden sich die Teilnehmer: Patienten deren Diabetes in Remission war, hatten die Diagnose durchschnittlich 2,7 Jahre vor Studienbeginn erhalten. Bei Teilnehmern, deren Stoffwechsel sich nicht normalisierte, waren es durchschnittlich 3,8 Jahre.

„Dauert der zelluläre Stress aufgrund des eingelagerten Fetts zu lange an, können die Zellen die Insulin-Gene nicht mehr aktivieren. Sie werden zu Null-Zellen. In anderen Worten Sie sind zwar lebendig, haben aber ihre spezialisierte Funktion verloren“, erklärt der Wissenschaftler.

Strategiewechsel für die Diabetestherapie?

Die Ergebnisse der Studie sprechen sehr für eine Abkehr von gängigen Therapiestrategien bei Diabetes. Bislang setzt man auf Medikamente in Kombination mit einer moderaten Lebensstiländerung. Doch das scheint der falsche Weg zu sein: Patienten, die im Rahmen der Studie ein Jahr lang nach diesem Standard behandelt wurden, blieben weiterhin zuckerkrank und auf Medikamente angewiesen. Sich möglichst früh zu Beginn der Krankheit ins Zeug zu legen und substanziell Gewicht zu verlieren, könnte dagegen vielen eine lebenslange Krankheit ersparen.

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