Brustkrebs: Chemotherapie oft unnötig

Chemotherapie bei Brustkrebs
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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Deutlich mehr Brustkrebspatientinnen als bislang gedacht könnten sich eine Chemotherapie ersparen. Bei vielen senkt die aggressive Behandlung das Risiko, dass der Tumor zurückkehrt, nicht. Das gilt zumindest für Frauen mit der häufigsten Brustkrebsform (Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ), sofern der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt wird.

Entscheidend für die Therapiewahl ist, wie aggressiv die Tumorzellen sind. Untersucht wird das mit einem sogenannten 21-Gen-Expression-Test. Mit diesem wird die Aktivität von 21 Genen im Tumor gemessen, die die Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv oder Metastasen beeinflussen.

Wer kann auf eine Chemotherapie verzichten?

Abhängig von der Genaktivität wird die Aggressivität des Tumors dann auf einer Risikoskala von 0 bis 100 eingeteilt. Bei einem Skore von über 25 wird immer eine Chemotherapie empfohlen. Bei einem Skore von unter zehn hingegen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs zurückkehrt, durch eine Chemotherapie nicht. Man kann also guten Gewissens auf sie verzichten. Doch was ist mit Frauen, deren Skore im mittleren Bereich von 11 bis 25 Punkten liegt?

Eben das haben Forscher anhand von 10.273 Patientinnen mit luminalem Brustkrebs untersucht, der noch nicht die Lymphknoten erreicht hatte. Frauen im mittleren Risikobereich von 11 bis 25 erhielten im Rahmen der Studie entweder nur eine Anti-Hormonbehandlung oder zusätzlich eine Chemotherapie. Insgesamt begleitete die Studie die Teilnehmerinnen über einen Zeitraum von neun Jahren.

Oft kein Zusatznutzen durch Chemotherapie

Dabei zeigte sich, dass eine Chemotherapie bei Frauen über 50 Jahren die Wahrscheinlichkeit für Rezidive nicht zusätzlich senkte. Das galt auch für jüngere Frauen mit einem Risiko-Skore von 11 bis 15. Bei den unter 50-jährigen mit einem Skore von 16 bis 25 stieg das Rückfallrisiko bei Verzicht auf eine Chemotherapie hingegen leicht an.

„Mit dem Ergebnis dieser bahnbrechenden Studie können wir ohne Risiko eine Chemotherapie bei 70 Prozent der Frauen mit der häufigsten Form von Brustkrebs vermeiden“, sagt Studienleiter Albain. „Für zahllose Frauen und ihre Ärzte sind die Tage der Unsicherheit vorbei.“

Rezeptoren entscheiden über Aggressivität

Die Krebsform, auf die sich die Studie bezieht, hat zwei spezielle Eigenschaften: Zum einen ist sie Hormonrezeptor-positiv. Das bedeutet, dass der Tumor unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron besonders stark wächst. Diese Hormone docken an bestimmten Bindungsstellen, den Hormonrezeptoren, der Zelle an, die dann ein Wachstumssignal ins Zellinnere weiterleiten.

Ein solcher Befund ist eine gute Nachricht. Denn mit einer Anti-Hormontherapie lässt sich das Rückfallrisiko der betroffenen Patientinnen effektiv reduzieren.

HER2-negativ ist eine gute Nachricht

Außerdem ist diese Brustkrebsform HER2-negativ. HER2 ist ebenfalls ein Rezeptorprotein von Tumorzellen. Es reagiert auf Wachstumssignale. Für die Prognose ist es ungünstig, wenn ein Tumor mit vielen HER2-Rezeptoren ausgerüstet ist – also HER2-positv ist. Denn HER2-bestückte Tumorzellen reagieren stark auf Wachstumssignale, teilen sich häufiger und sind somit insgesamt aggressiver.

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