Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

In vielen Fällen sind es offenbar Bakterien, die chronische Schmerzen im Rücken verursachen. Ist das die Ursache, hilft eine Antibiotikakur.

Manchmal versagen bei Rückenschmerzen alle gängigen Behandlungsmethoden, von Schmerzmitteln über Physiotherapie bis hin zur Operation. Hanne Albert von der Universität Odense in Dänemark hat eine verbreitete Ursache für die Dauerschmerzen gefunden, die man lange Zeit gar nicht beachtet hat: Bakterien, die sich in der Wirbelsäule einnisten. Und denen kann man mit Antibiotika zu Leibe rücken.

Eingenistete Bakterien

Die Übeltäter sind dann normalerweise harmlose Bakterien, die auf der Haut beheimatet sind, aber auch in der Mundflora vorkommen: Propionibacterium acnes. Über winzige Verletzungen gelangen die Keime in die Blutbahn. Haben sich infolge eines Bandscheibenvorfalles neue Blutgefäße in der geschädigten Wirbelregion ausgebildet, gelangen die Bakterien über diese ins Innere der Bandscheibe.

Auch wenn der Vorfall ausgeheilt ist, vermehren sich die Bakterien dort und verursachen Entzündungen, Knochenödeme und damit Schmerzen – sogenannte „modic changes“. Das ist sogar bei gut der Hälfte der Patienten mit chronischen Rückenschmerzen der Fall, fanden Albert und Ihre Kollegen heraus.

100 Tage Antibiotika

Gegen die unerwünschten Eindringlinge hilft eine massive Antibiotikakur: 100 Tage nahmen Patienten, die im Rahmen der Studie zum Test antraten, dreimal täglich 1.000 mg Amoxicillin. Erste Effekte zeigten sich nach sechs bis acht Wochen. Sowohl Schmerzen als auch funktionelle Beschwerden besserten sich.

Der Erfolg der Kur hielt anschließend über den Beobachtungszeitraum von zwei Jahren hinweg an. Für den neuartigen Behandlungsansatz bei chronischen Rückenschmerzen erhielt die Dänin jetzt den mit 10.000 Euro dotierten Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie.

Die Antibiotikakur könne zwar nicht allen Patienten helfen, „aber diejenigen mit ‚modic changes’, bei denen Bakterien eine Rolle spielen, profitieren enorm“, sagt Albert.

Volksleiden Nr. 1

Gemessen an den Krankheitstagen der Arbeitnehmer sind Rückenschmerzen das Volksleiden Nummer Eins. Zwar machen davon den größten Anteil akute Beschwerden aus, die Ausfallzeiten von weniger als sechs Wochen verursachen. Doch werden die Rückenschmerzen chronisch, kann sich die Arbeitsunfähigkeit stark verlängern – bis hin zur Frühberentung. Jeder fünfte Antrag zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben erfolgt aufgrund von Rückenschmerzen.

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