Allergiker werden öfter psychisch krank

Frau schnuppert an Pollen
Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Allergien sind nicht nur lästig. Sie versetzen das Immunsystem in Alarmbereitschaft. Genau das könnte der Grund dafür sein, dass Menschen mit Heuschnupfen oder allergischem Asthma häufiger seelische Erkrankungen entwickeln. Denn schon seit Längerem gibt es Hinweise darauf, dass Entzündungsprozesse im Körper auch das Risiko für Depressionen oder Angststörungen erhöhen.

66 Prozent höheres Risiko für seelische Leiden

Forscher um Prof. Wu-Chien Chien vom Tri-Service General Hospital in Taiwan haben die Daten von mehr als 180.000 Personen ausgewertet, von denen rund 47.000 an einer allergischen Erkrankung litten. Innerhalb eines Zeitraums von 15 Jahren erkrankten 14.000 der Teilnehmer an einer psychischen Störung wie einer Depression, einer Angsterkrankung oder Schizophrenie.

Insgesamt entwickelten 10,8 Prozent der Allergiker, aber nur 6,7 Prozent der allergiefreien Teilnehmer ein psychisches Leiden. Das entspricht einem höheren Risiko von 66 Prozent.

Entzündungsprozesse schaden der Seele

Asthmatiker, die entzündungshemmende Asthmamedikamente einnahmen, erkrankten dabei seltener als andere Asthmapatienten. Das würde die Hypothese stützen, dass die Entzündungsprozesse, sofern sie nicht eingedämmt werden, zur Entstehung psychischer Erkrankungen beitragen. Auch könnte der Stress, den eine allergische Erkrankung breiten kann, sich ungünstig auf die seelische Stabilität auswirken und gleichzeitig die Allergiesymptome verschlimmern.

Neurodermitiker nicht betroffen

Unklar bleibt dabei, warum ausgerechnet Patienten, die unter Neurodermitis litten, sogar seltener seelische Probleme bekamen als Nichtallergiker. Auch diese Hauterkrankung gehört zum allergischen Formenkreis. Gerade eine Neurodermitis kann wegen der sichtbaren Hauterscheinungen die Patienten psychisch stark belasten.

Ärzte, die Allergiker behandeln, sollten bei diesen daher besonders auf Symptome psychischer Erkrankungen achten, so die Empfehlung der Forscher.

Allergien in Deutschland

Allergien haben in den letzten Jahrzehnten in den Industrienationen deutlich zugenommen. Warum das so ist, ist noch nicht klar. Nach Angaben des Robert Koch Instituts leiden aktuell 28 Prozent der Erwachsenen unter Heuschnupfen, einer Kontakt-, Nahrungsmittel- oder Insektengiftallergie. Hinzu kommen weitere fünf bis sechs Prozent der Erwachsenen, die asthmakrank sind.

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