Lipase

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Valeria Dahm

Valeria Dahm ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie studierte an der Technischen Universität München Medizin. Besonders wichtig ist ihr, dem neugierigen Leser Einblick in das spannende Themengebiet der Medizin zu geben und gleichzeitig inhaltlichen Anspruch zu wahren.

Eva Rudolf-Müller

Eva Rudolf-Müller ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie hat Humanmedizin und Zeitungswissenschaften studiert und immer wieder in beiden Bereich gearbeitet - als Ärztin in der Klinik, als Gutachterin, ebenso wie als Medizinjournalistin für verschiedene Fachzeitschriften. Aktuell arbeitet sie im Online-Journalismus, wo ein breites Spektrum der Medizin für alle angeboten wird.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Eine Lipase ist ein Enzym, das Fette (Triacylglycerine, TAGs) in deren Bestandteile zerlegt. Nur so kann der Körper sowohl Nahrungsfette verdauen als auch die eigenen Fettreserven zur Energiegewinnung verwenden. Erfahren Sie hier, wann die Lipase-Werte im Blut gemessen werden, was sie über die Gesundheit des Patienten verraten und welche Faktoren die Lipase erhöhen oder erniedrigen können.

Was ist die Lipase?

Als Lipase werden alle Enzyme bezeichnet, die in der Lage sind, die Bindungen innerhalb von bestimmten Fetten – den Triacylglycerinen (TAGs) – zu spalten. Diese bestehen aus  drei Fettsäuren, die über ein Glycerin-Molekül miteinander verbunden sind. Die Verbindung zwischen Fettsäure und Glycerin ist eine sogenannte Ester-Bindung. Lipasen können solche Ester-Bindungen spalten.

Pankreaslipase

Die wichtigste Lipase für die Fettverdauung ist die Lipase der Bauchspeicheldrüse – die Pankreaslipase. Sie wird von der Bauchspeicheldrüse produziert und in den Zwölffingerdarm geleitet, wo sie die aufgenommenen Nahrungsfette spaltet. Nur so können diese über die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Hier werden die Fettsäuren und Glycerine wieder zu TAGs verbunden und an bestimmte Moleküle, die Lipoproteine, gebunden. Die Lipoproteine sind die Transporter der normalerweise unlöslichen Fette im Blut.

Lipoproteinlipase

Im Gegensatz zur Pankreaslipase befindet sich die Lipoproteinlipase im Blut und an den Wänden der Fettzellen und der Gefäße. Sie spaltet die TAGs an den Lipoproteinen erneut in Fettsäuren und Glycerin. Dann können Fette in die Zellen aufgenommen und dort als Reserve gespeichert werden.

Hormonsensitive Lipase

Auch gespeichertes Fett liegt in Form von TAGs vor. Es muss zur Energiegewinnung von der hormonsensitiven Lipase, die sich in den Fettzellen befinden, in die Einzelteile zerlegt werden. Diese gelangen im Anschluss über das Blut in die Organe, die ihren Energiebedarf mit Hilfe der Fettsäuren decken müssen.

Magen-Lipase

Neben der Pankreaslipase im Darm, der Lipoproteinlipase im Blut und der hormonsensitiven Lipase in den Zellen produziert der Körper auch die Magen-Lipase. Diese trägt allerdings nur bei Säuglingen zur Fettverdauung bei.

Wann bestimmt man den Lipase-Wert?

Im Labor wird vor allem die Pankreas-Lipase gemessen. Sie gibt Hinweise auf Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Dazu gehören Entzündungen (Pankreatitis), Tumoren oder andere Krankheiten, bei denen die Bauchspeicheldrüse in Mitleidenschaft gezogen wird (wie zum Beispiel bei einem akuten Abdomen). Oft wird gleichzeitig auch die Amylase, ein weiteres Enzym der Bauchspeicheldrüse, bestimmt.

Generell ist die Bestimmung der Lipase keine Routine-Untersuchung, sondern wird nur bei Krankheitsverdacht durchgeführt.

Lipase-Normalwert

Der Lipase-Blutwert kann sowohl im Serum als auch im Plasma bestimmt werden. Die Maßeinheit U/l steht für die Enzymeinheit (U) pro Liter.

Pankreas-Lipase: Normwert

Erwachsene

Kinder

13 - 60 U/l

bis 40 U/l

Wann ist die Lipase erniedrigt?

Ist die Lipase niedrig, besteht meist kein Grund zur Beunruhigung. Nur sehr selten liegt einem erniedrigten Lipase-Blutwert eine Krankheit zugrunde wie:

Ein fälschlich erniedrigter Wert kann außerdem bei einem starken Zerfall der Blutkörperchen gemessen werden.

Wann ist die Lipase erhöht?

Die Ursachen für eine Lipase-Erhöhung liegen meist in der Bauchspeicheldrüse selbst:

  • chronische oder akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
  • Tumoren der Bauchspeicheldrüse
  • Beteiligung der Bauchspeicheldrüse bei anderen Erkrankungen wie einem akutem Abdomen
  • Verschluss des Ganges zwischen Bauchspeicheldrüse und Zwölffingerdarm (Ductus pancreaticus)
  • Reizung der Bauchspeicheldrüse durch einen invasiven Eingriff (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie = ERCP)

Ist die Lipase nur leicht erhöht, kann dies folgende Gründe haben:

  • Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)
  • Leberentzündung (Hepatitis)
  • bakterielle Darminfekte
  • diabetische Ketoazidose (gefährliche Stoffwechselentgleisung bei Diabetikern)
  • Glutenintoleranz
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Falsch hohe Werte werden bei einer krankhaften Erhöhung von Fetten im Blut (Hypertriglyzerdiämie) oder einer Therapie mit Heparin (ein Gerinnungshemmer) gemessen.

Was tun bei verändertem Lipase-Wert?

Bei einem erniedrigten Lipasewert wird Ihr Arzt eventuell eine zweite Messung vornehmen. In den meisten Fällen besteht aber kein Handlungsbedarf.

Ist die Lipase erhöht, sollte eine gründliche Abklärung erfolgen. Dazu gehören neben einem zweiten Blutbild mit weiteren Parametern und einer Stuhluntersuchung auch ein Ultraschall der Bauchorgane. Diese einfachen, aber dennoch effektiven Untersuchungen werden auch dann durchgeführt, wenn der Lipase-Wert zu hoch ist, aber keine Beschwerden auftreten.

Die Behandlung richtet sich in jedem Fall nach der Grunderkrankung. Dazu gehören zum Beispiel bei einer Pankreatitis ein Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten, die regelmäßige Einnahme kleiner Mahlzeiten sowie eine kontrollierte Flüssigkeitszufuhr. Letztere kann auch über die Vene erfolgen. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass die Höhe der Lipase nicht mit der Schwere des Krankheitsverlaufes korreliert. 

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