Kalium

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Valeria Dahm

Valeria Dahm ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie studierte an der Technischen Universität München Medizin. Besonders wichtig ist ihr, dem neugierigen Leser Einblick in das spannende Themengebiet der Medizin zu geben und gleichzeitig inhaltlichen Anspruch zu wahren.

Eva Rudolf-Müller

Eva Rudolf-Müller ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie hat Humanmedizin und Zeitungswissenschaften studiert und immer wieder in beiden Bereich gearbeitet - als Ärztin in der Klinik, als Gutachterin, ebenso wie als Medizinjournalistin für verschiedene Fachzeitschriften. Aktuell arbeitet sie im Online-Journalismus, wo ein breites Spektrum der Medizin für alle angeboten wird.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Kalium ist eines der wichtigsten positiv geladenen Ionen (Kationen) im Körper. Der Mineralstoff ist maßgeblich an der Signalweiterleitung zwischen Zellen beteiligt und hält dort auch die elektrische Spannung aufrecht. Außerdem reguliert unser Körper unter anderem mit Hilfe von Kalium seinen Säuregrad (pH-Wert). Erfahren Sie hier, was Ihr Kalium-Spiegel über Ihre Gesundheit verrät.

Was ist Kalium?

Kalium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff. Er befindet sich zu 98 Prozent im Inneren der Zelle und nur zu zwei Prozent im Raum außerhalb von Zellen. Durch seine elektrische Ladung sorgt Kalium dafür, dass das sogenannte Ruhepotential zwischen Zellinnerem und Zelläußerem erhalten bleibt. Kommt es jedoch zu einem Natriumeinstrom in die Zelle und einem Kaliumausstrom aus der Zelle heraus, entwickelt sich daraus ein Aktionspotential. Es dient der Signalweiterleitung zwischen Zellen, etwa zwischen einzelnen Nervenzellen oder zwischen Nervenzellen und Muskelzellen.

Kalium aktiviert zudem verschiedene Enzyme beispielsweise für die Proteinsynthese. Außerdem können Kalium und Protonen (ebenfalls positiv geladene Teilchen) aufgrund ihrer gleichen Ladung gegeneinander zwischen Zellinnenraum und -außenraum ausgetauscht werden. Dieser Mechanismus trägt entscheidend zur Regulation des pH-Wertes bei.

Kalium ist außerdem an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt. Mittlerweile empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation eine gesteigerte Zufuhr von Kalium bei Bluthochdruck (Hypertonie), da sich damit sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck senken lässt. Zusätzlich sinkt nachweislich das Schlaganfallrisiko der Patienten.

Aufnahme und Ausscheidung von Kalium

Die Aufnahme von Kalium erfolgt über die Nahrung. Es ist quasi in jedem Lebensmittel vorhanden. Einige Lebensmittel wie zum Beispiel Bananen enthalten besonders viel Kalium. Bei einer Kalium-Überdosis regt das Hormon Aldosteron die Ausscheidung des Mineralstoffes über die Niere an.

Kalium-Tagesbedarf

Im Allgemeinen sollten Erwachsene pro Tag mindestens zwei Gramm Kalium aufnehmen. Im Einzelfall hängt der Tagesbedarf aber von Alter und Gesundheitszustand ab. So kann zum Beispiel bei Bluthochdruck-Patienten eine höhere Zufuhr sinnvoll sein.

Wann bestimmt man Kalium im Blut?

Da bereits geringe Abweichungen von den Normwerten weitreichende Folgen wie Herzrhythmusstörungen haben können, wird Kalium standardmäßig bei fast jeder Blutuntersuchung mitbestimmt.

Besonders wichtig ist die Kalium-Messung, wenn jemend Beschwerden hat, die auf einen möglichen Kalium-Mangel oder -Überschuss hindeuten. So können Symptome wie Muskelschwäche, Verstopfung und Herzstolpern einen übermäßigen Kaliumverlust anzeigen. Ist dagegen das Kalium zu hoch, kann es zu Missempfindungen vor allem im Mundbereich, Muskelzuckungen und Lähmungen sowie im schlimmsten Fall zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Auch generell bei akuten und chronischen Erkrankungen sowie bei der Einnahme bestimmter Medikamente gilt es, den Kaliumspiegel zu überwachen. Dazu gehören unter anderem:

  • Einnahme von Herzglykosiden bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Einnahme von Entwässerungsmitteln (Diuretika) bei Herzinsuffizienz
  • Herzrhythmusstörungen
  • Überschuss oder Mangel an Aldosteron (Hyperaldosteronismus oder Hypoaldosteronismus)
  • Cushing-Syndrom
  • akutes oder chronisches Nierenversagen

Kalium-Normwerte

Der Kaliumspiegel im Blutserum und Blutplasma beträgt normalerweise wie folgt:

Alter

Kalium-Normwert im Serum (mmol/l)

0 bis 7 Lebenstage

3,2 – 5,5

8 bis 31 Lebenstage

3,4 – 6,0

1 bis 6 Monate

3,5 – 5,6

6 Monate bis 1 Jahr

3,5 – 6,1

> 1 Jahr

3,5 – 6,1

Erwachsene

3,8 – 5,2

Der Kaliumspiegel im Urin beträgt bei normaler Ernährung 30 - 100 mmol/24h (gemessen im 24-Stunden-Sammelurin). Bei längerem Fasten kann er bis auf 10 mmol/24h absinken.

Besteht ein Kaliummangel (Hypokaliämie), gibt eine Urinuntersuchung Aufschluss darüber, auf welchem Wege der Körper den Mineralstoff verliert:

  • Kalium im Urin > 20 mmol/l: Kaliumverlust über die Nieren
  • Kalium im Urin < 20 mmol/l: Kaliumverlust über den Darm

Wann ist der Kalium-Wert erniedrigt?

Verminderte Kalium-Spiegel (Hypokaliämie) entstehen meist dadurch, dass zu viel des Mineralstoffes über die Nieren verloren geht. Das kann zum Beispiel folgende Gründe haben: 

  • Therapie mit Entwässerungsmitteln, Glukokortikoiden, Mineralkortikoiden oder Amphotericin B (ein Anti-Pilzmittel)
  • Überschuss an Aldosteron (Hyperaldosteronismus)
  • Cushing-Syndrom
  • akute Nierenschwäche mit gesteigerter Urinausscheidung
  • erhöhte Kaliumausscheidung durch übermäßigen Konsum von Lakritze

Auch über den Magen-Darm-Trakt kann der Körper Kalium verlieren, und zwar durch:

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Missbrauch von Abführmitteln

Kommt es zu einer Verschiebung des Kaliums aus dem Zellzwischenraum in die Zelle, ist ebenfalls weniger Kalium im Blut nachweisbar. Das passiert in folgenden Fällen:

  • zu hoher pH-Wert des Blutes (Alkalose)
  • Vitamin B-Therapie bei Blutarmut (Anämie)
  • Insulintherapie bei Coma diabeticum (komatöse Notfallsituation bei Diabetes-Patienten)

Befinden sich in der Blutprobe viele weiße Blutkörperchen (Leukozyten), können falsch niedrige Kaliumwerte gemessen werden. Der Grund: Die Leukozyten nehmen den Mineralstoff aus dem Blut auf.

Kaliummangel

Mehr über eine Unterversorgung mit Kalium erfahren Sie im Artikel Kaliummangel.

Wann ist der Kalium-Wert erhöht?

Ist das Kalium erhöht, spricht der Arzt von Hyperkaliämie. Zu viel Kalium im Körper liegt vor allem dann vor, wenn die Ausscheidung über die Nieren vermindert ist. Mögliche Gründe:

  • akutes Nierenversagen (akute Niereninsuffizienz)
  • chronisches Nierenversagen
  • Mangel an Aldosteron (Hypoaldosteronismus)
  • Mangel an Mineralkortikoiden (Morbus Addison)

Verschiedene Medikamente können ebenfalls bewirken, dass der Kaliumwert zu hoch ist:

  • Kaliumsparende Diuretika
  • Spironolacton (ebenfalls ein Diuretikum)
  • ACE-Hemmer (Blutdrucksenker)
  • Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (Herz-Kreislauf-Mittel)
  • Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen, ASS)
  • Cyclosporin A (Immunsystem-Hemmer = Immunsuppressivum)
  • Cotrimoxazol (Kombinationspräparat aus zwei Antibiotika)
  • Pentamidin (Mittel gegen einzellige Parasiten = Antiprotozoikum)

Bei einer übermäßigen Freisetzung aus der Zelle in den Zellzwischenraum ist der Kaliumwert ebenfalls erhöht. Mögliche Ursachen:

  • massiver Zerfall der roten Blutkörperchen (Hämolyse) nach Verletzungen, Verbrennungen oder Operationen
  • zu niedriger pH-Wert des Blutes (Azidose)
  • diabetisches Koma mit Insulinmangel
  • Überdosierung von Herzmedikamenten (Digitalis)
  • Krebstherapie mit Zytostatika

Wird bei der Blutabnahme die Vene zu lange gestaut, kann dies ebenfalls zu einem Zerfall der roten Blutkörperchen und somit bei der Messung zu einem falsch hohen Kaliumblutwert führen.

Was tun, wenn das Kalium erhöht oder erniedrigt ist?

Bei einem akuten Anstieg des Kaliumspiegels sind Sofortmaßnahmen notwendig, da lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen drohen. Eine rasche Aufnahme von Kalium in die Zelle kann mit Hilfe von Insulin und Glucose oder Sympathomimetika (beta1-Agonisten) bewirkt werden: Diese Substanzen können die Blutwerte von Kalium senken.

Ist die Hyperkaliämie chronisch, werden kaliumerhöhende Medikamente abgesetzt. Zudem muss sich der Patient kaliumarm ernähren.

Die akute Hypokaliämie wird mit einer intravenösen Gabe von Kaliumchlorid therapiert. Ist das Kalium chronisch vermindert, werden eventuell verantwortliche Medikamente abgesetzt und eine kaliumreiche Diät eingeleitet. 

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