Immunglobulin G

Eva Rudolf-Müller

Eva Rudolf-Müller ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion. Sie hat Humanmedizin und Zeitungswissenschaften studiert und immer wieder in beiden Bereich gearbeitet - als Ärztin in der Klinik, als Gutachterin, ebenso wie als Medizinjournalistin für verschiedene Fachzeitschriften. Aktuell arbeitet sie im Online-Journalismus, wo ein breites Spektrum der Medizin für alle angeboten wird.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Immunglobulin G (IgG) ist ein Antikörper, der in allen Schleimhäuten des Menschen und im Blutserum vorkommt. Es wird von den Plasmazellen produziert und macht etwa 80 Prozent aller Antikörper aus. Lesen Sie hier, welche Aufgaben das IgG im Körper übernimmt, warum es für Neugeborene so wichtig ist und bei welchen Krankheiten der IgG-Wert verändert ist.

Welche Aufgaben hat Immunglobulin G?

Das Immunglobulin G ist ein wichtiger Bestandteil des spezifischen Immunsystems. Es bindet Antigene (charakteristische Oberflächenstrukturen) von Erregern und markiert sie so für bestimmte weiße Blutkörperchen (Leukozyten). Diese verschlucken und eliminieren dann den Krankheitserreger.

Zusätzlich unterstützt das IgG das Komplementsystem, das die Zersetzung (Lyse) der Erreger einleitet.

Das IgG ist das einzige Immunglobulin, das die Plazentaschranke überwinden kann und so vom mütterlichen in den kindlichen Kreislauf übertritt. Da Neugeborene anfangs selbst noch keine Antikörper bilden können, erhalten sie schon im Mutterleib über das mütterliche IgG eine Art Nestschutz für die ersten Lebensmonate.

Normalwerte für Immunglobulin G

Die IgG-Werte werden im Blutserum gemessen. Für Erwachsene gelten Werte zwischen 700 und 1600 mg/dl als Norm.

Bei Kindern richten sich die Normwerte nach dem Alter.

Wann ist das Immunglobulin G erniedrigt?

Ein erniedrigter IgG-Wert (< 700 mg/dl bei Erwachsenen) findet sich unter anderem bei:

  • schweren Verbrennungen
  • Nephrotischem Syndrom
  • exsudativer Enteropathie (Eiweißverlust durch starke, wässrige Durchfälle)

Außerdem ist bei der sogenannten Agammaglobulinämie neben den übrigen Immunglobulinen auch das Immunglobulin G vermindert.

Welche Symptome verursacht ein IgG-Mangel?

Ein Immunglobulin G-Mangel beeinträchtigt deutlich das Immunsystem. Es kommt zum Beispiel zu chronischen bakteriellen Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Ohren oder Atemwegsinfekten, manchmal mit schwerem Verlauf. Bei den auslösenden Keimen kann es sich um ganz banale Erreger handeln, die bei einem Gesunden keine besonderen Beschwerden verursachen.

Was tun bei vermindertem IgG?

Antikörper-Mangelerkrankungen können zu schweren Infektionen führen und sind daher unbehandelt sehr gefährlich. Deshalb ist es gut, wenn ein Arzt sie frühzeitig erkennt und behandelt.

Ist die Immunglobulinstörung eine Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung, wird diese therapiert. Handelt es sich aber um einen angeborenen Antikörpermangel, muss der Patient lebenslang Immunglobuline von außen zuführen (Immunglobulinsubstitution). Diese werden ihm entweder über eine Vene verabreicht oder in das Unterhautgewebe gespritzt. Kommt es zu einem bakteriellen Infekt, verschreibt der Arzt Antibiotika. Wichtig ist, dass die betroffenen Patienten im Alltag bei ansteckenden Erkrankungen in ihrem Umfeld Abstand halten und regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen. Bei diesen Terminen prüft der Arzt unter anderem den Immunglobulinspiegel und die Lungenfunktion.

Wann ist das Immunglobulin G erhöht?

Bei folgenden Krankheiten kann das IgG erhöht (> 1600 mg/dl für Erwachsene) sein:

  • akute und chronische Infektionen
  • Krebserkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen

Auch bei Lebererkrankungen wie Hepatitis oder Leberzirrhose steigt das Immunglobulin G im Blut an. Die Erkrankungen müssen entsprechend behandelt werden.

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