Scharlach

Dr. med. Ricarda Schwarz

Ricarda Schwarz studierte Medizin in Würzburg, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Nach sehr vielseitigen Aufgaben in der medizinischen praktischen Ausbildung (PJ) in Flensburg, Hamburg und Neuseeland ist sie nun in der Neuroradiologie und Radiologie der Uniklinik Tübingen tätig.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Quellen ansehen
4,8 / 5 33 Bewertungen – Ihre Bewertung

Scharlach (Scarlatina) ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit. Die auslösenden Bakterien werden über kleinste Speicheltröpfchen übertragen und können Halsschmerzen, Hautausschlag und Fieber verursachen. Hier lesen Sie mehr zum Thema: Was ist Scharlach genau? Wie erfolgt die Ansteckung? Wie lang dauert die Scharlach-Inkubationszeit? Welche Symptome treten auf? Wie wird Scharlach behandelt?

Bakterien verursachen Scharlach

Scharlach: Kurzübersicht

  • Wichtige Symptome: Halsentzündung, Mandelentzündung mit Rötung, Schwellung, Schmerzen; "Himbeerzunge" (leuchtend rot gefärbte Zunge), charakteristischer Hautausschlag
  • Ansteckung: Tröpfcheninfektion (über Niesen, Husten, Sprechen), Schmierinfektion (Benutzung/Berührung kontaminierter Gegenstände und Flächen), offene Wunden (selten!)
  • Untersuchungen: Halsuntersuchung, Scharlach-Schnelltest, Blutuntersuchungen auf Bakterien und Antikörper
  • Behandlung: Bettruhe, Gurgeln, Schmerz- und Fiebermittel (Paracetamol, Ibuprofen), Antibiotika (Penicillin, Cephalosporine oder Erythromycin)
  • Komplikationen und Spätfolgen: Abszess der Mandeln, Lungenentzündung, Nebenhöhlenentzündung, akute Nierenentzündung, Rheumatisches Fieber, Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) und Myokarditis (Herzmuskelentzündung)

Scharlach: Symptome

Scharlach-Symptome treten etwa ein bis drei Tage nach der Ansteckung mit bakteriellen Krankheitserregern erstmals in Erscheinung (Scharlach-Inkubationszeit). Fast immer beginnt die Erkrankung plötzlich wie aus heiterem Himmel mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und oft hohem Fieber. Auch gerötete Wangen, Schüttelfrost, Erbrechen, Bauchschmerzen (besonders bei kleineren Kindern) sowie Kopf- und Gliederschmerzen sind mögliche Symptome bei Scharlach.

Anzeichen wie diese sind allerdings nicht eindeutig und können auch bei vielen anderen Krankheiten auftreten. Erst typische Scharlach-Symptome bringen Gewissheit: Neben Himbeerzunge und einem charakteristischem Ausschlag zählt dazu die Scharlach-Angina. Das ist eine Entzündung der Gaumenmandeln im Hals.

Es gibt auch Menschen, bei denen Scharlach ohne Fieber oder Ausschlag verläuft. Gerade bei älteren Patienten zeigen sich oft nicht alle typischen Scharlach-Symptome. Generell wird die Krankheit bei Erwachsenen leicht übersehen.

Drei charakteristische Scharlach-Symptome
Charakteristische Scharlach-Symptome
Eine Himbeerrote Zunge, der typische Scharlach-Ausschlag und eine Entzündung des Rachenraums und der Mandeln sind die drei Hauptsymptome bei Scharlach.

Scharlach-Angina

Bei fast jedem Menschen mit Scharlach entwickelt sich eine Halsentzündung (Angina tonsillaris). Keines der anderen Scharlach-Symptome tritt so regelmäßig auf wie dieses. Der Grund dafür ist, dass die Scharlach-Erreger die Rachenschleimhaut besiedeln. So können sich sowohl die Gaumenmandeln als auch der gesamte Rachen entzünden. Diese Bereiche sind dann gerötet, die Gaumenmandeln sind meistens deutlich angeschwollen und manchmal auch mit einer weißen Schicht belegt.

Weitere Scharlach-Symptome im Mund sind kleine, weißliche Beläge auf der Innenseite der Wangen. Oft sind außerdem die Hals-Lymphknoten geschwollen. Diese Scharlach-Symptome ähneln den Anzeichen einer üblichen Mandelentzündung.

Himbeerzunge

Die Himbeerzunge ist eines der spezifischen Scharlach-Symptome. Zunächst ist die Zunge mit einer weißen Schicht belegt. Diese Schicht verschwindet nach etwa vier Tagen, und es zeigt sich eine himbeerrote Zunge.

Scharlach-Ausschlag

Scharlach-Ausschlag entwickelt sich am ersten oder zweiten Krankheitstag. Es handelt sich dabei um stecknadelkopfgroße, hellrote und leicht erhabene Flecken, die sich rau anfühlen, aber nicht jucken. Der Scharlach-Ausschlag zeigt sich oft als erstes in der Leistenregion und an den Innnenseiten der Oberschenkel und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. Nur ein kleines Dreieck zwischen Mund und Kinn sowie die Fußsohlen und Handinnenflächen bleiben ausgespart. Nach sechs bis neun Tagen verschwindet der Ausschlag langsam wieder. Daraufhin fängt die Haut oft an, sich zu schuppen - auch an den Fußsohlen und Handflächen.

Hautauschlag bei Scharlach
Typischer Hautausschlag bei Scharlach
Zu den typischen Symptomen von Scharlach gehört der charakteristische Hautausschlag.

Scharlach: Komplikationen und Spätfolgen

Scharlach-Symptome bessern sich durch eine Antibiotikatherapie in der Regel sehr schnell. Ohne Behandlung können die Scharlach-Symptome aber länger andauern und unter Umständen auch schwerwiegender verlaufen: So entwickeln manche Patienten eine stark eitrige Mandelentzündung. Durch Abkapselung des Eiters entsteht ein Abszess. Manchmal tritt begleitend eine eitrige Mittelohrentzündung (Otitis media). Mögliche Folge bei ausbleibender Behandlung ist Schwerhörigkeit.

Die Keime aus dem Rachenraum können nicht nur ins Mittelohr, sondern auch in die Nasennebenhöhlen oder Lunge gelangen. Dann kann sich eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) beziehungsweise Lungenentzündung (Pneumonie) entwickeln - zusätzlich zu den oben genannten Scharlach-Symptomen.

Ganz selten, aber potenziell lebensgefährlich ist der septische Verlauf von Scharlach: Dabei dringen die Scharlach-Bakterien in die Blutbahn ein und verteilen sich im Körper. Es entwickelt sich eine "Blutvergiftung" (Sepsis) mit plötzlichem hohem Fieber, Erbrechen, Durchfall, Haut-Schleimhaut-Blutungen, Bewusstseinstrübung, schwerer Herzschädigung und Schock.

Eine mögliche Spätkomplikation von Scharlach ist ein akutes rheumatisches Fieber. Es tritt vor allem bei Patienten im Alter zwischen drei und fünfzehn Jahren auf. Bei den Betroffenen entzünden sich verschiedene Gelenke oder Organe (wie das Herz). Auch eine akute Nierenentzündung (Glomerulonephritis) kann sich als Spätfolge von Scharlach entwickeln.

Scharlach: Ansteckung

An Scharlach erkrankt man durch die Ansteckung mit bestimmten Streptokokken-Bakterien. Dabei handelt es sich um "Streptococcus pyogenes", auch A-Streptokokken genannt. Die Keime setzen sich vor allem an der Schleimhaut im Mund-Rachen-Raum fest und können hier Entzündungen auslösen. Zudem produzieren sie giftige Stoffwechselprodukte (Toxine), welche die typischen Hautveränderungen hervorrufen.

Auf welchem Wege erfolgt die Scharlach-Ansteckung?

Die Scharlach-Bakterien befinden sich im Speichel von Patienten. Sie werden beim Husten, Niesen oder Sprechen verpackt in winzige Flüssigkeitströpfchen an die Umgebungsluft abgegeben. Andere Menschen in der Nähe können diese Tröpfchen einatmen und sich dadurch mit Scharlach anstecken (Tröpfcheninfektion). Besonders gefährdet sind also Menschen, die engen Kontakt zu Scharlach-Patienten haben. Die Infektionskrankheit breitet sich daher oft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen aus.

Wenn sich Patienten beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund halten, gelangen die bakterienhaltigen Tröpfchen auf die Handflächen. Von dort können sie auf Gegenstände wie Besteck oder Türklinken übertragen werden. Wenn ein Gesunder das gleiche Besteck benützt oder die kontaminierten Gegenstände anfasst und sich anschließend mit der Hand an Mund oder Nase greift, kann er sich ebenfalls mit Scharlach infizieren (Schmierinfektion).

Nur ganz selten erfolgt die Scharlach-Ansteckung über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser (Lebensmittelinfektion).

Hustensekret als Ansteckungsquelle
Hustensekret als Ansteckungsquelle
Hand vor den Mund halten beim Husten? Keine gute Idee! So verteilt man die Bakterien und andere können sich anstecken.

Gelegentlich dringen die Scharlach-Erreger über Hautwunden in den Körper ein (Wundscharlach).Wie lange ist Scharlach ansteckend?

Bei einer akuten Streptokokken-Infektion wie Scharlach, die nicht spezifisch behandelt wird, können Patienten bis zu drei Wochen ansteckend sein. Bei eitrigen Ausscheidungen kann die Ansteckungsgefahr ohne Behandlung sogar noch länger bestehen.

Sobald aber eine wirksame Antibiotika-Behandlung eingeleitet wurde, sind Patienten nach 24 Stunden nicht mehr ansteckend.

Kann man sich mehrmals mit Scharlach anstecken?

Egal, ob eine Scharlach-Erkrankung behandelt wird oder nicht - nach überstandener Krankheit ist man nicht immun gegen eine erneute Ansteckung. Im Zuge einer Infektion bildet der Körper zwar einen gewissen Schutz gegen bestimmte Bakteriengifte. Es gibt aber verschiedene Scharlach-Stämme, sodass sich ein Betroffener mehrmals anstecken kann. Wird ein Mensch nach einer früheren Scharlach-Infektion hingegen ein zweites Mal von demselben Erreger-Stamm angegriffen, erkrankt er mit großer Wahrscheinlichkeit nicht an Scharlach, sondern höchstens an einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris).

Übrigens: Nicht jeder, der den Scharlach-Erreger in sich trägt, erkrankt auch. Bei bis zu 20 Prozent der Bevölkerung ist der Rachen mit den Bakterien besiedelt, aber es zeigen sich keine Symptome.

Scharlach bei Kindern und Erwachsenen

Als Kinderkrankheit ist Scharlach bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen. Meist erkranken Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren daran. Scharlach kann aber prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten. Nur Säuglinge sind relativ sicher vor einer Ansteckung, weil sie entsprechende Antikörper von der Mutter in sich tragen ("Nestschutz").

Scharlach bei Erwachsenen wird oft nicht oder erst spät erkannt: Bei plötzlichem Fieber, Halsschmerzen und Schluckenbeschwerden denken viele nicht an die Möglichkeit, sich mit dem Erreger der "Kinderkrankheit" angesteckt zu haben und gehen gar nicht oder erst verspätet zum Arzt. Das kann unter Umständen ernste Folgen haben: Scharlach bei Erwachsenen kann wie bei Kindern Komplikationen und Spätfolgen wie rheumatisches Fieber, Herz- und Nierenentzündungen hervorrufen.

Scharlach: Schwangerschaft

Wenn eine schwangere Frau an Scharlach erkrankt, besteht zunächst kein besonderer Grund zur Sorge. Die Erkrankung hat keinen direkten Einfluss auf das ungeborene Kind. Im Gegensatz zu anderen Kinderkrankheiten wie Röteln, Mumps oder Masern besteht also kein spezifisches Risiko für kindliche Fehlbildungen, Fehl- oder Totgeburt.

Indirekt kann sich eine Scharlach-Krankheit in der Schwangerschaft aber sehr wohl negativ auf das Kind auswirken: Wenn etwa die werdende Mutter Komplikationen wie Entzündungen des Herzmuskels entwickelt, kann dies die Versorgung des Ungeborenen mit Sauerstoff und Nährstoffen und damit die kindliche Entwicklung beeinträchtigen.

Eine Scharlach-Erkrankung in der Schwangerschaft sollte deshalb frühzeitig mit Antibiotika behandelt werden. Zudem werden die Schwangere und ihr Ungeborenes medizinisch überwacht - wie bei allen Infektionskrankheiten in der Schwangerschaft.

Mehr zum Thema lesen Sie im Beitrag Scharlach und Schwangerschaft.

Scharlach: Untersuchungen und Diagnose

Die typischen Krankheitssymptome lassen beim Arzt meistens schnell den Verdacht auf Scharlach aufkommen. Um sicher zu gehen, erhebt er zunächst die Krankengeschichte (Anamnese). Dabei fragt er den Patienten (bei Kindern: die Eltern) zum Beispiel, wann das Fieber begonnen hat und ob Personen in der Umgebung gerade an Scharlach erkrankt sind.

Anschließend folgt die körperliche Untersuchung: Dabei prüft der Arzt, ob Rachen und Gaumenmandeln gerötet, geschwollen oder weiß belegt sind. Außerdem tastet er die Lymphknoten am Hals ab. Sie können bei Scharlach anschwellen. Der Arzt betrachtet auch die Haut am ganzen Körper. Liegt ein Hautausschlag vor, erkundigt er sich, wo er begonnen hat und ob er juckt. Ein Scharlach-Ausschlag verblasst vorübergehend unter dem Druck von einem Holzspatel. Manchmal bildet sich bei Patienten auch auf den Schleimhäuten im Mund ein Ausschlag.

Abtasten der Lymphknoten
Abtasten der Lymphknoten
Bei der Anamnese werden die Lymphknoten abgetastet - oft schwellen sie bei Scharlach an.

Für einen Scharlach-Schnelltest entnimmt der Arzt einen Abstrich der Rachenschleimhaut, um ihn auf Streptokokken zu untersuchen. Schon nach wenigen Minuten steht das Ergebnis fest. Es ist aber nicht ganz zuverlässig: Fällt das Ergebnis positiv aus, liegt sehr wahrscheinlich ein Infektion mit Gruppe A-Streptokokken vor. EIn negatives Testergebnis schließt aber eine solche Infektion nicht sicher aus. Dann kann man den Rachenabstrich ins Labor schicken, um eventuell enthaltene Erreger anzuzüchten (Bakterienkultur) und zu bestimmen.

Auch die Blutwerte können Hinweise auf eine Scharlach-Infektion geben. Einige Blutwerte weisen generell auf eine bakterielle Entzündung hin: So sind dann oft die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit erhöht.

Es besteht auch die Möglichkeit, das Blut des Patienten auf Antikörper gegen den Scharlach-Erreger zu untersuchen. Das macht aber nur Sinn bei Verdacht auf eine Streptokokken-Folgeerkrankung wie rheumatisches Fieber.

Scharlach: Behandlung

Die Scharlach-Therapie besteht üblicherweise in der Gabe eines Antibiotikums. Es lässt die Beschwerden etwas schneller abklingen und beugt Komplikationen vor. Außerdem sind Patienten schon 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Therapie nicht mehr ansteckend für andere Menschen.

Im Allgemeinen wird Scharlach mit Penicillin behandelt. Das Antibiotikum wird oral (als Tablette) oder parenteral (als Spritze) verabreicht. Es muss zehn Tage lang angewendet werden. Wird das Antibiotikum früher abgesetzt, erhöht sich das Rückfallrisikon.

Wenn jemand allergisch auf Penicillin reagiert, wird die Scharlach-Therapie mit einem anderen Antibiotikum durchgeführt. Geeignet sind zum Beispiel Cephalosporine oder Erythromycin.

Bei schwerem Krankheitsverlauf (wie Sepsis = Blutvergiftung) sollte zusätzlich zu Penicillin-Spritzen das Antibiotikum Clindamycin verabreicht werden.

Bei manchen Patienten führt Scharlach als Spätfolge zu einem rheumatischen Fieber. Die Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko für eine erneute Streptokokken-A-Infektion. Solche Rückfälle können deutlich schwerer verlaufen und eine bestehende Herzschädigung verschlimmern. Deshalb wird bei rheumatischem Fieber eine längere Behandlung mit Penicillin zur Vorbeugung von Rückfällen empfohlen. Diese Rezidivprophylaxe sollte mindestens über fünf Jahre durchgeführt werden.

Scharlach-Therapie: Weitere Tipps

Vor allem bei Fieber sollten Patienten Bettruhe einhalten. In den ersten beiden Tagen der Antibiotikatherapie sollte man zudem Kontakte zu anderen Personen vermeiden. Das verringert das Risiko, andere mit Scharlach anzustecken. Aus dem gleichen Grund sollten Patienten in ein Taschentuch oder in die Ellenbeuge husten oder niesen und sich anschließend gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen.

Gegen die unangenehmen Halsschmerzen bei Scharlach helfen Gurgellösungen mit Heilpflanzen wie Salbei oder Eibisch sowie warme Halswickel. Wegen der Schmerzen beim Schlucken, wird weiche oder flüssige Nahrung empfohlen. Die Kost sollte salz- und eiweißarm sein.

Wenn Patienten fiebern, sollte sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Empfehlenswert ist zum Beispiel mit Honig gesüßter Lindenblütentee. Auch Wasser oder verdünnte Säfte sind geeignet.

Bei Bedarf kann gegen die Schmerzen und das Fieber auch Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden. Beide Wirkstoffe lindern Schmerzen und senken das Fieber.

Eine Antibiotika-Therapie kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Um das zu vermeiden, sollte regelmäßig Joghurt gegessen werden - allerdings zeitlich versetzt zur Antibiotikagabe.

Manchmal werden unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung von Scharlach Homöopathie und andere alternative Heilmethoden empfohlen. Ob dies sinnvoll ist, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Übrigens: Kinder und Jugendliche, die nachweislich oder vermutlich Scharlach haben, dürfen vorübergehend keine Gemeinschaftseinrichtungen (wie Kindergarten, Schule) besuchen. Erkrankte Mitarbeiter einer Gemeinschaftseinrichtung dürfen erst wieder zur Arbeit gehen, wenn sie nicht mehr ansteckend sind. Darüber entscheidet der behandelnde Arzt beziehungsweise das zuständige Gesundheitsamt.

Scharlach: Krankheitsverlauf und Prognose

Bei einer frühzeitigen Antibiotikatherapie klingen die Scharlach-Symptome meist nach wenigen Tagen wieder ab. In den meisten Fällen sind Betroffene wieder vollständig gesund, sobald die Antibiotika-Behandlung abgeschlossen ist.

In selteneren Fällen nimmt die Kinderkrankheit Scharlach einen schweren Verlauf oder zieht Spätfolgen nach sich. Zu den Spätfolgen zählen eine akute Nierenentzündung (akute Glomerulonephritis) sowie das akute rheumatische Fieber. Letzteres kann mit Gelenkschmerzen sowie einer Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis), des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis) einhergehen. Außerdem kann rheumatisches Fieber das Gehirn in Mitleidenschaft ziehen und eine Form von Bewegungsstörung (Chorea Sydenham) verursachen. Das Risiko für Komplikationen und Spätfolgen einer Schlarlach-Erkrankung lässt sich senken, indem man frühzeitig mit Antibiotika behandelt.

Scharlach: Vorbeugung

Es gibt keine Impfung gegen Scharlach. Dennoch kann man das Risiko einer Ansteckung verringern, wenn man bestimmte Vorsichtsmaßnahmen einhält. So sollte man engen Kontakt zu Erkrankten meiden und sich regelmäßig die Hände mit Seife waschen. Menschen mit schweren Grunderkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem kann der Arzt eventuell vorbeugend ein Antibiotikum verschreiben, um sie vor einer Ansteckung mit Scharlach zu schützen.

Weiterführende Informationen

Leitlinie:

  • der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (Seite 30; Stand 2015)

steroid-pharm.com/

https://steroid-pharm.com

steroid-pharm.com