Rosacea

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Marian Grosser

Marian Grosser studierte in München Humanmedizin. Daneben hat der vielfach interessierte Arzt einige spannende Abstecher gewagt: ein Philosophie- und Kunstgeschichtestudium, Tätigkeiten beim Radio und schließlich auch für Netdoktor.

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Die Rosacea (Rosazea) ist eine entzündliche, chronische Erkrankung der Gesichtshaut, die in Schüben verläuft. Sie beginnt mit Hautrötungen. Später können Gefäßerweiterungen, Bläschen, Knötchen und Gewebeneubildungen hinzukommen. Die Betroffenen leiden unter Juckreiz und Schmerzen, belastend ist außerdem die kosmetische Beeinträchtigung. Erfahren Sie hier alles Wichtige rund um die Rosacea - Symptome, Ursachen, Diagnostik, Behandlung und Prognose.

Rosacea

Kurzübersicht

  • Was ist Rosacea? Chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben und unterschiedlichen Schweregraden verläuft. Betroffen ist meist das Gesicht, selten auch andere Körperpartien.
  • Symptome: Anfangs flüchtige Hautrötungen (Erythme), später oft Gefäßerweiterungen, entzündliche Bläschen und Knötchen sowie Gewebeneubildungen (Phymen). Zudem brennende, juckende Haut und stechende Schmerzen. Die Sonderform Ophthalmorosazea betrifft das Auge und kann unbehandelt zu schweren Sehstörungen führen.
  • Auslöser und Risikofaktoren:starke, langanhaltende UV-Strahlung (Sonnenbäder, Solarium), Hitze, heißes Baden und Duschen, bestimmte Kosmetika, Waschlotionen mit alkalischem ph-Wert (>7), bestimmte Medikamente, Kaffee und Tee, Alkohol und Nikotin, Stress.
  • Behandlung:Medikamente (Salben, Cremes, Lotionen, Antibiotika), Laserbehandlung, Veröden, photodynamische Therapie, chirurgischer Eingriff; Meiden typischer Auslöser wie UV-Strahlung, Hitze, scharfes Essen, Alkohol sowie bestimmter Pflegeprodukte und Kosmetika
  • Ursachen:Noch unklar. Vermutet wird eine genetische Veranlagung im Zusammenspiel mit verschiedenen immunologischen, mikrobakteriellen und neurologischen Faktoren.
  • Prognose:Chronischer Verlauf, nicht vollständig heilbar. Bei richtiger Behandlung, Pflege und angepasster Lebensweise lassen sich die Symptome gut kontrollieren und die Schübe reduzieren. Manchmal kommt die Erkrankung auch plötzlich zum Stillstand.

Rosacea: Symptome

Die Rosacea (Rosazea, "Kupferrose") ist eine Erkrankung der Haut (Dermatose). Sie betrifft klassischerweise das Gesicht und nur selten anderen Körperpartien.

Die Rosacea verläuft in Schüben und unterschiedlichen Schweregraden, die mit typischen Beschwerden einhergehen. Außerdem können die Symptome von Patient zu Patient variieren, so dass sie sich nicht immer eindeutig einem Schweregrad zuordnen lassen.

Vorstadium: Rosacea-Diathese

Typisch für den Beginn einer Rosacea sind plötzlich auftretende, flüchtige Hautrötungen (Erytheme). Sie betreffen hauptsächlich die Wangen, die Nase, das Kinn und den mittleren Stirnbereich. Selten zeigt sich die Rosacea auch an anderen Körperstellen wie im Bereich der Augen, Kopfhaut, an Brust oder Nacken.

Schweregrad I: Rosacea erythematosa-teleangiectatica

Zu den Hautrötungen kommen Gefäßerweiterungen (Teleangiektasien) in der Gesichtshaut hinzu. Die Haut ist trocken und schuppt sich gelegentlich leicht. Zudem leiden die Betroffenen unter Juckreiz sowie brennenden, stechenden Schmerzen.

Schweregrad II: Rosacea papulopustulosa

In diesem Stadium Form treten zusätzlich entzündlich gerötete Bläschen (Pusteln) und Knötchen (Papeln) als Rosacea-Symptome auf. Sie verschwinden meist erst nach mehreren Wochen. Manchmal entwickeln sich zudem Lymphödeme (Flüssigkeitsansammlungen) im Gesichtsgewebe.

Hinweis: Weil sich bei Rosacea Akne-ähnliche entzündliche Hautveränderungen bilden, wurde die Erkrankung früher fälschlicherweise "Acne rosacea" genannt.

Schweregrad III: Glandulär-hyperplastische Rosacea

Dies ist die schwerste Form der Rosacea. Bindegewebe und Talgdrüsen vergrößern sich, wodurch knollige Wucherungen (Phyme) entstehen, zum Beispiel eine Knollennase oder Kartoffelnase (Rhinophym). Aus kosmetischen Gründen leiden die Betroffenen meist stark unter diesen Hautveränderungen.

Hinweis: Anders als bei Akne bilden sich bei Rosacea keine Mitesser. Wenn Sie bei sich typische Rosacea-Symptome und zugleich Mitesser beobachten, leiden Sie wahrscheinlich an einer Mischform.

Sonderformen der Rosacea

Neben der klassischen Rosacea gibt es einige Spezialformen, die vergleichsweise selten auftreten.

Die Ophthalmorosazea wird bei etwa jedem fünften Betroffenen beobachtet. Sie betrifft das Auge, entweder zusätzlich zur klassischen Hautkrankheit Rosacea oder isoliert. Typische Symptome sind erweiterte Blutgefäße in den Augen sowie Entzündungen von Augenlidern (Lidrandentzündung = Blepharitis) und Bindehaut (Bindehautentzündung = Konjunktivitis). Die Augen sind zudem meist trocken und brennen oft. Die Ophtalmorosacea sollte besonders engmaschig überwacht werden. Unbehandelt kann sie nämlich eine Hornhautentzündung (Keratitis) auslösen, die im Extremfall zur Erblindung führt.

Bei der Rosacea fulminans treten die typischen Symptome besonders stark ausgeprägt innerhalb weniger Tage oder Wochen auf. Betroffen sind vorwiegend junge Frauen, Männer dagegen so gut wie nie. Ist die Rosacea fulminans einmal überwunden, tritt sie meist nicht wieder auf.

Zu einer gramnegativen Rosacea kommt es, wenn die Erkrankung bereits über mehrere Wochen hinweg ohne nachhaltigen Erfolg mit Antibiotika behandelt wurde. Dann wurden nur bestimmte Erreger vernichtet. Andere, sogenannte gramnegative Bakterien, haben überlebt. Sie vermehren sich und verursachen in der Folge weitere Hautreaktionen.

Wird die Rosacea mit Glukokortikoiden (Steroidhormone wie Kortison) behandelt, kann sich nach dem Absetzen der Medikamente eine Steroidrosacea entwickeln. Diese verläuft oft wesentlich schwerer als die Rosacea, die man eigentlich behandeln wollte. Aus diesem Grund wird die Rosacea nur in Ausnahmefällen mit diesen Medikamenten behandelt.

Typische Erscheinungsformen der Rosacea
Rosacea
Die entzündliche Hautkrankheit Rosacea zeigt sich vor allem durch starke Rötung im Gesicht. Bei einer Sonderform können die Augen erkranken und Schaden nehmen.

Rosacea: Behandlung

Mit speziellen Medikamenten und der richtigen kosmetischen Pflege lassen sich die Rosacea-Symptome oft deutlich lindern. Unbehandelt verschlimmert sich die Rosacea dagegen meist schubweise.

Zusätzlich oder alternativ zur medikamentösen Behandlung können weitere Therapiemethoden angewendet werden. Dazu zählen Veröden, Photodynamische Therapie und chirurgische Eingriffe. Außerdem sollten Menschen mit Rosacea die Ernährung im Auge behalten und typische Auslöser der Beschwerden möglichst meiden.

Hinweis: Manche Patienten wenden bei der Behandlung der Rosacea Homöopathie an (oft ergänzend zur schulmedizinischen Therapie). Eine Wirksamkeit der alternativen Heilmethode ist bislang zwar nicht wissenschaftlich erwiesen. Dennoch berichten manche Patienten von einer Besserung der Symptome.

Rosacea-Behandlung mit Medikamenten

Die medikamentöse Behandlung ist der wichtigste Baustein der Rosacea-Therapie. Man unterscheidet hier zwischen der lokalen und der systemischen Therapie. Erfahrungsgemäß ist die Kombination von lokaler und systemischer Rosacea-Therapie besonders wirksam.

Lokale (topische) Rosacea-Behandlung

Hierbei wird das Medikament als Salbe, Gel oder Lotion direkt auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen. Welche Darreichungsform am wirksamsten und besten verträglich ist, hängt vom Einzelfall ab. Die äußerliche Behandlung der Rosacea wird meist über einen sehr langen Zeitraum durchgeführt (als topische Erhaltungstherapie). Die beiden wichtigsten Wirkstoffe, die dabei verwendet werden, sind:

Beiden Wirkstoffen wird ein entzündungshemmender Effekt bei der Rosacea zugesprochen. Möglicherweise bremsen sie außerdem das bei Rosacea typischerweise überreagierende Immunsystem. Die Azelainsäure sorgt zudem dafür, dass bestimmte Hautzellen (Keratozyten) nicht zu stark wachsen.

Darüber hinaus können weitere Substanzen zur lokalen Rosacea-Therapie eingesetzt werden:

  • Permethrin: Richtig dosiert, wirkt das eigentliche Gift positiv auf die Rosacea.
  • Clindamycin: Das Antibiotikum wird in Ausnahmefällen auch lokal eingesetzt.
  • Retinoide: Sie werden wie Permethrin auch bei Akne angewendet.
  • Calcineurin-Hemmer: Sie helfen vor allem bei einer Steroidrosacea.

Die genannten Wirkstoffe bekämpfen primär die Knötchen und Bläschen. Gegen die typische Gesichtsrötung helfen sie jedoch meist nicht. Dagegen wurde in den USA ein Spezialgel mit dem Wirkstoff Brimonidin entwickelt. Seit 2014 ist es auch in der EU zugelassen. Das Medikament bewirkt, dass sich die Blutgefäße in der Gesichtshaut zusammenziehen. Dadurch verblassen die Rötungen.

Systemische Rosacea-Behandlung

Bei einigen milderen Formen der Rosacea reicht eine lokale Behandlung aus. In schwereren Fällen is aber zusätzlich eine systemische Rosacea-Behandlung nötig. Dabei wird das Medikament innerlich angewendet, zum Beispiel in Form von Tabletten. So gelangt der Wirkstoff über das Blut in den gesamten Körper. Das macht die systemische Rosazea-Therapie einerseits effektiver als die lokale. Andererseits kommt es aber häufig zu stärkeren Nebenwirkungen.

Meist werden für die systemische Rosacea-Therapie Antibiotika verwendet, insbesondere zwei Gruppen:

  • Tetrazykline: Doxycyclin und Minozyklin heißen die am häufigsten verwendeten Medikamente dieser Wirkstoffgruppe. Sie sind die erste Wahl bei der Antibiotika-Behandlung der Rosacea, weil sie für Magen und Darm besser verträglich sind als Makrolide.
  • Makrolide: Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen zum Beispiel Erythromycin und Clarithromycin. Makrolide werden eingesetzt, wenn Patienten Tetrazykline nicht vertragen.

Antibiotika werden eigentlich eingesetzt, um Bakterien zu bekämpfen. Bei der Rosacea-Behandlung macht man sich jedoch einen anderen Wirkmechanismus dieser Substanzen zunutze: In geringer Dosierung wirken die Antibiotika vorwiegend entzündungshemmend und dämpfend auf das überreagierende Immunsystem - ähnlich wie Metronidazol und Azelainsäure bei der lokalen Rosacea-Behandlung.

Neben Antibiotika werden zur systemischen Rosacea-Behandlung manchmal auch Wirkstoffe eingesetzt, die normalerweise für die lokale Behandlung zur Anwendung kommen - zum Beispiel Tabletten mit Metronidazol.

Auch Retinoide wie Isotretinoin können bei innerlicher Anwendung die Rosacea-Symptome lindern, wie Studien zeigen. Allerdings ist Isotretinoin in Deutschland nur zur Behandlung schwerer Akne zugelassen. Es wird bei schwerer Rosacea deshalb nur in Ausnahmefällen außerhalb der offiziellen Zulassung ("off label") eingesetzt. Dabei ist große Vorsicht geboten, weil die Einnahme von Isotretinoin-Kapseln viele Nebenwirkungen (auch schwere) haben kann, zum beispiel Haut- und Schleimhautreizungen. Außerdem darf Isotretinoin nicht von Frauen eingenommen werden, die schwanger werden könnten (Risiko von kindlichen Fehlbildungen!).

Hinweis:Anders als viele andere Hauterkrankungen wird die Rosacea nur in Ausnahmefällen mit Glukokortikoiden ("Kortiosn") behandelt, da diese Mittel das Krankheitsbild in der Regel verschlechtern. Selbst nach einer anfänglichen Besserung kehren die Symptome nach dem Absetzen des Kortison-Präparats meist umso stärker zurück.

Laserbehandlung und Veröden

Mit einer Laserbehandlung lassen sich die anhaltenden Rötungen und Gefäßerweiterungen (Teleangiektasien) meist gut beseitigen. Dazu werden die betroffenen Hautpartien mit gebündelten, energiereichen Lichtstrahlen behandelt. So lassen sich auch Phymen abtragen.

Gefäßerweiterungen kann sich zudem mithilfe von elektrischem Strom veröden.

Photodynamische Therapie (PDT)

Bei der Photodynamischen Therapie erhalten Rosacea-Patienten zuerst eine Substanz, welche die Haut lichtempfindlicher macht. Dieser sogenannte Photosensibilisator lagert sich an die betroffenen Hautpartien an. Dann werden diese Areale mit Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt. Dadurch verändert sich die Struktur des Photosensibilisators. In der Folge zerstört die Substanz defekte Hautstrukturen.

Chirurgische Therapie

Die Rosacea lässt sich auch chirurgisch behandeln, etwa mit einer Dermabrasion oder einem Dermashaving. Diese Methoden kommen vor allem bei Phymen zum Einsatz. Sie werden deshalb im Beitrag „Rosacea: Rhinophym“ näher beschrieben.

Ernährung umstellen & Auslöser meiden

Sehr hilfreich ist es auch, wenn Menschen mit Rosacea die Ernährung umstellen. Es gibt zwar keine spezielle Rosacea-Diät. Da aber erfahrungsgemäß scharfe Gewürze, sehr heiße Speisen und Getränke sowie Alkohol zu Gefäßweiterungen im Gesicht führen können, sollten Sie als Patient besser darauf verzichten. Sorgen Sie für eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Reduzieren Sie insbesondere Ihren Fett- und Zuckerkonsum zugunsten von viel Obst und Gemüse. So können Sie verhindern, dass die Poren der Gesichtshaut verstopfen. Das wiederum wirkt sich positiv auf das Hautbild aus.

Darüber hinaus sollten Sie testen, wie Ihre Rosacea auf verschiedene Nahrungsmittel reagiert. Verzichten Sie dazu immer wieder einmal bewusst auf einzelne Lebensmittel und beobachten Sie, ob und wie sich die Rosacea-Symptome dadurch verändern.

Wichtig ist außerdem, dass Sie die typischen Auslöser einer Rosacea-Schub meiden:

  • starke, langanhaltende UV-Strahlung (Sonnenbäder, Solarium)
  • Hitze, heißes Baden und Duschen, Saunabesuche
  • Waschlotionen und Seifen mit alkalischem pH-Wert (>7)
  • bestimmte Kosmetika
  • bestimmte Medikamente
  • Kaffee und Tee
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Stress

Auch hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft, können einen Krankheitsschub auslösen. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.

Hinweis: Rosacea-Patienten reagieren unterschiedlich auf die verschiedenen möglichen Auslöser. Beobachten Sie deshalb genau, auf welche Reize Ihre Haut reagiert und passen Sie Ihre Lebensweise entsprechend an.

Rosacea: Pflege

Die Rosacea-Haut sollte richtig gepflegt werden. Das kann die Behandlung mit Medikamenten und/oder anderen Therapiemethoden unterstützen. Denn bestimmte Inhaltsstoffe und eine unsachgemäße Anwendung von Pflegemitteln können die Haut reizen und so die Symptome verstärken.

Richtige Hautpflege

Beherzigen Sie bei der Hautpflege folgende Tipps:

  • Reinigen Sie die Gesichtshaut nur mit lauwarmem Wasser. Extreme Wassertemperaturen und rasch aufeinander folgende Temperaturwechsel können zu plötzlichen Hautrötungen (Flush) führen.
  • Verzichten Sie auf Gesichts-Peelings, denn sie irritieren die Rosacea-Haut zusätzlich.
  • Verwenden Sie ausschließlich Pflege- und Waschprodukte ohne Menthol, Kampfer, Natriumlaurylsulfat und Adstringenzien.
  • Vermeiden Sie Wasser mit einem hohen Härtegrad.
  • Tupfen Sie die Gesichtshaut nach dem Waschen sanft mit einem Handtuch trocken statt mit dem handtuch zu rubbeln.
  • Nutzen Sie Seifen und Waschlotionen mit leicht saurem pH-Wert (< 7).

In punkto Gesichtsreinigung sind sogenannte Wasch-Syndets für Rosacea-Patienten gut geeignet. Das sind künstliche waschaktive Substanzen mit relativ niedrigem pH-Wert (4,5 bis 5,5), die wesentlich sanfter zur Haut sind als klassische Seifen.

Die feinen Gefäße der Haut erweitern sich
Rosacea Haut
Die Haut der Wangen rötet sich, weil sich kleinste Blutgefäße erweitern (Teleangiektasien) - die Äderchen sind deutlich erkennbar.

Achtung, Sonne!

UV-Strahlen sind ein wichtiger Risikofaktor für Rosacea-Betroffene. Deshalb sollten Sie Ihre Haut gewissenhaft vor (starker) UV-Strahlung schützen:

  • Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung zwischen Frühjahr und Herbst.
  • Verzichten Sie auf Solariumbesuche.
  • Verwenden Sie Sonnenschutzprodukte mit hohem Lichtschutzfaktor (50+) und tragen Sie diese mehrmals täglich auf. Bevorzugen Sie physikalische Sunblocker mit Titandioxid oder Zinkoxid (Apotheke). Diese gelten bei Rosacea als besser hautverträglich als chemische Sonnenschutzmittel.

Rosacea: Creme, Salbe oder Lotion?

Die Produkte unterscheiden sich in punkto Wasser- und Fettgehalt. Eine Salbe enthält gar kein Wasser, nur Fett. Dagegen weist eine Creme einen gewissen Wasseranteil auf. Eine Lotion beinhaltet sogar mehr Wasser als Fett. Sie wird deshalb auch als Öl-in-Wasser-Emulsion bezeichnet.

Für Rosacea-Patienten sind Produkte mit hohem Wasseranteil ideal, also Cremes und Lotionen. Denn sie bilden keinen Poren verschließenden Fettfilm auf der Haut, sondern lassen die Haut atmen, ohne sie auszutrocknen. Gleiches gilt auch für Präparate auf Glycerin- oder Silikonölbasis (Cyclomethicon, Dimethicon).

Komplett verzichten sollten Sie auf Produkte mit Duft- oder Farbstoffzusatz, da diese die Haut unnötig reizen.

Tipp: Lassen Sie sich vor dem Kauf Ihrer Pflegeprodukte ausführlich in der Apotheke beraten.

Make-up bei Rosacea

Grundsätzlich können Sie auch mit Rosacea Make-up verwenden. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Produkte frei von hautreizenden Inhaltsstoffen wie Menthol, Kampfer, Natriumlaurylsulfat und Adstringenzien sind. Zudem sollten die Kosmetika nicht die talgdrüsen verstopfen, also nicht komedogen sein.

Verzichten Sie auf sehr stark deckendes Make-up. Denn dieses lässt sich nur schwer entfernen, was wiederum Hautirritationen auslösen kann. Sinnvoll ist dagegen ein spezielles Rosacea-Make-up, das die Rötungen im Gesicht gut überdeckt und sich zudem leicht entfernen lässt.

Hinweis: Rosacea-Betroffene können sehr individuell auf Kosmetika reagieren. Wenn Sie bemerken, dass Sie ein Produkt nicht vertragen, sollten Sie die Anwendung sofort beenden und eine Alternative ausprobieren.

Rosacea: Rhinophym

Das Rhinophym ist ein Symptom der Rosacea, das sich bei einem schweren Verlauf der Erkrankung entwickeln kann. Es handelt sich dabei um eine Wucherung des Bindegewebes und der Talgdrüsen (Phyme). Rhinophyme treten meist an der Nase auftreten. Diese sogenannte Knollennase oder Kartoffelnase beobachtet man besonders bei älteren Männern.

Behandelt werden Phyme medikamentös oder operativ. Vor allem im chirurgischen Bereich lassen sich heute gute optische Behandlungserfolge erzielen. Es besteht aber die Möglichkeit, dass sich später eine neue Knollennase bildet.

Mehr zum „Rhinophym“ bei Rosacea lesen Sie im Beitrag Rosacea: Rhinophym.

Rosacea: Ursachen und Risikofaktoren

Je nachdem, welche Studie man zugrunde legt, leiden zwischen 2 und 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland an einer Rosacea. Menschen jenseits der 30 sind am häufigsten betroffen. Doch auch Kinder können in Ausnahmefällen an einer Rosacea erkranken. Gravierende Unterschiede zwischen den Geschlechtern lassen sich nicht beobachten - bei Frauen tritt die Rosacea nur minimal häufiger auf. Zudem sind helle Hauttypen häufiger betroffen als dunkle.

Den typischen Symptomen der Rosacea liegen eine dauerhafte Weitung der Blutgefäße sowie eine chronische Entzündung der Haut zugrunde. Die Ursachen dafür sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird eine genetische Veranlagung. Sie könnte im Zusammenspiel mit verschiedenen Faktoren zur Entstehung einer Rosacea führen, glauben Experten.

Wie entsteht eine Rosacea?

Unter anderem spielt vermutlich das körpereigene Immunsystem eine Rolle. Es produziert bestimmte antimikrobielle Stoffe in der Haut, die eintretende Krankheitserreger bekämpfen sollen. Einige dieser Substanzen lösen Entzündungen aus und bewirken zudem, dass sich neue Gefäße bilden (Angioneogenese). Das ist normal und sinnvoll, um eindringende Erreger zu vernichten. Im Blut von Rosacea-Patienten wurden jedoch deutlich erhöhte Konzentrationen dieser antimikrobiellen Stoffe nachgewiesen. Das könnte die krankhaften Hautentzündungen und Gewebeneubildungen erklären.

Als Auslöser der Immunreaktion stehen bestimmte Mikroorganismen im Verdacht. So ist die Haut von Rosacea-Betroffenen oft überdurchschnittlich stark mit sogenannten Haarbalgmilben (Demodex folliculorum) besiedelt. Die mikroskopisch kleinen Tierchen befinden sich zwar auf der Haut jedes Menschen. Bei Rosacea-Patienten scheinen sie aber vermehrt vorzukommen und die oben beschriebene, zu Entzündungen führende Immunreaktion auszulösen.

Darüber hinaus gibt es Anhaltspunkte dafür, dass bei einer Rosacea Rezeptoren des Immunsystems nicht korrekt arbeiten. Diese Rezeptoren erkennen körperfremde Organismen und produzieren bestimmte Substanzen, um diese zu bekämpfen. Im Falle einer Fehlregulation reagieren die Rezeptoren jedoch über und lösen so anhaltende Hautentzündungen aus.

Nicht zuletzt scheinen auch entzündete Nerven im Gesicht eine Rolle bei der Rosacea-Entstehung zu spielen. Die Nerven steuern die Blutgefäße, indem sie sie bei Hitze weit stellen und bei Kälte zusammenziehen. Bei Rosacea-Patienten funktioniert die Kommunikation zwischen Nerven und Blutgefäßen im Gesicht jedoch nicht richtig, da die Nerven entzündet sind. So kommt es zu Fehlsteuerungen - schon bei schwachen Reizen wie scharfem Essen weiten sich die Blutgefäße, ohne sich anschließend wieder komplett zusammenzuziehen.

Rosacea: Untersuchungen und Diagnose

Meist kann der Hautarzt die Rosacea schon anhand der typischen Symptome (Hautrötungen, erweiterte Gefäße etc.) erkennen. Spezielle Untersuchungen sind deshalb in der Regel nicht notwendig.

Manchmal entnimmt der Arzt bei Verdacht auf Rosacea aber Hautprobe (Biopsie). Sie wird unter dem Mikroskop genauer untersucht. So lassen sich optisch ähnliche Hauterkrankungen ausschließen, etwa die seltenere Schmetterlingsflechte oder die Stewardessen-Krankheit (Kosmetik-Akne). Zudem hilft die Untersuchung, den Schweregrad der Rosacea einzuschätzen.

Rosacea: Krankheitsverlauf und Prognose

Die Rosacea verläuft meist chronisch und schubweise - Phasen mit stärkeren Beschwerden wechseln sich mit Zeiten ab, in denen die Symptome abklingen oder sie zumindest bessern. Die Erkrankung ist zwar nicht vollständig heilbar, lässt sich aber mit der richtigen Behandlung, Hautpflege und Lebensweise gut kontrollieren. Manchmal kommt die Rosacea sogar zum Stillstand, ohne sich weiterzuentwickeln.

Weiterführende Informationen

Bücher:

  • Rosazea: Ein Ratgeber, Volker Nölle, Volker Sayn, WiKu-Verlag Verlag für Wissenschaft und Kultur, 2003

Leitlinien:

  • Leitlinie "" der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (2013)

Selbsthilfe:

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