Pseudokrupp

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Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Pseudokrupp (Pseudo-Krupp) ist eine Virusinfektion der oberen Atemwege, an der vor allem Babys und Kleinkinder erkranken. Charakteristisch ist der sogenannte Krupphusten, ein anfallsartiger Husten, der mit Atemnot und weiteren Symptomen verbunden sein kann. Meist heilt Pseudokrupp von selbst aus. Nur selten muss er im Krankenhaus behandelt werden. Lesen Sie hier Wissenswertes zum Thema: Welche Symptome verursacht Pseudokrupp? Was ist bei einem Anfall zu tun? Wie sehen Behandlung und Prognose aus?

pseudokrupp

Kurzüberblick

  • Was ist Pseudokrupp? Virusinfektion der oberen Atemwege (Kehlkopf und Luftröhre). Betroffen sind vor allem Kinder bis fünf Jahren, selten Erwachsene. Nicht zu verwechseln mit echtem Krupp (lebensgefährliche Entzündung des Kehldeckels im Zuge einer Diphtherie).
  • Symptome: Anfallsartig auftretender, trockener, bellender Husten. Manchmal auch Atemnot (in schweren Fällen mit bläulich verfärbten Lippen, schnellem Puls, Angst etc.). Weitere mögliche Symptome sind Fieber, Heiserkeit, pfeifende Atemgeräusche (inspiratorischer Stridor), Schwäche, allgemeines Krankheitsgefühl.
  • Ursachen und Riskofaktoren: Ursache sind meist Erkältungsviren (wie Parainfluenza-, RS-, Rhino-, Adeno- und Metapneumo-Viren) und nur sehr selten Bakterien. Begünstigende Faktoren: kalte Winterluft, Luftverschmutzung, Zigarettenrauch, bestehende Allergien.
  • Ansteckung: Tröpfcheninfektion über den Speichel durch Niesen, Husten, Sprechen. Berührung infizierter Gegenstände.
  • Behandlung: Kortison-Zäpfchen, fiebersenkende Mittel; bei starker Atemnot Behandlung im Krankenhaus (mit Kortison, Adrenalin, evtl. Sauerstoffzufuhr).
  • Was ist bei einem Anfall zu tun? Kühle Luft und kühle Getränke zuführen. Ruhe bewahren, Betroffene beruhigen. Bei schweren Anfällen mit akuter Atemnot sofort den Notarzt rufen.
  • Prognose: Pseudokrupp heilt meist von selbst innerhalb weniger Tage aus. Die Heilung lässt sich unterstützen, indem begünstigende Faktoren wie trockene Luft und Zigarettenrauch gemieden werden. Sehr selten treten Komplikationen auf (Lungenentzündung, Mittelohrentzündung).

Pseudokrupp: Beschreibung

Pseudokrupp (Krupphusten) ist eine akute Infektion des Kehlkopfes (Larynx) oberhalb der Stimmritze (Glottis) und der Luftröhre (Trachea). Sie wird in der Regel durch verschiedene Erkältungsviren ausgelöst. Die Keime befallen die oberen Atemwege, was die Schleimhäute in Hals, Nase und Rachen erheblich anschwellen lässt und die Atemwege verengt. Hinzu kommen Muskelkrämpfe (Spasmen) im unteren Kehlkopfausgang und oberen Luftröhrenbereich.

Alle dies führt zum Hauptsymptom des Pseudokrupp: dem anfallsartig auftretenden, trockenen, bellenden Husten. Er kann von weiteren Beschwerden begleitet sein. etwa von Atemnot, Heiserkeit, Fieber, Schnupfen und generellem Unwohlsein.

Die meisten Pseudokrupp-Erkrankungen treten in den Herbst- und Wintermonaten auf. Betroffen sind meist Kinder zwischen 1 und 5 Jahren - Jungen etwas häufiger als Mädchen. Die meisten Kinder bekommen ein- bis zweimal in ihrem Leben einen Krupphusten. Gelegentlich tritt der Pseudokrupp bei Kindern auch häufiger oder noch jenseits der typischen Altersperiode auf. Oft sind das Kinder, die zu Asthma neigen.

Pseudokrupp bei Erwachsenen ist sehr selten.

Pseudokrupp: So entsteht der bellende Husten
Pseudokrupp
Beim Pseudokrupp schwellen die Schleimhäute der oberen Atemwege an und entzünden sich. Dadurch entsteht der typische Husten, Heiserkeit und Schnupfen.

Hinweis: Mediziner bezeichnen Pseudokrupp auch als stenosierende Laryngotracheitis, Laryngitis subglottica oder Laryngotracheobronchitis.

Pseudokrupp ist nicht gleich Krupp

Pseudokrupp und Krupp sind nicht dasselbe. Beim "echten" Krupp handelt es sich um eine potenziell lebensgefährliche Kehlkopfentzündung im Rahmen einer Diphtherie-Errkankung. Diese Infektion ist jedoch dank flächendeckender Impfungen so selten geworden, dass der Begriff "Krupp" umgangssprachlich als Synonym für Pseudokrupp verwendet wird.

Pseudokrupp-Anfall: Was tun?

Ein Pseudokrupp-Anfall kann ganz plötzlich auftreten und sehr heftig ausfallen. Begünstigt wird ein Anfall durch trockene (Heizungs-)Luft und das Atmen durch den Mund, das gerade bei Kindern mit Atemwegsinfektionen häufig zu beobachten ist. Beides führt dazu, dass die Schleimhäute zusätzlich anschwellen. Besonders hoch ist das Risiko für einen Pseudokrupp-Anfall außerdem in der Nacht, wenn der Körper weniger entzündungshemmendes Cortisol produziert.

Erste-Hilfe bei einem Pseudokrupp-Anfall

Kälte lässt die Atemwege abschwellen und den Anfall abklingen. Deshalb sollten Sie bzw. Ihr Kind bei einem akuten Krupp-Anfall folgendes tun:

  • Kühle Luft einatmen, am offenen Fenster oder draußen auf dem Balkon oder im Garten.
  • Kühle Getränke einnehmen.
  • Beruhigen Sie sich oder Ihr Kind, denn Angst verstärkt die Symptome.

Bei leichtem Pseudokrupp reichen diese Maßnahmen oft aus, um einen Anfall zu beenden.

Hinweis: Bei einem starken Pseudokrupp-Anfall wird die typische Hustenattacke von Anzeichen eines Sauerstoffmangels begleitet (blasse Haut, bläulich verfärbte Lippen, Atemnot, Herzrasen, Angst etc.). Rufen Sie dann sofort den Notarzt unter 112!

Lange galt die Empfehlung, bei einem aktuen Pseudokrupp-Anfall feuchte Luft einatmen zu lassen (Luftanfeuchten zum Beispiel mithilfe von Verneblern, Luftbefeuchtern oder feuchten Handtüchern). Es ist aber wissenschaftlich nicht bewiesen, dass dies hilft.

Pseudokrupp: Symptome

Klassisches Symptom von Pseudokrupp ist ein trockener, bellender Husten (Krupphusten), der meist nachts auftritt. Diese nächtliche Häufung beruht wahrscheinlich darauf, dass der Cortisolspiegel im Körper zwischen 24 Uhr und vier Uhr auf seinen Tiefststand sinkt. Die Wirkung des entzündungshemmenden Hormons ist deshalb in dieser Phase am geringsten.

Ebenfalls nachts leiden viele Kinder mit Pseudokrupp an akuter Atemnot. Die Atemnot kann aber auch während des Tages langsam zunehmen. Bei sehr starke Atemnot wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das erkennt man etwa daran, dass sich der Puls beschleunigt (Herzrasen) und der Betroffene schnell und angestrengt atmet (mit deutlichem Heben und Senken des Brustkorbs sowie geblähten Nasenflügeln). Es können sich außerdem kleine Gruben (Einziehungen) in den Rippenzwischenräumen bilden. Bei zunehmendem Sauerstoffmangel färben sich Fingerspitzen und Lippen blau (Zyanose). Die Betroffenen verspüren Angst und Unruhe, wodurch sich die akuten Symptome verstärken.

Achtung: Die Pseudokrupp-Symptome ähneln denen der Kehldeckelentzündung (Epiglottitis). Letztere kann sehr schnell lebensbedrohlich werden. Deshalb sollten Sie bei ersten Anzeichen von Atemnot bei sich oder Ihrem Kind sofort einen Arzt aufsuchen.

Weitere Symptome bei Pseudokrupp sind:

  • Fieber
  • Heiserkeit
  • Schwierigkeiten beim Einatmen mit pfeifenden oder "quietschenden" Atemgeräuschen (inspiratorischer Stridor)
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Schwäche

Da sich Pseudokrupp meist infolge einer Erkältung entwickelt, werden auch Schnupfen und normaler Husten im Anfangsstadium der Infektion zu den Symptomen von Pseudokrupp gezählt.

Pseudokrupp bei Erwachsenen

Erwachsene leiden deutlich weniger unter den genannten Pseudokrupp-Symptomen als Kinder. Atemnot sowie bläuliche Verfärbung von Haut und Schleimhäuten (Zyanose) treten so gut wie nie auf. Typisch sind aber auch bei erwachsenen Patienten der trockene, bellende Krupphusten mit besonders starken Anfällen in der Nacht sowie Heiserkeit und Mattigkeit.

Pseudokrupp-Stadien

Anhand der Symptomatik lässt sich Pseudokrupp in vier Schweregrade (Stadien) einteilen:

  • 1. Stadium: Typischer bellender Pseudokrupp-Husten, heisere Stimme
  • 2. Stadium: Atemgeräusche beim Einatmen, Einziehen des Brustkorbs bei der Einatmung
  • 3. Stadium: Atemnot, erhöhter Pulsschlag, Angst, blasse Gesichtsfarbe
  • 4. Stadium: Starke Atemnot, flacher und schneller Puls, Atemgeräusche beim Ein- und Ausatmen, Blaufärbung der Haut, Bewusstseinsstörungen

Pseudokrupp: Ursachen und Risikofaktoren

Pseudokrupp wird meist von Erkältungsviren ausgelöst. Dazu gehören:

  • Parainfluenza-Viren
  • Influenza-(Typ A oder B) Viren
  • RS-, Rhino-, Adeno- und Metapneumo-Viren

Seltener sind Masern-, Windpocken-, Herpes-simplex und Epstein-Barr-Viren verantwortlich für die Erkrankung.

Infolge des Virenbefalls der Schleimhäute in Mund, Nase und Rachen schwellen die Stimmbänder unterhalb des Kehlkopfs (Larynx) an. Außerdem kann sich vermehrt Schleim in den Bronchien ansammeln. Dadurch entstehen Symptome wie Heiserkeit und Atemnot.

Hinweis: Bei Babys und Kleinkindern sind die Atemwege noch sehr eng. Deshalb kann schon eine geringe zusätzliche Verengung lebensbedrohlich sein. Suchen Sie deshalb bei Verdacht auf Pseudokrupp sofort Ihren Arzt oder Kinderarzt auf.

Die Pseudokrupp-Symptome können sich durch verschiedene Faktoren verschlimmern. Dazu zählen etwa kalte Winterluft, Luftverschmutzung und Zigarettenrauch. Begünstigend wirken sich zudem vorhandene Allergien aus.

Manchmal kann ein Pseudokrupp auch bakteriell bedingt sein. So kann eine Infektion mit dem Bakterium Staphylococcus aureus oder mit Pneumokokken Pseudokrupp auslösen. Auch Allergien können den typischen bellenden Krupphsten verursachen. Man spricht dann von spastischem Krupphusten.

Pseudokrupp: Ansteckung

Pseudokrupp ist ansteckend: Patienten verteilen beim Husten, Sprechen und Niesen kleinste Speicheltröpfchen in der Umgebung, die mit den auslösenden Viren infiziert sind. Andere Menschen können diese infektiösen Speicheltröpfchen einatmen und dann selber erkranken (Tröpfcheninfektion).

Eine Ansteckung ist auch möglich, wenn ein Gesunder Gläser, Besteck, Taschentücher etc. benutzt, die mit dem infektiösen Speichel eines Patienten infiziert sind.

Tipp: Achten Sie bei Pseudokrupp verstärkt auf Hygiene und halten Sie Ihr erkranktes Kind möglichst von anderen Kindern fern.

Pseudokrupp: Untersuchungen und Diagnose

Ein Arzt kann Pseudokrupp meist schon anhand des typischen Hustens und der pfeifenden Geräusche beim Einatmen erkennen. Zusätzlich fragt er genauer nach den Beschwerden, um die Krankengeschichte zu erheben (Anamnese). Mögliche Fragen dabei sind:

  • Wie lange besteht der Husten schon?
  • Wie oft treten die Hustenanfälle auf?
  • Gibt es weitere Symptome?
  • Besteht auch Atemnot?

Anschließend ermittelt der Arzt den Schweregrad der Erkrankung mithilfe eines Punktesystems (Westley-Score): Berücksichtigt werden dabei die Symptome Atemgeräusche (Stridor), Einziehungen der Haut, Atemnot, Blaufärbung von Haut und Schleimhäuten (Zyanose) sowie Beeinträchtigung des Bewusstseins. In Summe ergibt sich so ein milder, moderater oder schwerer Pseudokrupp. Die schwere Form ist durch akute Atemnot gekennzeichnet, die im Krankenhaus behandelt werden muss. Sie ist aber nur selten.

Schließlich gilt es noch, den vermeintlichen Pseudokrupp von einer Kehldeckelentzündung (Epiglottis) abzugrenzen. Diese Erkrankung zeigt ähnliche Symptome wie der Pseudokrupp, kann aber lebensbedrohlich sein. Zur Klärung untersucht der Arzt den Rachen des Patienten: Die Zunge wird mit einem kleinen Spatel nach unten gedrückt, damit der Mediziner freie Sicht hat. Die Untersuchung dauert nicht lange und ist absolut schmerzfrei.

Sehr selten ist es nötig, eine Blutprobe beziehungsweise einen Rachenabstrich zu nehmen und im Labor auf eine bakterielle Infektion hin zu untersuchen.

Das Röntgen des Brustkorbes (Röntgen-Thorax) ist in der Regel nicht nötig, kann jedoch bei unklarer Diagnose weiterhelfen.

Pseudokrupp: Behandlung

Pseudokrupp verläuft meist nur leicht und kann dann zuhause behandelt werden. Der Patient sollte nach Möglichkeit bei offenem Fenster schlafen. Faktoren, die einem Pseudokrupp-Anfall begünstigen, sollten gemieden werden (zum Beispiel Tabakrauch in der Luft). Gegen die entzündlich angeschwollenen Schleimhäute der Atemwege helfen Kortison-Zäpfchen. Sie beugen einer Atemnot vor. Bei Bedarf kann auch ein fiebersenkendes Medikament mit Paracetamol oder Ibuprofen gegeben werden. Was Sie bei einem akuten Pseudokrupp-Anfall tun sollten, lesen Sie oben.

Hat der Arzt einen mittelschweren oder schweren Pseudokrupp diagnostiziert, werden besonders Kinder grundsätzlich im Krankenhaus behandelt. So ist für Notfälle (starke akute Atemnot) schnell professionelle Hilfe verfügbar. Erwachsene erkranken meist nur an leichtem Pseudoprupp, weshalb sie nur sehr selten stationär behandelt werden müssen.

Bei der Pseudokrupp-Behandlung im Krankenhaus werden Medikamente mit Epinephin, Adrenalin und Kortison eingesetzt. Die Wirkstoffe lassen die Schleimhäute abschwellen. Bei schwerer Atemnot mit akutem Sauerstoffmangel wird Sauerstoff über eine Atemmaske zugeführt oder - in extrem seltenen Fällen - nach einem Luftröhrenschnitt über einen kleinen Schlauch (Intubation). Falls nötig, erhalten die Betroffenen bei einem akuten Anfall außerdem ein Beruhigungsmittel.

Pseudokrupp: Homöopathie

Einige Elternratgeber empfehlen, Pseudokrupp mit homöopathischen Mitteln selbst zu behandeln. Als Mittel der Wahl gelten Aconitum napellus in der Anfangsphase, für die Nacht Spongia tosta und zur Vorbeugung eines erneuten Anfalls am Morgen Hepar Sulfuris sowie Aconitum oder Belladonna. Die Wirksamkeit homöopathischer Mittel ist allerdings nicht vollständig wissenschaftlich nachgewiesen. Doch schaden können diese Substanzen vermutlich nicht. Meist helfen sie, bei einem Pseudokrupp-Anfall ruhig zu bleiben. Bei leichtem Verlauf kann das schon ausreichen, um die akuten Symptome in den Griff zu bekommen. Bei einem Pseudokrupp-Anfall mit schwerer Atemnot müssen Sie aber sofort den Notarzt rufen!

Pseudokrupp: Krankheitsverlauf und Prognose

Die meisten Fälle von Pseudokrupp gehören zur Stufe eins und heilen problemlos von selbst aus. Nur sehr selten entwickeln sich Komplikationen wie Mittelohrentzündung (Otitis media) oder Lungenentzündung.

Pseudokrupp: Dauer

Pseudokrupp dauert im Allgemeinen zwischen zwei Tagen und zwei Wochen, je nach dem allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen. Selten treten auch über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt Pseudokrupp-Anfälle auf.

Weiterführende Informationen

Leitlinien:

  • Leitlinie "" der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (2006)
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