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Läusebefall

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Unter Läusebefall versteht man die Besiedlung des Menschen mit Läusen. Dabei sind vor allem die besonders verbreitete Kopflaus, die Filzlaus und die Kleiderlaus relevant. Eine Ansteckung mit den blutsaugenden Parasiten ist zwar unangenehm, ernsthafte gesundheitliche Folgen hat ein Lausbefall aber nicht. Manchmal können durch die Läuse jedoch Krankheiten übertragen werden. Lesen Sie alles über die Gründe, Gefahren und Behandlung bei „Läusebefall“. 

Mädchen wird mit Läusekamm frisiertMädchen wird mit Läusekamm frisiertMädchen wird mit Läusekamm frisiert

Läusebefall: Beschreibung

Ein Läusebefall ist für die Betroffenen meist sehr lästig, in der Regel aber weiter gefährlich. Zum besseren Verständnis der Erkrankung werden hier zunächst die Biologie der Läuse und dazugehörige Begriffe näher erklärt.

Sollte es an den aufgekratzten Stellen zu einer Infektion mit Bakterien kommen, entzündet sich die Haut zusätzlich und es entstehen mitunter gelbliche Krusten. Eine solche Komplikation wird  als Impetignisation bezeichnet.

Abgesehen von den unangenehmen Symptomen und der oftmals auch vorhandenen psychischen Belastung birgt ein Läusebefall an sich keine gesundheitlichen Gefahren. Allerdings sind Kleiderläuse mögliche Überträger verschiedener Bakterien, die zu mitunter heftigen Fiebererkrankungen führen können.

Läusebefall: Ursachen und Risikofaktoren

Da Menschenläuse bei Tieren quasi nicht vorkommen, verläuft eine Ansteckung fast ausschließlich von Mensch zu Mensch, beziehungsweise bei der Kleiderlaus auch über befallene Kleidungsstücke. Für eine Übertragung ist direkter Körper nötig, da die Läuse den Wirtskörper für gewöhnlich nicht verlassen.

Je länger der Körper anhält, desto größer ist das Übertragungsrisiko. Im Gegensatz zu Flöhen springen Läuse nicht. Um also auf einen neuen Wirt übergehen zu können, brauchen sie eine gewisse Zeit, da sie sich mit ihren Klauen an den Haaren erst festhalten müssen. Durch lediglich kurze Berührungen geschieht eine solche Transmission normalerweise nicht. 

Läusebefall: Untersuchung und Diagnose

Ein Läusebefall wird per Inspektion festgestellt, also durch das Erkennen der Läuse beziehungsweise der Eier mit dem bloßen Auge. Weitere Untersuchungen sind dann nicht mehr nötig. Die Symptome sind ein Hinweis, reichen aber alleine für eine Diagnose nicht aus, da sie auch andere Ursachen wie zum Beispiel einen Flohbefall haben können.

Wenn ein Verdacht aus Läusebefall besteht, müssen die Haare beziehungsweise die Kleidung gründlich abgesucht werden. Hilfsmittel wie eine Lupe oder ein Läusekamm erleichtern die Suche. Wenn keine Läuse/Nissen gefunden werden, ist ein Lausbefall noch nicht ausgeschlossen, da es immer auch sein kann, dass entweder erwachsene Tiere übersehen wurden, oder die vorhandenen Läuse sich noch im wesentlich kleineren Nymphenstadium befinden.

Umgekehrt sind die nach dem Schlüpfen zurückgeblieben Nissen nicht beweisend für einen aktiven Läusebefall. Denn es kann sein, dass alle Läuse mit einer chemischen oder physikalischen Behandlung bereits abgetötet wurden, die Eihüllen sich aber noch in den Haaren finden, weil sie nicht entfernt wurden. Wenn allerdings leere Eier in den Haaren gefunden werden, zuvor aber noch keine Behandlung erfolgte, kann davon ausgegangen werden, dass ein Läusebefall vorliegt, da die Parasiten normalerweise von alleine nicht mehr verschwinden.

Läusebefall: Behandlung

Zur Behandlung eines Läusebefalls stehen grundsätzlich drei verschiedene Therapieansätze zur Verfügung: die mechanische Beseitigung der Läuse mittels eines speziellen Kamms, chemische Substanzen und solche die physikalisch wirksam sind. Die chemisch wirksamen Mittel greifen das Nervensystem der Läuse an, während die Substanzen mit physikalischer Wirkweise die Atemlöcher der Insekten verschließen.

In der Regel kombiniert man die mechanische Therapie mit einer entweder chemischen oder physikalischen Behandlung, weil durch das Zusammenwirken beider Strategien ein wesentlich besseres Ergebnis erzielt wird. Die Therapie wird meist zu Hause vom Patienten selbst oder, bei Kindern, von den Eltern durchgeführt.

Welche Krankheiten können Kleiderläuse übertragen?

In einer Kleiderlaus leben zahlreiche Bakterienarten. Einige stellen für den Menschen gefährliche Krankheitserreger dar. Die von Kleiderläusen übertragenen Infektionskrankheiten sind:

  • das Fleckfieber, auch Läusefleckfieber oder Kriegstyphus genannt. Es verursacht hohes Fieber, starke Gliederschmerzen und die namensgebenden Flecken auf der Haut.
  • das Läuserückfallfieber (Rückfallfieber). Es zeigt mehrere Fieberschübe, zwischen denen einige symptomfreie Tage liegen können.
  • das Wolhynische Fieber, auch als Fünf-Tage-Fieber oder Schützengrabenfieber bekannt. Dabei kommt es zu plötzlichen Kopfschmerzen, Fieber und mitunter sogar zu einer Hirnhautentzündung.

Mit Antibiotika lassen sich diese Infektionen bei Läusebefall normalerweise gut in den Griff bekommen, unbehandelt sind aber zum Teil schwere Verläufe die Folge, die im ungünstigsten Fall sogar tödlich enden.

Wie bekämpft man Kleiderläuse?

Um Kleiderläuse loszuwerden, braucht es im Gegensatz zur Behandlung von Kopf- und Filzläusen keine Medikamente, die direkt auf die Läuse wirken. Stattdessen macht man sich die Tatsache zu Nutze, dass sie nicht direkt am Körper, sondern an der Kleidung leben. Bei einem leichten Läusebefall reicht es in der Regel schon aus, wenn man die Kleidung, Bettwäsche und Handtücher täglich wechselt und bei mindestens 60 Grad wäscht. Bei dieser Temperatur werden die Läuse und Eier zuverlässig abgetötet.

Bei Temperaturen über 60 Grad reicht schon eine Stunde um den Läusen den Gar aus zumachen. Wenn es sich um empfindliche Wäsche handelt, die nicht bei 60 Grad gewaschen werden kann, sollte sie stattdessen desinfiziert werden. Gegen den teils starken Juckreiz gibt es in der Apotheke Salben und Cremes.

Des Weiteren lassen sich die Parasiten via Nahrungsmangel oder Kälte töten. So kann man die kontaminierten Textilien zum Beispiel für mindestens vier Wochen in einem Plastiksack verschließen oder sie für 24 Stunden in ein Gefrierfach legen.

Bei einem Befall mit Kleiderläusen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden und außerdem eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt erfolgen. Unter Umständen muss eine betroffene Unterkunft zudem von einem staatlich anerkannten Schädlingsbekämpfungsbetrieb gesäubert werden, allerdings nur bei einem sehr starken Läusebefall.

Läusebefall: Krankheitsverlauf und Prognose

Solange ein Läusebefall nicht speziell behandelt wird, können sich die Parasiten ungestört vermehren. Durch einfaches Waschen oder normale Pflegeprodukte lassen sich Kopf- und Filzläuse nämlich nicht beeindrucken. Nur der Kleiderlaus kann man mit Wäschewaschen beikommen.

Bereits nach der erstmaligen Behandlung ist aber, sofern sie korrekt durchgeführt wurde, von keiner Ansteckungsgefahr der Betroffenen mehr auszugehen. Und nach der zweiten Behandlung ist der  Läusebefall in der Regel ausgestanden.