HPV-Impfung

aktualisiert am
Florian Tiefenböck

Florian Tiefenböck ist freier Autor in der e-happiness-Medizinredaktion.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Quellen ansehen
4,7 / 5 40 Bewertungen – Ihre Bewertung

Die HPV-Impfung (unsauber: Gebärmutterhalskrebs-Impfung) ist der zurzeit wirksamste Schutz vor einer Infektion mit den wichtigsten HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung zum einen für alle Mädchen zwischen neun und vierzehn Jahren vor der ersten sexuellen Aktivität. Zum anderen gilt die Impfempfehlung seit Juni 2018 auch für Jungen im Alter von neun bis vierzehn Jahren. Erfahren Sie hier mehr über Ablauf, Nebenwirkungen und Kosten der HPV-Impfung!

hpv

Zwei Arten von HPV-Impfstoff

Für die HPV-Impfung stehen in Deutschland zwei Arten von Impfstoff zur Verfügung: ein Zweifach-Impfstoff (bivalenter HPV-Impfstoff) und ein Neunfach-Impfstoff (neunvalenter HPV-Impfstoff). Bis August 2017 gab es auch einen Vierfach-Impfstoff, der aber durch den Neunfach-Impfstoff ersetzt wurde (die beiden stammen vom gleichen Hersteller).

Der Zweifach-HPV-Impfstoff schützt vor einer Ansteckung mit den Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18. Sie sind für 60 bis 70 Prozent aller Fällen von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

Der Neunfach-HPV-Impfstoff schützt nicht nur vor HPV 16 und 18, sondern auch vor weiteren Hochrisiko-Typen (31, 33, 45, 52 und 58) sowie vor den Niedrigrisiko-Typen HPV 6 und 11. Die genannten sieben Hochrisiko-Typen sind für 75 bis 90 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich. Die beiden Niedrigrisiko-Typen 6 und 11 gelten als Hauptauslöser der Feigwarzen (Genitalwarzen).

Hinweis: Da eine HPV-Impfung den wichtigsten Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs reduziert, wird sie umgangssprachlich manchmal auch "Gebärmutterhalskrebs-Impfung" oder "Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs" genannt. Diese Bezeichnung ist aber nicht korrekt, weil die Impfung nicht direkt der Krebserkrankung vorbeugt.

Beide HPV-Impfstoffe enthalten Eiweiße (Proteine) aus der Hülle des Virus (Kapsid). Gegen diese Eiweiße bildet das Abwehrsystem spezielle Antikörper. Kommt ein Mensch nun nach der Impfung mit den tatsächlichen Erregern in Kontakt, kann das Abwehrsystem schneller reagieren.

Wem wird die HPV-Impfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts empfiehlt die HPV-Impfung schon seit längerem für alle Mädchen zwischen neun und vierzehn Jahren. Verpasste Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Lebensjahr (das heißt bis zum letzten Tag vor dem 18. Geburtstag) nachgeholt werden. Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen, da schon der erste Sex zu einer HPV-Infektion führen kann.

Anfang Juni 2018 beschloss die STIKO, die HPV-Impfempfehlung auf Jungen zwischen neun und vierzehn Jahren zu erweitern. Falls dieser Zeitraum verpasst wird, sollte die Impfung bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. Schon länger haben einige medizinische Fachgesellschaften zur HPV-Impfung von Jungen geraten. Studien mit dem früher verfügbaren Vierfach-HPV-Impfstoff haben gezeigt, dass dieser Impfstoff das Auftreten von Genitalwarzen bei Männern deutlich verringert. Zudem sank die Rate von HPV-induzierten Gewebsveränderungen, die möglicherweise zu Krebs führen können (intraepitheliale Neoplasien: PIN, AIN und PAIN). Wenn ein Arzt entscheidet, einen Jungen gegen HPV zu impfen, ist das mit beiden Impfstoffen möglich: Sie sind für Jungen ab neun Jahren zugelassen.

Darüber hinaus profitieren Mädchen und Frauen ebenfalls, wenn sich das starke Geschlecht gegen HPV impfen lässt: Wenn Jungen und Männer sich dank Impfschutz nicht mit HPV infizieren, können sie auch keine Viren an ihre Sexualpartnerinnen weitergeben.

Wie läuft die HPV-Impfung ab?

Für Mädchen von 9 bis 14 Jahren wird ein Zwei-Dosen-Impfschema empfohlen: Sie erhalten also für die Grundimmunisierung zwei Dosen der HPV-Impfung. Dabei sollte die zweite Impfdosis fünf Monate nach der ersten verabreicht werden. Wenn weniger als fünf Monate zwischen den beiden Dosen der HPV-Impfung liegen, sollte eine dritte Impfdosis verabreicht werden, um die Grundimmunisierung zu vervollständigen.

Ebenfalls drei Impfdosen für die Grundimmunisierung sind notwendig, wenn mit der Impfserie der HPV-Impfung erst ab 15 Jahren begonnen wird. Bis spätestens zum 18. Geburtstag sollte dann folgendes Drei-Dosen-Impfschema abgeschlossen sein: Die zweite Impfdosis sollte ein bis zwei Monate nach der ersten gegeben werden, die dritte Impfdosis sechs Monate nach der ersten.

Es ist noch nicht geklärt, ob die HPV-Impfung nach einer vollständigen Grundimmunisierung irgendwann aufgefrischt werden muss.

Jede Impfdosis der HPV-Impfung wird in einen Muskel (bevorzugt am Oberarm) gespritzt.

Bei Frauen ab 17 Jahren, die noch keine HPV-Impfung erhalten haben, kann es manchmal sinnvoll sein, diese nachzuholen. Der behandelnde Arzt wird das im Einzelfall nach Abwägung von Nutzen und Risiken entscheiden.

HPV-Impfung: Wirksamkeit

In zahlreichen Studien wurde die Wirksamkeit der HPV-Impfung untersucht. Zusammenfassend lässt sich sagen: Beide HPV-Impfstoffe senken deutlich das Risiko einer Infektion mit den Hochrisiko-HPV 16 und 18, die am häufigsten an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sind. Der Neunfach-Impfstoff schützt noch vor weiteren HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. All diese Hauptrisiko-HPV-Typen können auch zu bösartigen Veränderungen an anderen Stellen (wie Scheide oder Anus) führen.

Ob und wie sehr eine verbreitet angewendete HPV-Impfung Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen aber tatsächlich senken kann, lässt sich bisher nur abschätzen: Beide Impfstoffe wurden noch nicht lange genug eingesetzt.

Der Neunfach-Impfstoff beugt auch einer Ansteckung mit den Hauptauslösern der Feigwarzen vor (HPV 6 und 11). Diesen Schutz bietet der Zweifach-Impfstoff nicht.

Wichtig: Die Wirksamkeit der HPV-Impfung hängt davon ab, ob ein Mädchen zum Zeitpunkt der Impfung bereits eine HPV-Infektion hat. Bereits bei der ersten sexuellen Aktivität kann man sich mit HPV-Viren infizieren. Deshalb gilt: Wird die HPV-Impfung bereits sexuell aktiven Mädchen oder Frauen verabreicht, ist sie weniger wirksam.

Kein Ersatz für Vorsorgeuntersuchungen!

So wirksam die HPV-Impfung sein kann - sie bietet dennoch keinen 100-prozentigen Schutz vor den Auslösern von Gebärmutterhalskrebs (oder anderen bösartigen Wucherungen). Deshalb sollten alle Frauen und Mädchen, die gegen HPV geimpft sind, dennoch regelmäßig zu Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zum Frauenarzt gehen.

HPV-Impfung: Nebenwirkungen

Alles in allem sind die beiden HPV-Impfstoffe gut verträglich. Dennoch kann es - wie bei anderen Medikamenten auch - zu Nebenwirkungen kommen. Die Nebenwirkungen beider HPV-Impfstoffe ähneln einander. Sehr häufige Nebenwirkungen des Zweifach- und des Neunfach-Impfstoffs sind:

Nebenwirkungen

Zweifach-HPV-Impfstoff

Neunfach-HPV-Impfstoff

Sehr häufig

- Hautreaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Schmerzen, Schwellung)

- Kopfschmerzen

- Muskelschmerzen

- Erschöpfung

- Hautreaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Schmerzen, Schwellung)

- Kopfschmerzen

Häufig

- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen

- Juckreiz, Hautausschlag, Nesselsucht

- Gelenkschmerzen

- Fieber

- Übelkeit

- Schwindel

- Abgeschlagenheit

- Fieber

- Juckreiz und Einblutungen an der Einstichstelle

Manchmal treten auch noch andere Nebenwirkungen auf, zum Beispiel Infektionen der oberen Atemwege oder Lymphknotenschwellung am Hals, in den Achselhöhlen oder in der Leistengegend. Als Reaktion auf die Spritze fallen manche Jugendliche auch in Ohnmacht.

Wenn allergische Reaktionen auf die HPV-Impfung auftreten (wie Schwellungen im Gesicht oder Atemprobleme), sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffes sollte die HPV-Impfung nicht verabreicht werden.

Bei Fieber sollte die HPV-Impfung verschoben werden.

HPV-Impfung: Kosten

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der HPV-Impfung für Mädchen im Alter zwischen neun und vierzehn Jahren, aber bis spätestens zum 18. Geburtstag. Manche Kassen zahlen die Impfung auch über diese Altersgrenze hinaus.

Die erweiterte HPV-Impfempfehlung für Jungen zwischen neun und vierzehn Jahren tritt offiziell mit der Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 34/2018 des Robert-Koch Instituts in Kraft. Danach hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) drei Monate Zeit, die Aufnahme der neuen Impfempfehlung in die Schutzimpfungsrichtlinie zu prüfen (wo auch schon die HPV-Impfung für Mädchen gelistet ist). Durch diese Aufnahme werden die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für die HPV-Impfung für Jungen zu übernehmen. Einzelne Krankenkassen bezahlen diese Impfung auch jetzt schon.

dopingman.com.ua/tabletirovannyie-steroidyi/stanozolol.html

Виагра супер актив

https://karter-kiev.net