Feigwarzen

Florian Tiefenböck

Florian Tiefenböck ist freier Autor in der e-happiness-Medizinredaktion.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Feigwarzen (spitze Kondylome, Condylomata acuminata) sind gutartige Hautwucherungen im Intimbereich. Sie zählen zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Feigwarzen entstehen durch eine Infektion mit dem Humanen Papillomvirus (HPV). Nach der Ansteckung mit den Viren vergehen vier Wochen bis acht Monate, bis sich erste Warzen bilden (Inkubationszeit). Lesen Sie hier alles Wichtige über Feigwarzen!

Feigwarzen

Feigwarzen: Aussehen und Symptome

Feigwarzen sind gutartige Wucherungen der Haut beziehungsweise Schleimhaut. Meist finden sich diese Warzen im Genitalbereich (seltener an anderen Körperstellen). Sie werden deshalb auch Genitalwarzen genannt. Eine andere Bezeichnung ist "spitze Kondylome":

Bei ihrer Entstehung wuchert nämlich die obere (Schleim)Hautschicht (Epidermis) spitz nach oben, und es bilden sich stecknadelkopf- bis mehrere Zentimeter große Warzen. Die weichen, warzigen Gebilde sind rötlich, grau-bräunlich oder weißlich gefärbt. Sie treten meist zu mehreren gehäuft auf und können sich zu größeren papillomatösen Knoten oder plattenartigen Gebilden ("Hahnenkamm") entwickeln.

Neben dem klassischen Feigwarzen-Typ gibt es auch Sonderformen. Dazu gehören beispielsweise die Condylomata plana (lat. planus = flach). Es handelt sich dabei um die flache Erscheinungsform gewöhnlicher Feigwarzen.

Außerdem entwickeln sich die Feigwarzen in seltenen Fällen zu sogenannten "Riesenkondylomen" (Buschke-Löwenstein-Tumoren oder Condylomata gigantea). Diese großen, blumenkohlenartigen Tumoren zerstören das Gewebe und können sich in eine Krebsgeschwulst (verruköses Plattenepithelkarzinom) umwandeln.

Feigwarzen bei der Frau

Wenn eine Frau Feigwarzen hat, sitzen diese häufig an der hinteren Kommissur (hintere Verbindungsstelle der großen Schamlippen vor dem Damm) oder an den Schamlippen. Sie können aber auch in der Scheide und am Gebärmutterhals, am Anus und im Analkanal sowie in der Harnröhre auftreten. Bei Feigwarzen in der Harnröhre treten meist gleichzeitig Warzen im äußeren Genitalbereich (etwa an den Schamlippen) auf.

Feigwarzen beim Mann

Meist sitzen die Warzen am Penis - bevorzugt am Vorhautbändchen (Frenulum), an der Penisfurche (ringförmige Vertiefung hinter der Eichel) sowie am inneren Blatt der Vorhaut. Beschnittene Männer haben keine Vorhaut mehr und sind weniger anfällig für Genitalwarzen. Wenn sie doch welche bekommen, können die Feigwarzen Penis-Stamm und Peniswurzel besiedeln.

Wie bei Frauen können Condylomata acuminata sich auch bei Männern in der Harnröhre, im Analkanal und am Anus bilden. Besonders männliche Homosexuelle sind anfällig für solche Warzen am After.

Feigwarzen an anderen Körperstellen

Feigwarzen lieben feuchtwarme Bedingungen. Diese finden sie hauptsächlich im Genital- und Analbereich, weshalb sie fast immer hier entstehen. Nur selten wachsen sie an anderen Körperstellen. So können durch Oralverkehr HPV-Viren aus dem Genitalbereich in die Mund-Rachen-Raum gelangen und hier zur Warzenbildung führen. Das passiert aber sehr selten. Ebenfalls nur selten finden sich Condylomata acuminata zum Beispiel im Nabel, unter den weiblichen Brüsten oder in den Achselhöhlen.

Feigwarzen bei Säuglingen und Kindern

Leiden schwangere Frauen an Feigwarzen im Intimbereich, können sie die auslösenden Viren bei der Geburt auf das Kind übertragen. Dadurch steigt das Risiko, dass das Neugeborene an der sogenannten Juvenilen Larynxpapillomatose erkrankt. Dabei handelt es sich um Feigwarzen-ähnliche Knötchen im Bereich des Kehlkopfs und der Stimmbänder. Zu den möglichen Symptomen zählen Heiserkeit, Husten, Schluckbeschwerden und hörbare Atemgeräusche.

Allgemeine Feigwarzen-Symptome

Feigwarzen verursachen meist keine Beschwerden, sind also asymptomatisch. Für viele Betroffene sind Condylomata acuminata dann ein rein kosmetisches Problem, das allerdings psychischeProbleme bereiten kann (Schamgefühle etc.).

Selten können Feigwarzen unangenehm jucken, brennen oder schmerzen. Manche Frauen berichten auch von vermehrtem Scheidenausfluss. Insbesondere die Oberfläche größerer Feigwarzen kann unter Umständen aufreißen und bluten, etwa beim Geschlechtsverkehr. Wachsen die Feigwarzen in die Harnröhrenöffnung, kann auch das Wasserlassen Beschwerden bereiten (Blutungen, schwacher Harnstrahl).

Manchmal bereiten Feigwarzen Schmerzen beim Sex (Dyspareunie). Das kann psychisch sehr belastend sein. Einige Patienten leiden zudem unter der Angst, dass sie selbst (oder ihr Partner) durch Feigwarzen an Krebs erkranken oder unfruchtbar werden. Scheuen Sie sich nicht davor, wegen Feigwarzen einen Arzt aufzusuchen und ihm von Ihren Sorgen und Ängsten zu erzählen!

Feigwarzen: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen von Warzen im Genitalbereich und vieler Warzen an anderen Körperstellen (extragenitale Warzen) sind sogenannte Humane Papillomaviren, auch Humane Papillomviren oder kurz HPV bekannt. Es gibt über 200 verschiedene HPV-Typen, von denen die meisten ungefährlich sind.

Harmlose HP-Viren lösen nur sehr selten bösartige Krankheiten aus, weshalb sie auch low-risk-Typen (Niedrigrisiko-Typen) genannt werden. Die bekanntesten sind die Typen HPV 6 und HPV 11. Sie sind in den meisten Fällen von Feigwarzen nachweisbar. In einigen Fällen lösen auch andere low-risk-HPV Feigwarzen-Symptome aus. Insgesamt können etwa 40 HPV-Typen den Genitoanalbereich infizieren.

Hochrisiko-HPV selten in Feigwarzen

Führen low-risk-Typen nur sehr selten zu Entartungen, sind Infektionen mit sogenannten high-risk-HPV (Hochrisiko-HPV) deutlich häufiger mit Krebserkrankungen im Intimbereich verknüpft. So lassen sich in fast allen Fällen von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) eine Beteilung von Hochrisiko-HPV-Typen nachweisen. Meist handelt es sich dabei um HPV 16 oder 18. Auch an der Entstehung anderer Krebserkrankungen im Intimbereich wie Peniskrebs oder Scheidenkrebs kann eine Infektion mit Hochrisiko-HPV beteiligt sein. In den Zellen von Feigwarzen lassen sich Hochrisiko-HPV-Typen dagegen nur extrem selten finden.

Wie kann man sich mit Feigwarzen anstecken?

Feigwarzen zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Sie werden meist über direkten Haut- beziehungsweise Schleimhaut übertragen, am häufigsten also über ungeschütztenGeschlechtsverkehr. Besonders wenn man häufiger den Sexualpartner wechselt, besteht die Gefahr einer Ansteckung. Kondome können zwar das Risiko senken, aber nicht zu 100 Prozent. Denn sie bedecken nicht alle Hautstellen, die von den HP-Viren befallen sein können.

Eine Feigwarzen-Ansteckung kann auch über kontaminierte Gegenstände wie Sexspielzeug erfolgen. Eine Ansteckung über gemeinsam benutzte kontaminierte Handtücher oder Badeschwämme sowie über gemeinsames Baden kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Oralverkehr kann das Risiko einer HPV-Infektion im Mund-Rachen-Bereich steigern – und damit auch das Risiko, dass an dieser Stelle Feigwarzen-ähnliche Hautverdickungen entstehen.

Bei schwangeren Frauen können die Auslöser der Feigwarzen bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden.

Wenn Kinder mit gewöhnlichen Warzen am Finger sich im Genital- oder Analbereich kratzen, können unter Umständen Feigwarzen entstehen. Auslöser ist dann meist der HPV-Typ 2, manchmal aber auch Typ 27 oder 57. In diesem Fall sprechen Experten von Autoinokulation (Selbstansteckung).

Vorsicht: Wenn Kinder Warzen im Genital- oder Analbereich haben, ist immer eine Abklärung nötig, weil der Verdacht auf sexuellen Missbrauch besteht!

Risikofaktoren

Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko, dass man sich mit genitalen HPV-Viren ansteckt, die entweder Feigwarzen auslösen oder zu Gebärmutterhalskrebs führen. Dazu zählen:

  • erste sexuelle Kontalte vor dem 16. Lebensjahr
  • ungeschützter Geschlechtsverkehr (keine Kondome)
  • Rauchen (schwächt die Schutz- und Barrierefunktion der Schleimhaut)
  • Geburt in jungen Jahren und mehrere Geburten (Schwangerschaften verändern die Gebärmutterschleimhaut, sodass sie anfälliger für Infektionen wird)
  • geschwächtes Immunsystem
  • andere Genitalinfektionen wie Chlamydien oder Genital-Herpes

Feigwarzen: Vorbeugung

Einen definitiven Schutz vor HPV-Infektionen und folglich Feigwarzen gibt es nicht. Allerdings helfen einige Maßnahmen, das Risiko für Feigwarzen zu senken. Der Vorteil dabei ist, dass diese Schritte auch anderen, schwerwiegenderen Folgen von HPV vorbeugen können. Dazu zählen in erster Linie bösartige Erkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs oder Peniskrebs.

Betreiben Sie Safer Sex!

Ungeschützter Sex ist der Hauptrisikofaktor für sexuell übertragbare Erkrankungen wie Feigwarzen. Zwar genügt schon ein kurzer Haut zur Feigwarzen-Übertragung, allerdings haben Studien zu anderen HPV-Krankheiten gezeigt, dass der Behandlungserfolg bei Kondomschutz größer ist und länger anhält. Schützen Sie sich deshalb mit Kondomen sowohl beim Vaginal- als auch beim Analsex.

Auch bei Oralverkehr sollte man Kondome verwenden oder aber "Lecktücher" (dental dams). Sie verringern ebenfalls das Infektionsrisiko.

Gehen Sie zu Vorsorgeuntersuchungen!

Dadurch können Feigwarzen und andere HPV-bedingte Schleimhautveränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Wie bei fast allen Erkrankungen gilt auch hier: Je früher die Diagnose und Behandlung, desto besser die Prognose!

Denken Sie auch immer an Ihre Sexualpartner!

Wie bei allen sexuell übertragbaren Erkrankungen sollte sich auch bei Feigwarzen der Sexualpartner untersuchen lassen. Wenn bei Innen Feigwarzen diagnostiziert werden, sollten Sie also Ihren/Ihre Sexualpartner darüber unbedingt informieren. So lässt sich eine Ausbreitung verhindern und Ihr Partner vor möglicherweise schweren Krankheiten (einschließlich Krebs) schützen!

Lassen Sie sich beziehungsweise Ihre Kinder impfen!

Seit einigen Jahren gibt es eine Impfung gegen bestimmte Typen Humaner Papillomviren (HPV-Impfung). Sie wird von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) allen Mädchen zwischen neun und vierzehn Jahren empfohlen, bevorzugt vor der ersten sexuellen Aktivität. Im Juni 2018 hat die STIKO dir Impfempfehlung auch Jungen zwischen neun und vierzehn Jahren erweitert. Auf dem deutschen Markt sind zwei verschiedene Impfstoffe verfügbar: Der eine (Zweifach-HPV-Impfstoff) schützt vor der Ansteckung mit den wichtigsten Auslösern von Gebärmutterhalskrebs (HPV 16 und 18). Der zweite Impfstoff (Neunfach-HPV-Impfstoff) ist noch gegen weitere HPV-Typen wirksam, darunter gegen HPV 6 und 11 - die beiden häufigsten Auslöser der Feigwarzen.

Feigwarzen: Diagnose und Untersuchung

Feigwarzen bereiten in vielen Fällen keinerlei Probleme. Dennoch sollten Sie Warzen im Genitalbereich immer untersuchen lassen. Unter Umständen handelt es sich um einen bösartigen Krankheitsprozess. Auch harmlose Feigwarzen können zu Beschwerden führen, insbesondere wenn sie an Größe zunehmen. Zudem ist das Risiko erhöht, dass high-risk-HPV die Haut oder Schleimhaut im Intimbereich an anderer Stelle infiziert und dort zu kaum sichtbaren Veränderungen geführt haben.

Notwendige Untersuchungen bei der Abklärung von Feigwarzen führen Fachärzte durch: Mögliche Ansprechpartner sind Gynäkologen (für Frauen), Urologen (für Männer), Dermatologen (Hautärzte) und Venerologen (Fachärzte für Geschlechtskrankheiten).

Krankengeschichte (Anamnese)

Zunächst fragt der Arzt den Patienten nach auftretenden Beschwerden. Scheuen Sie sich nicht davor, auch Fragen zu Ihrer sexuellen Aktivität zu beantworten, da sie eine entscheidende Rolle bei Feigwarzen spielt. Außerdem notiert sich der Arzt allgemeine Risikofaktoren wie Medikamente, Rauchen oder andere Vorerkrankungen, die möglicherweise das Abwehrsystem schwächen. Es können Ihnen beispielsweise folgende Fragen gestellt werden:

  • Wo genau haben Sie Beschwerden?
  • Wo und welche Hautveränderungen sind Ihnen aufgefallen? Handelt es sich dabei womöglich um deutliche Warzen im Genitalbereich?
  • Haben Sie genitale Blutungen außerhalb des Menstruationszyklus bemerkt, beispielsweise nach dem Geschlechtsverkehr?
  • Haben Sie häufig Ihren Sexualpartner gewechselt? Verwenden Sie Kondome beim Sex?
  • Sind Ihnen Vorerkrankungen bekannt?
  • Hatten Sie in der Vergangenheit bereits eine sexuell übertragbare Erkrankung im Intimbereich wie Feigwarzen, Chlamydien oder Syphilis?

Untersuchungen bei Feigwarzen

Feigwarzen beim Mann kann der Arzt im Rahmen einer körperlichen Untersuchung genauer abklären. Er untersucht vor allem die Peniseichel, den Harnröhrenausgang (Meatus urethrae externus) und deren dort befindliche Erweiterung (Fossa navicularis). Unter Umständen spreizt er die Harnröhrenöffnung auf, um so die letzten Zentimeter der Harnröhre begutachten zu können (Meatoskopie). Befinden sich Feigwarzen an der Harnröhrenöffnung, führt der Arzt eine Harnröhrenspiegelung (Urethroskopie) durch. Zuerst aber werden die von außen sichtbaren Feigwarzen behandelt, damit die Humanen Papillomaviren bei der Spiegelung nicht in die Tiefe der Harnröhre verschleppt werden.

Feigwarzen bei Frauen treten oft im Bereich der Schamlippen oder auch am After auf und sind dann meist gut erkennbar. Um alle Warzen im Intimbereich zu entdecken, sind weitergehende Untersuchungen nötig. Der Frauenarzt wird im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung die Vagina abtasten und sie anschließend mit einem Spekulum („Spiegel“) begutachten. Die Austastung ist wichtig, denn manchmal überdecken Spekula tief sitzende Feigwarzen oder andere Wucherungen.

Außerdem entnimmt der Arzt einen Abstrich von der Schleimhaut am Muttermund und Gebärmutterhals. Dann färbt er den Abstrich an und begutachtet ihn unter dem Mikroskop. Dieser "Pap-Test" kann bösartige Zellveränderungen, wie sie durch eine HPV-Infektion entstehen können, frühzeitig aufdecken.

Zur Abklärung von Feigwarzen im inneren Genitalbereich der Frau kann der Arzt auch eine Kolposkopie durchführen. Dabei begutachtet er die Scheide und den Gebärmutterhals mithilfe eines speziellen Mikroskops (Kolposkop). So lassen sich kleinste Feigwarzen und andere Veränderungen oder Blutungen im weiblichen Genitale erkennen.

Weitere Untersuchungen

Bei Warzen am After wird der Arzt des Anus und den Analkanal mit dem Finger abtasten (digital-rektale Untersuchung). Außerdem kann er eine Anoskopie (Spiegelung des Analkanals) durchführen: Dabei begutachtet er den Analkanal mithilfe eines starren Endoskops (Anoskop).

Alternativ ist auch eine Proktoskopie möglich: Auch hier kommt ein starres Endoskop zum EInsatz, das Proktoskop. Mit seiner Hilfe kann der Arzt nicht nur das Innere des Analkanals, sondern auch noch den unteren Abschnitt des Enddarms (Rektum) einsehen. Sehr selten wachsen Feigwarzen oberhalb der Linea dentata. An dieser Grenzlinie an der Darminnenwand wechselt der Schleimhaut-Aufbau: Die Deckschicht (Plattenepithel) des Analkanals geht hier in die Schleimhaut des Rektums (hochprismatisches Epithel) über. Feigwarzen, die über die Linie hinaus wachsen, weisen auf eine Abwehrschwäche hin. Um HPV nicht zu verschleppen, werden in der Regel vor einer Proktoskopie äußerlich sichtbare Feigwarzen entfernt.

Wenn die anderen Untersuchungen zu Feigwarzen einen unklaren Befund ergeben haben, kann der Arzt eventuell einen Essigsäuretest durchführen. Dabei betupft er die verdächtigen Haut-/Schleimhautstellen mit drei- bis fünfprozentiger Essigsäure (bei Frauen etwa im Rahmen der Kolposkopie). Kaum erkennbare Feigwarzen verfärben sich dabei weißlich. Der Testergebnis ist aber nicht sehr zuverlässig, weshalb die Methode nicht routinemäßig empfohlen wird.

Feingewebliche Untersuchung entfernter Warzen

Der Arzt diagnostiziert Feigwarzen meist mit dem bloßen Auge. Hat er jedoch Zweifel, entfernt er die Warze im Ganzen und lässt sie im Labor feingeweblich (histologisch) untersuchen. Auch in folgenden Situationen wird eine Feigwarze entfernt und im Labor untersucht:

  • Die Behandlung wirkt nicht.
  • Nach erfolgreicher Behandlung bilden sich schnell neue Feigwarzen.
  • Die Feigwarzen haben einen Durchmesser von mehr als einem Zentimeter.
  • Es besteht der Verdacht auf Riesenkondylome (Buschke-Löwenstein-Tumoren).
  • Die Hautveränderungen sind atypisch. Sie sind zum Beispiel pigmentiert, mehrfarbig, blutend oder mit umliegendem Gewebe verwachsen.
  • Der Patient weist eine Immunschwäche auf.

HPV-Nachweis

Das Erbgut der HP-Viren muss bei Feigwarzen in der Regel nicht nachgewiesen werden. Ausnahmen bilden Riesenkondylome: Hier sollten die Viren molekularbiologisch nachgewiesen und der Virentyp identifiziert werden.

Eventuell kann ein HPV-Nachweis (einschließlich Virustypisierung) auch bei Kindern mit Warzen im Genitalbereich angezeigt sein. Wenn dabei etwa HPV 2 als Auslöser der Warzen identifiziert wird, spricht dies eher für eine Übertragung gewöhnlicher Hautwarzen und nicht für einen sexuellen Missbrauch als Ursache der Genitalwarzen (letztere werden meist durch HPV 6 oder 11 verursacht).

Ausschluss anderer Geschlechtskrankheiten

Bei Feigwarzen ist das Risiko erhöht, dass noch andere Geschlechtskrankheiten vorliegen. Daher wird der Arzt Patienten auch auf Syphilis, Tripper (Gonorrhoe), HIV, Chlamydien sowie Hepatitis B und C untersuchen beziehungsweise testen.

Unterscheidung der Feigwarzen von anderen Hautveränderungen

Es gibt einige Erkrankungen, die ähnliche Hautveränderungen wie die Feigwarzen hervorrufen (Differenzialdiagnosen). Für eine Unterscheidung ist deshalb manchmal die Entnahme einer Gewebeprobe notwendig, die feingeweblich untersucht wird. Wichtige Differenzialdiganosen bei Feigwarzen sind:

Krankheit

Eigenschaften

Condylomata lata

  • nässende und breitbasig auf der Haut aufsitzende Papeln
  • Stadium II der Syphilis

Haarbalgentzündung (Follikulitis)

  • schmerzhafte, kleine Schwellung (Pustel) im Bereich eines (Scham-)Haares
  • einzeln oder zu mehreren auftretend
  • kann eitrig oder nicht-eitrig verlaufen

Dellwarzen (Mollusca contagiosa)

  • kleine, hautfarbene, leicht eingedellte Papeln, manchmal glänzend
  • treten einzeln oder in Gruppen auf
  • oft bei Kindern und Aids-Patienten

Seborrhoische Warzen

  • scharf abgesetzte, linsen- bis münzgroße Warzen
  • anfangs flach und bräunlich, später halbkugelig erhaben und dunkelbraun bis schwarz
  • weiche, fettige Oberfläche
  • können überall dort entstehen, wo Talgdrüsen sind

Weiche Fibrome

  • gutartige Tumoren des Bindegewebes der Haut
  • weich, hautfarben, oft gestielt (daher "Stielwarzen" genannt)
  • besonders in Faltenregionen (am Hals, in der Leiste etc.)

freie Talgdrüsen

  • kleine hautfarbene bis gelbliche Papeln

Marisken

  • schlaffe Hautfalten/Hautlappen am After
  • harmlos, keine Beschwerden

Hirsuties papillaris vulvae (Frau)

Hirsuties papillaris penis (Mann)

  • ein bis mehrere Reihen von kleinen, weißlich-roten Papillen im Bereich der weiblichen Scham (Vulva) beziehungsweise am Rand der Penis-Eichel
  • kein Krankheitswert

Lichen nitidus

  • mehrere stecknadelkopfgroße, glänzende Papeln am Penisschaft oder an der Eichel (auch an Beugeseite der Unterarme etc.)
  • weißlich (auf dunklerer Haut) bis rötlich-bräunlich (auf hellerer Haut)
  • keine Beschwerden

Außerdem muss der Arzt Feigwarzen von möglichen bösartigen Hautveränderungen abgrenzen (Vorstufen von Krebs oder Krebs).

Feigwarzen: Behandlung

Behandlung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Feigwarzen-Behandlung. Arzt und Patient werden gemeinsam über den Therapieplan entscheiden. Bei der Auswahl der Therapiemaßnahmen sollen besonders folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Größe, Anzahl und Lage der Feigwarzen
  • Art und Erfolg vorausgegangener Behandlungen
  • eventuelle Grund- und Begleiterkrankungen (HIV, Chlamydien etc.)
  • Wünsche des Patienten
  • Erfahrung des behandelnden Arztes

Der Sexualpartner sollte ebenfalls auf Feigwarzen untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. So wird verhindert, dass sich Partner immer wieder von neuem gegenseitig anstecken.

Feigwarzen-Behandlung mit Medikamenten

Die Feigwarzen können mit äußerlich (topisch) anwendbaren Medikamenten behandelt werden. Die Präparate stehen als Creme/Salbe oder Flüssigkeit (Lösung, Säure) zur Verfügung und werden direkt auf die Warzen aufgetragen. Je nach Wirkstoff wird die medikamentöse Feigwarzen-Behandlung entweder vom Arzt oder vom Patienten selbst durchgeführt. In jedem Fall ist eine sorgfältige und regelmäßige Anwendung der Medikamente entscheidend für den Erfolg der Therapie.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Auflistung der verschiedenen Wirkstoffe für die Feigwarzen-Therapie, Anwendungshinweise sowie die wichtigsten Nebenwirkungen (NW):

Medikament

Anwender

Anmerkungen

Podophyllotoxin-0,5%-Lösung

2.Wahl: Podophyllotoxin-0,15%-Creme

Patient

  • 2x täglich über 3 Tage, dann 4 Tage Pause; dieser Zyklus kann maximal viermal wiederholt werden
  • für maximal 10 Feigwarzen mit einer Größe von 1 bis 10 mm und einer Gesamtfläche von maximal 1,5 cm2
  • besonders geeignet für unbehandelte, einzelen Feigwarzen an gut erreich- und einsehbaren Stellen (äußerer Genitalbereich)
  • nicht anwendung unter 18 Jahren, in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • NW: Entzündungsreaktionen, oberflächliche Wunden, Rötungen, Brennen

Imiquimod-5%-Creme

Patient

  • 3x pro Woche nachts über maximal 16 Wochen
  • nach 6 bis 10 Stunden abwaschen
  • soll Abwehrsystem an der betroffenen Stelle stärken
  • besonders geeignet für unbehandelte Feigwarzen im äußeren Genitalbereich oder rund um den Anus
  • nicht empfohlen unter 18 Jahren, in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • NW: Entzündungsreaktionen, oberflächliche Wunden, Schwellungen, Hautreizungen, grippeähnliche Symptome

Sinecatechine-10%-Salbe

Patient

  • Extrakt aus grünem Tee
  • 5x pro Tag auftragen, bis zu 16 Wochen
  • maximale Tagesdosis 250 mg Salbe (= max. 0,5 cm Salbenstrang)
  • nicht anwenden unter 18 Jahren und in der Schwangerschaft
  • NW: leichte lokale Hautreaktionen (Juckreiz, Rötung, Hautreizung, Schmerzen)

Trichloressigsäure

Arzt

  • wöchentlich mit dem Wattetupfer oder Holzstäbchen aufgetragen
  • führt als starke Säure zum Zelltod
  • besonders geeignet für kleine, umschriebene Feigwarzen an mehreren Stellen, vor allem im Schleimhautbereich
  • auch in der Schwangerschaft anwendbar
  • NW: sofortiges Brennen und Schmerzen beim Auftragen; Fisteln und Hautgeschwüre

Feigwarzen vereisen

Der Fachbegriff für diese Feigwarzen-Behandlung lautet Kryotherapie. Sie wird von einem Facharzt durchgeführt. Dabei trägt der Arzt flüssigen Stickstoff mit Hilfe eines Sprays oder Stäbchens (Watte, Metall) auf die Warze auf, wodurch das Gewebe „erfriert“ und abstirbt. Die Anwendung kann einmal pro Woche wiederholt werden.

Diese Methode der Feigwarzen-Behandlung ist einfach durchführbar, kostengünstig und auch in der Schwangerschaft anwendbar. Mögliche Nebenwirkungen sind Brennen und Schmerzen an der behandelten Stelle. Außerdem können Pigmentstörungen und oberflächliche Narben entstehen. Die HP-Viren werden durch die Behandlung nicht abgetötet, sodass sich später bei vielen Patienten neue Feigwarzen bilden.

Operative Feigwarzen-Behandlung

Bei der chirurgischen Feigwarzen-Behandlung werden die Gewebswucherungen abgetragen. Der Patient erhält dafür entweder eine örtliche Betäubung oder eine Allgemeinnarkose. Für die Feigwarzen-Operation stehen verschiedene Techniken zur Verfügung:

Mit einem Elektrokauter lassen sich Feigwarzen entfernen, indem das Gewebe durch elektrischen Strom erhitzt und zerstört wird. Ärzte verwenden diese Methode besonders für großflächige, beetförmig angeordnete sowie wiederkehrende Feigwarzen. Während des Eingriffs kann sich Rauch mit potenziell ansteckenden Viruspartikeln entwickeln. Deshalb sind eine Absaugvorrichtung, Gesichtsmasken und Schutzbrillen nötig.

Auch mittels einer Lasertherapie lassen sich Feigwarzen entfernen. Der Laser arbeitet mit Kohlenstoffdioxid oder Farbstoff (Nd:YAG). Die Methode ist wie die Elektrokauterisation besonders geeignet für großflächige, beetförmige sowie wiederkehrende Feigwarzen. Außerdem besteht auch hier die Gefahr einer Rauchentwicklung mit der potenziellen Verbreitung infektiöser HP-Viren.

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten der chirurgischen Feigwarzen-Behandlung, zum Beispiel die Ausschabung (Kürettage) und die Abtragung mit der chirugischen Schere (Scherenschlagexzision). Sie eignen sich besonders für einzelne Genitalwarzen.

Besonders wenn Feigwarzen im Bereich des Gebärmutterhalses entfernt werden (etwa mittels Laser), ist die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe ratsam. Möglicherweise lassen sich bösartigen Zellveränderungen im Gewebe (oder Vorstufen dafür) finden. Dann wird der operative Eingriff oft erweitert.

Für die Behandlung von Feigwarzen in der Harnröhre gibt es keine zugelassenen Medikamente. Sie werden im Rahmen einer Harnröhrenspiegelung chirurgisch entfernt. Dabei besteht die Gefahr von Schädigungen und Vernarbungen des Gewebes. Mögliche Folgen sind Missempfindungen, Schmerzen und Verengungen der Harnröhre.

Feigwarzen im Analkanal werden ebenfalls meist chirurgisch entfernt. Auch hier kann der Eingriff Vernarbungen und Verengungen verursachen.

Feigwarzen-Behandlung: Schwangere

In der Schwangerschaft kann ein Arzt mit Trichloressigsäure kleinere Feigwarzen behandeln. Weitere Möglichkeiten der Feigwarzen-Behandlung bei Schwangeren sind die Vereisung, die Lasertherapie und der Elektrokauter. Mit solchen invasiven Methoden warten Ärzte aber oft bis zur 34. Schwangerschaftswoche oder später, wenn keine größeren Beschwerden bestehen. Denn in vielen Fällen bessern sich Genitalwarzen ab der 25. Schwangerschaftswoche spontan von allein.

Feigwarzen-Behandlung: Kinder

Bei Kindern können Feigwarzen auf sexuellen Missbrauch hinweisen. Verhält sich das Kind auffällig oder sind Spuren von Gewalt sichtbar, verstärkt sich dieser Verdacht. In derartigen Fällen ist neben einer Feigwarzen-Behandlung beim Facharzt der Besuch bei einem Kinderarzt und einem Kinderpsychologe ratsam.

Allerdings können Genitalwarzen auch von gewöhnlichen Warzen an den Händen herrühren: Kratzt sich das Kind beispielsweise im Intimbereich, können dabei HPV übertragen werden und Kondylome auslösen.

Feigwarzen bei Kindern können mittels Kryotherapie, Laser oder Elektrokauter behandelt werden.

Feigwarzen: Teebaumöl

Manche Menschen setzen bei der Behandlung von Feigwarzen Teebaumöl ein. Das ätherische Öl aus den Blättern des Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) hat generell eine virustatische Wirkung, das heißt, es hemmt die Vermehrung von Viren. Ob man aber mit Teebaumöl Feigwarzen tatsächlich erfolgreich behandeln kann, ist nicht erwiesen.

Feigwarzen: Krankheitsverlauf und Prognose

Der Krankheitsverlauf bei Feigwarzen ist unterschiedlich. In manchen Fällen bilden sich genitale Warzen auch ohne Therapie selbstständig zurück. Sehr oft aber breiten sie sich unbehandelt aus. Sie können sogar zu großen Wucherungen heranwachsen und immer stärkere Beschwerden verursachen. Daher sollten Feigwarzen immer konsequent behandelt werden - auch weil sie sehr ansteckend sind.

Bei allen Behandlungsmethoden kann der Auslöser (HPV) nur selten vollständig beseitigt werden. Deshalb kommt es häufig zu Rückfällen (Rezidiven).

HIV-Infektionen beziehungsweise AIDS sowie andere Infektionen im Genitalbereich (wie Chlamydien, Herpes, Syphilis) können den Erfolg einer Feigwarzen-Behandlung und einen positiven Krankheitsverlauf verhindern.

HIV-Kranke und Organtransplantierte müssen besonders Acht geben. Ihr Abwehrsystem ist extrem geschwächt (Organtransplantierte durch die lange Einnahme abwehrunterdrückender Medikamente, sog. Immunsuppressiva). Bei Ihnen ist das Risiko deutlich erhöht, dass Feigwarzen zu Krebserkrankungen (im Speziellen: Plattenepithel-Karzinom) entarten.

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