Histaminintoleranz

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Dr. med. Ricarda Schwarz

Ricarda Schwarz studierte Medizin in Würzburg, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Nach sehr vielseitigen Aufgaben in der medizinischen praktischen Ausbildung (PJ) in Flensburg, Hamburg und Neuseeland ist sie nun in der Neuroradiologie und Radiologie der Uniklinik Tübingen tätig.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Bei einer Histaminintoleranz reagiert der Körper mit Unverträglichkeitsreaktionen auf eine erhöhte Menge an Histamin. Diese Substanz kommt einerseits natürlicherweise im Körper vor, steckt aber auch in vielen Lebensmitteln wie lang gereiftem Käse, Gepökeltem und Alkohol. Mögliche Symptome einer Histaminintoleranz sind etwa Quaddeln auf der Haut, Juckreiz, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden. Meistens sind Frauen im mittleren Alter davon betroffen. Lesen Sie alles Wichtige über Histaminintoleranz.

Histaminintoleranz

Kurzübersicht

  • Was ist Histaminintoleranz? Unverträglichkeit gegenüber größeren Histamin-Mengen. Histamin ist ein Gewebshormon und Botenstoff, der natürlicherweise im Körper vorkommt. Er steckt aber auch in vielen Lebensmitteln. Die Histaminintoleranz (HI, Histaminose) ist allerdings ein unter Experten umstrittenes Krankheitsbild.
  • Symptome: sehr vielfältig, z.B. Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush), Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria), Herzrasen, Kopfschmerzen, verstopfte oder laufende Nase, Asthma, Durchfall, Bauchschmerzen
  • Ursachen: Experten vermuten bei den Betroffenen eine erworbene oder (seltener) angeborene Störung des Histamin-Abbaus im Körper.
  • Untersuchungen: Arzt-Patient-Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), Untersuchungen zum Ausschluss anderer möglicher Ursachen für die Beschwerden, dreistufige Ernährungsumstellung, eventuell ein Provokationstest
  • Behandlung: angepasste Ernährung, evtl. Enzympräparate

Histaminintoleranz: Symptome

Histaminintoleranz-Symptome sind sehr vielfältig. Manche Patienten zeigen nur einzelne Beschwerden (wie Hautrötung mit Juckreiz). Bei anderen dagegen macht sich die Histaminose mit Symptomen in mehreren Körperregionen bemerkbar. Das liegt daran, dass die verschiedensten Zellen und Organe Andockstellen (Rezeptoren) für Histamin besitzen. Dazu zählen zum Beispiel glatte Muskelzellen (in der Magen- und Darmwand, in den Bronchien und der Gebärmutter, in den Blutgefäßwänden etc.), Drüsenzellen, Nervenzellen sowie Zellen des Immunsystems (wie Mastzellen).

Histamin vermittelt seine Wirkung, indem es an diese Rezeptoren bindet. Bei einer hohen Histaminmenge werden die Rezeptoren pausenlos aktiviert. Je nachdem, wo im Körper sie sich befinden, resultieren daraus bei empfindlichen Menschen unterschiedlichste Histaminintoleranz-Symptome.

Histaminintoleranz-Symptome: Haut

In der Haut kann Histamin sogenannte Mastzellen aktivieren. Diese setzen daraufhin allergene Inhaltsstoffe frei, die verschiedene Hauterscheinungen hervorrufen können:

  • Urtikaria (Nesselsucht): Sie ist durch kleine, flüchtige Schwellungen der Haut (Quaddeln) gekennzeichnet, die meist beetartig zusammenstehen. Die Haut erscheint an den betroffenen Stellen meist rot oder weiß mit einer roten Umrandung. Die Quaddeln können über den ganzen Körper verteilt auftreten. Sie verschwinden in der Regel nach 24 Stunden. Solange der Auslöser der Nesselsucht aber weiter besteht, können sich immer neue Quaddeln bilden.
  • Juckreiz: Die aus den Mastzellen freigesetzten Substanzen lösen neben Urtikaria auch einen massiven Juckreiz aus. Besonders die Haut über den Quaddeln ist sehr gereizt. Anders als bei anderen juckenden Hauterkrankungen werden Quaddeln aber nicht aufgekratzt, sondern lediglich gerieben und gedrückt.

Histaminintoleranz-Symptome der Haut zeigen sich auch in einer gesteigerten Durchblutung: Histamin führt zu einer Freisetzung von Stickstoffmonoxid, das die Blutgefäße weit stellt. So kann mehr Blut hindurchströmen. Dadurch sind die betroffenen Hautbereiche gerötet und erwärmt. Tritt dieses Phänomen im Gesicht auf, wird es auch als Flush bezeichnet.

Histaminintoleranz-Symptome: Gehirn

Auch im Gehirn kann Histamin über die Freisetzung von Stickstoffmonoxid bewirken, dass sich die Blutgefäße weiten. Passiert das bei den Arterien der Hirnhäute, können Kopfschmerzen entstehen. Dieser Mechanismus wird auch bei Migräne diskutiert.

Weitere mögliche Symptome der Histaminintoleranz, die vom Kopf ausgehen können, sind Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Manche Patienten berichten auch von einer verminderten Aufmerksamkeit sowie von Müdigkeit.

Histaminintoleranz-Symptome: Herz-Kreislauf-System

Verändert Histamin die Gefäßweite der Herzkranzgefäße (Koronargefäße), können Herzrasen und Herzstolpern (Extrasystolen) auftreten. Das sind meist harmlose Herzrhythmusstörungen. Manche Patienten berichten auch von spürbarem Herzklopfen (Palpitationen).

Weiten sich die Blutgefäße in der Körperperipherie, kann der Blutdruck absinken. Im Extremfall (bei sehr hohen Histaminmengen) kann das Blut in den Beinen versacken, sodass nicht mehr genug zum Herzen zurücktransportiert wird: Der Blutdruck sackt dadurch stark ab, Schocksymptome können auftreten. Das passiert aber nur selten.

Histaminintoleranz-Symptome: Magen-Darm-Trakt

Im Magen steigert Histamin die Magensäureproduktion. Auch die Muskelzellen in der Wand des Magen-Darm-Traktes werden durch Histamin stärker aktiviert. Deshalb sind Bauchschmerzen oder Krämpfe, Durchfall und Blähungen häufige Histaminintoleranz-Symptome im Verdauungstrakt. Sie treten vor allem bei der Aufnahme histaminreicher Lebensmittel und Getränke auf.

Histaminintoleranz-Symptome: Genitaltrakt

Bei Frauen wird Histamin unter anderem in der Gebärmutter und in den Eierstöcken produziert. Es soll die Konzentration des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen erhöhen. Dieses Hormon führt bei der Monatsblutung dazu, dass sich die Gebärmutter schmerzhaft zusammenzieht. Das bedeutet: Histamin kann mitverantwortlich sein für Menstruationsbeschwerden wie Regelschmerzen.

Hormonschwankungen in der Schwangerschaft können sich bei Frauen mit Histaminintoleranz dagegen positiv auswirken: Oftmals verschwinden dann die Histamin-bedingten Symptome.

Histaminintoleranz-Symptome: Atemtrakt

Während oder unmittelbar nach dem Verzehr histaminreicher Mahlzeiten oder dem Genuss von Alkohol können Patienten mit einer Histaminintoleranz Symptome wie eine laufende oder verstopfte Nase entwickeln. Im Extremfall kann auch ein Asthmaanfall mit starker Atemnot auftreten.

Bei Patienten mit Asthma wird zudem durch ein bestimmtes Enzym oft weniger Histamin abgebaut als bei gesunden Menschen. Dadurch reichert sich bei ihnen Histamin auch unabhängig von der Nahrungsaufnahme vermehrt in den Bronchien an. Das kann entsprechende Beschwerden auslösen.

Histaminintoleranz: Beschreibung und Ursachen

Bei der Histaminintoleranz (HI) reagiert der Körper unverträglich auf erhöhte Mengen an Histamin. Diese sogenannte biogene Amin wird in verschiedenen Zellen wie Mastzellen, Blutplättchen und Nervenzellen aus dem Eiweißbaustein (Aminosäure) Histidin gebildet und anschließend in diesen Zellen gespeichert. Durch bestimmte Reize kann Histamin freigesetzt werden, beispielsweise durch körpereigene Enzyme, verschiedene Medikamente und Nahrungsmittel. Auch chemische Reize im Rahmen von Entzündungen sowie physikalische Reize wie Verletzungen oder Sauerstoffmangel können eine Histamin-Ausschüttung anregen.

Histamin übt als biologischer Botenstoff verschiedene Funktionen im Körper aus. Es regt beispielsweise die Magensaftsekretion an, erweitert die Blutgefäße und senkt damit den Blutdruck. Als Nervenbotenstoff (Neurotransmitter) reguliert Histamin unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Appetitkontrolle, die Lernfähigkeit, das Gedächtnis und die Emotionen.

Vor allem aber fungiert Histamin als Vermittler (Mediator) von Entzündungsprozessen bei allergischen Reaktionen: Es löst die typischen Allergie-Symptome wie Hautrötung, Quaddelbildung, Juckreiz, Unwohlsein, Erbrechen, Durchfall, Asthmaanfälle und Kopfschmerzen aus. Diese Symptome können auch bei einer Histaminintoleranz vorkommen. Trotzdem handelt es sich um keine Histamin-Allergie, das heißt: Die HI-Symptome werden nicht durch eine Überreaktion des Immunsystems auf Histamin in Gang gesetzt.

Stattdessen vermuten Experten, dass eine erworbene oder (seltener) angeborene Störung im Histaminabbau die Histaminintoleranz auslöst. Im Körper der Betroffenen fällt dann durch die körpereigene Produktion und/oder histaminreiche Nahrung mehr Histamin an als abgebaut werden kann. Sobald ein gewisser Grenzwert überschritten wird, kommt es zu Beschwerden. Wie hoch dieser Histamin-Grenzwert liegt, ist individuell verschieden.

Eine zentrale Rolle nimmt dabei vermutlich das Enzym Diaminooxidase (DAO) ein, das Histamin im Körper abbaut.scheint der Körper der Betroffenen auf andere Weise überempfindlich auf gewisse Histamin-Mengen zu reagieren. Diese erhöhte Histaminmenge entsteht, wenn durch die Nahrung und/oder körpereigene Produktion mehr Histamin anfällt als im Körper wieder abgebaut wird. Experten vermuten, dass

Gestörter Histaminabbau

Grundsätzlich verfügt der Körper über zwei verschiedene Enzyme, die Histamin abbauen können:

  • Das Enzym Histamin-N-Methyl-Transferase befindet sich im Zellinneren und kann daher Histamin in den Zellen inaktivieren.
  • Die Diaminooxidase (DAO) kann Histamin abbauen, das sich außerhalb der Zellen - also beispielsweise im Blut - befindet.

Die DAO ist also maßgeblich für den Abbau von Histamin aus Lebensmitteln verantwortlich. Es spielt somit eine zentrale Bedeutung bei der Histaminintoleranz: Bei manchen Betroffenen könnte das Enzym in unzureichender Menge vorhanden sein (Enzymmangel). Bei anderen ist es möglicherweise in seiner Aktivität vermindert (gestörte Enzymfunktion). Da DAO für den Histamin-Abbau Hilfsstoffe wie Vitamin B6 und Vitamin C benötigt, kann ein Mangel dieser Vitamine die Funktion des Enzyms einschränken. Es gibt aber auch Medikamente, welche die Tätigkeit der Diaminooxidase beeinflussen (siehe unten).

Ob Enzymmangel oder gestörte Enzymfunktion - gerät der Histaminumsatz aus dem Gleichgewicht, entwickelt sich bei einigen Menschen eine Histaminintoleranz. Neben histaminreichen Lebensmitteln und bestimmten Medikamenten kann dabei auch eine vermehrte körpereigene Histaminproduktion bei allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen die Beschwerden auslösen: Der allergiebedingte Histaminanstieg im Körper kann die enzymatische Abbaukapazität übersteigen. Das gilt besonders, wenn sich der Patient gleichzeitig histaminreich ernährt.

Histaminintoleranz: Der Einfluss von Medikamenten

Histamin wird als körpereigener Botenstoff in verschiedenen Zellen produziert und gespeichert. Unter bestimmten Reizen kann es aus den Zellen freigesetzt werden und seine Funktionen ausüben. Ein solcher Reiz kann auch von manchen Medikamenten ausgehen, das heißt: Einige Medikamentefördern die Histamin-Freisetzung. Meistens tritt dieser Effekt als unerwünschte Nebenwirkung auf.

Außerdem können bestimmte Medikamente den Abbau von Histamin beeinflussen: Histamin aus der Nahrung wird hauptsächlich durch das Enzym Diaminooxidase (DAO) abgebaut. Dieses Enzym ist aber auch für den Abbau von anderen Stoffwechselprodukten verantwortlich. Fallen durch eine medikamentöse Behandlung mehr dieser Produkte an, kann das Enzym weniger Histamin abbauen. Infolgedessen steigt die Histaminkonzentration an.

Andere Medikamente hemmen direkt die Funktion der Diaminooxidase. Das kann ebenfalls die Histaminkonzentration in die Höhe treiben und somit Beschwerden einer Histaminintoleranz auslösen.

Im Folgenden sind die häufigsten Medikamente aufgelistet, die zu einer vermehrten Freisetzung oder einem verminderten Abbau von Histamin führen können. Werden die auslösenden Medikamente wieder abgesetzt, kann man in vielen Fällen gewissermaßen die Histaminintoleranz „heilen“.

Histaminintoleranz: Ernährung kann Symptome auslösen

Histamin und seine Vorläuferprodukte sind in nahezu allen Lebensmitteln und in einigen Getränken enthalten (siehe weiter unten: "Histaminintoleranz: Lebensmittel"). Der Histamingehalt variiert allerdings deutlich und kann durch Verarbeitungsprozesse wie Reifung oder Gärung beeinflusst werden. Der Verzehr von histaminreichen Nahrungsmitteln erhöht die Konzentration von Histamin im Körper. Wenn der Histaminabbau dann nicht entsprechend gesteigert werden kann, gerät der Histaminumsatz aus dem Gleichgewicht - Beschwerden können auftreten.

Histaminintoleranz: Assoziierte Erkrankungen

Bei einigen entzündlichen Darmerkrankungen kann es zu einem Mangel am Histamin-abbauenden Enzym Diaminooxidase kommen. Dadurch kann insgesamt weniger Histamin abgebaut werden. Daraus resultiert ein Anstieg der Histaminkonzentration, was Symptome einer Histaminintoleranz hervorrufen kann.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Erkrankungen, die mit einer Histaminose in Zusammenhang gebracht werden. Auch bei ihnen ist das Enzym Diaminooxidase vermindert aktiv. Zu diesen Erkrankungen zählen:

Histaminintoleranz: Umstrittene Krankheit

Die Histaminintoleranz ist ein sehr umstrittenes Krankheitsbild: Zum einen, weil die Symptome von Patient zu Patient erheblich variieren können. Zum anderen, weil die verschiedenen Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können. Auch die Diagnostik ergibt oft keine eindeutigen Beweise für eine Histaminose. Einige Ärzte lehnen deswegen das Krankheitsbild der Histaminintoleranz ab. Andere dagegen sind davon überzeugt, dass es existiert.

Experten vermuten, dass etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung an einer Histaminintoleranz leidet. 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Das mittlere Lebensalter gilt dabei als häufigster Krankheitsbeginn bei einer Histaminintoleranz.

Histaminintoleranz: Untersuchungen und Diagnose

Viele Patienten mit einer Histaminintoleranz haben schon viele Arztbesuche hinter sich, in denen nie eine Ursache für ihre Beschwerden gefunden werden konnte. Oft sind die Symptome unspezifisch, und Untersuchungsergebnisse ergeben keine krankhaften Befunde. Eine Histaminintoleranz-Diagnose stellt ein Arzt meistens nur dann, wenn er dieses Krankheitsbild im Hinterkopf hat. Gezielte Fragen oder ein Histaminintoleranz-Test erhärten die Vermutung.

Arzt-Patient-Gespräch

Der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz ist ein Facharzt für Hauterkrankungen (Dermatologe) oder Innere Medizin (Internist), der auf allergische Erkrankungen spezialisiert ist (Allergologe). Er erhebt zuerst Ihre Krankengeschichte (Anamnese). Dazu befragt er sich zum Beispiel zu Ihren aktuellen Beschwerden und eventuellen Vorerkrankungen. Mögliche Fragen sind zum Beispiel:

  • Leiden Sie unter allergischen Erkrankungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten?
  • Haben Sie einen Zusammenhang zwischen Ihren Symptome und dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel entdeckt oder führen Sie ein Ernährungstagebuch?
  • Bessern sich die Symptome, wenn Sie auf diese Nahrungsmittel verzichten?
  • Nehmen Sie regelmäßig oder bedarfsweise Medikamente ein?
  • Bei Frauen: Stehen Ihre Beschwerden mit Ihrem Zyklus in Zusammenhang?

Ausschluss anderer Ursachen

Die Symptome, die bei einer Histaminintoleranz auftreten, können auch andere Ursachen haben (Differenzialdiagnosen). Wer beispielsweise nach dem Essen oft Bauchschmerzen und vielleicht auch Durchfall hat, leidet möglicherweise an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit (wie Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz, Zöliakie). Auch eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa kann unter Umständen dahinter stecken. Übelkeit und Erbrechen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Mahlzeit können auch bei einem Geschwür der Magenschleimhaut (Magengeschwür) auftreten. Eine Gesichtsrötung mit Hitzegefühl (Flush) kann das Anzeichen eines neuroendokrinen Tumors sein.

Bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz muss der Arzt solche Differenzialdiagnosen ausschließen. Welche Untersuchungen dazu nötig sind, hängt von den Beschwerden ab. Ein Magengeschwür beispielsweise lässt sich mit einer Magenspiegelung sicher nachweisen beziehungsweise ausschließen.

Histaminintoleranz: Test mittels Ernährungsumstellung

Mit Hilfe eines Nahrungsmitteltests kann man eine mögliche Histaminintoleranz feststellen. Gleichzeitig lässt sich damit die individuell verträgliche Histamindosis für jeden Patienten abschätzen.

Dieser Histaminintoleranz-Test mittels Ernährungsumstellung besteht aus drei Phasen: die Karenzphase, die Testphase und die Dauerernährung. In allen Phasen werden neben der Ernährung auch individuelle Einflussfaktoren auf den Histaminspiegel wie Stress, Einnahme bestimmter Medikamente und Hormonstatus (Menstruation) berücksichtigt.

Karenzphase: In dieser ersten Phase der Ernährungsumstellung sollen die aufgetretenen Beschwerden weitestgehend reduziert werden. Dazu sollte der Patient über 10 bis 14 Tage möglichst kein Histamin mit der Nahrung aufnehmen. Eine komplett histaminfreie Ernährung ist kaum möglich, weil Histamin in sehr vielen Lebensmitteln enthalten ist. Eine spezielle Lebensmittelliste hilft dem Patienten aber, seinen Speiseplan so zu gestalten, dass er möglichst wenig Histamin zu sich nimmt.

Darüber hinaus soll die Ernährung auch möglichst wenig andere biogene Amine beinhalten. Diese werden nämlich ebenfalls vom Histamin-abbauenden Enzym Diaminoxidase (DAO) zerlegt. In größeren Mengen können sie das Enzym deshalb so „beschäftigen“, dass selbst geringe Mengen an Histamin nicht mehr abgebaut werden können. Außerdem können einige biogene Amine eine Histamin-ähnliche Wirkung haben (Erweiterung der Blutgefäße) - ein weiterer Grund ihren Anteil in der Ernährung beim Provokationstest niedrig zu halten.

Testphase: Diese zweite Testphase dauert bis zu sechs Wochen. In dieser Zeit werden gezielt "verdächtige" Lebensmittel langsam wieder in den Speiseplan eingebaut. Beginnend mit einer kleinen Histaminmenge wird der Histamingehalt der Nahrung nach und nach gesteigert. Parallel dazu notiert sich der Patient in einem Ernährungstagebuch, welche Nahrungsmittel er an den einzelnen Tagen zu sich genommen hat und ob Beschwerden aufgetreten sind. So lässt sich abschätzen, ab welcher individuellen Histaminschwelle Krankheitszeichen auftreten.

Dauerphase: Aus den Erkenntnissen der Testphase kann der Arzt individuelle Ernährungsempfehlungen für den Patienten ableiten. Diese eignen sich für eine dauerhafte Ernährungsweise. Der Arzt berücksichtigt bei seinen Empfehlungen neben der individuell verträglichen Histaminmenge nämlich auch den Energiebedarf des Patienten und Einflussfaktoren wie Hormonspiegel, Medikamenteneinnahme oder Stress.

Histaminintoleranz-Test: Provokation

Mit der oben beschriebenen Ernährungsumstellung lässt sich abschätzen, wie viel Histamin jemand verträgt. Das reicht oft aus, um die Ernährung künftig entsprechend zu gestalten. Will man genau wissen, ab welcher Menge jemand Histaminintoleranz-Symptome entwickelt, kann man eine "titrierte Provokation" durchführen. Für diesen Provokationstest sollte der Patient sich zuerst einige Zeit möglichst histaminfrei ernähren und aktuell keinerlei Beschwerden haben. Der Arzt verabreicht ihm dann in zweistündigem Abstand steigende Mengen an Histamin (zur Einnahme). Die Dosis, bei der Histaminintoleranz-Symptome auftreten, gilt dann als individuelle Schwellendosis.

Der Provokationstest muss unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Falls heftige Unverträglichkeitsreaktionen wie Übelkeit und Erbrechen bis hin zu vorübergehenden Kreislaufstörungen auftreten, kann sie der Arzt rasch behandeln.

Weitere Histaminintoleranz-Tests

Oft werden noch andere Histaminintoleranz-Tests empfohlen, um eine Unverträglichkeit von Histamin sicher nachzuweisen. Die Aussagekraft solcher Untersuchungen ist aber begrenzt. Es zählen dazu:

  • Messung der DAO-Aktivität im Blutserum: Als eine mögliche Ursache für Histaminintoleranz (HI) gilt eine verminderte Aktivität des Histamin-abbauenden Enzyms Diaminooxidase (DAO). Bei den betroffenen Patienten soll deshalb die DAO-Aktivität im Blutserum messbar verringert sein. Laut Experten ist dieses Verfahren aber nicht aussagekräftig genug, um eine Histaminintoleranz-Diagnose stellen zu können.
  • Messung der Histamin-Menge im Blutplasma: Sie soll sich ebenfalls als Histaminintoleranz-Test eignen. Die Aussagekraft dieser Untersuchung ist aber unter Experten umstritten. Auffällige Messwerte können nämlich - neben einer Histaminose - auch viele andere Ursachen haben.
  • Messung der Histamin-Menge im Stuhl: Manchmal wird eine Histamin-Bestimmung im Stuhl angeboten, um den Verdacht auf eine Histaminintoleranz abzuklären. Allerdings scheiden verschiedene Darmbakterien zum Teil große Mengen an Histamin aus. Die Messwerte im Stuhl sind deshalb wenig aussagekräftig.
  • Messung der Methylhistamin-Menge im Urin: Methylhistamin ist ein Abbauprodukt von Histamin. Seine Konzentration im Urin soll Hinweise auf eine mögliche Histaminintoleranz geben. Allerdings hängt dieser Messwert generell vom Eiweißgehalt der Nahrung ab. Deshalb ist die Methylhistamin-Bestimmung als Histaminintoleranz-Test umstritten.
  • Histamin-50-Pricktest: Der Pricktest ist ein weit verbreiteter Allergietest. Dabei wird der vermutete Reizstoff - in diesem Fall das Histamin - in gelöster Form (als Tropfen) in die Haut des Patienten geritzt. Bei einer Unverträglichkeit reagiert die Haut mit der Bildung von Quaddeln (Hautbläschen). Sind diese nach 50 Minuten immer noch unverändert vorhanden, geht man davon aus, dass der Abbau des Histamins in der Haut gestört ist. Allerdings bedeutet dies nicht, dass der Körper auch über die Nahrung aufgenommenes Histamin nicht richtig abbauen kann. Deshalb wird auch dieser Histaminintoleranz-Test von Experten kritisch betrachtet.

Fazit

Keiner der derzeit verfügbaren Histaminintoleranz-Tests kann gesichert nachweisen, ob jemand tatsächlich von außen zugeführtes Histamin (ab einer gewissen Menge) nicht verträgt und deshalb mit Beschwerden reagiert. Experten empfehlen Ärzten deshalb bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz folgende Diagnoseschritte:

  1. Erhebung der Krankengeschichte im Arzt-Patient-Gespräch (Anamnese)
  2. Untersuchungen zum Ausschluss anderer möglicher Ursachen für die Beschwerden wie Magen-Darm-Geschwür (bei Übelkeit/Erbrechen) oder eine Laktoseintoleranz bzw. Fruktoseintoleranz (bei Bauchschmerzen, Durchfall)
  3. Histaminintoleranz-Test mittels dreistufiger Ernährungsumstellung
  4. Wenn die Ernährungsumstellung die Beschwerden tatsächlich bessern konnte, kann gegebenenfalls ein titrierter Provokationstest durchgeführt werden, um die individuelle Histaminverträglichkeit genauer zu ermitteln

Histaminintoleranz: Behandlung

Die Histaminintoleranz-Therapie besteht hauptsächlich darin, auslösende Faktoren zu vermeiden. Das gelingt vor allem mit einer angepassten Ernährung. Nach Möglichkeit sollten Patienten zudem auf Medikamente verzichten, welche die Beschwerden einer Histaminintoleranz auslösen können. In bestimmten Fällen kann die Anwendung bestimmter Medikamente bei Histaminintoleranz-Symptomen helfen (medikamentöse Histaminintoleranz-Therapie).

Ernährung bei Histaminintoleranz

Lebensmittel mit hohem Histamingehalt wie alter Käse oder Gepökeltes sollte man nicht verzehren. Außerdem sollten Menschen mit Histaminintoleranz Lebensmittel meiden, die Histamin aus den Zellspeichern freisetzen können (Histamin-Liberatoren wie Tomaten oder Erdbeeren). Ungünstig sind auch Lebensmittel, die größere Mengen anderer biogener Amine enthalten (Bananen, Ananas, Erdnüsse etc.).

Darüber hinaus ist bei einer Histaminintoleranz-Diät auch bei der Wahl der Getränke Vorsicht geboten: Vor allem Rotwein ist ungünstig bei Histaminintoleranz. Kaffee dagegen wird in kleinen Mengen von täglich ein bis zwei Tassen meist gut vertragen.

Tipp: Mehr über ungünstige Lebensmittel bei einer Histaminose lesen Sie weiter unten im Abschnitt Histaminintoleranz: Lebensmittel.

Wie strikt sich Betroffene an eine Histaminintoleranz-Diät halten müssen, kann im Rahmen der Diagnostik (dreistufige Ernährungsumstellung, evtl. Provokationstest) ermittelt beziehungsweise selbst ausgetestet werden. Nicht vergessen: Das Auftreten von Beschwerden hängt von der Gesamtmenge an Histamin im Körper ab - also von dem mit der Ernährung zugeführten Histamin plus dem im Körper produzierten Histamin. Dabei ist die individuelle Histaminverträglichkeit nicht jeden Tag gleich. Sie wird nämlich von verschiedenen Faktoren beeinflusst wie dem Abstand zwischen einzelnen Mahlzeiten, Alkoholkonsum, Medikamenteneinnahme, Darmerkrankungen oder Hormonstatus (Menstruation). Das bedeutet: Trotz gleichbleibend histaminarmer Ernährung kann es sein, dass ein Patient an einem Tag beschwerdefrei ist und am nächsten mit Symptomen wie Quaddelbildung, Juckreiz und Kopfschmerzen zu kämpfen hat.

Histaminintoleranz: Medikamente absetzen oder wechseln

Viele Medikamente können eine Histaminintoleranz auslösen oder verschlechtern. Patienten sollten solche Präparate deshalb absetzen, wenn der behandelnde Arzt dies für vertretbar hält. Eventuell kann er als Alternative ein anderes Medikament empfehlen, das besser verträglich ist.

Achtung: Setzen Sie niemals auf eigene Faust Medikamente ab, sondern immer nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt!

Medikamentöse Histaminintoleranz-Therapie

Manchmal ist es nicht möglich, auf "kritische" Medikamente zu verzichten. Das kann etwa bei Röntgenkontrastmitteln im Rahmen von Untersuchungen oder muskelentspannenden Mitteln bei Operationen der Fall sein. Dann können Patienten mit Histaminintoleranz vorbeugend Antihistaminika (Histaminrezeptorblocker) erhalten. Diese Medikamente blockieren die Andockstellen von Histamin (Histaminrezeptoren). So werden trotz vermehrt anfallendem Histamin im Körper keine oder zumindest deutlich weniger Unverträglichkeitssymptome ausgelöst.

Bei bereits bestehenden Histaminintoleranz-Symptomen können Antihistaminika ebenfalls helfen.

Manchmal setzen Ärzte bei Histaminintoleranz sogenannte Mastzellstabilisatoren. Sie werden wie Antihistaminika eigentlich bei Allergien eingesetzt. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie die Zellmembran von Mastzellen stabilisieren. Dadurch setzen diese weniger Histamin (und andere Entzündungsbotenstoffe) frei.

Liegt ein Mangel am Histamin-abbauenden Enzym Diaminooxidase (DAO) vor, kann es in Kapselform eingenommen werden. Solche DAO-Präparate sind als Nahrungsergänzungsmittel rezeptfrei erhältlich. Sie können vor einer Mahlzeit eingenommen werden, wenn diese viel Histamin enthält oder man deren Histamingehalt nicht abschätzen kann (etwa auf Reisen oder bei Familienfeiern). Sind bereits Beschwerden vorhanden, hilft das Enzympräparat nicht mehr.

Achtung: Die genannten Präparate zur Vorbeugung oder Linderung von Histaminintoleranz-Symptomen sind kein längerfristiger Ersatz für eine histaminarme Ernährung. Sie dienen nur als Ergänzung und sollten ausschließlich bedarfsweise eingenommen werden! Patient und Arzt sollten gemeinsam besprechen, ob und welche Präparate sinnvoll sind. Manche der Medikamente (wie Antihistaminika) sind auch nur auf Rezept erhältlich.

Vitaminpräparate

Vitamin C und Vitamin B6 gelten als Cofaktoren der Diaminooxidase (DAO), das heißt: Die beiden Vitamine sind für die Funktion des Enzyms wichtig. Deshalb kann die Einnahme von entsprechenden Vitaminpräparaten sinnvoll sein. Patienten sollten dies mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Er kann bei Bedarf ein geeignetes Präparat und eine passende Dosierung empfehlen.

Histaminintoleranz: Lebensmittel

Lebensmittel, die viel Histamin und/oder andere biogene Amine enthalten, sollte man bei einer Histaminintoleranz meiden. Ungünstig sind auch Produkte, welche die Freisetzung von Histamin aus seinen Speicherzellen anregen. Diese drei Lebensmittelgruppen sollten Patienten deshalb kennenr:

Histaminintoleranz: Lebensmittel mit viel Histamin

Histamin oder sein Vorläufer Histidin sind in fast allen Lebensmitteln enthalten. Der jeweilige Histamingehalt unterscheidet sich allerdings deutlich. Er wird durch Reifungs-, Fermentations- und Gärungsprozesse gesteigert. Alter Gauda enthält beispielsweise mehr Histamin als junger Gouda, geräucherter Schinken mehr als gekochter. Viele Bakterien oder Hefen sind nämlich in der Lage, Histidin freizusetzen. In mikrobiell produzierten Nahrungsmitteln wie lang gereiftem Käse, Wein oder Sauerkraut sind hohe Histaminkonzentrationen deswegen keine Seltenheit.

Außerdem vertragen viele Menschen mit Histaminintoleranz Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Wurst schlecht oder gar nicht - in diesen Produkten reichern sich Mikroorganismen nämlich oft an. Nicht zuletzt enthalten manche Gemüsesorten von Natur aus Histamin, auch im frischen Zustand - sie sind also ebenfalls ungünstig bei Histaminintoleranz.

Eine Liste mit besonders histaminreichen Lebensmitteln finden Sie hier:

  • Fisch: Makrele, Hering, Sardine, Thunfisch
  • Käse: Gouda, Camembert, Cheddar, Emmentaler, Swisstaler, Parmesan
  • Fleisch: Wurst, Salami, geräucherter Schinken
  • Gemüse: Sauerkraut, Spinat, Aubergine, Tomaten, Avocado
  • Alkohol: Rotwein, Weißwein, ober- und untergäriges Bier, Champagner
  • Sonstiges: Rotweinessig, Sojasauce, Hefepräparate

Histaminintoleranz: Lebensmittel mit anderen biogenen Aminen

Neben Histamin werden auch andere biogene Amine (wie Tyramin, Serotonin, Spermin, Cadaverin) über das Enzym Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Sie „beschäftigen“ das Enzym unter Umständen so sehr, dass selbst geringe Mengen an Histamin dann nicht mehr abgebaut werden können. Eine Histamin-Überlastung kann die Folge sein. Manche biogene Amine besitzen zudem ähnliche Eigenschaften wie Histamin. Sie können also auch direkt histaminähnliche Beschwerden auslösen.

Reichlich biogene Amine enthalten beispielsweise:

  • Ananas, Bananen, Papaya, Birnen, Himbeeren, Orangen, Kiwi
  • Erdnüsse
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Soja)
  • Weizenkeime

Histaminintoleranz: Lebensmittel, die Histamin freisetzen

Sogenannte Histaminliberatoren enthalten weder Histamin noch andere biogene Amine in größeren Mengen. Sie können aber dennoch die Beschwerden einer Histaminintoleranz auslösen. Der Grund: Sie sorgen dafür, dass körpereigenes Histamin aus bestimmten Speicherzellen im Körper (Mastzellen) freigesetzt wird. Daher sollten sie bei einer Histaminintoleranz ebenfalls gemieden werden. Zu den Histaminliberatoren zählen:

  • Zitrusfrüchte, Erdbeeren
  • Tomaten, Tomatenpüree, Ketchup, Tomatensaft
  • Schokolade, Kakao
  • Meeresfrüchte (Muscheln, Krebs)
  • Nüsse (vor allem Walnüsse und Cashewnüsse)
  • Alkohol und sein Abbauprodukt Acetylaldehyd

Ernährungstipps bei Histaminintoleranz

Lebensmittel der genannten kritischen Gruppen sollten Sie bei einer Histaminintoleranz möglichst selten auf Ihren Speiseplan setzen. Wer nicht komplett darauf verzichten will, sollte kritische Lebensmittel immer auf mehrere Mahlzeiten verteilen. Wenn man zum Beispiel eine Scheibe reifen Gouda am Morgen isst und eine kleine Tomate als Nachmittagssnack, wird das meist besser vertragen als wenn man beide histaminreichen Speisen gleichzeitig verzehrt.

Generell sollten Sie Lebensmittel so frisch wie möglich verzehren. Gerade leicht verderbliche Gerichte wie Hackfleisch und Fisch sollten Sie nicht ein zweites Mal aufwärmen – der Verzehr führt schnell zu Symptomen einer Histaminintoleranz.

Hier noch einige Tipps für bestimmte Lebensmittel und Getränke:

Käse: Verzichten Sie auf Hartkäse (wie Emmentaler, Bergkäse, Parmesan), lang gereiften Schnittkäse (etwa alten Gouda), sehr reifen Schimmelkäse (wie sehr weichen Camembert) sowie Rohmilch- und Schmelzkäse. Greifen Sie lieber zu jungen Käsesorten (wie Butterkäse), Streichkäse, Frischkäse, Cottage Cheese und Topfen.

Wurst und Fleisch: Anstelle von Rohwurst (wie Salami, Rohschinken, Teewurst) sollten Sie Kochwurst (Fleischwurst, Kochschinken) wählen. Bei Fleisch stellen besonders mariniertes (Grillfleisch, Gyros, Dönerfleisch) und lang gegartes Fleisch (Gulasch, Braten) für Menschen mit Histaminintoleranz Lebensmittel dar, die oft Probleme bereiten.

Fisch: Meiden Sie Fischsorten wie Makrele, Sardelle, Hering und Thunfisch. Bekömmlicher als geräucherter, getrockneter und gesalzener Fisch ist frischer oder tiefgekühlter Fisch.

Alkohol: Rotwein enthält meist mehr Histamin als Weißwein. Besonders histaminreich sind französischer Rotwein, Chianti und Muskatwein.

Süßigkeiten und Knabbereien: Schokolade und andere kakaohaltige Süßigkeiten werden meist schlecht vertragen. Das Gleiche gilt manchmal auch für Lakritz. Stillen Sie Ihre Lust auf Süßes besser mit Fruchtgummi und Bonbons (beide ohne Azofarbstoffe) sowie schokoladefreie Kuchen und Gebäckwaren. Salzstangen und Kartoffelchips ohne Geschmacksverstärker und Hefeextrakt sind in der Regel unproblematisch bei Histaminintoleranz. Lebensmittel mit Nüssen (wie Nusskuchen) hingegen sollte man meiden, da sie Histamin freisetzen können.

Histaminintoleranz: Verlauf und Prognose

Die richtige Ernährung bei Histaminintoleranz ist der wichtigste Baustein der Behandlung. Wer auf histaminreiche Lebensmittel (weitgehend) verzichtet, kann seine Beschwerden meist deutlich verbessern. Tragen bestimmte Medikamente zu den Histaminintoleranz-Beschwerden bei, kann der Arzt den Patienten in vielen Fällen auf ein besser verträgliches Präparat umstellen. Ergänzend können im Bedarfsfall Medikamente wie Antihistaminikak die Beschwerden lindern.

Viele Patienten mit Histaminintoleranz leiden gleichzeitig an Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Fruktose-, Laktose- oder Sorbit-Intoleranz. Wenn man zu viele Lebensmittel (histaminhaltige Speisen, Obst, Milchprodukte etc.) vom Speiseplan streicht, kann es unter Umständen zu einer Mangelversorgung kommen. Die Ernährung bei Histaminintoleranz plus Nahrungsmittelunverträglichkeiten muss daher besonders sorgfältig geplant werden. Ein Ernährungsberater kann Patienten hier wertvolle Unterstützung geben.

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