Hepatitis

Dr. med. Mira Seidel

Dr. med. Mira Seidel ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Unter Hepatitis versteht man eine Entzündung der Leber. Diese kann durch Viren, Gifte, Medikamente oder Autoimmunerkrankungen verursacht sein. Mediziner unterscheiden je nach Ursache, Dauer und feingeweblichen Merkmalen verschiedene Formen von Hepatitis. Lesen Sie hier mehr über Symptome, Ursachen und Therapie einer Leberentzündung und erfahren Sie, wie Sie einer Hepatitis vorbeugen können!

hepatitis

Kurzübersicht

  • Was ist Hepatitis? Eine Entzündung der Leber, die akut oder chronisch verlaufen kann
  • Formen: Virushepatitis (Hepatitis A, B, C, D, E), Virusbegleithepatitis, Autoimmunhepatitis
  • Symptome: manchmal keine Symptome; in anderen Fällen deutliche bis schwere Beschwerden wie Übelkeit, Fieber, Oberbauchschmerzen und ggf. Gelbsucht
  • Ursachen: Viren, Gifte (wie Alkohol), Medikamente, Stoffwechselerkrankungen, Autoimmunprozesse
  • Behandlung: je nach Ursache und Schweregrad der Erkrankung; z.B. Schonung, leichte Kost, Alkoholverzicht, Medikamente, ggf. Lebertransplantation
  • Prognose: Akute Formen heilen meist von selbst aus. Chronische Formen können die Leber dauerhaft schädigen. Leberzirrhose und Leberkrebs sind mögliche Folgen.

Formen von Hepatitis

Der Begriff Hepatitis bedeutet Leberentzündung. Damit ist es mit der Einfachheit aber auch schon vorbei. Was eine Hepatitis genau ist, lässt sich nur etwas ausschweifender beantworten, denn es gibt verschiedene Formen der Erkrankung.

Zunächst einmal lässt sich die Hepatitis anhand ihrer Dauer in zwei Formen unterteilen:

  • akute Hepatitis: dauert weniger als ein halbes Jahr an
  • chronische Hepatitis: hält länger als sechs Monate an, entwickelt sich hauptsächlich aus den Hepatitisformen B, C und D

Auch nach der Ursache kann man Hepatitis einteilen:

  • Virushepatitis: Leberentzündung durch Hepatitisviren A, B, C, D oder E (allesamt meldepflichtig)
  • Virusbegleithepatitis: Leberentzündung als „Nebenerscheinung“ einer anderen Viruserkrankung (Herpes, Pfeiffersches Drüsenfieber)
  • Autoimmunhepatitis: Leberentzündung durch Fehlfunktion des Immunsystems

Sehr selten entsteht eine Hepatitis durch Parasiten, Pilze oder Bakterien.

Hepatitis A

Hepatitis A wird hauptsächlich fäkal-oral übertragen, also etwa über Trinkwasser, das durch die Exkremente von Patienten verunreinigt wurde. Die Ansteckung kann auch über Schmierinfektion erfolgen: Wenn sich Patienten nach dem Toilettengang nicht gründlich die Hände waschen, können sie die Viren zum Beispiel auf Türklinken, Wasserhähne, Besteck oder Handtücher übertragen. Von dort können die Erreger auf die Hände und in weiterer Folge eventuell auf die Mundschleimhaut von Gesunden gelangen.

Manchmal wird Hepatitis A auch über verunreinigte Nahrungsmittel (Meeresfrüchte, Speiseeis, Obst etc.) übertragen.

Nach der Ansteckung vergehen 15 bis 50 Tage, bevor die ersten Symptome auftreten (Inkubationszeit). Dazu zählen zunächst unspezifische Beschwerden wie Fieber, Übelkeit oder Appetitverlust. Später verfärben sich manchmal Haut und Augäpfel gelb, der Urin wird dunkel und der Stuhl hell. Bis die Patienten wieder genesen sind, können einige Monate vergehen. Eine Hepatitis-A-Infektion kann aber nicht chronisch werden. Außerdem ist man nach überstandener Infektion lebenslang immun gegen Hepatitis-A-Viren.

Alles Wichtige über diese Form von Leberentzündung lesen Sie im Beitrag Hepatitis A.

Hepatitis B

Hepatitis B zählt zu den häufigsten Virushepatitiden weltweit. Die Ansteckung erfolgt über Blut- und Sexuale (Sperma, Speichel). Auch über andere Körperflüssigkeiten wie Tränen, Gehirnflüssigkeit (Liquor), Urin, Magensaft und Muttermilch können Hepatitis-B-Viren übertragen werden. Insgesamt haben vor allem medizinisches Personal, Dialysepatienen sowie Drogenabhängige (Spritzen!) ein hohes Ansteckungsrisiko.

Eine Leberentzündung vom Typ B kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen. Die ersten Symptome zeigen sich im Schnitt zwei bis vier Monate nach der Ansteckung.

Die chronische Hepatitis B ist weit verbreitet. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 240 Millionen Menschen daran. Als Folge der chronischen Leberentzündung können sich eine Schrumpfleber (Leberzirrhose) und eine bösartiger Lebertumor (Leberkrebs) entwickeln.

Mehr Informationen zu Hepatitis B bekommen Sie im Text Hepatits B.

Hepatitis C

Experten schätzen, dass weltweit rund 71 Millionen Menschen eine chronische Hepatitis C haben. Die auslösenden Viren lassen sich in nahezu allen Körperflüssigkeiten nachweisen. Die Infektion wird aber hauptsächlich über Blut übertragen. Das Ansteckungsrisiko ist besonders hoch bei kontaminiertem Besteck zum Drogenkonsum, aber auch bei Tätowier- oder Piercingwerkzeug. Bei etwa 30 Prozent aller Patienten mit chronischer Hepatitis C kann kein eindeutiger Übertragungsweg festgestellt werden.

Hinweis: Rund zehn Prozent der Hepatitis-C-Patienten haben gleichzeitig eine Infektion mit dem Hepatitis-G-Virus. Bislang sind keine Symptome bekannt, die sich eindeutig diesem Erreger zuordnen lassen. Außerdem kann man Hepatitis G-Viren nur schwer nachweisen.

Die Symptome bei Hepatitis C sind meist milde und eher unspezifisch: Die Betroffenen haben zum Beispiel Muskel- und Gelenkschmerzen, leichtes Fieber, Übelkeit und eine Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel. Später können dunkler Urin, eine Gelbfärbung von Haut und Augäpfeln (Gelbsucht) sowie entfärbter Stuhl auftreten.

Eine chronische Hepatitis C verläuft meist über viele Jahre schleichend und unbemerkt. Die Patienten haben aber ein recht hohes Risiko für eine Leberzirrhose oder Leberkrebs.

Mehr über diese Hepatitis-Form lesen Sie im Artikel Hepatitis C.

Hepatitis D

Hepatitis D-Viren können sich nur mit Hilfe von Hepatitis B-Viren vermehren und eine Infektion hervorrufen. Das bedeutet: Eine Hepatitis D-Infektion ist nur bei Menschen möglich, die sich entweder gleichzeitig mit Hepatitis B infizieren oder aber bereits eine chronische Hepatitis B-Infektion haben.

Zusammen führen Hepatitis B und D oft zu einer schweren verlaufenden chronischen Leberentzündung

Hepatitis E

Der Hepatitis E-Erreger kommt vor allem in Asien und Afrika vor. Übertragen wird die Erkrankung hauptsächlich über das Trinkwasser oder die Nahrung. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten.

Hepatitis E verläuft akut und mit oft nur leichten Beschwerden, ähnlich wie Hepatitis A. Die Symptome machen sich zwei bis acht Wochen nach der Ansteckung bemerkbar und klingen nach etwa sechs Wochen wieder ab.

In der Regel ist Hepatitis E nicht besonders gefährlich. Nur bei Schwangeren kann sie in seltenen Fällen schwer verlaufen und sogar tödlich enden.

Lesen Sie alles Wichtige über diese Art von Leberentzündung im Beitrag Hepatitis E.

Autoimmunhepatitis

Im Gegensatz zu den oben genannten Hepatitisformen wird die Autoimmunhepatitis nicht durch Viren, sondern eine Fehlfunktion des Immunsystems ausgelöst. Diese Form der Leberentzündung ist aber sehr selten. Am häufigsten tritt eine autoimmun bedingte Hepatitis im Alter zwischen 40 und 70 Jahren auf. Die meisten Patienten sind weiblich.

Die Autoimmunhepatitis verläuft fast immer chronisch. Oft zeigen sich dann über lange Zeit keine oder nur unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Bauch- und Kopfschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. In schweren Fällen führt die chronische Autoimmunhepatitis zu Leberzirrhose - mit der Gefahr von Leberversagen.

Die Therapie der autoimmun bedingten Hepatitis besteht in der Gabe von Immunsuppressiva. Das sind Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Bei Leberzirrhose kann eine Lebertransplantation notwendig werden.

Lesen Sie mehr über Risikofaktoren, Symptome und Krankheitsverlauf im Artikel Autoimmunhepatitis.

Hepatitis: Symptome

Hepatitis-Symptome können recht unterschiedlich ausfallen. Bei einigen Patienten verläuft die Leberentzündung schwer. Andere haben dagegen keinerlei Beschwerden, und die Erkrankung wird nur zufällig aufgrund erhöhter Leberwerte entdeckt. Manchmal, aber nicht immer, tritt Gelbsucht (Ikterus) auf, die oft fälschlicherweise mit Hepatitis gleichgesetzt wird.

Akute Hepatitis: Symptome

Die Symptome der akuten Hepatitis sind in der Frühphase unspezifisch und umfassen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Oberbauchschmerzen
  • Gelenk- beziehungsweise Muskelschmerzen
  • veränderter Geruchs- und Geschmacksinn

Nach zwei bis acht Wochen folgt die Gelbsucht-Phase. Durch die vergrößerte Leber entsteht Druckschmerz unter dem rechten unteren Rippenbogen. Die Haut färbt sich eventuell gelb, ebenso die Augäpfel. Das liegt daran, dass der Gallenfarbstoff Bilirubin nicht mehr über die Galle in den Darm abgegeben, sondern im Blut angestaut wird. Da ein Teil über die Nieren ausgeschieden wird, färbt sich der Urin dunkel. Der Stuhl verliert durch die bakterielle Verarbeitung des Bilirubins dagegen seine typische Farbe. Auch Juckreiz ist ein häufiges Symptom. Es entsteht, weil sich Gallensäuren in die Haut einlagern.

Die Erholungsphase (Rekonvaleszenzphase) der akuten Leberentzündung kann einige Wochen bis Monate dauern. In dieser Zeit fühlen sich Betroffene gelegentlich schwach, müde und erschöpft.

Chronische Hepatitis: Symptome

Eine chronische Hepatitis äußert sich in Symptomen wie

  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Druckschmerz unter dem rechten Rippenbogen
  • Gelenkschmerzen
  • wechselnde Durchfälle



Bei leichte(re)n Fällen kann es aber durchaus sein, dass gar keine Symptome auftreten. Typisch sind Schübe mit vergrößerter Leber und Gelbsucht. Bei Frauen kann zudem die Regel ausbleiben. Bei Männern vergrößern sich unter Umständen die Brustdrüsen (Gynäkomastie), der Hoden wird kleiner (Hodenatrophie) und/oder die Behaarung an Bauch und Scham weniger (Bauchglatze).

Hepatitis: Ursachen und Risikofaktoren

In den allermeisten Fällen handelt es sich bei einer Hepatitis um eine Viruserkrankung (Virushepatitis). Sie wird hauptsächlich durch Hepatitisviren vom Typ A, B, C, D oder E ausgelöst. Allesamt sind meldepflichtig.

Manchmal können auch andere Viren eine meist mildere Virushepatitis auslösen. Das gilt zum Beispiel für das Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber), Zytomegalie-Virus (CMV-Infektion), Coxsackie-Virus sowie Herpes-Viren. Dann sprechen Mediziner von einer Virusbegleithepatitis.

Gelegentlich ist eine Leberentzündung die Folge einer Fehlregulierung des Immunsystems (Autoimmunhepatitis).

Seltener sind Bakterien wie Leptospira (Leptospirose), Brucellen (Brucellose) oder Salmonellen (Salmonellose) sowie Parasiten (Erreger der Amöbenruhr und der Malaria) die Auslöser einer Hepatitis.

Bei einer toxischen Hepatitis ist dagegen meist Alkohol der "Schuldige". Ärzte sprechen hier auch von einer alkoholischen Fettleberhepatitis (mediz. Steatohepatitis, ASH). Bei den Betroffenen schädigt übermäßiger Alkoholkonsum die Leber. In der Folge lagert sich vermehrt Fett ein und Entzündungen entstehen. Wird weiter Alkohol getrunken, kann sich eine Leberzirrhose entwickeln.

Hinweis: Es gibt auch eine nicht-alkoholische Fettleberhepatitis (nicht-alkoholische Steatohepatitis, NASH). Sie wird zum Beispiel durch Fettleibigkeit (Adipositas) oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) verursacht.

Ein Übermaß leberschädigender Medikamente wie Paracetamol oder bestimmte Narkosegase (z. B. Halothan) können ebenfalls eine toxische Hepatitis auslösen. Das Gleiche gilt für Gifte wie jenes vom Knollenblätterpilz.

Eine chronische Hepatitis resultiert aus einer bestehenden akuten Hepatitis wie zum Beispiel:

  • Hepatitis B, C oder D
  • toxische Hepatitis (etwa verursacht durch bestimmte Medikamente oder Alkohol)
  • Autoimmunhepatitis
  • eine durch Gallenstau verursachte (cholestatische) Lebererkrankung wie etwa eine Entzündung der inneren und äußeren Gallengänge (primär sklerosierende Cholangitis)
  • eine von den inneren Gallengängen ausgehende Lebererkrankung (primär biliäre Zirrhose)

Des Weiteren können angeborene Stoffwechselkrankheiten eine chronische Hepatitis verursachen. Hierzu zählen die Kupferspeicherkrankheit (Wilson-Krankheit) und die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose).

Achtung: In einigen Fällen lässt sich bei einer chronischen Leberentzündung die Ursache nicht mehr sicher nachweisen. Der Arzt kann dann nur Vermutungen anstellen.

Hepatitis: Übertragung

Die fünf häufigsten Formen von Virushepatitis (Typen A, B, C, D und E) können auf unterschiedliche Weise übertragen werden. Generell besteht in folgenden Fällen ein erhöhtes Risiko für eine Hepatitis-Ansteckung:

  • Drogenabhängige, die sich das Suchtmittel in die Venen spritzen und das Spritzbesteck untereinander teilen
  • medizinisches Personal, das oft in Kontakt mit infizierten Körperausscheidungen von Patienten (wie Blut) kommt
  • ungeschützter Geschlechtsverkehr, besonders bei häufig wechselnden Sexualpartnern
  • Menschen, die sich unter nicht sterilen Bedingungen Ohrlöcher, Piercings oder Tattoos stechen lassen
  • Reisende, die in Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen unterwegs sind (gilt besonders für Hepatitis A)
  • Babys von Müttern, die mit Hepatitis B oder C infiziert sind (Übertragung vor oder während der Geburt)
  • Blutprodukte (Spenderblut, Blutgerinnungsfaktoren etc.), die als Transfusion übertragen werden (seit Einführung strenger Kontrollen in Deutschland nur noch selten ein Hepatitis-Übertragungsweg)
  • Dialysepatienten (wenn das Dialysegerät zuvor bei einem Hepatitis-Patienten verwendet und anschließend nicht wie vorgeschrieben gründlich gereinigt wurde)

Hepatitis: Untersuchungen und Diagnose

Bei Verdacht auf eine Leberentzündung sollen Sie Ihren Hausarzt oder Internisten aufsuchen. Dieser wird zunächst in einem ausführlichen Gespräch Ihre Krankengeschichte erheben (Anamnese). Er lässt sich Ihre Beschwerden genau schildern und erkundigt sich nach eventuellen leberschädigenden Einflüssen. Mögliche Fragen des Arztes können sein:

      • Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welchen, wie viel und wie lange schon?
      • Haben Sie Vorerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Krebserkrankungen?
      • Was machen Sie beruflich? Haben Sie Kontakt mit Giften wie Tetrachlorkohlenstoff, Vinylchlorid oder Phosphor?
      • Nehmen Sie Medikamente wie Paracetamol, Tetrazykline, Methotrexat, Isoniazid, Rifampicin oder Azathioprin ein?
      • Nehmen Sie Drogen?
      • Haben Sie eine Bluttransfusion erhalten?
      • Waren Sie in letzter Zeit im Ausland?
      • Hatten Sie sexuellen Kontakt mit häufig wechselnden Partnern?
      • Gibt es in der Familie Stoffwechselstörungen wie beispielsweise Morbus Wilson oder a1-Antitrypsin-Mangel?

Zudem wird der Arzt Sie fragen, ob sich Ihr Gewicht nach oben oder unten verändert hat. Erzählen Sie ihm auch, wenn Sie in letzter Zeit unter Appetitmangel leiden oder sich die Farbe Ihres Stuhls und/oder Urins verändert hat. Ein wichtiger Hinweis kann auch eine erhöhte Blutungsneigung sein. Sie kann etwa dadurch entstehen, dass die Leber aufgrund einer Erkrankung/Schädigung weniger Blutgerinnungsfaktoren als normalerweise bildet.

Körperliche Untersuchung

Nach dem Anamnesegespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei wird der Arzt unter anderem Ihren Bauch abtasten. Besteht ein Druckschmerz im rechten Oberbauch, deutet dies auf eine mögliche Lebererkrankung hin. Beim Abtasten kann der Arzt auch feststellen, ob Leber und/oder Milz vergrößert sind. Außerdem wird er bei der Untersuchung auf Anzeichen von Gelbsucht achten.

Blutuntersuchungen

Durch Messung verschiedener Blutwerte lässt sich die Leistungsfähigkeit der Leber bestimmen. Typischerweise sind bei einer Leberentzündung die Leberenzyme GOT (AST) und GPT (ALT) erhöht. Im Fachjargon heißen diese Leberenzyme auch Transaminasen.

Um festzustellen, ob es sich um eine Virusinfektion handelt, wird die Blutprobe auf Antikörper gegen Hepatitisviren (A, B, C, D und E) untersucht (Hepatitis-Serologie). Das ist also ein indirekter Hepatitis-Test: Es wird nicht direkt nach den Erregern einer Virushepatitis gesucht, sondern nach spezifischen Abwehrstoffen, die der Körper bei einer Infektion mit solchen Erregern produziert. Die Art der nachgewiesenen Antikörper zeigt zudem an, wie weit die Leberentzündung bereits fortgeschritten ist.

Möglich ist auch ein direkter Hepatitis-Test: Dabei prüft man, ob sich im Blut des Patienten das Erbgut der verschiedenen Hepatitis-Viren nachweisen lässt. Eventuell ist es dazu nötig, die kleinen Erbgut-"Schnipsel" mittels der sogenannten Polymerasekettenreaktion (PCR) zu vervielfältigen, bevor man sie identifizieren kann.

Der Verdacht auf eine Autoimmunhepatitis lässt sich bestätigen, wenn im Blut typische Auto-Antikörper gefunden werden, die das Lebergewebe angreifen.

Ultraschall

Eine Ultraschalluntersuchung kann dem Arzt helfen, Größe und Struktur der Leber zu erfassen. Bei einer chronischen Leberentzündung kann die Untersuchung zudem Hinweise geben, ob die Erkrankung zu einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) oder sogar zu Leberkrebs geführt hat.

Eine Leberzirrhose sowie ihr "Vorstufe" - die Leberfibrose - lassen sich auch mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung feststellen - der sogenannten Elastografie.

Gewebeprobe der Leber

Generell bei Lebererkrankungen wird der Arzt in der Regel eine Gewebeprobe aus der Leber entnehmen (Leberbiopsie), um sie im Labor genauer untersuchen zu lassen. So lässt sich der Verdacht einer Leberentzündung endgültig klären. Anhand der feingeweblichen (histologischen) Untersuchung der Gewebeprobe kann man auch den Grad der Leberentzündung beurteilen.

Hepatitis: Behandlung

Hepatitis-Patienten sollten keinen Alkohol konsumieren. Zudem sollten sie (in Absprache mit dem Arzt) leberschädigende Medikamente meiden. Das gilt nicht nur, wenn die Hepatitis durch Alkohol oder Medikamente verursacht wird, sondern auch in allen anderen Fällen. Der Abbau von Alkohol und Medikamenten erfolgt nämlich in der Leber und kann das entzündete Organ stark belasten. Das kann den Krankheitsverlauf verschlechtern.

Die weitere Hepatitis-Behandlung hängt von Ursache, Verlauf und Schweregrad der Erkrankung ab.

Bei akuter Hepatitis sollten sich Patienten schonen. Eventuell empfiehlt der Arzt sogar Bettruhe. Außerdem ist leichte Kost ratsam, die möglichst kohlenhydratreich und fettarm ist. Eine spezielle Diät ist aber nicht notwendig.

Manchmal heilt eine akute Hepatitis von alleine aus. Bei Bedarf sind symptomatische Maßnahmen sinnvoll, etwa Schmerzmittel gegen starke Muskel- und Gelenkschmerzen oder ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen.

Hinweis: In manchen Fällen ist eine stationäre Hepatitis-Therapie im Krankenhaus nötig.

In vielen Fällen müssen Leberentzündungen aber gezielt medikamentös behandelt werden. So erhalten etwa Menschen mit einer chronischen Hepatitis B oder C antiviral wirkende Medikamente. Bei einer autoimmun bedingten Leberentzündung (Autoimmunhepatitis) kommen Medikamente zum Einsatz, die das Immunsystem hemmen. Hierzu zählen Kortison und Azathioprin.

Bei schwerer Hepatitis kann eine Lebertransplantation notwendig werden. Ein geeignetes Spenderorgan zu finden, ist aber oft nicht leicht.

Achtung: Bei Hepatitis B und C ist es wichtig, Ihre Familie und Ihren Sexualpartner über die Erkrankung zu informieren. Diese können sich dann impfen lassen, um sich nicht bei Ihnen anzustecken.

Hepatitis: Krankheitsverlauf und Prognose

Eine akute Hepatitis heilt meist von selbst wieder aus. Wird sie durch Medikamente oder Alkohol verursacht, hilft ein Verzicht auf diese Stoffe der Leber, sich zu erholen. Voraussetzung dafür ist, das Organ ist noch nicht dauerhaft geschädigt.

Besonders bei Alkoholmissbrauch und Hepatitis C im chronischen Verlauf erhöht sich das Risiko, dass die Leber vernarbt (Leberzirrhose) und dauerhaft geschädigt wird. Auch Leberkrebs (Leberzellkarzinom = hepatozelluläres Karzinom) ist eine häufige Komplikation bei chronischer Hepatitis (vor allem Typ B). Eine Impfung kann hier wirksam schützen.

Entstehung einer Leberzirrhose
Leberzirrhose-Entstehung
Aus einer chronischen Vergiftung oder Entzündung der Leber kann eine Leberzirrrhose entstehen

Hepatitis: Vorbeugung

Wichtig für den Schutz vor einer Virus-Hepatitis-Ansteckung sind vor allem Hygiene und (bei Hepatitisviren A und B) eine Impfung (siehe unten).

Hepatitis A und E werden hauptsächlich über kontaminiertes Trinkwasser und Essen übertragen. Achten Sie daher auf sorgfältige Nahrungsmittelhygiene, vor allem auf Reisen. Mit Leitungswasser, Eiswürfeln, Rohkost und Meeresfrüchten (vor allem Muscheln und Austern) sollten Sie besonders vorsichtig sein. Generell sollten Sie in Ländern mit hohem Infektionsrisiko beim Essen die Faustregel beherzigen: „Cook it, peel it or forget it“ (Kochen, schälen oder vergessen).

In Deutschland und anderen Industrieländern wird Hepatitis E oftmals über unzureichend gegartes Schweine- oder Wildfleisch übertragen. Deshalb sollte Fleisch immer gut durchgegart werden.

Einer alkoholbedingten Hepatitis-Erkrankung vorbeugen können Sie, indem Sie Alkohol - wenn überhaupt - nur sehr maßvoll genießen.

Wenn Sie Medikamente nehmen, fragen Sie Ihren Arzt, ob diese die Leber schädigen können. Eventuell ist ein Umstieg auf ein weniger leberschädigende Präparate möglich.

Starkes Übergewicht und eine fettreiche Ernährung können eine Hepatitis begünstigen. Sie sollten deshalb auf ein gesundes Körpergewicht achten und sich ausgewogen ernähren.

Hepatitis-Impfung

Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen. In China ist auch ein Impfstoff gegen Hepatitis E verfügbar. Dieser ist aber in Europa nicht zugelassen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Hepatitis-A-Impfung besonders für Reisende in Regionen mit erhöhter Ansteckungsgefahr. Solche Regionen sind etwa viele tropische Länder sowie der Mittelmeerraum und Osteuropa. Auch Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko sollten sich gegen Hepatitis A impfen lassen. Dazu zählen beispielsweise medizinisches Personal, Kanalisationsarbeiter sowie Menschen mit der Bluterkrankheit Hämophilie, die Blutgerinnungsfaktoren übertragen bekommen.

Auch die Impfung gegen Hepatitis B ist besonders wichtig für Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko (wie medizinisches Personal). Außerdem empfiehlt die STIKO die Impfung für alle Säuglinge.

Mehr über Nutzen und Risiken solcher Impfungen sowie über die mögliche Kostenübernahme durch die Krankenkassen lesen Sie im Beitrag Hepatitis-Impfung.

Weiterführende Informationen

Leitlinien:

  • Leitlinie "“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (2016)
  • Leitlinie "" der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (2011)

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