Fersensporn

Dr. med. Ricarda Schwarz

Ricarda Schwarz studierte Medizin in Würzburg, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Nach sehr vielseitigen Aufgaben in der medizinischen praktischen Ausbildung (PJ) in Flensburg, Hamburg und Neuseeland ist sie nun in der Neuroradiologie und Radiologie der Uniklinik Tübingen tätig.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) ist ein dornenartiger Knochenauswuchs am Fersenbein. Er entsteht durch kleine Sehnenverletzungen, die verkalken. Grund für solche Verletzungen sind meist Fehl- und Überlastungen. Bei einem Fersensporn kann Gehen oder Stehen sehr schmerzhaft sein. Hier lesen Sie , was Sie tun können, um die Beschwerden wieder loszuwerden.

fersensporn

Fersensporn - Kurzübersicht

  • Beschreibung: dornartiger Knochenauswuchs, meist am unteren, vorderen Rand des Fersenknochens
  • Behandlung: Schuheinlagen, Kältetherapie, Krankengymnastik, Stoßwellentherapie, Bestrahlung, entzündungshemmende Medikamente, Operation
  • Symptome: stechende Schmerzen im hinteren Fußgewölbe beim Stehen und Gehen
  • Ursachen: Überlastung (zum Beispiel durch Sport), Fußfehlstellungen, Übergewicht, verkürzte Sehnen
  • Prognose: Therapie oft langwierig, zeigt oft erst innerhalb von Wochen oder Monaten Wirkung, Operationen aber meist nicht nötig

Fersensporn - Beschreibung

Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) ist ein dornartiger Knochenauswuchs an der Ferse. Die weitaus häufigere Form bildet sich vom unteren, vorderen Rand des Fersenbeins ausgehend entlang der Fußsohle in Richtung Zehen (plantarer Fersensporn). Der seltenere, dorsale Fersensporn entsteht am Ansatz der Achillessehne.

Oft verursacht ein Fersensporn keine Beschwerden und wird nur zufällig beim Röntgen entdeckt. Beschwerden treten meist dann auf, wenn man den Fuß intensiv belastet. Denn dadurch kann im Ansatz der Sehne am Fersenknochen eine kleine Entzündung und Schwellung entstehen. Sie kann beim Gehen oder Stehen starke, stechende Schmerzen verursachen.

So entsteht der untere Fersensporn
Fersensporn
Durch chronische Mikroverletzungen am Sehnenplattenansatz des unteren Fersenbeins entsteht eine Verkalkung, die später verknöchert.

Fersensporn - Behandlung

Eine Fersensporn-Behandlung hat das Ziel, akute Schmerzen zu lindern und künftige Beschwerden zu verhindern. Für die Therapie brauchen die Patienten viel Geduld: Denn bis die Beschwerden ganz verschwinden, können einige Wochen oder sogar Monate vergehen. Eine Operation ist jedoch nur in seltenen Fällen nötig.

Entlastung

Das wichtigste Prinzip der Fersensporn-Behandlung ist die Entlastung. In Ruhe bessern sich die Beschwerden meist schnell. Daher sollten die Patienten eine Sportpause einlegen und möglichst wenig gehen oder stehen. Darüber hinaus hilft es, den Fuß hochzulagern.

Schmerzmedikamente

Oftmals reicht aber Entlastung nicht aus, um die Schmerzen beim Fersensporn zu lindern. Dann können zusätzliche Schmerzmedikamente helfen. Besonders geeignet sind hierfür Medikamente, die gleichzeitig auch die Entzündung hemmen (Antiphlogistika). Dazu gehören Wirkstoffe wie Diclofenac oder Ibuprofen.

Kältetherapie

Kälte lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen. Das funktioniert mit Eis, einem Kryopack oder auch Kältespray. Der wiederholte Kälteanwendung steigert zudem anschließend die Durchblutung des entzündeten Gewebes, was die Ausheilung beschleunigt. Die Kältetherapie (Kryotherapie) sollte jeweils für 10 bis 15 Minuten angewendet und mehrfach am Tag wiederholt werden. Um Erfrierungen der Haut zu vermeiden, sollte die Haut dabei durch eine dünne Lage Stoff geschützt werden.

Krankengymnastik

In der krankengynmnastischen Therapie werden die große Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfaszie), die Wadenmuskulatur und die Achillessehne gedehnt. Als Nebeneffekt wird durch die Aktivierung das Gewebe besser durchblutet, was die Heilung zusätzlich fördert. Der Patient lernt in der Behandlung spezielle Übungen, die er zuhause weiter durchführen kann.

Infiltrationstherapie

Im Rahmen einer Infiltrationstherapie injiziert der Arzt ein lokales Betäubungsmittel oder ein Kortisonpräparat in die schmerzhafte Region am Fuß. Das Betäubungsmittel lindert akute Schmerzen. Das Kortisonpräparat hemmt die Entzündung. Bei diesem Verfahren können leicht Keime ins Gewebe gelangen. Darum sollte es unbedingt von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden.

Fersensporn-Einlagen

Wer zu einem Fersensporn neigt, sollte grundsätzlich bequeme Schuhe tragen. Zusätzlich kann man die Schuhe geschickt polstern. Das entlastet den Fuß und beugt erneuten Beschwerden vor.

  • Bei Plattfuß, Knickfuß oder Hohlfuß besteht ein höheres Risiko, dass ein Fersensporn entsteht. Diese Fußfehlstellungen kann man jedoch gut mit orthopädischen Einlagen ausgleichen. So lässt sich oft schon verhindern, dass überhaupt ein Fersensporn entsteht.
  • Besteht bereits ein unterer Fersensporn (unter der Fußsohle) helfen Einlagen mit einer Aussparung (Locheinlagen), die individuell orthopädisch angepasst werden. Auch viskoelastische, mit einer Art Gel gefüllte Einlagen oder breite Pufferabsätze helfen. Sie verteilen den Druck auf den gesamten Fuß und federn Stöße besser ab.
  • Beim hinteren Fersensporn (an der Achillessehne) kann man zur Dämpfung ein Fersenkissen, Filzstückchen oder Fersenkeile in die hintere Schuhkappe einkleben.

Stoßwellentherapie

Bei einer Stoßwellenbehandlung werden mit einem speziellen Gerät starke Druckwellen auf den Fersensporn gerichtet. Sie sollen das Gewebe reizen und Durchblutung und Zellstoffwechsel anregen. Die Entzündung heilt dadurch schneller und die Schmerzen verringern sich.

Dazu markiert der Arzt zuerst die druckschmerzhafte Stelle am Fuß mit einem Stift. Dann platziert er den Schallkopf des Stoßwellengerätes auf dieser Stelle. In drei bis fünf Einzelbehandlungen werden jeweils etwa 5 bis 15 Minuten Stoßwellen ausgesendet.

Strahlentherapie

Haben andere Maßnahmen die Beschwerden nicht ausreichend bessern können, kann ein Fersensporn auch mit Röntgenstrahlen behandelt werden. Die Strahlendosis ist dabei sehr viel geringer als beispielsweise beim Röntgen von Körperstrukturen oder in der Krebstherapie. Darum gibt es auch keine bekannten akuten Nebenwirkungen oder Spätfolgen. Innerhalb von circa drei Wochen wird der Fuß insgesamt sechs Mal für wenige Minuten bestrahlt. Fast alle Patienten sind nach dieser Fersensporn-Behandlung schmerzfrei.

Fersensporn-Operation

Fersensporn-Operationen werden nur sehr selten durchgeführt. Sie sind die letzte Maßnahme, wenn alle anderen Therapiemaßnahmen versagt haben. Möglich ist eine Operation zudem nur bei einem Fersensporn unter der Fußsohle. Dabei kerbt der Chirurg die kurzen Fußmuskeln ein und löst die Sehnenplatte unter der Fußsohle vom Fersenbein. Das soll die Sehne unter dem Fuß entlasteten.

Eine Fersensporn-Operation verläuft nicht immer erfolgreich und ist mit Risiken verbunden. Es können Wundheilungsstörungen auftreten und es kann sich verstärkt Narbengewebe bilden. Auch kann das natürliche schützende Fettpolster unter der Ferse bei der OP verloren gehen.

Alternative Behandlungsformen

Fersensporn-Tapen: Manche Patienten setzten zur Behandlung eines Fersensporns auch auf sogenannte Tapes. Dabei handelt es sich um ein elastisches Klebeband. Haut und Bindegewebe werden durch den Einsatz des Tapes gegeneinander verschoben. Dadurch soll das Gewebe besser durchblutet werden.

Bei der Fersensporn-Behandlung werden auf diese Weise oft positive Effekte auf Schmerzrezeptoren, Muskel- und Sehnenansätze erzielt. Zur Behandlung klebt man das Tape von der Achillessehne zur Mitte der Fußsohle mit Fersensporn.

Fersensporn-Homöopathie: Zur homöopathischen Behandlung von Fersenspornen wird das Mittel Hekla lava D4 eingesetzt.

Schüssler-Salze: Schüssler-Salze wie Calcium Fluoratum D12, Calcium phosphoricum D6 und Silicea D12 sollen gut für Knochen und Sehnen sein.

Fersensporn Behandlung: Was Sie selbst tun können

Wer Beschwerden durch einen Fersensporn hat, kann diese mit verschiedenen Übungen bessern oder verhindern, dass sie erneut auftauchen. Dabei geht es darum, Fußfehlstellungen zu korrigieren, den Fuß zu kräftigen und die Sehnen und Bänder zu dehnen.

Fußmuskeltraining

Gut trainierte Fußmuskeln können Belastungen und Stöße besser abfangen und so die Sehnen entlasten. Geeignete Übungen sind zum Beispiel, auf unebenen Böden wie einer Wiese oder am Strand zu laufen oder Papier mit den Zehen aufzuheben und zu zerreißen.

Dehnungsübungen bei Fersensporn

Die Plantarsehne unter dem Fuß lässt sich durch verschiedene Übungen drehen. Platzieren Sie dazu einen Tennisball unter der Fußsohle und rollen Sie mit kräftigem Druck hin und her.

Eine andere Fersensporn-Übung besteht darin, sich nur mit Fußballen auf eine Treppenstufe zu stellen, lassen sie anschließend die Fersen nach unten sinken bis Sie ein leichter Dehnungsschmerz in der Fußsohle spüren.



Ein Fersensporn kann auch durch einen vermehrten Zug an der Achillessehne bilden. Dem entgegen wirkt regelmäßiges Dehnen der Waden.

Fersensporn: Symptome

Selbst wenn man im Röntgenbild einen Fersensporn erkennen kann, muss er nicht zwangsläufig Beschwerden verursachen. Umgekehrt können auch dann Schmerzen auftreten, wenn man keine Veränderungen im Röntgenbild sieht.

Meistens empfinden die Patienten starke, stechende Schmerzen im Bereich der Ferse oder der Fußsohle. Diese nehmen zu, wenn der Patient geht. Sie können sogar so ausgeprägt sein, dass er nur noch auf den Zehenspitzen laufen kann. Sobald er sitzt, liegt oder das Bein ausruht, verschwinden die Schmerzen meist wieder.

Allerdings sind die Fersensporn-Beschwerden nach einer Ruhephase, zum Beispiel morgens beim Aufstehen oft noch ausgeprägter. Oft lässt sich auch ein Schmerz auslösen, indem man auf die entsprechende Stelle an der Ferse drückt.

Ein plantarer (unterer) Fersensporn verursacht am inneren Vorderrand der Fersensohle Schmerzen. Beim dorsalen Fersensporn liegt der Druckpunkt im Bereich der hinteren Schuhkappe oder an dem etwas höher gelegenen Achillessehnenansatz (Achillodynie).

Fersensporn: Ursachen und Risikofaktoren

Der Kalkaneussporn entsteht durch eine Überbelastung des Fußes. Diese führt zu kleinen Verletzungen und Rissen in den Bereichen, wo die Fußplattensehne oder die Achillessehne mit dem Fersenknochen verwachsen sind.

Die Mikroverletzungen können eine Entzündung hervorrufen, die Entzündungszellen anlockt. Sie reparieren das Gewebe, indem sie es umbauen. Dabei entstehen kleine Verkalkungen und schließlich ein Fersensporn.

Es gibt einige Faktoren, die das Risiko für einen Kalkaneussporn erhöhen:

  • Übergewicht: Dabei wird die Ferse bei jedem Schritt stärker belastet.
  • Berufe, in denen man viel gehen oder stehen muss
  • Fußfehlstellungen wie Knick-Senk-Fuß oder Plattfuß
  • Veranlagung
  • Nicht ausreichendes Aufwärmen vor dem Sport: Wadenmuskeln, Sehnen und Bänder sind dann stärker gespannt und üben eine größere Kraft auf den Sehnenansatz an der Ferse aus.
  • Höheres Alter: Wenn man älter wird, schrumpft das Fettkissen unter der Ferse. Die Sehnen und Knochen sind dann weniger gepolstert und werden dadurch stärker beansprucht.

Sofern bereits ein Fersensporn vorliegt, wird er durch jede weitere Belastung verstärkt. Halten die Beschwerden also länger an, sollte man den Fersensporn auf jeden Fall behandeln.

Fersensporn: Untersuchungen und Diagnose

Meistens legen die typischen Fersensporn-Schmerzen die Diagnose bereits nahe. Dieser Verdacht wird bestätigt, wenn Druck auf den Vorderrand der Fersensohle, im Bereich der hinteren Schuhkappe oder am Ansatz der Achillessehne Schmerzen auslösen oder verstärken. Die schmerzhafte Stelle ist dabei meist weder sichtbar geschwollen noch gerötet.

Um die Diagnose zu sichern, kann man den Fuß seitlich röntgen. Meistens lässt sich auf dem Röntgenbild die Verknöcherung bereits deutlich erkennen. Dabei muss ein großer Kalkaneussporns nicht unbedingt stärkere Beschwerden verursachen als ein kleiner.

Der Fersensporn im Röntgenbild
Röntgenbild Fersensporn

Fersensporn: Krankheitsverlauf und Prognose

Ein Fersensporn bildet sich nicht von selbst zurück. Das ist an sich kein Problem, weil die Beschwerden durch die Entzündungsreaktion und nicht durch den Knochenauswuchs selbst verursacht werden.

Die Entzündung kann man durch eine geeignete Behandlung, zum Beispiel mit Medikamenten oder Physiotherapie oder Medikamente, abklingen lassen. Dann verschwinden auch die Symptome. Meistens helfen sogar schon einfache entlastende Maßnahmen wie geeignetes Schuhwerk, Schuh-Einlagen gegen Fersensporn oder Dehnübungen.

Bei stärkeren Beschwerden gibt es auch weitere Behandlungsoptionen. Eine Operation beim Fersensporn ist nur sehr selten notwendig.

Weiterführende Informationen

Bücher:

  • Gut zu Fuß ein Leben lang: Trainieren statt operieren: Die besten Übungen aus der Spiraldynamik® von Christian Larsen, TRIAS (2013)
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https://biceps-ua.com/

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