Darmkrebs

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Dr. med. Mira Seidel

Dr. med. Mira Seidel ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Unter Darmkrebs (kolorektales Karzinom) versteht man einen bösartigen Tumor des Dick- oder Mastdarms. Er entsteht meist aus gutartigen Darmpolypen. Die bis jetzt einzige Heilungsmöglichkeit bei Darmkrebs ist eine Operation. Weitere Methoden wie Chemo- oder Strahlentherapie unterstützen oft die Behandlung. Lesen Sie hier alles Wichtige zum Thema: Wie erkennt man Darmkrebs? Was sind seine Ursachen und Risikofaktoren? Wie wird Darmkrebs behandelt? Wie groß sind die Heilungschancen?

darmkrebs

Kurzübersicht

  • Was ist Darmkrebs? Bösartiger Tumor im Dickdarm (Kolonkarzinom) oder Mastdarm (Rektumkarzinom). Zusammengefasst sprechen Mediziner bei Darmkrebs von einem kolorektalen Karzinom.
  • Häufigkeit: In Deutschland ist Darmkrebs bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebsart. Pro Jahr erkranken etwa 29.500 Frauen und 33.500 Männer an Darmkrebs. Bei der Diagnose sind die Patienten im Schnitt 73 Jahre (Männer) bzw. 75 Jahre (Frauen) alt.
  • Symptome: Darmkrebs entwickelt sich langsam, und bleibt meist lange Zeit ohne Beschwerden auftreten. Mögliche Anzeichen im weiteren Verlauf sind veränderte Stuhlgewohnheiten (Durchfall und/oder Verstopfung), Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Blutarmut, evtl. Bauchschmerzen, leichtes Fieber, Müdigkeit, Leistungsschwäche.
  • Ursachen und Risikofaktoren: falsche Ernährung (wenig Ballaststoffe, viel Fleisch und Fett), Bewegungsmangel, Übergewicht, Alkohol, Nikotin, genetische Faktoren, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (v.a. Colitis ulcerosa), Diabetes mellitus Typ 2
  • Behandlung: Abhängig von mehreren Faktoren wie Lage, Größe und Ausbreitung des Tumors. Wichtigste Therapiemöglichkeit ist die Operation. Unterstützend können weitere Behandlungen eingeleitet werden wie Chemo- oder Strahlentherapie.
  • Prognose: Je frühzeitiger Darmkrebs entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Haben sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Körperregionen gebildet, verschlechtert sich die Prognose.

Darmkrebs: Symptome

Darmkrebs  bleibt meist lange unbemerkt. Beschwerden treten erst auf, wenn der Tumor eine gewisse Größe erreicht hat. Dann kann er die Passage der Nahrungsreste beeinträchtigen. In der Folge verändert sich der Stuhlgang (Verstopfung, Durchfall). Oft findet sich auch Blut im Stuhl.

Wie jede Krebserkrankung schwächt der Tumor zudem den gesamten Körper. Deshalb können auch unspezifische Beschwerden wie Leistungsschwäche, ungewollte Gewichtsabnahme und gegebenenfalls leichtes Fieber auftreten. Wenn der Tumor in einem fortgeschrittenen Stadium bereits in andere Organe gestreut hat (Metastasen), können weitere Beschwerden auftreten.

Im Folgenden können Sie genauer nachlesen, woran man Darmkrebs erkennen kann. Aber Vorsicht: Die genannten Beschwerden sind kein eindeutiges Anzeichen für Darmkrebs, sondern können auch andere Ursachen haben. Man sollte sie aber immer von einem Arzt abklären lassen. Das gilt besonders, wenn relativ junge Menschen potenzielle Darmkrebs-Symptome bei sich feststellen. Bei jüngeren Menschen ist Darmkrebs nämlich extrem selten.

Darmkrebs-Symptome: Veränderter Stuhlgang

Viele Patienten leiden abwechselnd unter Verstopfung und Durchfall, weil der Tumor den Darm verengt: Der Stuhl staut sich zunächst vor dem Tumor auf. Dann wird er durch bakterielle Zersetzung verflüssigt und als manchmal übelriechender Durchfall ausgeschieden. Dieser Wechsel von Verstopfung (Obstipation) und Durchfall (Diarrhö) wird auch als paradoxe Diarrhö bezeichnet. Es handelt sich um ein klassisches Warnzeichen für Darmkrebs.

Einige Patienten leiden auch nur unter wiederholter Verstopfung oder wiederholtem Durchfall.

Wenn beim Abgang von Winden zusätzlich ungewollt Stuhl ausgeschieden wird, kann das ebenfalls ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Mediziner sprechen hier vom Phänomen des „falschen Freundes“. Es entsteht, wenn die Muskelspannung des analen Schließmuskels verringert ist. Der Grund dafür kann ein tief sitzender Darmkrebs sein, der den Muskel durchwandert und damit seine Funktion stört.

Hinweis: Bei Menschen über 40 Jahren sollte generell jede Änderung der Stuhlgewohnheiten, die über drei Wochen andauert, ärztlich abgeklärt werden.

Darmkrebs-Symptome: Blut im Stuhl

Ein bösartiger Tumor ist nicht so stabil wie gesundes Gewebe. Deshalb blutet er oft. Bei Darmkrebs wird dieses Blut zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden. So findet man bei der Mehrzahl der Darmkrebs-Patienten Blutbeimengungen im Stuhl.

Diese Blutbeimengungen sind manchmal mit bloßem Auge sichtbar. Die Farbe gibt dabei einen Hinweis auf die Lage des Tumors: Sitzt der Darmkrebs im Bereich des Enddarms, erscheint das Blut im Stuhl rot (frisches Blut). In anderen Fällen ist der Stuhl durch älteres (dunkles) Blut pechschwarz verfärbt. Dieser sogenannte Teerstuhl deutet auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt (Magen, Zwölffingerdarm) hin. Jedoch ist nicht auszuschließen, dass Teerstuhl auch bei einer Blutungsquelle im Dickdarm auftritt.

Viele Darmkrebs-Patienten scheiden aber so wenig Blut aus, dass es im Stuhl nicht auffällt. Diese „unsichtbaren“ Blutbeimengungen werden auch als okkultes Blut bezeichnet. Es lässt sich mit bestimmten Tests (zum Beispiel Hämoccult-Test) nachweisen.

Trotz seiner Häufigkeit ist Blut im Stuhl kein spezifisches Darmkrebs-Anzeichen. Es können auch andere Ursachen dahinter stecken. Meist sind Blutreste auf dem Stuhl oder dem Toilettenpapier auf Hämorrhoiden zurückzuführen. Typischerweise ist das Blut dann eher hellrot und dem Stuhl aufgelagert. Das Blut bei Darmkrebs ist aufgrund der Darmbewegungen dagegen meist mit dem Stuhl vermengt.

Neben Hämorrhoiden sind auch Blutungsquellen in der Speiseröhre, im Magen oder Zwölffingerdarm mögliche Ursachen für Blut im Stuhl (zum Beispiel ein Magengeschwür).

Allgemeine Darmkrebs-Symptome

Darmkrebs kann auch dazu führen, dass sich der Allgemeinzustand eines Menschen verschlechtert. Die Betroffenen fühlen sich zum Beispiel ungewöhnlich müde und schwach und sind nicht so leistungsfähig wie sonst. Auch Fieber kann auf eine Anzeichen von Darmkrebs sein.

Besonders im fortgeschrittenem Krankheitsstadium kann Blutarmut (Anämie) auftreten. Sie entsteht, weil der bösartige Darmtumor oft blutet. Mit dem Blut geht auch Eisen verloren. Da Eisen aber notwendig für die Bildung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) ist, entsteht eine Blutarmut infolge Eisenmangels (Eisenmangelanämie). Sie macht sich mit Symptomen wie Blässe, Leistungsschwäche, Müdigkeit und in schweren Fällen auch mit Atemnot bemerkbar.

Ein weiteres Darmkrebs-Anzeichen in fortgeschrittenen Stadien ist ungewollter Gewichtsverlust. Mediziner sprechen hier von einer Tumorkachexie: Aufgrund der Krebserkrankung baut der Körper viel Fett- und Muskelmasse ab. So wirken die Patienten zunehmend abgemagert und ausgezehrt.

Weitere Darmkrebs-Anzeichen

Wenn der Darmkrebs in andere Körperregionen gestreut hat (Metastasierung), können weitere Beschwerden auftreten. Oft bildet er Tochtergeschwülste in der Leber (Lebermetastasen). Das kann beispielsweise Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelbsucht oder erhöhte Leberwerte im Blut verursachen. Auch Lungenmetastasen sind bei Darmkrebs nicht selten. Sie können sich etwa durch Atemnot oder Husten bemerkbar machen.

Darmkrebs kann aber auch im Darm immer weiter wachsen. Dabei kann er die Darmwand oder umliegendes Gewebe schädigen. Ein großer Tumor kann beispielsweise den Darm so einengen, dass die Nahrungsreste die Stelle nicht mehr passieren können. So entsteht ein Darmverschluss (Ileus) - eine schwerwiegende Komplikation von Darmkrebs.

So ist der Dickdarm aufgebaut
Dickdarm-Anatomie
Meistens entwickelt sich Darmkrebs im Dickdarm, welcher dem Nahrungsbrei auf dem Weg zum After Wasser und Salze entzieht.

Schmerzen können bei Darmkrebs ebenfalls auftreten, zum Beispiel krampfartige Bauchschmerzen. Manche Patienten haben auch Schmerzen beim Stuhlgang.

In einigen Fällen berichten Patienten von starken Darmgeräuschen und Blähungen. Beides kann natürlich auch bei Gesunden auftreten. Wenn sich solche Beschwerden aber häufen, handelt es sich manchmal um Anzeichen für Darmkrebs.

Bei weiterem Wachstum kann der Tumor die Darmwand durchbrechen und eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) verursachen. Breiten sich die Krebszellen in der Bauchhöhle auf dem Bauchfell aus, sprechen Mediziner von einer Peritonealkarzinose.

Darmkrebs: Rektumkarzinom

Das Rektumkarzinom (Enddarmkrebs oder Mastdarmkrebs) entwickelt sich meist aus Zellen der Schleimdrüsen in der Wand des Enddarms (Mastdarms). Dann spricht man - feingeweblich betrachtet - von einem sogenannten Adenokarzinom.

Seltener entwickelt sich Mastdarmkrebs (Enddarmkebs) aus anderen Zelltypen. Wenn etwa Stützgewebszellen entarten und zu Krebszellen werden, entsteht ein Sarkom. Dagegen geht ein neuroendokriner Tumor aus sogenannten neuroendokrinen Zellen hervor. Diese stammen aus dem Nervensystem und schütten Hormone oder andere Botenstoffe aus.

Das Rektumkarzinom wird in der Regel operativ entfernt. Je nach Tumorstadium erhalten die Patienten zusätzlich eine Strahlentherapie und/oder Chemotherapie.

Mehr über diese Form von Darmkrebs lesen Sie im Beitrag Rektumkarzinom.

Darmkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Darmkrebs entsteht in den meisten Fällen aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut. Bei vielen Menschen bleiben diese sogenannten Darmpolypen harmlos. Bei anderen dagegen entwickeln sie sich weiter zu Darmkrebs.

Darmpolypen gehen meist aus Zellen der Schleimhautdrüsen in der Darmwand hervor. Damit zählen sie zu den sogenannten Adenomen. Darmkrebs, der sich aus solchen gutartigen Adenomen entwickelt, gehört demnach zu den Adenokarzinomen (Karzinom = Krebsgeschwulst). Seltener entstehen Darmpolypen und damit sich daraus entwickelnde Krebstumoren aus anderen Zelltypen.

Die Entwicklung von normaler Darmschleimhaut über die Polypenbildung bis hin zur Entstehung von Darmkrebs verläuft langsam - sie dauert Jahre. Ausgelöst wird sie nach derzeitigem Kenntnisstand durch verschiedene Risikofaktoren. So zählen unter anderem bestimmte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sowie erbliche Faktoren zu den möglichen Ursachen von Darmkrebs.

Darmpolypen als Risikofaktor für Darmkrebs
Darmpolypen
Darmkrebs entsteht sehr häufig aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut - den sogenannten Darmpolypen (hier gestielt).

Ernährung und Lebensstil

Eine ballaststoffarme, fettreiche und fleischreiche Ernährung (besonders viel rotes Fleisch und verarbeitete Wurstwaren) erhöht das Risiko für Darmkrebs. Solche Nahrung passiert langsamer den Darm als pflanzliche, ballaststoffreiche Kost. So bleiben krebserregende Stoffe in der Nahrung länger in Kontakt mit der Darmschleimhaut und können diese schädigen, vermuten Experten.

Bewegungsmangel und Übergewicht begünstigen ebenfalls die Entstehung von Darmkrebs. Auch Alkohol und Nikotin erhöhen das Risiko für ein kolorektales Karzinom (und andere Krebserkrankungen).

Genetische Faktoren

In manchen Fällen ist Darmkrebs vererbbar. So kann man beobachten, dass Verwandte ersten Grades (Eltern, Kinder, Geschwister) von Darmkrebs-Patienten häufiger selbst an dieser Krebsart erkranken als andere Menschen.

Zum einen gibt es genetische Veranlagungen, die das Darmkrebs-Risiko zwar nicht direkt erhöhen, aber den Betroffenen empfindlicher für Darmkrebs-Risikofaktoren (wie fleischreiche Kost) machen. Hier ist dann also die Kombination aus Erbanlagen und Lebensstil der Auslöser für die Entstehung von Darmkrebs.

Zum anderen gibt es Genveränderungen (Mutationen), die direkt die Bildung eines bösartigen Tumors im Darm begünstigen. So kennt man inzwischen einige Erbkrankheiten, die das Darmkrebs-Risiko steigern. Zwei Beispiele:

  • HNPCC (Hereditäres nicht-polypöses Kolonkarzinom-Syndrom oder Lynch-Syndrom): Das ist die häufigste Form von erblichem Darmkrebs. Aufgrund von Mutationen sind hier verschiedene Reparatursysteme für das Erbgut defekt. Dadurch ist das Risiko für Darmkrebs und andere Krebserkrankungen (wie Gebärmutter-, Eierstock- und Magenkrebs) deutlich erhöht.
  • FAP (familiäre adenomatöse Polyposis, FAP): Bei dieser seltenen Erkrankung bilden sich unzählige Polypen im gesamten Darm. Aus ihnen entwickelt sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Laufe der Jahre Darmkrebs. Daher müssen sich Betroffene schon ab dem Kindesalter regelmäßig auf Darmkrebs untersuchen lassen. Oft werden vorsorglich Darmabschnitte operativ entfernt, um Darmkrebs bei FAP zu verhindern.

Weitere Risikofaktoren für Darmkrebs

Alter hat ebenfalls einen wichtigen Einfluss: Je älter jemand ist, desto höher ist sein Risiko für Darmkrebs. 90 Prozent aller Dickdarmkarzinome treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Der seltenere genetisch bedingte Darmkrebs tritt allerdings oft schon in jungen Jahren auf. So lassen sich zum Beispiel bei Menschen, die an Darmkrebs mit 30 Jahren erkranken, meist typische Genveränderungen finden.

Das Darmkrebs-Risiko ist auch erhöht, wenn jemand an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leidet. Betroffen sind vor allem Menschen mit Colitis ulcerosa: Bei ihnen ist der Dickdarm chronisch entzündet. Je ausgedehnter die Entzündung und je länger die Krankheitsdauer, desto höher das Risiko für Dickdarmkrebs. Auch bei Morbus Crohn kann das Risiko für ein Kolonkarzinom erhöht sein. Das gilt besonders, wenn die chronische Entzündung den Dickdarm betrifft (meist beschränkt sie sich aber auf den letzten Dünndarmabschnitt).

Menschen mit der Zuckerkrankheit vom Typ 2 (Diabetes mellitus Typ 2) haben in der Anfangsphase der Erkrankung erhöhte Insulinspiegel im Blut. Diese sind nach Einschätzung von Ärzten dafür verantwortlich, dass das Risiko für Darmkrebs etwa dreifach erhöht ist. Insulin fördert nämlich allgemein das Wachstum und die Vermehrung von Zellen - auch von Krebszellen.

Vor Darmkrebs schützende Faktoren

Neben den genannten Risikofaktoren für Darmkrebs gibt es auch Einflussfaktoren, die vor Darmkrebs schützen. Dazu gehören regelmäßige körperliche Aktivität und eine ballaststoffreiche, fleischarme Ernährung. Die Bewegung und die Ballaststoffe regen die Darmbewegungen an. Die Nahrungsreste werden dadurch schneller durch den Darm transportiert. So können Giftstoffe im Stuhl weniger lang auf die Darmschleimhaut einwirken - das Risiko für Darmkrebs sinkt.

Darmkrebs: Untersuchungen und Diagnose

Bei Verdacht auf Darmkrebs sollten Sie sich zuerst an Ihren Hausarzt wenden. Falls eine Darmspiegelung sinnvoll ist, wird er Sie an einen Facharzt für Gastroenterologie überweisen.

Der Arzt wird sich zuerst ausführlich mit Ihnen unterhalten, um Ihre Krankengeschichte zu erheben (Anamnese). Er lässt sich genau Ihre Beschwerden schildern. Außerdem holt er Informationen ein, die Ihm helfen, die Wahrscheinlichkeit von Darmkrebs bei Ihnen besser einzuschätzen. Mögliche Fragen des Arztes im Anamnesegespräch sind:

  • Hat sich Ihre Verdauung verändert (z.B. Verstopfung oder Durchfall)?
  • Sind Ihnen Blutspuren im Stuhl aufgefallen?
  • Gibt es in Ihrer Familie bereits Darmkrebs?
  • Leidet oder litt jemand aus Ihrer Familie an anderen Krebserkrankungen wie Brust-, Eierstock oder Gebärmutterhalskrebs?
  • Haben Sie ungewollt an Gewicht verloren?
  • Rauchen Sie und trinken Sie Alkohol? Wie oft essen Sie Fleisch?
  • Ist eine Zuckerkrankheit bei Ihnen bekannt?

Körperliche Untersuchung

Als nächstes wird Sie der Arzt körperlich untersuchen. Dabei wird er unter anderem Ihren Bauch mit dem Stethoskop abhören und mit den Händen abtasten. Bei Darmkrebs kann die Tastuntersuchung manchmal schmerzhaft sein.

Eine besonders wichtige Untersuchung bei Verdacht auf Darmkrebs ist die sogenannte digital-rektale Untersuchung (DRU). Dabei tastet der Arzt den Enddarm mit dem Finger ab. Nicht selten entwickelt sich Darmkrebs nämlich in diesem Abschnitt.

Hämoccult-Test

Oft bietet der Arzt den Patienten um eine Stuhlprobe für den sogenannten Hämocculttest (Guajak-Test). Mit diesem Test wird untersucht, ob dem Stuhl Blut beigemengt ist, das nicht mit freiem Auge sichtbar ist (okkultes Blut).

Dabei wird die Stuhlprobe auf das Testpapier aufgetragen und mit einer Testlösung beträufelt. Bei Anwesenheit von bestimmten Blutbestandteilen verfärbt sich das Testfeld. Ein positives Testergebnis besagt, dass Blut im Stuhl vorhanden sein kann, aber nicht muss. Wenn nämlich der Patient viel Fleisch gegessen hat, zeigt der Test fälschlicherweise Blut im Stuhl an (falsch-positives Ergebnis).

Falls sich tatsächlich Blut im Stuhl befindet, sagt der Hämocculttest aber nichts darüber aus, woher das Blut stammt. So kann er beispielsweise auch bei Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Hämorrhoidenblutung positiv ausfallen.

Andererseits kann der Test auch falsche Entwarnung geben (falsch-negatives Ergebnis). Wenn der Patient zum Beispiel viel Vitamin C (Ascorbinsäure) zu sich nimmt, kann dies den Test stören: Das Ergebnis kann negativ ausfallen, obwohl tatsächlich Blutbeimengungen im Stuhl vorhanden sind.

Der Hämoccult-Test ist aufgrund dieser Probleme unter Ärzten umstritten. Er kann maximal eine grobe Orientierung bieten. Deshalb wird praktisch immer bei Verdacht auf Darmkrebs eine zusätzliche Darmspiegelung durchgeführt.

Darmspiegelung (Koloskopie)

Sie ist die aussagekräftigste Untersuchung bei Verdacht auf Darmkrebs. Der Darm wird dabei mit einem schlauchförmigen Instrument (Endoskop) untersucht, das mit einer kleinen Kamera und einer Lichtquelle ausgestattet ist. Das Darminnere kann somit ausgeleuchtet und über einen Monitor betrachtet werden.

Im Rahmen der Darmspiegelung kann der Arzt auch Darmpolypen mit einer Schlinge entfernen. Außerdem ist es möglich, Gewebeproben (Biospien) von verdächtigen Stellen der Darmschleimhaut zu entnehmen. Die Gewebeproben werden im Labor feingeweblich (histologisch) untersucht. So lässt sich Darmkrebs sicher erkennen oder ausschließen.

Zur Vorbereitung auf die Untersuchung gibt der Arzt dem Patienten ein Abführmittel. Nur wenn der Darm entleert ist, lässt er sich bei der Koloskopie gut untersuchen.

Alternativen zur Darmspiegelung

Ist eine normale Darmspiegelung aus irgendwelchen Gründen nicht durchführbar, kann der Arzt auf eine virtuelle Darmspiegelung oder eine Rektoskopie/Sigmoidoskopie ausweichen.

Bei der virtuellen Darmspiegelung wird eine Computertomografie (CT) angefertigt. Aus deren Bildern kann ein Computer ein dreidimensionales Bild des Darms berechnen und grafisch darstellen. Damit die Darmwand sicher beurteilt werden kann, muss der Patient seinen Darm vorher mit Abführmitteln komplett entleeren (wie bei einer normalen Darmspiegelung).

Ein Nachteil der virtuellen Darmspiegelung ist, dass sie kein so präzises Ergebnis liefert wie die normale Darmspiegelung. Außerdem können während der Untersuchung weder Polypen entfernt noch Gewebeproben entnommen werden. So kann im Anschluss also doch noch eine richtige Darmspiegelung oder ein operativer Eingriff notwendig werden.

Die Rektoskopie ist die Spiegelung des Enddarms mit einem Endoskop. Bei der Sigmoidoskopie wird neben dem Enddarm auch noch der davorliegenden Darmabschnitt (S-förmige Grimmdarmschlinge) mittels Endoskop untersucht. Im Unterschied zur normalen Darmspiegelung wird hier also nicht der ganze Dickdarm begutachtet. Das Untersuchungsergebnis ist somit eingeschränkt.

Weitere Untersuchungen bei Darmkrebs

Steht die Diagnose Darmkrebs fest, müssen weitere Untersuchungen zeigen, wie weit der Krebs schon fortgeschritten ist (Darmkrebs-Stadien: siehe unten):

  • Rektale Ultraschalluntersuchung (Sonografie): Damit lässt sich feststellen, wie weit sich der Tumor schon in der Darmwand ausgebreitet hat.
  • Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauchraums: Mit dem Ultraschall wird nach Tochterabsiedlungen (Metastasen) vor allem in der Leber gesucht. Auch andere Bauchorgane (Milz, Nieren, Bauchspeicheldrüse) werden begutachtet.
  • Computertomografie (CT): Auch hierbei sucht man nach Darmkrebs-Metastasen, beispielsweise in der Lunge oder der Leber. Hilfreich ist außerdem die sogenannte CT-Angiografie: Mittels Kontrastmittel und CT lassen sich hierbei die Blutgefäße sehr genau darstellen und beurteilen.
  • Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT): So wie die CT erlaubt auch das MRT, eine sehr exakte Darstellung verschiedener Gewebe und Organe. So lassen sich auch hier Metastasen erkennen sowie die genaue Lage und Ausbreitung des Tumors feststellen (wichtig für die Operation). Der Vorteil des MRT ist, dass es im Gegensatz zur CT nicht mit Röntgenstrahlen arbeitet.
  • Röntgenbild des Brustkorbs: Ein Röntgen-Thorax hilft, Tochterabsiedlungen (Metastasen) in der Lunge aufzuspüren.

Zusätzlich misst der Arzt bei Darmkrebs-Patienten regelmäßig sogenannte Tumormarker im Blut. Tumormarker sind Substanzen, die von Tumoren verstärkt gebildet und ins Blut freigesetzt werden. So kann bei Darmkrebs vor allem das "carcinoembryonale Antigen" (CEA) im Blut erhöht sein. Es eignet sich aber nicht zur Früherkennung von Darmkrebs (auch gesunde Darmzellen produzieren CEA). Stattdessen hilft der CEA-Spiegel, den Krankheitsverlauf und Therapie-Erfolg zu beurteilen:

Nach der operativen Entfernung des Tumors sinken die CEA-Werte in den Normalbereich ab. Kommt es zu einem Rückfall (Rezidiv), steigt der Wert erneut an. Indem der CEA-Wert regelmäßig bestimmt wird, lässt sich also ein Rückfall frühzeitig erkennen.

Bei Verdacht auf erblich bedingten Darmkrebs (HNPCC, FAP und weitere seltene Formen) erfolgt eine genetische Beratung und Untersuchung. Dabei wird das Erbgut des Patienten auf charakteristische Genveränderungen (Mutationen) untersucht. Falls bei dem Gentest tatsächlich ein erblich bedingter Darmkrebs diagnostiziert wird, kann der Arzt eventuell auch nahen Verwandten (Eltern, Geschwister, Kinder) eine genetische Beratung und einen Gentest anbieten. So lässt sich feststellen, ob sie ebenfalls ein genetisch erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben. Wenn ja, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mit Darmspiegelung sinnvoll.

Darmkrebs-Stadien

Für die Stadien-Einteilung bei Darmkrebs sind zwei Systeme üblich: Da gibt es zunächst die sogenannte TNM-Klassifikation. Sie lässt sich bei fast allen Tumoren anwenden und beschreibt die Ausbreitung der Geschwulst. Anhand der TNM-Klassifikation kann die Krebserkrankung dann in bestimmte Darmkrebs-Stadien nach der UICC (Union internationale contre le cancer) eingeteilt werden.

TNM-Klassifikation

TNM ist eine Abkürzung für folgende drei Begriffe:

  • T für Tumor: Dieser Parameter gibt die Tumorausbreitung an. Sie wird anhand der sogenannten Infiltrationstiefe (also wie tief der Tumor in das Gewebe eingedrungen ist).
  • N für Nodes (Lymphknoten): Mit diesem Parameter wird angegeben, ob und wie viele Lymphknoten von den Krebszellen befallen sind.
  • M für Metastasen (Tochtergeschwülste): Dieser Faktor gibt an, ob und wie viele Metastasen in weiter entfernten Körperregionen vorhanden sind.

Für jede dieser drei Kategorien wird ein Zahlenwert vergeben. Je fortgeschrittener die Erkrankung, desto größer ist der Zahlenwert. Die TNM-Klassifikation bei Darmkrebs lautet:

Tis

Carcinoma in situ

Bei einem Carcinoma in situ (CIS) handelt es sich um eine Frühform von Darmkrebs. Der Darmkrebs befindet sich noch in der obersten Gewebeschicht (Epithel).

T1

Befall der Submukosa

Der Tumor hat sich bis in die dünne Bindegewebsschicht (Submukosa)unterhalb der Darmschleimhaut ausgebreitet.

T2

Befall der Muscularis propria

Der Tumor erstreckt sich noch weiter bis in die Muskelschicht unterhalb der Submukosa.

T3

Befall der Subserosa und des perikolischen bzw. perirektalen Fettgewebes

Der Tumor hat alle Wandschichten des Darms befallen und erstreckt sich bis zur außen liegenden Bindegewebsschicht (Subserosa) oder bis ins angrenzende Fettgewebe.

T4

Infiltration des Peritoneums (T4a) oder anderer Organe/Strukturen (T4b)

Der Tumor hat auch das Bauchfell (Peritoneum) oder andere Organe befallen.

N0

Kein Lymphknotenbefall

N1

1-3 regionäre Lymphknoten

Regionäre Lymphknoten sind die Lymphknotenstation in der Nähe des Tumors

N2a

4-6 regionäre Lymphknoten

N2b

≥7 regionäre Lymphknoten

M0

Keine Fernmetastasen

M1a

Fernmetastasen: Nur ein Organ betroffen

Eine sogenannte Peritonealkarzinose ist ein flächiger Befall des Bauchfells (Peritoneums) mit Krebszellen.

M1b

Fernmetastasen: Mehr als ein Organ betroffen oder Peritonealkarzinose

Darmkrebs-Stadien nach UICC

Die Darmkrebs-Stadien der UICC (Union internationale contre le cancer) basieren auf der TNM-Klassifikation. Je nach Ausmaß des Tumorbefalls wird Darmkrebs bei jedem Patienten einem bestimmten UICC-Stadium zugeordnet. Danach richtet sich dann die Behandlung. Außerdem lässt sich anhand des UICC-Stadiums die Prognose des Patienten grob abschätzen.

Beispiele: Ein Patient mit einem fortgeschrittenen Tumor (T4) nach der TNM-Klassifikation ist immer noch im UICC-Stadium II, solange keine Tochterabsiedlungen in Lymphknoten oder anderen Organen bestehen (N0, MO). Andererseits ist ein Patient mit einer nachgewiesenen Fernmetastase (M1) immer im schwersten Darmkrebs-Stadium IV.

Hier eine Übersicht über alle UICC-Darmkrebs-Stadien:

UICC-Stadium:

TNM-Klassifikation

0

Tis

I

bis T2, wenn N0 und M0

II

T3 bis T4, wenn N0 und M0

III

jedes T bei N1 oder N2 und M0

IV

jedes T und jedes N, wenn M1

Darmkrebs: Behandlung

Wird Darmkrebs rechtzeitig entdeckt, also bevor er Tochterabsiedlungen im Körper gebildet hat, ist er oft heilbar. Die genaue Therapie von Darmkrebs richtet sich zunächst danach, welcher Darmabschnitt betroffen ist. So gibt es grundsätzliche Unterschiede zwischen der Behandlung von Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) und der von Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom). In diesem Textabschnitt wird die Behandlung von Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) erklärt. Wie der Mastdarmkrebs behandelt wird, erfahren Sie im Text Rektumkarzinom.

Der genaue Therapieplan bei Dickdarmkrebs hängt im Einzelfall von mehreren Faktoren ab: So spielt es eine Rolle, wo genau der Tumor sitzt, wie groß er ist und ob er bereits in andere Körperregionen gestreut hat (Tumorstadium). Auch das Alter und der Allgemeinzustand des Patienten beeinflussen die Therapieplanung.

Darmkrebs: Operation

Die wichtigste Behandlungsmethode bei Darmkrebs ist die Operation: Dabei wird der betroffene Teil des Darms mit einem Sicherheitsabstand (also umliegendem Gewebe) herausgeschnitten. Die verbliebenen Darmenden näht der Chirurg dann zusammen. So hat der Patient wieder einen durchgängigen Darm. Nur ganz selten muss bei Dickdarmkrebs dauerhaft oder vorübergehend ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter, Stoma) geschaffen werden.

Zusammen mit dem befallenen Darmabschnitt werden auch die angrenzenden Lymphknoten entfernt. Beides - Darmabschnitt und Lymphknoten - werden im Labor genau untersucht. Beim Darmgewebe kontrolliert man, ob der Tumor auch vollständig und bis ins gesunde Gewebe hinein herausgeschnitten wurde. Bei den entnommenen Lymphknoten wird geprüft, ob bereits Krebszellen dorthin gestreut haben.

In frühen Krankheitsstadien reicht eine Darmkrebs-Operation meist als alleinige Behandlung aus: Durch vollständiges Herausschneiden des Tumors ist der Darmkrebs heilbar. In weiter fortgeschrittenen Stadien versucht man ebenfalls, den Tumor möglichst komplett zu entfernen. Auch Tochtergeschwülste wie Lebermetastasen lassen sich oftmals operativ entfernen. Im Einzelfall hängt das aber stark von der Lage und Anzahl der Metastasen ab. Zudem sind bei fortgeschrittenem Darmkrebs meist noch weitere Behandlungen nötig.

Chemotherapie bei Darmkrebs

Bei weiter fortgeschrittenem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) erhalten viele Patienten zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie. Hier ist nämlich die Gefahr sehr groß, dass es trotz vollständiger Entfernung des Tumors zu einem Rückfall (Rezidiv) kommt: Oft haben sie nämlich schon einzelne Krebszellen im Körper verteilt. Deshalb ist eine Chemotherapie nötig:

Der Patient erhält dabei spezielle Krebsmedikamente, sogenannte Zytostatika. Sie hemmen das Wachstum der Krebszellen oder schädigen sie direkt, sodass sie zugrunde gehen. Die Zytostatika werden in regelmäßigen Abständen entweder als Infusion oder in Tablettenform verabreicht. Die Therapiedauer erstreckt sich über ungefähr ein halbes Jahr.

Zytostatika wirken auf alle schnell wachsenden Zellen. Dazu gehören nicht nur Krebszellen, sondern auch viele gesunde Zellen, etwa in der Schleimhaut des Verdauungstraktes sowie Haarwurzelzellen. Mögliche Nebenwirkungen der Chemotherapie sind deshalb unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Haarausfall.

Strahlentherapie bei Darmkrebs

Eine Strahlentherapie spielt bei Darmkrebs vor allem dann eine Rolle, wenn der Tumor im Enddarm sitzt (Rektumkarzinom). Bei Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) ist sie dagegen nicht Standard. Sie kann höchstens sinnvoll sein, um etwa Metastasen in Knochen oder Gehirn gezielt zu bekämpfen.

Zielgerichtete Medikamente

In manchen Fällen wird bei fortgeschrittenem Dickdarmkrebs auch eine zielgerichtete Therapie eingeleitet: Dabei werden dem Patienten Medikamente verabreicht, die sich zielgenau gegen spezifische Merkmale des Tumors richten. Sie eignen sich deshalb nur für Patienten, deren Tumor diese Merkmale aufweist. Feststellen lässt sich dies, indem eine Probe des Tumors im Labor genau untersucht wird.

Ein Beispiel für zielgerichtete Medikamente sind sogenannte EGF-Rezeptor-Antikörper (wie Cetuximab oder Panitumumab): In neun von zehn Fällen von Dickdarmkrebs finden sich auf der Oberfläche der Tumorzellen Andockstellen (Rezeptoren) für den epidermalen Wachstumsfaktor (engl. epidermal growth factor, EGF). Er fördert das Wachstum der Krebszellen.

Das lässt sich mit EGF-Rezeptor-Antikörpern unterbinden: Die Medikamente besetzen die Andockstellen von EGF. Der Wachstumsfaktor kann dann nicht mehr andocken - das Tumorwachstum wird gebremst.

Andere zielgerichtete Medikamente, die in bestimmten Fällen von Darmkrebs in Frage kommen, sind VEGF-Antikörper (wie Bevacizumab): Das Kürzel VEGF steht für "vascular endothelial growth factor". Dieser Stoff sorgt dafür, das sich neue Blutgefäße bilden (Angiogenese), die den Tumor mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen.

VEGF-Antikörper sind sogenannte Angiogenesehemmer: Sie hemmen den Wachstumsfaktor VEGF und damit die Neubildung tumorversorgender Blutgefäße. Die Krebsgeschwulst erhält also nicht mehr genug Blut, um sich weiter ausbreiten zu können.

Darmkrebs: Krankheitsverlauf und Prognose

Der Krankheitsverlauf und die Prognose von Darmkrebs hängen entscheidend davon ab, in welchem Erkrankungsstadium der Tumor entdeckt und behandelt wird. Auch die Qualität der operativen Versorgung spielt eine maßgebliche Rolle. An die Behandlung schließt sich eine sorgfältige Nachsorge an. Sie dient dazu, einen eventuellen Rückfall (Rezidiv) möglichst frühzeitig zu entdecken.

Darmkrebs: Nachsorgeuntersuchungen

Der behandelnde Arzt wird für jeden Darmkrebs-Patienten einen individuellen Nachsorgeplan erstellen: Über einen Zeitraum von fünf Jahren soll der Patient in bestimmten Abständen zu Nachsorgeuntersuchungen erscheinen. Diese Untersuchungen umfassen zum Beispiel ein Arzt-Patienten-Gespräch, eine körperliche Untersuchung, die Bestimmung des Tumormarkers CEA im Blut, eine Darmspiegelung (Kolposkopie), Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums sowie eine Computertomografie des Bauchraums und Brustkorbs. Wann welche Untersuchung ansteht, erfährt der Patient von seinem Arzt.

Darmkrebs: Heilungschancen

Ob Darmkrebs heilbar ist, hängt entscheidend vom Stadium der Erkrankung ab. Wenn der Tumor frühzeitig entdeckt und behandelt wird, ist er gut heilbar. Darmkrebs-Heilungschancen sinken aber zunehmend, je weiter fortgeschritten der Tumor ist. Dabei ist bei einem flächigen Befall des Bauchfells (Peritonealkarzinose) die mittlere Überlebenszeit der Patienten noch niedriger als bei anderen Metastasen (zum Beispiel in der Leber).

Darmkrebs: Lebenserwartung

Die Darmkrebs-Lebenserwartung hat sich in den letzten Jahren erhöht. Das liegt zum einen am Vorsorgeprogramm, das eingeführt wurde: Ab einem bestimmten Alter sind regelmäßige Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. So lässt sich Darmkrebs oft schon in frühen Stadien entdecken. Zum anderen tragen auch verbesserte Therapiemöglichkeiten zu einer gesteigerten Lebenserwartung bei Darmkrebs-Patienten bei.

Generell hängt die Darmkrebs-Lebenserwartung vom Erkrankungsstadium ab. Sie wird üblicherweise mit der sogenannten Fünf-Jahres-Überlebensrate angegeben. Darunter versteht man jenen Anteil der Patienten, der fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben ist. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass eine Behandlung stattgefunden hat. Für Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) und Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) betragen die Fünf-Jahres-Überlebensraten etwa:

UICC-Stadium

Dickdarmkrebs

Mastdarmkrebs

UICC-Stadium I

95 Prozent

95 Prozent

UICC-Stadium II

90 Prozent

85 Prozent

UICC-Stadium III

65 Prozent

55 Prozent

UICC-Stadium IV

5 Prozent

5 Prozent

Bitte bedenken Sie, dass es sich dabei um statistische Mittelwerte handelt. Die Prognose im Einzelfall kann zum Teil erheblich von diesen Werten abweichen.

Darmkrebs: Endstadium

Betroffene mit Darmkrebs im höchsten Stadium (Stadium IV) haben mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von nur etwa fünf Prozent leider eine sehr schlechte Prognose. In dieser Situation ist eine Heilung (kurativer Therapieansatz) in der Regel nicht mehr möglich. Die Patienten erhalten dann eine palliative Behandlung. Sie zielt vor allem darauf ab, die Beschwerden des Patienten zu lindern und so seine Lebensqualität zu verbessern. Manchmal wird auch versucht, die Überlebenszeit zu verlängern, und zwar mittels Chemotherapie: Darmkrebs-Patienten müssen sich aber bewusst sein, dass die Chemotherapie sie nicht heilen wird. Die Lebenserwartung beträgt in diesem Stadium ohne Behandlung etwa 12 Monate und mit Behandlung (Chemotherapie) bis zu 24 Monate.

Darmkrebsvorsorge

Darmkrebs wird oft erst erkannt, wenn er schon weiter fortgeschritten ist. Dann sind die Heilungschancen aber nicht mehr so gut wie in frühen Krebsstadien. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig. Das gilt besonders, wenn jemand bekannte Risikofaktoren für ein kolorektales Karzinom aufweist wie Übergewicht oder Darmkrebs-Erkrankungen in der Familie.

Im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge zahlen die Krankenkassen für Patienten ab 50 Jahren bestimmte Untersuchungen in bestimmten Zeitabständen. Dazu zählen zum Beispiel eine Untersuchung des Stuhls auf "verstecktes" (okkultes) Blut sowie die Darmspiegelung.

Wann Sie einen gesetzlichen Anspruch auf solche Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen haben, erfahren Sie im Beitrag Darmkrebsvorsorge.).

Weiterführende Informationen

Leitlinien:

  • Leitlinie "" der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (2017)
  • Patientenleitlinie "" der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (2017)
  • Patientenleitlinie "" der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (2017)
  • Patientenleitlinie "" der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (2017)

Selbsthilfegruppen:

  • - Bundesweit organisierte Selbsthilfevereinigung von Stomaträgern und von Menschen mit Darmkrebs
medicaments-24.com

https://medicaments-24.com

dopingman.com.ua