Rektumkarzinom

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Dr. med. Mira Seidel

Dr. med. Mira Seidel ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Das Rektumkarzinom (Enddarmkrebs, Mastdarmkrebs) ist ein bösartiger Tumor im letzten Darmabschnitt. Er entwickelt sich meist aus zunächst harmlosen Darmpolypen hervor. Charakteristische Symptome sind sichtbares Blut im Stuhl, Schleimbeimengungen und Schmerzen beim Stuhlgang. Lesen Sie hier mehr über Anzeichen, Ursachen, Behandlung und Prognose eines Rektumkarzinoms.

darmkrebs

Rektumkarzinom: Beschreibung

Bei vielen Darmkrebs-Patienten sitzt der Tumor im Mastdarm oder Enddarm (Rektum). Das ist der letzte Darmabschnitt vor dem After. Er ist etwa 16 Zentimeter lang.

Fast immer handelt es sich beim Rektumkarzinom (Enddarmkrebs, Mastdarmkrebs) um ein sogenanntes Adenokarzinom. Das ist eine bösartige Geschwulst, die sich aus dem Schleimdrüsengewebe entwickelt. Ein solches Adenokarzinom des Mastdarms macht in Deutschland etwa 30 bis 40 Prozent aller Fälle von Darmkrebs (kolorektales Karzinom) aus.

Rektumkarzinom: Ursachen und Risikofaktoren

Das Rektumkarzinom entwickelt sich meist aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut, sogenannten Darmpolypen. Solche Polypen finden sich im Darm sehr vieler Menschen. Meist bleiben sie harmlos. Sie können aber auch im Laufe von Jahren entarten und sich zu Krebs entwickeln - ein Rektumkarzinom entsteht.

Der Krebstumor wächst schnell und unkontrolliert. Es dringt in umliegendes gesundes Gewebe und zerstört er. Außerdem können sich einzelne Krebszellen über Blut- und Lymphbahn im Körper verteilen und anderswo Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden, zum Beispiel in Lymphknoten, Lunge und Leber.

Manchmal tritt das Rektumkarzinom familiär gehäuft auf. Das spricht dafür, dass es in solchen Familien eine genetische Veranlagung für Mastdarmkrebs gibt: Die Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko, dass sich aus gutartigen Darmpolypen im Enddarm ein Rektumkarzinom entwickelt.

Außerdem gibt es einige Erbkrankheiten, welche die Entstehung von Enddarmkrebs (und anderen Krebstumoren) begünstigen. Dazu zählen zum Beispiel das Lynch-Syndrom (hereditäres nicht-polypöses kolorektales Karzinom, HNPCC) und die Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP).

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen erhöhen ebenfalls das Risiko für ein Rektumkarzinom (und andere bösartige Darmtumoren). Das gilt besonders für Colitis ulcerosa.

Sehr oft trägt ein ungesunder Lebensstil zur Entstehung von Darmkrebs (wie etwa einem Rektumkarzinom) bei: Wenig Bewegung, Übergewicht und eine ungesunde Ernährung steigern das Krebsrisiko. Vor allem eine Ernährung mit viel (rotem) Fleisch, verarbeiteten Wurstwaren und wenig Ballaststoffen gilt als Risikofaktor für ein Rektumkarzinom und andere Formen von Darmkrebs. Das Gleiche trifft auf Nikotin und Alkohol zu.

Tipps: Der regelmäßige Verzehr von Gemüse und Obst sowie eine fett- und fleischarme Kost senkt das Risiko für Darmkrebs (inkl. Rektumkarzinom)!

Ein weiterer gemeinsamer Risikofaktor für alle Formen von Darmkrebs ist das Lebensalter: Mit dem Alter steigt das Erkrankungsrisiko. So liegt das mittlere Erkrankungsalter zum Zeitpunkt der Diagnose bei 73 Jahren (Männer) beziehungsweise 75 Jahren (Frauen).

Rektumkarzinom: Symptome

Im frühen Stadium verursacht das Rektumkarzinom meist noch keine Symptome. Im weiteren Verlauf machen sich aber Anzeichen bemerkbar wie Blut im Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang und veränderte Stuhlgewohnheiten (Durchfall und/oder Verstopfung). Der Tumor kann sogar die Passage durch den Enddarm komplett verlegen. Dann kommt es zum Darmverschluss (Ileus).

Achtung: Nicht jede Änderung der Stuhlgewohnheiten bedeutet gleich Krebs. Ab dem 40. Lebensjahr wird jedoch empfohlen, die Beschwerden durch einen Arzt abklären zu lassen.

Das Rektumkarzinom kann auch allgemeine Symptome auslösen. So fühlen sich viele Patienten vermindert leistungsfähig und müde. Manche Patienten berichten auch von einem ungewollten Gewichtsverlust oder Fieber.

Oft treten zudem Symptome von Blutarmut (Anämie) auf. Dazu zählen zum Beispiel Blässe, verminderte Belastbarkeit und Herzrasen schon bei geringer Belastung. Die Blutarmut entsteht dadurch, dass das Rektumkarzinom leicht und oft blutet.

Rektumkarzinom: Untersuchung und Diagnose

Bei Verdacht auf ein Rektumkarzinom wird sich der Arzt zunächst ausführlich mit Ihnen unterhalten, um Ihre Krankengeschichte zu erheben (Anamnese). Er lässt sich zum Beispiel die auftretenden Symptome genau schildern, fragt nach eventuellen Vor- und Grunderkrankungen sowie nach Ihrem Lebensstil. Außerdem wird sich der Arzt erkundigen, ob es bereits Fälle von Darmkrebs in Ihrer Familie gibt.

Als nächster Schritt folgt eine körperliche Untersuchung. Zum einen kann der Arzt so Ihren allgemeinen Zustand besser einschätzen. Zum anderen sucht er nach möglichen Hinweisen für die Krebserkrankung. Dazu gehört eine digital-rektale Untersuchung: Der Arzt tastet mit einem Finger über den After Ihren Enddarm ab. Bei manchen Patienten lässt sich das Rektumkarzinom dabei ertasten.

Genaueren Aufschluss bringt eine Darmspiegelung (Koloskopie). Sie ist die beste Methode, um Darmkrebs festzustellen: Der Arzt führt hier ein schlauchförmiges Instrument (Endoskop) über den After ein. Es hat an seiner Spitze eine Lichtquelle und eine kleine Kamera eingebaut. Vorsichtig schiebt der Arzt das Endoskop nun durch den gesamten Dickdarm. Anhand der Kamerabilder auf dem Monitor kann der auf diesem Weg das Innere des Darms genau begutachten.

Außerdem kann der Arzt feine Instrumente über das Endoskop einführen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Darmpolypen abtragen sowie kleine Gewebeproben (Biopsien) von verdächtigen Schleimhautstellen entnehmen. Sie werden im Labor auf Krebszellen hin untersucht.

Bei manchen Patienten ist ein Darmspiegelung aus verschiedenen Gründen nicht möglich (etwa weil der Tumor den Darmdurchgang stark verengt). Dann kann der Arzt auch nur eine Spiegelung des Mastdarms (Rektoskopie) durchführen. Eine andere Alternative ist die Sigmoidoskopie eine Spiegelung des Mastdarms und der davorliegenden S-förmigen Grimmdarmschlinge. Der Nachteil bei beiden Methoden ist, dass ein großer Teil des Dickdarms nicht von der Untersuchung ausgeschlossen bleibt.

Eine dritte Möglichkeit, wenn eine Darmspiegelung nicht durchführbar ist, bietet die virtuelle Darmspiegelung: Dabei wird der Darm dreidimensional und detailliert mittels Computertomografie (CT) dargestellt. Falls sich dabei zeigt, dass Polypen entfernt oder Gewebeproben entnommen werden müssen, ist dann allerdings doch ein chirurgischer Eingriff nötig.

Weitere Untersuchungen

Die genaue Untersuchung des Darms und die Analyse entnommener Gewebeproben genügt meist, um ein Rektumkarzinom sicher zu diagnostizieren. Danach wird der Arzt aber noch weitere Untersuchungen anordnen. Sie dienen dazu, die genaue Lage und Größe des Tumors sowie seine Ausbreitung im Körper festzustellen.

Mögliche Untersuchungen hierzu sind zum Beispiel Computertomografie (CT), Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT) sowie Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums. Wenn bei Frauen der Verdacht besteht, dass das Rektumkarzinom auf Scheide oder Gebärmutter übergegriffen hat, ist eine gynäkologische Untersuchung nötig. Eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) kann zeigen, ob sich Metastasen in der Lunge angesiedelt haben.

Rektumkarzinom: Behandlung

Die genaue Behandlung bei Rektumkarzinom wird an jeden Patienten angepasst. Eine Rolle dabei spielen das Tumorstadium, das Alter und der Allgemeinzustand des Patienten sowie eventuelle Begleiterkrankungen.

Operation

Die einzige Möglichkeit, ein Rektumkarzinom zu heilen, ist derzeit eine Operation. Der Chirurg schneidet den Tumor dabei möglichst vollständig heraus, und zwar mit einem gewissen Sicherheitsabstand. Das heißt er schneidet bis in das umliegende gesunde Gewebe hinein, um auch wirklich alle Krebszellen zu "erwischen".

Besteht ein hohes Rückfallrisiko (etwa bei größeren Tumoren), muss der Chirurg zusammen mit dem Tumor auch das umliegende Fett- und Bindegewebe (Mesorektum genannt) herausschneiden. Müssen auch Teile des Afterschließmuskels entfernt werden, ist ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter oder Stoma) nötig.

Strahlen- und/oder Chemotherapie

Bei einem Rektumkarzinom im Frühstadium reicht eine Operation als Behandlung meist aus. Ist der Tumor schon etwas weiter fortgeschritten, erhalten Patienten vor der Operation eine Strahlentherapie oder eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie (Radiochemotherapie). Sie kann den Tumor verkleinern und manchmal verhindern, dass auch der Afterschließmuskel entfernt werden muss.

Auch nach der Operation kann eine Chemotherapie oder eine Radiochemotherapie sinnvoll sein: Eventuell verbliebene Krebszellen im Körper lassen sich so abtöten.

Weitere Behandlungen

Oft verursacht ein fortgeschrittener Enddarmkrebs Metastasen an anderen Körperstellen, etwa in Leber und Lunge. Nach Möglichkeit werden diese - wie der Primärtumor im Enddarm - operativ entfernt.

Bei einem weit fortgeschrittenen Rektumkarzinom sind die Metastasen oftmals zu groß, um sie chirurgisch vollständig entfernen zu können. Dann versucht man sie zuerst zu verkleinern. Dazu kombiniert man eine Chemotherapie mit zielgerichteten Medikamenten. Solche Medikamente wirken spezifisch gegen bestimmte Merkmale der Krebszellen des Patienten.

Ein Beispiel ist Bevacizumab: Es handelt sich dabei um einen sogenannten monoklonalen Antikörper. Er verhindert, dass ein bestimmter Wachstumsfaktor (VEGF) an den Krebszellen andocken und die Bildung neuer Blutgefäße in Richtung des Tumors anregen kann. Der Tumor wird also nicht mehr so gut mit Blut (und damit Sauerstoff und Nährstoffen) versorgt. Damit gelingt es manchmal, große Metastasen so weit zu verkleinern, dass sie operabel werden.

Rektumkarzinom: Verlauf und Prognose

Je weiter fortgeschritten das Rektumkarzinom ist, desto schlechter ist die Prognose: Mit der Tumorgröße und -Ausbreitung sinken die Heilungschancen und steigt das Rückfallrisiko. Das lässt sich aus den beobachteten Überlebensraten schließen: Fünf Jahre nach der Diagnose eines Rektumkarzinoms im Stadium I leben noch 95 Prozent der behandelten Patienten. Bei einem Karzinom im Stadium IV beträgt diese 5-Jahres-Überlebensrate nur noch fünf Prozent.

Deshalb sollten alle Patienten mit Rektumkarzinom auch nach abgeschlossener, erfolgreicher Behandlung regelmäßig zu Nachsorgeuntersuchungen gehen. Ein eventueller Rückfall kann so frühzeitig erkannt und behandelt werden.

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