Brustkrebs

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Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Brustkrebs (Mammakarzinom) ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei Männern tritt er nur selten auf. Eine genetische Veranlagung und höheres Lebensalter begünstigen die Entstehung von Brustkrebs. Auch Alkohol, Rauchen, Übergewicht und Hormonpräparate erhöhen das Erkrankungsrisiko. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Wie erkennt man Brustkrebs? Was begünstigt seine Entstehung? Wie wird er diagnostiziert und behandelt? Wie kann man Brustkrebs vorbeugen?

Brustkrebs

Kurzübersicht

  • Was ist Brustkrebs? Bösartiger Tumor der Brust, auch Mammakarzinom genannt. Häufigste Krebserkrankung bei Frauen: Eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens daran (Lebenszeitrisiko). Selten bekommen Männer Brustkrebs: Im Laufe des Lebens trifft es nur einen von 790 Männern.
  • Formen von Brustkrebs: invasiv-duktales Mammakarzinom (von den Milchgängen ausgehender Krebstumor), invasiv-lobuläres Mammakarzinom (von den Drüsenlappen ausgehender Krebstumor), seltenere Formen (wie inflammatorisches Mammakarzinom)
  • Risikofaktoren: weibliches Geschlecht, höheres Alter, genetische Veranlagung, hormonelle Faktoren (wie frühe erste Regelblutung plus später Eintritt in die Wechseljahre, Einnahme von Hormonpräparaten, späte erste Schwangerschaft, Kinderlosigkeit), Alkohol, Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, fettreiche Ernährung; bei Männern auch Hodenhochstand sowie frühere Hodenentzündung oder Nebenhodenentzündung
  • Mögliche Symptome: Knoten oder Verhärtungen in der Brust, Form- oder Größenveränderung einer Brust, Veränderung der Farbe oder Empfindlichkeit von Brusthaut oder Brustwarze, Einziehungen der Brusthaut oder Brustwarze, Austritt von klarem, trübem oder blutigem Sekret aus einer Brustwarze, nicht abklingende Rötung oder Schuppung der Brusthaut etc.
  • Behandlungsmöglichkeiten: Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Anti-Hormontherapie, zielgerichtete Therapien (wie Antikörpertherapie)
  • Prognose: Rechtzeitig erkannt und behandelt ist Brustkrebs meist heilbar.

Brustkrebs: Allgemeines

Brustkrebs (Mammakarzinom, Carcinoma mammae oder kurz Mamma-Ca) ist ein bösartiger Tumor in der Brust. Er kann ins gesunde Gewebe eindringen (invasives Wachstum) und es zerstören. Einzelne Krebszellen können sich über die Blut- und Lymphbahn im Körper verteilen und an anderer Stelle neue Geschwulste bilden (Metastasen).

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Aber was viele nicht wissen: Auch Männer können Brustkrebs bekommen! Das passiert allerdings nur selten. Im Jahr 2014 erkrankten in Deutschland 69.220 Frauen und 650 Männer neu an Brustkrebs. Bei 17.670 weiblichen und 134 männlichen Patienten führte der bösartige Tumor zum Tode.

Verdächtige Gewebeschäden (Läsionen)

Die gute Nachricht ist: Die meisten knotigen Veränderungen, die in der Brust entdeckt werden, sind gutartig (benigne). Andere Veränderungen gelten als „gefährliche Läsionen“ (Risikoläsionen). Das sind Gewebeschäden, aus denen Brustkrebs entstehen könnte (aber nicht muss).

Ein Beispiel ist die Intraduktale Hyperplasie (UDH). Hier finden sich zu viele normale Zellen in den Milchgängen. Eine andere Risikoläsion ist die Intraduktale atypische Hyperplasie (ADH). Sie ist durch viele veränderte Zellen in den Milchgängen gekennzeichnet.

Dann gibt es noch die Lobuläre Neoplasie (LN): Unter diesem Begriff werden Zellveränderungen in den Drüsenlappen zusammengefasst – früher im Einzelnen als „atypische lobuläre Hyperplasie“ (ALH) und „Lobuläres Carcinoma in situ“ (LCIS) bezeichnet.

Wichtig: Nicht jede dieser Gewebeveränderung hat das gleiche Potenzial, sich zu Krebs weiter zu entwickeln.

Außerdem wird das Entartungsrisiko noch von weiteren Faktoren beeinflusst. So spielt es etwa eine Rolle, wie alt die betreffende Frau ist und ob es bereits Fälle von Brustkrebs in ihrer Familie gibt. In der Regel entscheiden Ärzte deshalb im Einzelfall, ob man eine entdeckte Läsion im Brustbereich zunächst nur beobachtet oder gleich behandelt.

Mögliche Krebsvorstufe: DCIS

Das sogenannte Duktale Carcinoma in Situ (DCIS) gilt als potenzielle Vorstufe von Brustkrebs. Es sind dabei einige Epithelzellen, welche die Milchgänge auskleiden, krankhaft verändert. Die veränderten Zellen beschränken sich aber auf die Milchgänge (duktal) und bleiben "vor Ort" (in situ). Wenn sie aber beginnen, in das umliegende Brustdrüsengewebe einzudringen, hat sich daraus "richtiger" Brustkrebs entwickelt. Das passiert bei etwa drei bis fünf von zehn Frauen mit einem DCIS.

Auch wenn also ein DCIS in manchen Fällen harmlos bleibt, sollte es sicherheitshalber immer behandelt werden. Sie als Patientin können mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, welche Behandlung in Ihrem Fall am sinnvollsten ist.

Mehr über Diagnose und Therapie dieser möglichen Krebsvorstufe lesen Sie im Beitrag DCIS – Duktales Carcinoma in Situ.

Brustkrebs: Verschiedene Formen

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Mediziner unterscheiden verschiedene Formen. Die beiden häufigsten sind:

  • invasiv-duktales Mammakarzinom (IDC): Es macht etwa 75 Prozent aller Brustkrebs-Erkrankungen aus. Der Tumor wächst hier ausgehend von den Milchgängen in umliegendes Gewebe hinein. Das IDC wird auch als "invasives Mammakarzinom vom nicht speziellen Typ" (NST = no special type) bezeichnet.
  • invasiv-lobuläres Mammakarzinom (ILC): Etwa 15 Prozent aller Brustkrebs-Tumoren fallen in diese Gruppe. Der Krebs nimmt hier seinen Ausgang von den Drüsenlappen.

Daneben kennt man noch einige seltenere Brustkrebs-Formen. Dazu zählt zum Beispiel das Inflammatorische Mammakarzinom („entzündlicher“ Brustkrebs). Dieser besonders aggressive Brustkrebs geht mit einer Entzündungsreaktion in Form von Hautrötung und Schwellung einher. Inflammatorischer Brustkrebs macht nur etwa ein Prozent aller Mammakarzinome aus.

Wo Brustkrebs entsteht

Mediziner teilen die Brust in vier Quadranten ein (15 Minuten-Schritte, analog dem Zifferblatt einer Uhr). So lässt sich genauer angeben, wo der Tumor wächst:

  • Etwa die Hälfte aller Mammakarzinome entsteht im oberen äußeren Quadranten.
  • Ungefähr 15 Prozent der bösartigen Brusttumoren wachsen im oberen inneren Quadranten.
  • Etwa elf Prozent der Mammakarzinome bilden sich im unteren äußeren Quadranten.
  • Bei etwa sechs Prozent der Patienten sitzt der Krebstumor im unteren inneren Quadranten.
  • In ungefähr 17 Prozent der Fälle entsteht der Brustkrebs unter der Brustwarze.

Brustkrebs beim Mann

Selten, aber möglich: An Brustkrebs können auch Männer erkranken. Die Betroffenen sind im Schnitt 71 Jahre alt. Wichtige Risikofaktoren sind - wie bei Frauen - eine genetische Veranlagung sowie ein ungünstiger Lebensstil (Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, hoher Alkoholkonsum).

Anfälliger für Brustkrebs sind zudem Männer, die als Kind einen Hodenhochstand hatten. Auch eine frühere Hodenentzündung (Orchitis) oder Nebenhodenentzündung (Epididymitis) erhöht das Risiko für männlichen Brustkrebs.

Mehr über die Entstehung von Mammakarzinomen beim Mann, die auftretenden Symptome sowie die Diagnose und Behandlung erfahren Sie im Beitrag Brustkrebs beim Mann.

Brustkrebs: Symptome

Frauen, die regelmäßig ihre Brust abtasten, können verdächtige Veränderungen im Gewebe frühzeitig entdecken und von einem Arzt abklären lassen. Steckt tatsächlich Brustkrebs dahinter, kann die rasche Behandlung des Tumors die Heilungschancen verbessern. Doch was sind mögliche Anzeichen für Brustkrebs, bei denen Frauen umgehend ihren Frauenarzt aufsuchen sollten?

Es zählen dazu beispielsweise neu aufgetretene Knoten und Verhärtungen in der Brust oder Achselhöhle. Auch bei wässrigen oder blutigen Sekreten, die aus einer Brustwarze austreten, sollten Frauen an ein Mammakarzinom denken. Ebenfalls verdächtig ist es, wenn eine Brust sich neuerdings in ihrer Größe oder Form von der zweiten Brust unterscheidet.

Wichtig ist aber: Wenn Sie solche Veränderungen an Ihrer Brust entdecken, sollten Sie bedenken, dass es auch harmlosere Ursachen dafür geben kann. Das kann etwa ein gutartiger Tumor, eine Entzündung oder Zyste sein. Gehen Sie trotzdem umgehend zum Frauenarzt, um schnell Gewissheit zu bekommen!

Mehr zum Thema erfahren Sie im Beitrag Brustkrebs-Symptome.

Brustkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Wie bei vielen anderen Krebsarten ist auch bei Brustkrebs die eigentliche Ursache nicht bekannt. Man weiß aber, dass eine Reihe von Risikofaktoren Brustkrebs begünstigt:

Risikofaktor weibliches Geschlecht

Etwa 99 Prozent aller Brustkrebs-Patienten sind weiblich. Männer entwickeln nur sehr selten ein Mammakarzinom.

Risikofaktor Lebensalter

Laut Statistik ist das Risiko einer Brustkrebserkrankung in verschiedenen Altersabschnitten unterschiedlich groß:

  • 35 Jahre: Eine von 110 Frauen erkrankt innerhalb der nächsten zehn Jahre an Brustkrebs.
  • 45 Jahre: Eine von 47 Frauen erkrankt innerhalb der nächsten zehn Jahre.
  • 55 Jahre: Eine von 31 Frauen erhält innerhalb der nächsten zehn Jahre die Diagnose.
  • 65 Jahre: Höchstes Brustkrebs-Risiko. Innerhalb der nächsten zehn Jahr erkrankt eine von 27 Frauen.
  • Im höheren Alter sinkt das Brustkrebs-Risiko wieder leicht ab.

Risikofaktor Hormone

Brustkrebs wächst meist hormonabhängig. Verschiedene hormonelle Faktoren beeinflussen deshalb das Brustkrebsrisiko:

Je länger eine Frau jeden Monat den zyklischen Schwankungen des Östrogen- und Progesteronspiegels ausgesetzt ist, desto höher ist das Risiko für ein Mammakarzinom. Besonders gefährdet sind also Frauen, die sehr früh ihre erste Regelblutung (< 11 Jahren) bekommen haben und erst sehr spät in die Wechseljahre (> 54 Jahren) eingetreten sind.

Auch Kinderlosigkeit erhöht das Brustkrebs-Risiko. Dagegen sinkt es umso stärker, je mehr Kinder eine Frau ausgetragen hat und je länger sie stillt.

Eine späte erste Schwangerschaft ist ein weiterer Risikofaktor: Bekommen Frauen erst nach dem 30. Lebensjahr ihr erstes Kind, ist das Brustkrebsrisiko etwas höher als bei Frauen, die schon in jüngeren Jahren erstmals Mutter werden.

Die Bedeutung von Hormonen für die Tumorentstehung zeigt sich auch bei der Einnahme künstlicher Hormone: So kann die Pille das Brustkrebs-Risiko leicht erhöhen. Besonders betroffen sind Frauen, die mindestens vier Jahre die "Pille" schlucken, bevor sie ein Kind bekommen, sowie Frauen, die vor dem 20. Lebensjahr mehrere Jahre mit der "Pille" verhüten.

Stärker steigt das Brustkrebs-Risiko bei Einnahme von Hormonersatzpräparaten gegen Wechseljahresbeschwerden. Das gilt besonders, wenn diese Präparate länger als fünf Jahre eingenommen werden und sowohl Östrogene als auch Gestagen enthalten.

Vorsicht geboten ist auch bei pflanzlichen Hormonen (wie Phytoöstrogenen). Sie werden als pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel gegen Wechseljahresbeschwerden angeboten und können ebenfalls die Entstehung von Brustkrebs fördern.

Risikofaktoren Übergewicht und Bewegungsmangel

Übergewicht ist ein weiterer wichtiger Risikofaktor für ein Mammakarzinom. Das hat ebenfalls mit Hormonen zu tun: Im Fettgewebe werden Hormone produziert, die den Östrogenspiegel ansteigen lassen. Das weibliche Geschlechtshormon regt die Brustdrüsen zur Zellteilung an. Passieren dabei Fehler, kann Krebs entstehen. Besonders nach den Wechseljahren scheint Übergewicht das Mammakarzinom-Risiko zu erhöhen – vor allem das Risiko für östrogen-abhängige Tumoren.

Bewegungsmangel wirkt sich ebenfalls negativ auf das Brustkrebs-Risiko aus.

Risikofaktor Ernährung

Fettreiche Ernährung ist in mehrerer Hinsicht schlecht für die Gesundheit: Sie macht zum Beispiel anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Herzinfarkt, Schlaganfall) sowie Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Außerdem steigt der Östrogenspiegel, wenn man reichlich tierische Fette (Wurst, fettes Fleisch, Butter etc.) isst. Dieser Anstieg des weiblichen Sexualhormons steigert das Brustkrebs-Risiko.

Risikofaktoren Rauchen und Alkohol

Rauchen und Passivrauchen schaden der Gesundheit auf mehrere Wegen. Unter anderem begünstigen sie die Entstehung bösartiger Tumoren wie Lungenkrebs und Brustkrebs. Vor allem Mädchen, die schon als Teenager mit dem Rauchen beginnen, haben ein erhöhtes Risiko für einen bösartigen Tumor in der Brust.

Alkohol ist ebenfalls ein Risikofaktor: Je mehr beziehungsweise je öfter Alkohol Sie trinken, desto eher erkanken Sie an Brustkrebs!

Risikofaktor genetische Veranlagung

Experten gehen davon aus, dass fünf bis zehn von 100 Brustkrebs-Patientinnen die genetische Veranlagung für den Krebs von Mutter oder Vater geerbt haben. Damit ist erblich bedingter Brustkrebs eher selten.

Vor allem zwei Gene können bei einer Veränderung (Mutation) das Brustkrebs-Risiko deutlich erhöhen. Sie werden als BRCA 1 und BRCA 2 bezeichnet. Daneben kennt man noch einige andere Brustkrebsgene. Deren Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs scheint aber geringer zu sein. Ganz sicher weiß man das allerdings noch nicht.

Mehr über genetische Risikofaktoren für ein Mammakarzinom lesen Sie im Beitrag Brustkrebsgene BRCA 1 und BRCA 2.

Risikofaktor dichtes Brustgewebe

Manche Frauen haben ein sehr dichtes Brustgewebe – also weniger Fettgewebe und mehr Drüsen- und Bindegewebe. Dadurch ist ihr Brustkrebsrisiko um das Fünfache erhöht. Der Grund: Je mehr Brustdrüsengewebe vorhanden ist, desto mehr Zellen gibt es, die entarten können.

Wie dicht das Brustgewebe ist, lässt sich mittels Mammografie feststellen. Mediziner unterscheiden vier Dichtegrade:

  • Dichtegrad I: fetttransparentes, gut durchsichtiges Brustgewebe
  • Dichtegrad II: mäßig durchsichtiges Brustgewebe
  • Dichtegrad III: dichtes Brustgewebe
  • Dichtegrad IV: extrem dichtes Brustgewebe

Die Dichte des Brustgewebes hängt von verschiedenen Faktoren ab. So erhöht sie sich während einer Hormonersatztherapie und nimmt in der Schwangerschaft ab.

Risikofaktor Ionisierende Strahlung

Wer im Kindes- oder Jugendalter eine Bestrahlung im Brustbereich erhalten hat, weist ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko auf. Eine solche Strahlentherapie ist zum Beispiel bei einem Hodgkin-Lymphom nötig. Das ist eine Form von Lymphdrüsenkrebs.

Auch andere Formen ionisierender Strahlung wie etwa radioaktive Strahlen und Röntgenstrahlen können Brustkrebs und andere Formen von Krebs auslösen. Brustdrüsengewebe gilt als besonders strahlungsempfindlich, vor allem vor und während der Pubertät sowie vor der ersten, voll ausgetragenen Schwangerschaft. Mit zunehmendem Alter reagiert das Brustgewebe weniger empfindlich auf ionisierende Strahlung.

Brustkrebs: Untersuchungen und Diagnose

Wenn Sie einen Knoten in der Brust und/oder andere mögliche Brustkrebs-Symptome (wie Einziehungen der Haut oder Austritt von Flüssigkeit aus der Brustwarze) bei sich entdecken, sollten Sie umgehend zum Frauenarzt (Gynäkologen) gehen. Er wird sich zuerst mit Ihnen unterhalten, um Ihre Krankengeschichte zu erheben (Anamnese): Dabei sammelt er Hintergrundinformationen, die ihm helfen, der Ursache Ihrer Beschwerden auf den Grund zu gehen. So fragt der Arzt zum Beispiel, wann Sie die Symptome entdeckt haben, ob Sie Hormone einnehmen und ob es Fälle von Brustkrebs oder anderen Krebserkrankungen in Ihrer Familie gibt.

Tastuntersuchung der Brust

Dann wird der Arzt Ihre Brust und umliegende Bereiche (wie Achselhöhlen, Schlüsselbein) abtasten. Sie können dabei entweder sitzen oder stehen. Die Arme müssen Sie auf Anweisung des Arztes entweder nach oben strecken oder in die Hüfte stemmen. Beim Abtasten achtet der Arzt zum Beispiel auf Schwellungen, Rötungen, Einziehungen sowie Formveränderungen der Brust und Brustwarze. Er wird auch vorsichtig auf die Brustwarzen drücken. So kann er feststellen, ob Sekret austritt.

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Brust wird im Liegen durchgeführt. Der Arzt trägt zuerst ein farbloses Kontaktgel auf Ihre Haut auf. So kann der Schallkopf gut über die Haut gleiten. Untersucht wird das Brustgewebe selbst sowie der Bereich in Richtung Achselhöhle. Die ausgesendeten Ultraschallwellen durchdringen das Gewebe und werden je nach Struktur (Bindegewebe, Fettgewebe, flüssigkeitsgefüllte Strukturen etc.) zurückgeworfen. Das erzeugt auf dem Monitor ein zweidimensionales Bild der verschiedenen Strukturen in der Brust, das der Arzt genauer beurteilen kann.

Wenn Frauen unter 40 Jahren mit Veränderungen oder Beschwerden der Brust zum Arzt kommen, wird die Ultraschalluntersuchung als erstes bildgebendes Verfahren empfohlen. Nur bei Bedarf wird zusätzlich eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammografie) durchgeführt, etwa bei einem unklaren Befund. Der Grund: In jüngeren Jahren können Röntgenstrahlen das Gewebe stärker schädigen als im höheren Alter. Bei jüngeren Menschen teilen sich die Zellen nämlich schneller als bei älteren. Dadurch ist die Gefahr größer, dass strahlenbedingt mehr geschädigte Zellen entstehen. Diese können leichter als gesunde Zellen zu Krebszellen mutieren.

Mammografie

Mittels einer Röntgenuntersuchung der Brust (Mammografie) lassen sich Vorstufen und Frühstadien von Brustkrebs besser entdecken als mittels Ultraschall. Das Bruströntgen ist aber mit einer Strahlenbelastung verbunden. Deshalb wird es nur durchgeführt, wenn der Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt. Das ist Experten zufolge bei Frauen über 40 Jahren der Fall: Das Erkrankungsrisiko ist bei ihnen höher als bei jüngeren Frauen. Deshalb wird bei ihnen bei Verdacht auf Brustkrebs bevorzugt eine Mammografie als bildgebende Untersuchungsmethode durchgeführt. Falls das Brustgewebe der Frau recht dicht ist, kommt zusätzlich der Ultraschall zum Einsatz.

Bei Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr wird die Mammografie sogar routinemäßig zur Früherkennung von Brustkrebs empfohlen: Alle zwei Jahre können Frauen diesen Alters auf Kosten der Krankenkasse zur Mammografie gehen (Mammografie-Screening). In dieser Altersgruppe ist das Risiko für ein Mammakarzinom nämlich besonders hoch. Deshalb gilt eine regelmäßige Röntgenuntersuchung der Brust auch ohne konkreten Krebsverdacht als sinnvoll.

Mehr über Ablauf, Aussagekraft und Risiken des Bruströntgens lesen Sie im Beitrag Mammografie.

Magnetresonanztomografie (MRT)

Bei der Kernspintomografie oder Magnetresonanztomografie (MRT) wird zuerst ein Kontrastmittel in eine Vene gespritzt. Dann wird das Brustgewebe schichtweise mithilfe von Magnetfeldern dargestellt. Es werden dabei sehr detaillierte Bilder erstellt, auf denen sich schon kleinste Veränderungen erkennen lassen.

Allerdings ist das MRT keine Routineuntersuchung bei der Brustkrebs-Diagnostik. Die Untersuchung ist zwar sehr genau und birgt keine Strahlenbelastung (im Unterschied zum Röntgen). Sie hat aber auch Nachteile: Unter anderem zeigen sich im MRT auch Gewebeveränderungen, die sich nach weiteren Untersuchungen als harmlos entpuppen. Die betroffenen Frauen werden also unnötig in Sorge versetzt.

Deshalb setzt man das MRT nur in bestimmten Fällen zur Brustkrebs-Diagnostik ein. Dazu zählen zum Beispiel folgende Situationen:

  • Standarduntersuchungen (Ultraschall, Mammografie, Gewebeprobe) konnten den Verdacht auf Brustkrebs nicht sicher ausräumen.
  • Standarduntersuchungen konnten nicht klar zeigen, wie weit sich der Tumor im gesunden Gewebe ausgebreitet hat.
  • Die Entnahme einer Gewebeprobe ist nicht möglich oder sehr schwierig (etwa bei ungünstiger Lage des vermeintlichen Tumors oder bei mehreren verdächtigen Gewebestellen).
  • Aufgrund von Brustimplantaten ist eine normale Mammografie erschwert.
  • Die Patientin hat nahe Verwandte mit Brustkrebs, trägt also ein erblich bedingt erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Biopsie

Nicht jede Gewebeveränderung in der Brust ist bösartig. Mit Sicherheit feststellen lässt sich dies nur durch eine Biopsie: Nach einer örtlichen Betäubung entnimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe des auffälligen Bereiches. Im Labor wird sie feingeweblich (histologisch) untersucht. Handelt es sich tatsächlich um Krebs, wird auch ermittelt, wie stark entartet die Zellen im Vergleich zu gesundem Gewebe bereits sind und ob sie viele Bindungsstellen für Hormone haben (also hormonabhängig wachsen). Das ist für die Therapieplanung wichtig.

Hinweis: Die Gewebeentnahme wird meist ambulant durchgeführt. Ein Krankenhausaufenthalt ist also in der Regel nicht nötig.

Untersuchungen bei bestätigtem Brustkrebs

Steht fest, dass eine Frau Brustkrebs hat, folgen weitere Untersuchungen. Sie sollen zeigen, ob und - wenn ja - wie weit sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat. So kann eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) zum Beispiel Tochtergeschwülste in der Lunge (Lungenmetastasen) nachweisen. Absiedelungen in der Leber lassen sich oftmals mittels Ultraschall aufspüren. Eine nuklearmedizinische Untersuchung der Knochen (Knochenszintigrafie) kann zeigen, ob sich Krebszellen im Skelett angesiedelt haben. Auch eine Computertomografie (CT) kann bei der Suche nach Metastasen hilfreich sein.

Der pathologische Befund

Anhand der verschiedenen Untersuchungsergebnisse wird ein pathologischer Befund erstellt. Darin werden die Eigenschaften des Mammakarzinoms möglichst genau erfasst, meist in Form von Abkürzungen.

So gibt zum Beispiel die TNM-Bezeichnung an,...

  • ...wie groß der Tumor ist (T1 bis T4),
  • ob benachbarte (regionäre) Lymphknoten befallen sind (N0 bis N3) und
  • ob der Brustkrebs bereits (Fern-)Metastasen in anderen Körperregionen gebildet hat (ja = M1, nein = M0).

Ein Beispiel: T4N3M0 bezeichnet einen großen Tumor, der in umliegendes Gewebe eingedrungen ist (T4), in vielen Lymphknoten Krebszellen ausgestreut (N3), aber noch keine Fernmetastasen (M0) gebildet hat.

Weitere Kürzel vor der TNM-Bezeichnung geben zusätzliche Hinweise. So bedeutet etwa ein vorangestelltes „c“, dass die TNM-Klassifizierung auf den Ergebnissen der bildgebenden Untersuchung basiert. Bei einem vorangestellten „p“ beruht die Klassifizierung dagegen auf den Erkenntnissen der feingeweblichen Untersuchung der Gewebeprobe.

Ebenfalls wichtig für die Einteilung von Brustkrebs-Stadien ist das „grading“ – der Entartungsgrad des Tumors. Er umfasst vier Stufen: von G1 (Tumor noch gut differenziert, langsam wachsend, wenig aggressiv) bis G4 (undifferenzierter Tumor, schnell wachsend, neigt dazu, aggressiv in umliegendes Gewebe einzuwachsen).

Im pathologischen Befund ist auch der Hormonrezeptor-Status des Tumors angegeben, also ob der Brustkrebs der Patientin viele Andockstellen für Östrogen (ER+ oder ER-positiv) und/oder Progesteron (PgR+ oder PgR-positiv) besitzt. Das ist wichtig für die Therapieplanung: Bei einem Tumor mit vielen Hormonrezeptoren kann nämlich ein entsprechender Hormonentzug das Tumorwachstum bremsen.

Erfasst wird auch der HER2-Rezeptor-Status, also ob die Tumorzellen auf ihrer Oberfläche viele Andockstellen für Wachstumsfaktoren haben. Wenn ja (HER2-positiv), nimmt die Erkrankung meist einen aggressiveren Verlauf. Mit speziellen Therapien, welche die HER2-Rezeptoren blockieren, kann man versuchen, den Brustkrebs am Wachsen zu hindern.

Ungeeignet für Diagnose: Tumormarker

Brustkrebs lässt sich nicht, wie früher gehofft, anhand von Tumormarkern im Blut diagnostizieren. Tumormarker sind Eiweißstoffe, deren Konzentration im Blut oder Gewebe bei einer Krebserkrankung erhöht sein kann - entweder weil sie vom Tumor selbst oder aber von gesunden Zellen als Reaktion auf den Tumor in größerer Menge produziert werden.

Allerdings können oft auch andere Erkrankungen die Konzentration solcher Tumormarker ansteigen lassen. Deshalb eignen sie sich meist nicht dazu, Krebs zu diagnostizieren. Man kann mit ihrer Hilfe aber den Verlauf einer Krebserkrankung und den Erfolg der Therapie beurteilen. Das gilt auch bei Brustkrebs: Der wichtigste Tumormarker beim Mammakarzinom ist das CA 15-3; auch CEA spielt eine Rolle. Beide Tumormarker werden bei Brustkrebs-Patienten wiederholt gemessen, um zu prüfen, wie sich der Tumor entwickelt und wie gut die Behandlung wirkt.

Brustkrebs: Behandlung

Hat man bei Ihnen "Brustkrebs" festgestellt, erhalten Sie von den behandelnden Ärzten einen individuellen Therapieplan. Er richtet sich vor allem nach Art und Stadium Ihres Tumors sowie den Eigenschaften der Krebszellen – etwa, ob sie auf ihrer Oberfläche Rezeptoren für Hormone und/oder Wachstumsfaktoren tragen. Außerdem berücksichtigen die Ärzte bei der Therapieplanung Ihr Alter, Ihren allgemeinen Gesundheitszustand sowie Ihren Hormonstatus (also ob Sie in den Wechseljahren sind oder nicht).

Meist besteht der Therapieplan aus mehreren Bausteinen (ist also multimodal): Die Ärzte kombinieren dabei jene Behandlungsmethoden, die in Ihrem Fall die besten Erfolgschancen versprechen. Prinzipiell stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten beim Mammakarzinom zur Verfügung: Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, (Anti-)Hormontherapie und zielgerichtete Therapien wie eine Antikörpertherapie.

Adjuvant, neoadjuvant, palliativ

Eine Brustkrebs-Operation wird bei fast allen Patientinnen durchgeführt. Meist schließt sich an den Eingriff eine andere Therapiemethode an, um den Erfolg der Behandlung zu verbessern. Das bezeichnen Mediziner als "adjuvant". So erhalten viele Frauen zum Beispiel eine adjuvante Chemo- oder Strahlentherapie.

Manchmal führt man schon vor der operativen Entfernung eines Tumors eine Chemotherapie oder Bestrahlung durch. Damit will man den Tumor vor dem Eingriff verkleinern. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer neoadjuvanten Behandlung bei Brustkrebs.

Chemotherapie und Co. können auch palliativ eingesetzt werden: Wenn der Brustkrebs so weit fortgeschritten ist, dass keine Heilung mehr möglich ist, kann eine palliative Behandlung das Tumorwachstum zumindest verlangsamen und die Symptome lindern.

Brustkrebs: Operation

Ein Brustkrebs-Tumor wird nach Möglichkeit immer operativ entfernt. Wenn irgendwie möglich, wählen die Ärzte dabei eine brusterhaltende Therapie (BET). In manchen Fällen muss aber auch die gesamte Brust amputiert werden (Mastektomie).

Brusterhaltende Therapie (BET)

Bei der brusterhaltenden Therapie entfernt man den Tumor, während die Brust selbst (weitgehend) erhalten bleibt. Das ist bei vielen Patientinnen möglich. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Beispielsweise kann nur dann brusterhaltend operiert werden, wenn der Tumor örtlich begrenzt ist. Außerdem darf er im Verhältnis zur Brust nicht zu groß sein und nicht multizentrisch wachsen (also nicht aus mehreren Herden in verschiedenen Quadranten der Brust bestehen).

Zusammen mit der Krebsgeschwulst wird bei der brusterhaltenden Operation ein Randsaum von gesundem Gewebe entfernt. Damit will man sichergehen, dass keine randständigen Krebszellen im Körper zurückbleiben. Auch die unmittelbar benachbarten Lymphknoten (Wächterlymphknoten, engl. „sentinel nodes“) werden herausgeschnitten. Noch während des Eingriffs werden sie unter dem Mikroskop untersucht, um zu prüfen, ob sie bereits von Krebszellen befallen sind. Wenn ja, muss der Chirurg auch Lymphknoten aus der Achselhöhle herausschneiden.

Hinweis: Nach einer brusterhaltenden Operation schließt sich in der Regel eine Strahlentherapie an (adjuvante Bestrahlung).

Mastektomie

Bei manchen Brustkrebs-Patientinnen ist der Tumor zu groß für eine brusterhaltende Operation. Dann muss die ganze erkrankte Brust abgenommen werden. Der Eingriff wird als Brustamputation (Mastektomie) bezeichnet. Er kann auch aus anderen Gründen notwendig sein, etwa wenn der Tumor aus mehreren Krebsherden in verschiedenen Quadranten der Brust besteht oder es sich um ein inflammatorisches Mammakarzinom handelt.

Die Brustamputation kann in verschiedenen Varianten durchgeführt werden. Früher wurde zusammen mit dem ganzen Brustdrüsengewebe, der darüberliegenden Haut und der Brustwarze auch die Brustmuskulatur entfernt. Heute wendet man in der Regel schonendere Techniken an, bei denen der Brustmuskel erhalten bleibt. Manchmal kann man sogar die Brusthaut und die Brustwarze belassen. Der Arzt wird mit der Patientin die am besten geeignete Op-Variante im Vorfeld genau besprechen.

Mehr über Ablauf und Risiken einer Brustamputation lesen Sie im Beitrag Mastektomie.

Brustaufbau

An eine Brustamputation schließt sich oft eine Brustrekonstruktion an. Die abgenommene Brust wird dabei mit einem Implantat oder Eigengewebe wieder aufgebaut. Auch nach einer brusterhaltenden Operation kann Brustaufbau sinnvoll sein, wenn der Chirurg bei der Tumorentfernung sehr viel Gewebe aus der Brust herausschneiden musste.

In beiden Fällen gilt: Ein Brustaufbau nach einer Brustkrebs-Op ist keine Schönheitsoperation aus Eitelkeit! Besonders nach einer Brustamputation fühlen sich viele Frauen "unvollständig" und weniger weiblich als vorher. Auch eine brusterhaltende Operation kann psychisch belastend sein, wenn die beiden Brüste hinterher sehr unterschiedlich aussehen. Die Brustrekonstruktion kann den Betroffenen helfen, sich wieder wohler in und mit ihrem Körper zu fühlen. Das ist wichtig für den Heilungsprozess!

Außerdem kann besonders die vollständige Entfernung einer Brust Haltungsschäden und Rückenschmerzen nach sich ziehen. Es gibt also auch medizinische Gründe für einen Brustaufbau. Brustkrebs-Patientinnen sollten sich deshalb nicht scheuen, sich von ihrem Arzt zu den Möglichkeiten einer Brustrekonstruktion ausführlich beraten zu lassen!

Mehr zum Thema Wiederaufbau der Brust lesen Sie im Beitrag Brustaufbau.

Brustprothesen

Manchmal ist nach der Mastektomie kein Brustaufbau möglich, oder die Patientin entscheidet sich dagegen. Dann lässt sich das Fehlen einer Brust mit einer Brustprothese (Brustepithese) kaschieren. Es stehen verschiedene Modelle zur Verfügung:

Die einfachste Variante ist eine Einlage etwa aus Schaumstoff oder Silikon. Sie wird in den BH geschoben, um die fehlende Brust optisch zu ersetzen. In Sanitätshäusern bekommt man spezielle Prothesen-BHs mit eingearbeiteten Taschen für die Einlagen. Auch spezielle Badeanzüge und Bikinis mit solchen Taschen sind erhältlich.

Eine andere Variante sind selbsthaftende Prothesen. Sie werden direkt auf der Haut getragen. Solche Haftprothesen sollten Frauen aber erst tragen, wenn die Operationsnarbe vollständig abgeheilt und die Strahlentherapie abgeschlossen ist.

Mehr zum Thema erfahren Sie im Beitrag Brustprothesen.

Brustkrebs: Bestrahlung

Nach einer brusterhaltenden Operation und manchmal auch nach einer Brustamputation (Mastektomie) erhalten die Patientinnen noch eine (adjuvante) Strahlentherapie: Brustkrebs-Reste, die eventuell im Körper zurückgeblieben sind, werden von den hochenergetischen Strahlen so stark geschädigt, dass sie absterben. Bestrahlt wird in der Regel der gesamte Brustbereich, der von der Erkrankung betroffen ist (selten genügt eine Teilbrustbestrahlung). Oft erhalten auch Lymphknoten unter dem Schlüsselbein und in der Achselhöhle eine Bestrahlung.

Brustkrebs-Patientinnen sollten mit der Strahlentherapie so schnell wie möglich beginnen - sobald die Operationswunde vollständig abgeheilt ist. Meist wird die Bestrahlung an mehreren Tagen pro Woche durchgeführt. Über wie viele Wochen sich die Strahlentherapie erstreckt und welche Strahlendosis bei jeder Sitzung verabreicht wird, legt der Arzt individuell für jede Patientin fest.

Hinweis: In bestimmten Fällen ist auch eine neoadjuvante Strahlentherapie sinnvoll - also die Bestrahlung des Tumors vor der Operation. Falls ein Brustkrebs nicht operiert werden kann oder die Patientin die Operation ablehnt, kann eine alleinige Strahlentherapie durchgeführt werden.

Nebenwirkungen der Bestrahlung

Heutzutage ist es möglich, die Strahlen sehr gezielt nur auf den gewünschten Gewebebereich auszurichten und damit gesunde Zellen bzw. Organe weitgehend zu schonen. Trotzdem lassen sich Nebenwirkungen nicht völlig ausschließen. Die Haut im bestrahlten Bezirk wird nämlich sehr belastet. Sie kann darauf (wie bei einem schweren Sonnenbrand) mit schmerzhaften Rötungen bis hin zu Blasenbildung reagieren. Auch Haarausfall kann auftreten.

Die Bestrahlung von Lymphknoten kann einen Lymphstau mit Ödembildung (Lymphödem) in Brust oder Arm verursachen.

Brustkrebs: Chemotherapie

Brustkrebs (und andere Krebsformen) werden sehr oft mittels Chemotherapie behandelt. Dabei erhalten die Patienten sogenannte Zytostatika (meist als Infusion, manchmal auch als Tablette): Die Wirkstoffe verteilen sich im Körper und erreichen auch kleinste, bisher unentdeckte Tumornester und einzelne Krebszellen in der Blut- und Lymphbahn. Diese werden von den Zytostatika so stark geschädigt, dass sie absterben. Die Chemotherapie kann vor (neoadjuvant) oder nach der Operation (adjuvant) durchgeführt werden. Auch als palliative Therapie kommt sie zur Anwendung: Bei nicht mehr heilbarem Brustkrebs können die Zytostatika zumindest das Tumorwachstum verlangsamen.

Chemotherapie: Verschiedene Schemata

Für die Chemotherapie bei Brustkrebs (und anderen Krebsformen) werden meist verschiedene Zytostatika miteinander kombiniert und dann in mehreren Zyklen verabreicht. Zwischen den einzelnen Zyklen wird eine Behandlungspause eingehalten, um die Nebenwirkungen der Chemotherapie möglichst gering zu halten. Art und Menge der verabreichten Zytostatika sowie die Anzahl der Behandlungszyklen werden individuell festgelegt.

Port zur Chemotherapie

Die Zytostatika werden oft als Infusion verabreicht. Um nicht zu Beginn jedes Behandlungszyklus einen neuen Venenzugang legen zu müssen, wird oftmals ein Port unter die Haut eingepflanzt (meist unterhalb des Schlüsselbeins): Das ist eine kleine Metall- oder Kunststoff-Kammer mit einem Katheter, der in eine große, herznahe Vene führt. So werden die giftigen Substanzen in einem stärkeren Blutstrom besser verdünnt. Die Zytostatika werden mit einer Spezialnadel über den Port in das Venensystem eingeleitet.

Der Port kann längere Zeit im Körper verbleiben (auch einige Jahre). Die Patientin ist durch die implantierte kleine Kammer nicht in ihrer Bewegung eingeschränkt und darf – in Absprache mit dem Arzt – auch baden, duschen oder Sport treiben.

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Zytostatika können nicht zwischen gesunden und Krebszellen unterscheiden. Deshalb kann die Behandlung unerwünschte Effekte haben. Geschädigt werden vor allem Zellen, die sich schnell teilen. Das sind neben Krebszellen beispielsweise auch die blutbildenden Zellen im Knochenmark. Als Folge kann sich ein Mangel an roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen entwickeln. Das führt zu Blutarmut (Anämie), erhöhter Infektanfälligkeit und erhöhter Blutungsneigung.

Eine Chemotherapie schädigt oft auch die Haarwurzelzellen, was Haarausfall verursacht. Weitere häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit sowie anhaltende Erschöpfung und Müdigkeit.

Mehr über die unerwünschten Wirkungen von Zytostatika lesen Sie im Beitrag Chemotherapie: Nebenwirkungen.

Brustkrebs: Antihormontherapie

Etwa zwei Drittel aller Mammakarzinome besitzen viele Östrogen- und/oder Progesteron-Rezeptoren, weil sie die weiblichen Geschlechtshormone zum Wachsen brauchen. Bei solchen Tumoren kommt eine (Anti-)Hormontherapie (endokrine Therapie) in Frage: Die Patientinnen erhalten Medikamente, die das hormonabhängige Tumorwachstum stoppen oder zumindest verlangsamen. Je nach dem genauen Wirkmechanismus handelt es sich dabei um Antiöstrogene, Aromatasehemmer oder GnRH-Analoga.

Eine (Anti-)Hormontherapie bei Brustkrebs erstreckt sich über mehrere Jahre. Mögliche Nebenwirkungen der Behandlung sind etwa Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Sie können auch bei Patientinnen auftreten, die ihre Wechseljahre schon hinter sich haben.

Antiöstrogene

Antiöstrogene hemmen die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen, indem sie dessen Bindungsstellen auf den Krebszellen besetzen. So kann Östrogen nicht mehr selber andocken und die Zellteilung stimulieren. Das wichtigste Antiöstrogen ist Tamoxifen. Es kann vor und nach den Wechseljahren angewendet werden und wird einmal täglich als Tablette eingenommen.

Aromatasehemmer

Aromatasehemmer blockieren die körpereigene Östrogen-Produktion im Muskel- und Fettgewebe, nicht aber jene in den Eierstöcken. Damit eignen sie sich nur für Patientinnen nach den Wechseljahren (wenn die Eierstöcke ihre Hormonproduktion bereits eingestellt haben). Aromatasehemmer werden einmal täglich als Tablette eingenommen.

GnRH-Analoga

GnRH-Analoga (wie Goserelin) sind künstliche Hormone, welche die Östrogen-Produktion in den Eierstöcken hemmen. Sie eignen sich deshalb zur Behandlung von Brustkrebs vor den Wechseljahren. Die Patientinnen werden durch die GnRH-Analoga künstlich in die Wechseljahre versetzt. Die Medikamente werden alle paar Wochen oder Monate unter die Haut gespritzt.

Hinweis: Die verschiedenen Wirkstoffgruppen der (Anti-)Hormontherapie können auch miteinander kombiniert werden. So verabreicht man GnRH-Analoga meist zusammen mit Tamoxifen oder Aromatasehemmern.

Brustkrebs: Zielgerichtete Therapien

Zielgerichtete Therapien blockieren gezielt Vorgänge in den Krebszellen, die für das Tumorwachstum wichtig sind. Angriffspunkte sind dabei je nach Medikament bestimmte Zielstrukturen (engl. "targets") in den Tumorzellen. Nur Brustkrebs-Patientinnen, bei deren Tumor sich eine solche Zielstruktur nachweisen lässt (was nicht immer der Fall ist), kommen für eine zielgerichtete Therapie in Frage. Außerdem kommen solche Therapien oft erst bei fortgeschrittenem Brustkrebs zum Einsatz, und zwar in der Regel als Ergänzung zu anderen Behandlungsmethoden (wie Chemotherapie).

Im Folgenden finden Sie einige Beispiele für zielgerichtete Medikamente, die zur Brustkrebs-Behandlung zugelassen sind:

HER2-Antikörper

Zu den zielgerichteten Therapien gegen Brustkrebs zählt die Antikörpertherapie (Immuntherapie) mit HER2-Antikörpern (Trastuzumab, Pertuzumab): Manche Mammakarzinome tragen auf ihrer Oberfläche sehr viele Andockstellen für Wachstumsfaktoren, die sogenannten HER2-Rezeptoren. Diese Tumoren wachsen besonders aggressiv. Früher konnte man betroffenen Frauen deshalb oft nicht so gut helfen. Das hat sich mit der Einführung der HER2-Antikörpertherapie geändert: HER2-Antikörper blockieren die Rezeptoren, sodass keine Wachstumsfaktoren mehr andocken können – das Krebswachstum wird verlangsamt oder blockiert.

Der HER2-Antikörper Trastuzumab ist schon für frühe Brustkrebs-Stadien zugelassen, kommt aber auch bei fortgeschrittenem und metastasiertem Mammakarzinom in Frage. Er kann vor oder nach der operativen Tumorentfernung (neoadjuvant oder adjuvant) als Infusion verabreicht werden. Meist erhalten die Patienten zusätzlich eine Chemotherapie.

Manchmal wird zusammen mit Trastuzumab ein weiterer HER2-Antikörper namens Pertuzumab gegeben. Er wirkt ähnlich, aber nicht genau gleich wie Trastuzumab. Die Kombination beider Antikörper zusammen mit einer Chemotherapie kann deshalb besonders wirksam sein.

Tyrosinkinasehemmer

An der Übertragung von Wachstumssignalen innerhalb von Krebszellen sind bestimmte Enzyme beteiligt. Dazu zählen die sogenannten Tyrosinkinasen. Sie lassen sich mit sogenannten Tyrosinkinasehemmern blockieren. Als Vertreter dieser Wirkstoffgruppe ist Lapatinib für die Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs zugelassen: Der Wirkstoff wird in Tablettenform eingenommen - meist als Ergänzung zu einer Chemo- und einer Hormontherapie.

Angiogenesehemmer

Wenn das Mammakarzinom eine gewisse Größe überschreitet, reicht die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung über die vorhandenen Blutgefäße nicht mehr aus. Der Tumor selbst regt dann die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese) an. Mit sogenannten Angiogenesehemmern lässt sich die Gefäßneubildung verhindern - der Tumor „verhungert“. Ein Beispiel für einen Angiogenesehemmer ist der Wirkstoff Bevacizumab. Er kann als Infusion bei fortgeschrittenem Brustkrebs in Kombination mit einer Chemotherapie gegeben werden. Die Anwendung wird aber sorgfältig überlegt, weil Bevacizumab sich letztlich nicht als so wirksam erwiesen hat wie anfangs gehofft.

Brustkrebs: Weitere Therapiemaßnahmen

Die Brustkrebs-Therapie mit Operation, Chemotherapie & Co. wird bei vielen Patientinnen noch durch weitere Maßnahmen unterstützt. Manche davon dienen dazu, Nebenwirkungen der Therapie zu verhindern oder zu lindern. Beispielsweise löst eine Chemotherapie oft Übelkeit und Erbrechen aus. Dagegen helfen spezielle Medikamente, sogenannte Antiemetika (Anti-Brechmittel).

Auch Akupunktur kann Übelkeit und Erbrechen lindern. Das gezielte Setzen der Nadeln wird oft auch gegen die anhaltende Erschöpfung und Müdigkeit (Fatigue) bei Krebspatienten empfohlen. Im Allgemeinen ist nicht mit nachteiligen Effekten bei Krebspatienten zu rechnen.

Bezüglich Yoga bestehen in der Regel ebenfalls keine Bedenken: Es wird gegen Stress, Angst, Depressionen und Erschöpfung (Fatigue) eingesetzt und kann insgesamt die Lebensqualität der Krebspatienten verbessern.

Auch von körperlicher Bewegung und Sport können Krebspatienten profitieren. Wer sich unsicher bezüglich Trainingsintensität ist, sollte den behandelnden Arzt um Rat fragen.

Heilpflanzen bei Brustkrebs

Pflanzliche Präparate werden ebenfalls oft bei Krebs eingesetzt - manchmal zu Recht, in anderen Fällen dagegen nicht. Einige Beispiele:

Wenn die Behandlung Vollegefühl verursacht, kann Fencheltee helfen.

Mistel-Extrakte sollen in mehrerer Hinsicht bei Brustkrebs (und anderen Krebsformen) wirksam sein: Sie sollen gegen den Tumor wirksam sein, einen Rückfall verhindern und die Verträglichkeit einer Chemotherapie verbessern können. Diese Effekte konnten bislang aber nicht sicher belegt werden. Manche Patientinnen reagieren zudem allergisch auf das Pflanzenpräparat, das im Allgemeinen in oder unter die Haut gespritzt wird. Außerdem lässt sich nicht ausschließen, dass Mistelextrakte eine laufende Tumortherapie beeinflussen können.

Extrakte der Traubensilberkerze können Hitzewallungen lindern, wie sie etwa infolge einer Antihormontherapie auftreten. Nach derzeitigem Wissensstand scheint auch nichts gegen einen Einsatz der Heilpflanze bei Brustkrebs zu sprechen. Allerdings ist über mögliche Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit der Krebstherapie bislang nichts bekannt.

Tipp: Wenn Sie während Ihrer Brustkrebs-Behandlung Heilpflanzen anwenden möchten, sollten Sie dies zuerst mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann Sie vor möglichen Neben- oder Wechselwirkungen warnen.

Ernährung bei Brustkrebs

Solange das Mammakarzinom nicht fortgeschritten ist, beeinträchtigt es den Stoffwechsel der Patientin nicht unmittelbar. In der Regel ist dann auch keine spezielle Ernährung notwendig. Ebenso wie gesunde Menschen sollten sich Brustkrebs-Patientinnen ausgewogen ernähren. Dann erübrigen sich auch Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel.

Außerdem sollten Frauen mit Brustkrebs darauf achten, ihrem Körper genau so viel Energie zuführen, wie er braucht – nicht mehr und nicht weniger: Starkes Übergewicht bei Brustkrebs ist mit einem höheren Rückfall- und Sterberisiko verbunden. Auch Untergewicht, wie es sich vor allem bei fortgeschrittenem Brustkrebs einstellen kann, sollte vermieden werden. Patientinnen mit einem zu niedrigen Körpergewicht und Mangelversorgung vertragen nämlich die Krebstherapie meist nicht so gut wie normalgewichtige Frauen.

Nicht empfehlenswerte Therapien

In Büchern, Internet und über Mundpropaganda kursieren verschiedene Therapietipps bei Brustkrebs, von denen Experten abraten - weil sie nichts bringen und sich manchmal sogar nachteilig auswirken können. Einige Beispiele:

  • Sauerstoff- und Ozon-Therapie werden nicht empfohlen, weil sie möglicherweise eine nachteilige Wirkung haben.
  • Aus dem gleichen Grund sollten Sie bei Brustkrebs keine Selen-, Zink-, Magnesium- oder Iod-Präparate einnehmen.
  • Ebenfalls nicht empfohlen werden hochdosierte Präparate mit Vitamin A, C und E (Betacarotin). Besonders, wenn Sie gerade eine Strahlen- oder Chemotherapie machen, sollten Sie auf solche Präparate verzichten.
  • Bei einem hormonsensiblen Brustkrebs sollten Sie keine hochdosierten Substanzen mit (potenziell) hormoneller Wirkung einnehmen. Dazu zählen zum Beispiel Medikamente zur Hormonersatztherapie bei Wechseljahresbeschwerden, Phytoöstrogene (wie in Soja, Rotklee, Chinesischer Angelika, Salbei) sowie Mariendistel, Ginseng, Hopfenpräparate und Grünteeextrakt.
  • Meiden Sie Johanniskraut während einer Antihormontherapie, Chemotherapie oder Antikörpertherapie gegen Brustkrebs.
  • Nehmen Sie keine Folsäure-Präparate ein, wenn Sie eine Chemotherapie mit dem Wirkstoff 5-Fluorouracil erhalten. Die Chemotherapie kann sonst noch viel zellschädigender wirken.



Holen Sie eine Zweitmeinung ein!

Sind Sie sich unsicher, was den vorgeschlagenen Therapieplan betrifft? Dann scheuen Sie sich nicht, Ihrem Arzt von Ihren Zweifeln und Fragen zu erzählen. Kann er Ihre Bedenken nicht ausräumen, haben Sie das Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung durch einen unabhängigen Experten. Krankenkassen und Krebsberatungsstellen helfen Ihnen bei der Suche nach einem geeigneten Facharzt. Sie brauchen dann eine Überweisung für diesen zweiten Experten und müssen ihm alle Unterlagen, die zur Erstdiagnose geführt haben (Laborbefunde, Röntgenbildet etc.) sowie eine Zusammenfassung der Diagnose und der geplanten Maßnahmen vorlegen. Der erstbehandelnde Arzt ist verpflichtet, diese Unterlagen oder Kopien davon bereit zu stellen.

Der zweite Facharzt wird dann alle Unterlagen prüfen. Außerdem sollte er Sie auch zu einem persönlichen Gespräch bitten, um Ihre individuelle Situation noch besser einschätzen zu können. Das Ergebnis kann sein, dass er die vorgeschlagene Therapie bestätigt. Er kann aber auch einige (kleinere) Änderungen vorschlagen. Wenn Erst- und Zweitmeinung stark voneinander abweichen, sollten die beiden Ärzte sich miteinander beraten und eine gemeinsame Therapie-Empfehlung formulieren, um Sie als Patientin nicht weiter zu verunsichern.

Die Kosten einer Zweitmeinung durch einen weiteren Facharzt tragen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen. Patientinnen, die privat versichert sich, sollten sich zuerst ihren abgeschlossenen Versicherungsvertrag ansehen, ob solche Kosten übernommen werden. In jedem Fall sollten Sie vor Einholen einer Zweitmeinung die Kostenfrage mit Ihrer Krankenkasse klären!

Brustkrebs: Metastasen

Bei etwa drei von 100 Brustkrebs-Patientinnen hat der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose schon Tochterabsiedelungen (Metastasen) in anderen Körperregionen gebildet. Langfristig gesehen entwickelt jede vierte Patientin einen metastasierten Brustkrebs.

So weit die Statistik. Im Einzelfall hängt es von mehreren Faktoren ab, wie wahrscheinlich sich im Laufe der Erkrankung Brustkrebs-Metastasen entwickeln. Eine Rolle spielt etwa, wie weit fortgeschritten der Tumor bei der ersten Behandlung ist. Auch die biologischen Eigenschaften der Krebsgeschwulst beeinflussen das Risiko von Brustkrebs-Metastasen.

Generell ist das Risiko für Tochterabsiedelungen bei einem Mammakarzinom in den ersten Jahren der Erkrankung am höchsten. Es gibt aber auch Patientinnen, bei denen sich erst viele Jahre später Metastasen bilden.

Wie und wo entstehen Brustkrebs-Metastasen?

Vom Haupttumor in der Brust können sich Krebszellen ablösen und mit dem Blut- oder Lymphstrom in andere Körperregionen geschwemmt werden, wo sie sich festsetzen und neue Geschwülste bilden können. Am häufigsten entstehen Brustkrebs-Metastasen in Knochen, Leber und Lunge. Manchmal findet man sie aber auch in anderen Organen wie dem Gehirn.

  • Knochenmetastasen: Wenn der Brustkrebs Knochenmetastasen bildet, dann bevorzugt in der Wirbelsäule, manchmal aber auch in anderen Knochen wie Oberschenkel- und Oberarmknochen, Becken, Rippen, Brustbein oder Schädeldach. Knochenschmerzen und Knochenbrüche, die sich nicht anderweitig erklären lassen, weisen auf solche Brustkrebs-Metastasen im Skelett hin. Nachweisen lassen sie sich Knochenmetastasen mittels Röntgenuntersuchung, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT). Die Knochenszintigrafie zeigt, wie ausgedehnt der Knochenbefall ist.
  • Lebermetastasen: Brustkrebs-Metastasen in der Leber bereiten oft lange Zeit keine Beschwerden. Manchmal lösen sie unspezifische Symptome aus wie Völlegefühl und andere Verdauungsprobleme, Appetitmangel und Gewichtsabnahme. Bei Verdacht auf Lebermetastasen wird der Arzt den Bauchraum mittels Ultraschall untersuchen. Ist der Befund unklar, hilft eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie weiter.
  • Lungenmetastasen: Wenn bei fortgeschrittenem Brustkrebs Husten und Atemnot auftreten, ohne dass sich dafür eine Erklärung (wie eine Atemwegsinfektion) finden lässt, können Brustkrebs-Metastasen in der Lunge dahinter stecken. Dieser Verdacht lässt sich abklären, indem der Arzt den Brustkorb der Patientin in zwei Ebenen röntgt (Röntgen-Thorax).
  • Hirnmetastasen: Manchmal metastasiert der Brustkrebs ins Gehirn. Je nach betroffener Hirnregion resultieren unterschiedlichste Symptome. Das können etwa Kopfschmerzen, Wahrnehmungsstörungen, Bewusstseins- oder Sprechstörungen oder auch Krämpfe sein. Nachweisen lassen sich Hirnmetastasen mittels Computertomografie oder Magnetresonanztomografie.

Zur genaueren Abklärung und Therapieplanung bei Brustkrebs-Metastasen sind noch weitere Untersuchungen notwendig. Blutanalysen etwa können Hinweise auf auffällige Tumormarker und andere krankheitsbedingte Veränderungen geben. Nach Möglichkeit wird auch eine Gewebeprobe der Metastasen entnommen und im Labor genauer analysiert. Manchmal haben Metastasen nämlich andere biologische Eigenschaften als der Ursprungstumor in der Brust. So kann es sein, dass der Primärtumor (Brusttumor) hormonabhängig wächst, die Metastasen aber nicht. Eine (Anti-)Hormontherapie wirkt dann also nur gegen die Geschwulst in der Brust, richtet aber nichts gegen die Metastasen aus.

Behandlung von Brustkrebs-Metastasen

Die Therapie von Brustkrebs-Metastasen wird für jede Patientin individuell geplant. Außerdem wird sie von den Ärzten immer wieder überprüft und bei Bedarf angepasst. In erster Linie werden die betroffenen Frauen systemisch behandelt – also mit Medikamenten, die im ganzen Körper wirken und gegen verstreute Krebszellen vorgehen. Das können antihormonell wirksame Präparate (Antihormontherapie) oder Zytostatika (Chemotherapie) sein. Manchmal werden auch zielgerichtete Medikamente (wie HER2-Antikörper) gegen Metastasen eingesetzt.

Darüber hinaus können noch andere Medikamente sinnvoll. So erhalten Frauen mit Knochenmetastasen oft auch Bisphosphonate. Diese Wirkstoffe können dafür sorgen, dass das Knochengewebe durch die Metastasen weniger geschädigt wird. Der Knochen wird dadurch stabiler und neigt weniger zu Brüchen.

Bei einigen Patientinnen kann die systemische Therapie durch eine lokale oder regionale Behandlung der Brustkrebs-Metastasen ergänzt werden. Zum Beispiel können manche Metastasen operativ entfernt oder bestrahlt werden.

Brustkrebs-Metastasen können den betroffenen große Schmerzen bereiten. Deshalb gehört auch eine angemessene Schmerztherapie in den Therapieplan. Sie umfasst vor allem Schmerzmittel - Art und Dosierung werden vom Arzt individuell an die Patientin angepasst. Zusätzlich lassen sich die Schmerzen oft auch mit nicht-medikamentösen Verfahren lindern. Das können zum Beispiel Kälte- oder Wärmeanwendungen (Bäder, Packungen etc.) sowie Entspannungsmethoden wie Autogenes Training sein.

Brustkrebs-Metastasen: Lebenserwartung und Prognose

Erhalten Frauen die Diagnose "metastasierter Brustkrebs", ist das ein großer Schock. Denn die Krebserkrankung lässt sich dann meist nicht mehr vollständig heilen oder zum Stillstand bringen. Dieser statistische Erfahrungswert sagt aber nichts über die Heilungschancen einer einzelnen Patientin aus! Auch wenn der Brustkrebs Metastasen gebildet hat, überleben manche Frauen mit der richtigen Behandlung noch Jahrzehnte, während sich bei anderen der Zustand trotz Therapie rasch verschlechtert.

Brustkrebs: Nachsorge und Reha

Wie geht es weiter, sobald die Ersttherapie (Operation, Chemo-, Strahlentherapie) abgeschlossen ist? Diese Frage beschäftigt viele Brustkrebs-Patientinnen. Keine Sorge - Sie werden nicht allein gelassen! Im Rahmen der Nachsorge werden Sie noch längere Zeit weiterbetreut. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen dienen vor allem dazu, eventuelle Rückfälle frühzeitig zu erkennen. Wie lange und wie engmaschig solche Nachsorgetermine in Ihrem Fall sinnvoll sind, erfahren Sie von Ihrem behandelnden Arzt.

Ebenfalls wichtig bei Brustkrebs ist die Rehabilitation. Sie soll körperliche, seelische oder soziale Folgen Ihrer Brustkrebs-Erkrankung und -Therapie verhindern oder lindern. Dazu umfasst der individuell erstellte Reha-Plan zum Beispiel ein Sport- und Bewegungsprogramm, die Behandlung von Lymphödemen, eine psychologische Beratung und/oder die Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung.

Mehr über Reha-Maßnahmen und Nachsorgeuntersuchungen bei einem Mammakarzinom erfahren Sie unter Reha und Nachsorge nach Brustkrebs.

Brustkrebs: Krankheitsverlauf und Prognose

Wie eine Brustkrebs-Erkrankung im Einzelfall verlaufen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Fest steht: Wird ein Mammakarzinom nicht (rechtzeitig) behandelt, bildet es Tochterabsiedelungen (Metastasen) an anderen Körperstellen. Die Behandlung ist dann schwieriger und aggressiver als in frühen Brustkrebs-Stadien. Außerdem sinken mit dem Fortschreiten des Tumors die Heilungschancen.

Brustkrebs: Heilungschancen

Brustkrebs lässt sich bei den meisten Frauen heilen, wenn er rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird. Dank Fortschritte in der Behandlung haben sich die Überlebenschancen der Patientinnen verbessert. Die Prognose im Einzelfall hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen neben dem Brustkrebs-Stadium bei der Diagnose auch die Art des Tumors. So wächst etwa ein inflammatorisches Mammakarzinom aggressiver als andere Brustkrebs-Formen.

Weitere Faktoren, welche die Heilungschancen bei Brustkrebs beeinflussen, sind zum Beispiel der allgemeine Gesundheitszustand der Patientin und ihr Alter. So ist die Prognose bei jüngeren Brustkrebs-Patientinnen oft ungünstiger als bei älteren.

Mehr über die Prognose bei einem Mammakarzinom erfahren Sie im Beitrag Brustkrebs: Heilungschancen.

Brustkrebs vorbeugen

Manche Risikofaktoren für Brustkrebs lassen sich vermeiden oder zumindest reduzieren. In diesem Sinne empfehlen Experten folgende Vorbeugemaßnahmen:

  • Sorgen Sie für regelmäßige Bewegung und Sport: Bei Frauen, die an mindestens fünf Tagen pro Woche jeweils 30 bis 60 Minuten körperlich aktiv sind, sinkt das Brustkrebs-Risiko um 20 bis 30 Prozent. Das gilt besonders nach den Wechseljahren!
  • Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht.
  • Essen Sie nicht zu viele tierische Fette (wie fette Wurst, Fleisch, Butter und andere Milchprodukte). Tierische Fette sollten Sie möglichst oft durch pflanzliche Fette und Öle ersetzen. Ernähren Sie sich insgesamt ausgewogen mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen.
  • Außerdem sollten Sie nicht rauchen und keinen oder nur wenig Alkohol trinken.
  • Machen Sie nur dann eine Hormonersatztherapie (HET) in den Wechseljahren, wenn die klimakterischen Beschwerden (wie Hitzewallungen) nicht auf andere Weise gelindert werden können oder sehr belastend sind. Vorsicht geboten ist auch bei der Anwendung anderer Hormonpräparate (wie Pille oder pflanzliche Hormone).

Besonders Frauen, die schon einmal ein Mammakarzinom hatten, sollten diese Tipps beherzigen. Sie tragen nämlich ein erhöhtes Risiko für eine erneute Brustkrebs-Erkrankung.

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