Blinddarmentzündung

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Sophie Matzik

Sophie Matzik ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion.

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Bei einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist genau genommen nur der Wurmfortsatz, ein Anhängsel des Blinddarms, entzündet. Typische Symptome sind Schmerzen im rechten Unterbauch, oft begleitet von Appetitlosigkeit und Übelkeit. Um lebensbedrohliche Komplikationen wie einen Darmdurchbruch zu verhindern, wird bei einer Appendizitis fast immer operiert. Erfahren Sie hier alles Wichtige zur Blinddarmentzündung - Symptome, Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prognose.

Blinddarmentzündung

Kurzübersicht

  • Symptome: stechende oder ziehende Bauchschmerzen - meist im rechten Unterbauch, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung, belegte Zunge, Fieber, manchmal erhöhter Puls und Nachtschweiß.
  • Ursachen: Verschluss des Wurmfortsatzes durch verhärteten Kot (Kotstein) oder eine ungünstige Lage (Abknickung), seltener duch Fremdkörper oder Darmwürmer. Andere entzündliche Darmerkrankungen wie eine Infektion mit Enterokokken, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
  • Behandlung: Vollständige Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes (Appendix) durch klassische Operation oder Laparoskopie (Schlüssellochmethode).
  • Komplikationen: Unbehandelt kann es zum Darmdurchbruch (Perforation) kommen mit anschließender lebensbedrohlicher Bauchfellentzündung (Peritonitis). Darmlähmung, Darmverschluss. Zudem kann sich die Entzündung auf andere Bereiche des Darms ausweiten. Fistelbildung bei Morbus Crohn-Patienten möglich.
  • Prognose: Bei schneller Behandlung heilt die Blinddarmentzündung in der Regel vollständig aus und hinterlässt keine bleibenden Schäden.

Blinddarmentzündung: Symptome

Mediziner unterteilen eine Blinddarmentzündung je nach Schweregrad in zwei Formen - die einfache und die destruktive Blinddarmentzündung:

Bei der einfachen Blinddarmentzündung (Appendizitis simplex) ist das Gewebe entzündet, wird aber nicht zerstört. Es gibt hier zwei Stadien der Erkrankung:

  • Im katarrhalischen Stadium ist der entzündete Wurmfortsatz geschwollen und gerötet, es bildet sich aber kein Eiter. Die Entzündung kann sich spontan wieder zurückbilden.
  • Im seropurulenten Stadium ist der Wurmfortsatz entzündet, und es sammelt sich Eiter an. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden kann sich daraus eine destruktive Blinddarmentzündung entwickeln:

Bei der destruktiven (zerstörerischen) Blinddarmentzündung (Appendizitis destructiva) zerfällt das entzündete Gewebe allmählich. Der Wurmfortsatz kann aufplatzen (Darmdurchbruch, Perforation). Dabei gelangt entzündlicher Inhalt (Bakterien) in die Bauchhöhle, wodurch sich auch das Bauchfell entzünden kann (Bauchfellentzündung oder Peritonitis).

Entzündeter Blinddarm - klein, aber gefährlich
Blinddarmentzündung
Bei einer Blinddarmentzündung entzündet sich meist nur der Wurmfortsatz, ein Anhängsel des Blinddarms.

Achtung: Eine Bauchfellentzündung kann lebensbedrohlich sein! Das Risiko für diese Komplikation bei einer Blinddarmentzündung steigt nach etwa 48 Stunden stark an. Bei Verdacht auf Blinddarmentzündungsollten Sie deshalb sofort zum Arzt gehen!

Blinddarmentzündung: Symptome in der Anfangsphase

Zu Beginn einer Appendizitis zeigen sich meist unspezifische Beschwerden, die auch auf andere Erkrankungen hindeuten könnten. So verspüren viele Patienten anfangs stechende oder ziehende Schmerzen im Oberbauch oder auf Bauchnabelhöhe, die zunächst als Magenbeschwerden fehlinterpretiert werden können. Innerhalb weniger Stunden kommen weitere Symptome hinzu.

Blinddarmentzündung: Symptome in der Akutphase

In der Akutphase wandern die Schmerzen in den rechten Unterbauch und verstärken sich dort. Sie können auch auf die linke Unterbauchseite ausstrahlen oder den gesamten Bauchraum betreffen. Wo genau es weh tut, hängt von der Lage des Wurmfortsatzes ab, die von Mensch zu Mensch variieren kann. Zudem kann der Appendix seine Lage verändern, etwa bei einer Schwangerschaft.

Typisch für die Akutphase ider Blinddarmentzündung st, dass die Schmerzen besonders beim Laufen plötzlich stärker werden. Betroffene können zudem das rechte Bein nicht schmerzfrei anheben, so dass sie es beim Gehen storchartig anziehen (Schonhinken). Zur ärztlichen Routine bei Verdacht auf Blinddarmentzündung gehört es deshalb, zu prüfen, ob die Patienten schmerzfrei hüpfen können.

Weitere Symptome bei Blinddarmentzündung in der Akutphase sind:

  • Fieber bis zu 39 Grad, selten sehr hohes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • belegte Zunge
  • manchmal erhöhter Puls und Nachtschweiß

Blinddarmentzündung bei Kindern, Schwangeren und Senioren

Bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen verläuft eine Blinddarmentzündung oft abweichend, was die Diagnose erschweren kann:

Kindern leiden meist unter stärkeren Synptomen als ältere Menschen. Zudem erstrecken sich die Schmerzen bei den kleinen Patienten oft über den gesamten Bauchraum und werden von starker Übelkeit begleitet.

Bei älteren Menschen sind Appendizitis-Symptome wie Schmerzen und Erbrechen dagegen meist weniger intensiv. Auch Fieber tritt nur selten auf.

Bei Schwangeren ist der Wurmfortsatz durch das wachsende Ungeborene aus dem Unterbauch in den rechten Ober- und Mittelbauch verschoben. Die für die Appendizitis charakteristischen Schmerzen treten dann an untypischen Orten auf, oft sogar im Rücken.

Chronische Blinddarmentzündung: Symptome

Eine chronische Blinddarmentzündung ist nicht auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, sondern tritt immer wieder auf. Die typischen Symptome zeigen sich über mehrere Jahre hinweg jeweils nur kurz und klingen nach wenigen Stunden wieder ab. Mediziner bezeichnen dies auch als chronisch-rezidivierende Appedinzitis.

Blinddarmentzündung: Behandlung

Bei einer Blinddarmentzündung wird in der Regel operiert: Dabei entfernt der Chirurg den entzündeten Wurmfortsatz (Appendektomie).

Hinweis: Eine Blinddarmentzündung wird heute nur noch selten nicht-operativ (konservativ) behandelt (Verzicht auf Nahrung, Bettruhe, Antibiotika). Sie kann nämlich unbehandelt relativ schnell zu Komplikationen führen.

Für die Blinddarm-Operation stehen zwei Methoden zur Verfügung: die klassische Appendektomie mit einem großen Bauchschnitt (Laparotomie) und die minimal-invasive (laparoskopische) Methode. Beide werden unter Vollnarkose durchgeführt und dauern etwa 20 Minuten.

Klassische Appendektomie

Bei der klassischen, offenen Operation öffnet der Chirurg den rechten Unterbauch mit einem etwa fünf Zentimeter langen Schnitt (Laparotomie). Er schneidet den entzündeten Wurmfortsatz heraus und vernäht anschließend die Wundränder. Bei dieser Methode kann eine Narbe am Unterbauch zurückbleiben.

Laparoskopische Appendektomie

Die Laparoskopie ist auch als operative Bauchspiegelung oder Schlüssellochmethode bekannt. Bei diesem Verfahren werden drei sehr kleine Bauchschnitte gemacht. Durch einen der Schnitte führt der Chirurg ein stabartiges Gerät (das Laparoskop) in den Bauchraum. An das Laparoskop sind eine Lichtquelle und eine Kamera angeschlossen. Die Kamera überträgt das Bild des Bauchraums live auf einen Monitor, so dass der Chirurg sieht, was er tut. Über die anderen beiden Schnitte führt der Mediziner die benötigten Instrumente ein. Damit entfernt er - wie bei der klassischen Operation - den Wurmfortsatz und vernäht die Wunde anschließend.

Hinweis: Für eine bessere Sicht wird der Bauchraum für den Eingriff mit Gas gefüllt (Kohlendioxid).

Die laparoskopische Methode hat verschiedene Vorteile: Beispielsweise hinterlassen die kleinen Bauchschnitte meist keine sichtbaren Narben. die Schmerzen nach der laparoskopischen Operation sind im Allgemeinen geringer als nach einem offenen Eingriff. Zudem kommt es seltener zu Wundinfektionen. Allerdings lassen sich eventuelle innere Blutungen nicht so gut stillen wie bei einer offenen Operation. Außerdem ist die Operationszeit etwas länger als beim offenen Verfahren.

Die Schlüssellochmethode eignet sich besonders im Anfangsstadium einer Appendizitis. Ist die Entzündung weiter fortgeschritten, ziehen Ärzte meist die klassische Operationsmethode vor.

Nach der Operation

Nach der Appendixentfernung müssen Sie in der Regel einige Tage im Krankenhaus bleiben. In dieser Zeit überwachen die Mediziner die Darmfunktion: Sie schauen, ob der Darm seine normale Tätigkeit zügig wieder aufnimmt. Manchmal erhalten Sie Infusionen, um sicherzustellen, dass Ihr Körper mit ausreichend Nährstoffen und Flüssigkeit versorgt wird.

Etwas trinken dürfen Sie in der Regel schon am Abend nach der Operation. Feste Nahrung sollten Sie jedoch erst wieder am folgenden Tag zu sich nehmen.

Nach dem Eingriff kann das Gehen anfangs schmerzen und Sie sollten sich einige Tage schonen. Dazu werden Sie meist für zwei bis drei Wochen krankgeschrieben.

Viele Kliniken verwenden heute selbstauflösende Fäden, um die Bauchdecke zu vernähen. Fäden, die sich nicht selbst auflösen, werden in der Regel in der Woche nach der Operation gezogen. Das kann auch ambulant erfolgen.

Manchmal legt der Chirurg bei der Blinddarm-Operation eine Drainage, also einen dünnen Schlauch, der eventuelle Wundflüssigkeit oder Eiter aus der Bauchhöhle nach außen ableitet. Dieser Schlauch wird einige Tage nach dem Eingriff wieder entfernt.

Mögliche Komplikationen

Wie nach jeder anderen Operation kann es auch nach der Blinddarm-OP zu Blutungen oder Infektionen kommen. Das Risiko dafür ist aber relativ niedrig, weil der Eingriff aber sehr häufig durchgeführt wird und deshalb für viele Chirurgen Routine ist.

Einige Tage nach der Operation kann sich Eiter unter der Bauchdecke ansammeln, der abgelassen werden muss. Mediziner sprechen dann von einem Bauchdecken-Abszess.

Kommt es etwa eine Woche nach der Operation plötzlich zu Fieber und Schmerzen in der Darmgegend, kann dies auf einen sogenannten Bauchhöhlen-Abszess hinweisen. Dann hat sich in der tiefsten Stelle der Bauchhöhle Eiter angesammelt. Behandelt wird der Bauchhöhlen-Abszess durch eine erneute Operation.

Seltene, aber schwerwiegende Komplikationen nach einer Blinddarm-Operation sind Vernarbungen (Verwachsungen) im Bauchraum. Sie verkleben die Bauchorgane, etwa die Darmschlingen, so dass der Stuhl nicht mehr ungehindert weitertransportiert werden kann. Diese Komplikation zeigt sich in den ersten drei Wochen nach dem operativen Eingriff. Meist ist dann eine erneute Operation notwendig.

Blinddarmentzündung: Ursachen und Risikofaktoren

Die Bezeichnung Blinddarmentzündung ist zwar üblich, aber medizinisch nicht korrekt. Denn tatsächlich handelt es sich um eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix), der am Blinddarm hängt. Er ist etwa so groß wie ein kleiner Finger und besitzt für die Verdauung keine Funktion.

Eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Blinddarmentzündung) entsteht meist dadurch, dass die Verbindung zwischen Blinddarm und Wurmfortsatz verstopft. Dieser Verschluss kann durch Kotsteine (verhärteter Kot), seltener auch durch Fremdkörper wie Kirsch- oder Melonenkerne entstehen. Dann stauen sich Sekrete im Appendix, wodurch sich Dickdarm-Bakterien dort gut vermehren und die Entzündung auslösen können. Auch wenn der Wurmfortsatz ungünstig liegt und beispielsweise abknickt, können sich Sekrete darin stauen und eine Entzündung hervorrufen.

Nur sehr selten sind Tumoren oder Darmwürmer für eine Blinddarmentzündung verantwortlich.

Die Appendizitis kann außerdem chronisch-entzündliche-Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) begleiten. Die Entzündung kann sich nämlich vom Ursprungsort (primären Entzündungsherd) auf den Wurmfortsatz ausbreiten.

Auch bakterielle Infektionen kommen als Ursache einer Appendizitis infrage. Sie können verschiedene Darmabschnitte betreffen, darunter auch den Appendix.

Blinddarmentzündung: Untersuchungen und Diagnose

Am Anfang steht die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese): Der Arzt lässt sich vom Patienten seine Symptome genau schildern und fragt nach eventuellen Grund- oder Vorerkrankungen. Zu den möglichen Fragen des Mediziners gehören:

  • Wo genau verspüren Sie Bauchschmerzen?
  • Können Sie die Art der Schmerzen näher beschreiben (kolikartig, stechend etc.)?
  • Haben Sie noch andere Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Appetitmangel?
  • Seit wann bestehen Ihre Beschwerden?
  • Haben Sie irgendwelche Vorerkrankungen?
  • Wurden Sie schon einmal am bauch operiert?
  • Bei Frauen: Sind Sie schwanger?

Körperliche Untersuchung

Nach dem Anamnesegespräch folgt eine körperliche Untersuchung: Zunächst tastet der Arzt den Unterbauch mit Blick auf Schmerzpunkte ab, die typisch sind für eine Blinddarmentzündung:

  1. McBurny-Punkt: Er liegt in der Mitte der Verbindungslinie zwischen Bauchnabel und dem rechten Vorsprung des Hüftknochens.
  2. Lanz-Punkt: Er liegt zwischen dem rechten und dem mittleren Drittel der Verbindungslinie zwischen den beiden Vorsprüngen der Hüftknochen.

Drückt der Arzt leicht auf diese beiden Punkte, verspürt ein gesunder Mensch keine besonderen Schmerzen. Bei einer Blinddarmentzündung hingegen löst der Druck starke Schmerzen aus, so dass der Patient die Bauchdecke reflexartig anspannt - ein fast sicherer Hinweis auf eine Appendizitis.

Darüber hinaus können weitere Schmerzarten auf eine Blinddarmentzündung hindeuten:

  • Rovsing-Symptom: starke Schmerzen, wenn der Dickdarm in Richtung rechter Unterbauch mit leichtem Druck ausgestrichen wird
  • Blumberg-Zeichen: Loslass-Schmerz, wenn der Arzt auf den Unterbauch drückt und dann plötzlich wieder loslässt
  • Sitkowski-Zeichen: Dehnungsschmerz im rechten Unterbauch, wenn der Patient auf der linken Seite liegt.
  • Psoas-Zeichen: starke Schmerzen, wenn der Betroffene das rechte Bein gegen einen Widerstand anheben soll

Da eine Blinddarmentzündung oft mit Fieber einhergeht, wird die Temperatur meist einmal unter der Achsel und einmal im Rektum gemessen (rektal). Typisch für die Appendizitis ist die Temperaturdifferenz - die im Rektum gemessene Temperatur liegt um mindestens ein Grad über der unter der Achsel gemessenen.

Blutuntersuchung

Ergibt sich der Verdacht auf eine Blinddarmentzündung, schließt sich eine Blutuntersuchung an. Sind bestimmte Werte wie die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) erhöht, kann dies auf ein Entzündung im Körper hinweisen. Gleiches gilt für eine erhöhte Blutkörperchensenkgeschwindigkeit (BSG) und einen erhöhten CRP-Wert (C-reaktives Protein).

Die Blutuntersuchung zeit allerdings nicht, wo genau die Entzündung im Körper vorliegt. Diese Frage kann nur eine körperliche Untersuchung beantworten.

Weitere Untersuchungen

Bei Kindern, schwangeren Frauen und älteren Menschen ist die Diagnose Blinddarmentzündung oft schwieriger, da die Symptome nicht immer eindeutig sind. Dann kann eine Urinuntersuchung sinnvoll sein, um Erkrankungen von Nieren und Harnwegen als Ursache der Beschwerden auszuschließen.

Auch bildgebende Verfahren können bei unklarer Diagnose weiterhelfen: Im Ultraschall zeigt sich eine Blinddarmentzündung als Schatten im Bild. In komplizierten Fällen, in denen die Symptome nicht eindeutig zuzuordnen sind und zudem mit Komplikationen gerechnet werden muss, kann eine Computertomografie angezeigt sein.

Gynäkologische Erkrankungen wie Eierstock- oder Eileiterentzündung können ähnliche Symptome wie eine Blinddarmentzündung hervorrufen. Deshalb ist bei Patientinnen mit Verdacht auf eine Appendizitis eine gynäkologische Untersuchung ratsam.

Letzte Gewissheit bei unsicherer Appendizitis-Diagnose bringt aber nur eine Bauchspiegelung (Laparoskopie): Der Blick ins Innere des Bauchraums lässt den Arzt eindeutig erkennen, ob eine Blinddarmentzündung vorliegt oder nicht. Wenn ja, kann er im Rahmen der Bauchspiegelung das entzündete Gewebe auch gleich entfernen (laparoskopische Appendektomie).

Blinddarmentzündung: Verlauf und Prognose

Grundsätzlich kann eine Blinddarmentzündung in jedem Lebensalter auftreten. Meist sind jedoch Jugendliche im Alter zwischen 10 und 19 Jahren betroffen. Kleinkinder und ältere Menschen bekommen seltener eine Appendizitis. Pro Jahr erkranken durchschnittlich 110 von 100.000 Einwohnern an einer Blinddarmentzündung. Insgesamt bekommen in Deutschland etwa sieben Prozent der Bevölkerung einmal in ihrem Leben eine Appendizitis.

Die Prognose der Blinddarmentzündung hängt davon ab, wie früh sie erkannt und behandelt wird. Wenn man den entzündeten Wurmfortsatz frühzeitig und vollständig entfernt, ist die Prognose normalerweise gut - die Blinddarmentzündung verheilt meist ohne Folgeschäden.

Wird eine Blinddarmentzündung aber erst spät erkannt und behandelt, kann sie lebensbedrohlich werden. Durch den zunehmenden Druck im Appendix kann es zum Darmdurchbruch (Perforation) kommen. Dabei entsteht ein Loch in der Darmwand, durch das Kot und Bakterien in die umliegende Bauchhöhle gelangen. Dies kann zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen, die sofort operiert werden muss.

Eine unbehandelte Blinddarmentzündung ann sie sich außerdem auf umliegendes Darmgewebe ausbreiten. In der Regel ist dann eine größere und schwierigere Operation nötig. Selten kann eine Appendizitis außerdem eine Darmlähmung (Darmparalyse) oder einen Darmverschluss (Ileus) nach sich ziehen. Bei Morbus Crohn-Patienten können sich zudem Fisteln bilden. Das sind röhrenförmige Verbindungen zwischen Organen, in diesem Fall zwischen Appendix und anderen Darmabschnitten.

Solche Komplikationen einer Blinddarmentzündung treten aber nur sehr selten auf.

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