Alkoholismus

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Julia Dobmeier

Julia Dobmeier absolviert derzeit ihr Masterstudium in Klinischer Psychologie. Schon seit Beginn ihres Studiums interessiert sie sich besonders für die Behandlung und Erforschung psychischer Erkrankungen. Dabei motiviert sie insbesondere der Gedanke, Betroffenen durch leicht verständliche Wissensvermittlung eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen.

Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Alkoholismus ist eine schwere seelische Erkrankung. Die Entwicklung vom Konsum über den Missbrauch bis hin zur Abhängigkeit ist schleichend. Kennzeichnend für die Sucht sind unter anderem ein starkes Verlangen nach Alkohol, steigender Konsum und das Auftreten von Entzugssymptomen. Lesen Sie hier alles zu den Anzeichen und Folgen von Alkoholismus und wie man die Sucht in den Griff bekommt.

Marian Grosser, Arzt

Alkohol kann leicht vom Genussmittel zu einer hochgefährlichen Droge werden. Der Übergang in eine Sucht ist aber keine Einbahnstraße. Entscheidend ist ein strikter Entzug und die richtige Rückfallprophylaxe.

Alkoholsucht

Alkoholismus – Kurzübersicht

  • Anzeichen: Starkes Verlangen nach Alkohol, Kontrollverlust, Mengensteigerung, Entzugserscheinungen, Vernachlässigung von Interessen und Kontakten, fortgesetzter Konsum trotz negativer Folgen
  • Folgen: Schäden an Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm, Herz-Kreislauf-System, kognitive Defizite, Ängste, Depressionen, Suizidgedanken, Jobverlust, Zerstörung sozialer Beziehungen
  • Ursachen: Genetische Veranlagung, Stress, psychische Belastungen, seelische Labilität, problematischer Umgang mit Alkohol in Familie und Freundeskreis
  • Diagnose: Hinweise nahestehender Personen, Fragebogen, Blutuntersuchung (Leberwerte), Untersuchung auf mögliche typische Folgeerkrankungen
  • Therapie: Stationär oder ambulant, kognitive Verhaltenstherapie, Einzeltherapie, Gruppentherapie, Achtsamkeitstraining, Stressbewältigungstraining, Therapieziel: Abstinenz
  • Prognose: Sucht besteht lebensbegleitend, bei Krankheitseinsicht und Therapie gute Chancen auf Abstinenz auch bei vereinzelten Rückfällen, unbehandelt schwere Folgeerkrankungen, verkürzte Lebenszeit

Alkoholismus: Anzeichen

Alkoholabhängigkeit ist keine Charakterschwäche, sondern eine schwere seelische Erkrankung. Sie kann jeden treffen: Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten, Junge und Alte, Frauen wie Männer. In Deutschland konsumieren fast alle Erwachsenen mehr oder weniger viel Alkohol. Manche trinken gefährlich große Mengen, sind aber dennoch nicht abhängig. Ab welchem Punkt beginnt die Sucht?

Wann ist man Alkoholiker?

Auch für Alkoholabhängige gelten die sechs Hauptanzeichen von Sucht. Treffen drei davon innerhalb eines Jahres zu, gilt der Betreffende als suchtkrank.

Starkes Verlangen

Zentrales Symptom einer Alkoholsucht ist ein kaum beherrschbares Verlangen nach Alkohol. Es kann ein dauernder Zustand sein oder den Betroffenen plötzlich überfallen.

Kontrollverlust

Alkoholkranke verlieren die Kontrolle darüber, wann und wie viel sie trinken. Nach dem ersten Glas gibt es für Viele kein Halten mehr, bis sie stark berauscht sind. Wider besseres Wissen trinken sie auch in Situationen, in denen das unangemessen oder gefährlich ist – beispielsweise während der Arbeitszeit oder wenn sie noch fahren müssen.

Toleranzentwicklung

Durch den übermäßigen Konsum entwickelt der Körper mit der Zeit eine Toleranz gegenüber Alkohol. Die Betroffenen benötigen dann immer größere Mengen, um den gewünschten Effekt zu spüren. Ein Alkoholismus-Anzeichen ist daher auch, dass Betroffene scheinbar deutlich mehr Alkohol vertragen als nicht abhängige Konsumenten. Das bedeutet aber nicht, dass die höhere Trinkmenge ihren Körper weniger schädigt.

Entzugssymptome

Trinkt ein Alkoholkranker mit körperlicher Abhängigkeit weniger oder gar keinen Alkohol, zeigen sich Entzugssymptome. Dazu gehören Zittern, Schwitzen, Schlafstörungen, Angst und depressive Stimmung. Nur eine neue Dosis Alkohol kann dann zunächst die Entzugserscheinungen lindern. Dieser Teufelskreis kann nur schwer unterbrochen werden.

Gefürchtet beim Entzug ist das sogenannte Delirium. Es kann mit Halluzinationen einhergehen. Ein Delirium kann lebensbedrohliche Kreislaufstörungen verursachen.

Vernachlässigung anderer Interessen

Das ständige Kreisen der Gedanken um die Beschaffung und den Konsum von Alkohol und die Zeit, die das Trinken und der Rausch beanspruchen, lassen Alkoholiker ihre Aufgaben und Interessen vernachlässigen. Auch Freunde und Familie rücken immer weiter in den Hintergrund.

Anhaltender Konsum trotz schädlicher Folgen

Alkoholkranke hören auch dann nicht auf zu trinken, wenn der Konsum bereits schädliche körperliche, seelische oder soziale Auswirkungen hat. Sie trinken trotz drohenden Jobverlusts, Trennung vom Partner oder einer kranken Leber.

Fehlende Krankheitseinsicht

Alkoholiker trinken nicht mehr zum Genuss, sondern aus einem inneren Zwang oder sogar einem körperlichen Bedürfnis heraus. Darum scheitern die Versuche, den Konsum zu reduzieren, regelmäßig.

Dennoch sind die meisten Alkoholkranken zunächst überzeugt, dass Sie jederzeit aufhören könnten. Oft gelingt ihnen das über Tage oder Wochen tatsächlich. Das bestärkt sie in ihrem Glauben, nicht abhängig zu sein.

Doch sobald sie wieder zum Glas greifen, ist der nächste Rückfall mit Kontrollverlust meist vorprogrammiert. Ihr Scheitern erhöht ihre Frustration und lässt sie erst recht weitertrinken.

Schamgefühle, Heimlichkeit

Trotz ihrer offensichtlichen Probleme weisen die meisten Alkoholiker es weit von sich, alkoholabhängig zu sein. Grund dafür kann die extreme Stigmatisierung sein, die Menschen mit Alkoholproblemen entgegenschlägt. Die entsprechenden Vorurteile teilen die Alkoholkranken häufig selbst („Ich bin doch kein Penner“).

Hinzu kommt die Furcht vor den notwendigen Konsequenzen – nämlich auf Alkohol verzichten zu müssen. Viele Alkoholiker trinken, sobald die Umwelt sie auf das Problem anspricht, zunehmend heimlich.

Typen der Alkoholsucht

Abhängig vom Trinkverhalten kann man verschiedene Typen von Alkoholsucht unterscheiden.

Spiegeltrinker

Der sogenannte Spiegeltrinker konsumiert eher geringe Mengen Alkohol, allerdings kontinuierlich über den ganzen Tag. Dieser Typus hält so eine gewisse Konzentration an Alkohol im Blut aufrecht, um keine Entzugserscheinungen zu spüren.

Rauschtrinker

Im Gegensatz dazu gibt es den Rauschtrinker, der sein Trinkverhalten nicht zügeln kann und jedes Mal bis zum starken Rausch weitertrinkt. Er gewöhnt sich an eine immer größere Menge Alkohol. Diese Form des chronischen Alkoholabusus tritt am häufigsten auf.

Konflikttrinker

Deutlicher seltener ist der Konflikttrinker, der nur dann übermäßig trinkt, wenn Probleme oder Konflikte auftreten. Dieser Typus setzt den Alkohol zur Bewältigung von Schwierigkeiten ein.

Episodischer Trinker

Der episodische Trinker konsumiert Alkohol phasenweise exzessiv und bleibt dann wieder einige Wochen abstinent. Dieses Trinkverhalten wird auch als Dipsomanie bezeichnet.

Funktionale Alkoholiker

Eine Alkoholkrankheit ist nicht immer offensichtlich zu erkennen. Manche Betroffenen verbergen ihre Alkoholsucht jahrelang so geschickt, dass niemand etwas davon mitbekommt. Vielen gelingt es, sogar anspruchsvolle Tätigkeiten weiterhin auszuführen.

Folgen von Alkoholismus

Der Konsum von Alkohol hat sowohl akute als auch langfristige Auswirkungen. Jeder Lebensbereich ist betroffen: Beruf, Familie, Freunde und Freizeit.

Kurzfristige Auswirkungen von Alkohol

Alkohol kann kurzfristig die Stimmung heben und Hemmungen abbauen. Manche macht er aber auch weinerlich, andere aggressiv. Abhängig von der Menge und Art des Alkoholgetränks sowie dem Körpergewicht und den Trinkgewohnheiten, treten bei Alkoholkonsum früher oder später Wahrnehmungsstörungen und Koordinationsschwierigkeiten auf.

Alkohol verteilt sich über das Blut schnell im gesamten Körper bis ins Gehirn. Auch wer viel verträgt, ohne betrunken zu werden, schädigt seine Organe. Denn die Leber kann nur etwa 15 Gramm Alkohol pro Stunde abbauen. Alles, was darüber hinaus geht, verbleibt zunächst im Blut. Beim Abbau von Alkohol entstehen zudem Giftstoffe, die auf Dauer die Gesundheit beeinträchtigen.

Langfristige körperliche Auswirkungen von Alkohol

Alkohol und seine Abbauprodukte sind giftig. Langfristig schädigen sie alle Organe des Körpers.

Leberschäden

Die Leber, die bei Vieltrinkern unentwegt Schwerstarbeit leisten muss, lagert vermehrt Fett ein, vergrößert sich und wandelt sich zur sogenannten Fettleber um. Das bleibt oft lange unbemerkt, denn die Leber selbst kann keine Schmerzen empfinden. Sie macht sich aber mitunter durch ein Druckgefühl im Oberbauch bemerkbar. Schmerzen entstehen erst, wenn die Leber sich entzündet.

Nach einiger Zeit sterben Leberzellen ab: Es entwickelt sich eine Leberzirrhose (Schrumpfleber). Dabei handelt es sich um eine stetig fortschreitende, lebensbedrohliche Erkrankung. Auch das Risiko für Leberkrebs steigt.

Auswirkungen auf das Gehirn

Bei Alkoholismus sind auch Konzentrations- und Gedächtnisfähigkeit eingeschränkt. Typisch ist der sogenannte Filmriss, bei dem die Stunden im Vollrausch wie aus dem Gehirn gelöscht scheinen.

Alkohol zerstört als Nervengift die Gehirnzellen. Bei schweren Alkoholikern kann die Schädigung im Gehirn ein Korsakow-Syndrom auslösen. Die Betroffenen leiden dann an Orientierungslosigkeit und Gedächtnisverlust. Das Korsakow-Syndrom entsteht durch einen Mangel an Vitamin B1. Denn Alkoholiker ernähren sich häufig nicht ausreichend. Alkoholische Getränke enthalten zwar viele Kalorien, jedoch nicht die notwendigen Nährstoffe.

Magen-Darm-Probleme

Alkohol greift auch den Magen und den Darm an. Magen-Darm-Probleme wie Erbrechen, Durchfälle und Appetitstörungen sind weitere Alkoholismus-Folgen. Ebenso häufig sind aufgrund der Übersäuerung Refluxprobleme und Magengeschwüre. Auch die Bauchspeicheldrüse leidet unter Alkohol – sie entzündet sich, was lebensbedrohlich ist.

Durch die Zerstörung der Leber muss das Blut aus dem Bauchraum einen neuen Weg zum Herzen finden. Ein Teil wird nun nicht mehr über die Pfortader, sondern über Venen entlang der Speiseröhre zum Herzen geleitet. Diese erweitern sich krankhaft (Ösophagusvarizen) und können platzen. Die sogenannte Ösophagusvarizenblutung in die Speiseröhre kann zu lebensbedrohlichen Blutverlusten führen.

Herz- und Gefäßschäden

Langfristige Alkoholsucht-Folgen sind zudem Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Alkohol schädigt den Herzmuskel und die Gefäße. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelerkrankungen treten bei Alkoholikern häufiger auf. Gefäßveränderungen äußern sich unter anderem in der typischen Rotfärbung der Haut von Alkoholikern und in der sogenannten Trinkernase.

Langfristige psychosoziale Auswirkungen

Probleme in Beruf und Privatleben

Alkoholiker sind irgendwann nicht mehr in der Lage, ihre alltäglichen Aufgaben zu erfüllen. Je tiefer sie in die Alkoholsucht rutschen, desto wahrscheinlicher ist auch der Verlust der Arbeitsstelle. Das wirkt sich nicht nur auf die finanzielle, sondern auch die zwischenmenschliche Situation aus.

Die Angehörige leiden oft ebenso unter der Sucht wie der Betroffene selbst. Familie, Freunde und Hobbys werden vernachlässigt. Der Kranke wird vom Freund und Partner zur Belastung.

Psychische Alkoholismus-Symptome

Alkohol verändert die Persönlichkeit. Unter Alkoholeinfluss werden manche gedämpft oder weinerlich, andere gebärden sich aggressiv oder sogar gewalttätig. Die Aggression kann sich sowohl gegen Fremde als auch die eigene Familie richten. Viele Straftaten geschehen unter Alkoholeinfluss.

Alkoholkranke leiden zudem häufig unter Stimmungsschwankungen und Depressionen. In schweren Fällen treten Halluzinationen und Wahnvorstellungen auf. Häufig leiden Alkoholiker unter Schlafstörungen und starken Angstzuständen. Auch Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle begleiten die Alkoholsucht.

Alkoholsucht und andere psychische Erkrankungen

In vielen Fällen tritt die Alkoholsucht nicht allein, sondern in Begleitung einer anderen psychischen Störung auf (Komorbidität). Am häufigsten sind Angststörungen, wie zum Beispiel Panikstörungen oder Phobien. Viele Alkoholiker leiden außerdem an Depressionen. Unter den schizophrenen Patienten befinden sich ebenfalls häufig Alkoholiker.

Es ist oft schwierig festzustellen, ob eine psychische Störung zur Alkoholsucht geführt hat oder der Alkohol psychische Probleme verursacht oder verstärkt hat. In Kombination mit einer psychischen Störung ist das Suizidrisiko von Alkoholabhängigen erhöht. Darum müssen beide Erkrankungen möglichst rasch behandelt werden.

Alkohol in der Schwangerschaft

Besonders gefährlich ist Alkohol für das ungeborene Kind. Denn wenn die Mutter Alkohol in der Schwangerschaft trinkt, beeinträchtigt das die körperliche und geistige Entwicklung des Fötus. Die Schäden sind unumkehrbar und begleiten das Kind ein Leben lang.

Beim Fetalen Alkoholsyndrom zeigen die Kinder unter anderem Verhaltensauffälligkeiten sowie geistige und körperliche Beeinträchtigungen, die sehr gravierend sein können.

Schon geringe Mengen Alkohol können das Kind schädigen. Während der Schwangerschaft sollten Frauen daher vollständig auf Alkohol verzichten.

Mehr zu den Auswirkungen von Alkohol auf das ungeborene Kind lesen Sie im Text Fetales Alkoholsyndrom.

Alkoholsucht: Ursachen und Risikofaktoren

Die meisten Menschen in Deutschland trinken Alkohol, viele auch in schädlichen Mengen. Alkoholabhängig ist jedoch nur ein Teil von ihnen, nämlich rund zwei Millionen.

Wie eine Alkoholabhängigkeit genau entsteht, ist bisher nicht vollständig erklärt. Doch treffen dafür immer mehrere Faktoren zusammen. Sowohl genetische als auch psychosoziale Einflüsse spielen dabei eine wichtige Rolle.

Genetische Einflüsse

Ist Alkoholismus vererbbar? Studien der Familien- und Zwillingsforschung zeigen, dass es ein genetisches Risiko für Alkoholsucht gibt. Eineiige Zwillinge haben ein deutlich erhöhtes Risiko alkoholkrank zu werden, wenn ein Zwilling betroffen ist. Sind beide Eltern alkoholabhängig, entwickeln etwa 30 Prozent der Kinder später ebenfalls eine Alkoholsucht.

Konsumverhalten in der Familie

Neben den Genen der Eltern spielt auch deren Verhältnis zum Alkohol eine Rolle. Wenn die Kinder lernen, dass viel trinken lustig ist oder gar Bewunderung hervorruft oder dass Alkohol zur Bewältigung von Problemen eingesetzt wird, nehmen sie sich das schnell zum schlechten Vorbild. Wenn später auch im eigenen Freundeskreis viel getrunken wird, verstärkt sich der Effekt.

Wurzeln in der Kindheit

Traumatische oder belastende Erlebnisse bilden häufig die Basis für die Entwicklung einer Suchterkrankung. Gefährdet sind vor allem Menschen, die in der Kindheit Missbrauch oder Verluste erlebt haben, wie zum Beispiel den Tod eines Elternteils. Entscheidend für die weitere Entwicklung des Kindes ist auch die Bindung zur Mutter. Kinder, deren Mütter nicht auf ihre Bedürfnisse eingehen oder Kinder ohne feste Bezugsperson sind später anfälliger für Alkoholismus.

Alkohol unter Freunden

Insbesondere in der Pubertät kommt noch ein weiterer Faktor hinzu: Gruppendruck. Die Pubertät ist eine komplizierte Phase, in der die Jugendlichen versuchen, Persönlichkeit und Selbstbild zu entwickeln und Anschluss an Gleichaltrige zu finden. Der Gruppendruck kann zum Auslöser für das Trinken werden. Wer nicht mittrinkt, riskiert, aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden.

Jugendliche bewerten den Alkohol oft positiv. „Trinkfest“ zu sein, gilt als Zeichen von Stärke. Personen, die eben diese Eigenschaft mitbringen und Alkohol gut vertragen, sind jedoch sogar stärker gefährdet alkoholabhängig zu werden als jene, die wenig vertragen. Denn Letztere trinken automatisch weniger.

Alkohol als Lebenshilfe

Ein weiteres Risiko für Alkoholmissbrauch sind die zunächst positiven Auswirkungen des Konsums. Unter Einfluss von Alkohol werden Hemmungen und Ängste kurzfristig reduziert. Für eher unsichere Menschen oder Menschen in schwierigen Lebensphasen steigt die Gefahr des Alkoholmissbrauchs daher.

Alkohol als Glücksdroge

Eine wichtige Rolle für die Entstehung der Alkoholsucht spielen auch die Vorgänge im Gehirn. Denn Alkohol erhöht die Freisetzung des Neutransmitters Dopamin, der das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Dopamin erzeugt Glücksgefühle. Es wird beispielsweise auch ausgeschüttet, wenn wir etwas essen.

Doch Alkohol aktiviert die Dopamin-Rezeptoren noch deutlich stärker als Nahrung. Das Alkoholtrinken wird also durch Glücksgefühle belohnt. Menschen, die das zu häufig abrufen, werden unempfindlicher gegen Dopamin – sie brauchen größere Mengen. Wenn sie weniger oder keinen Alkohol trinken, entwickeln sie ein heftiges Verlangen. Man bezeichnet dies auch als Craving.

Alkoholsucht: Untersuchungen und Diagnose

Schädlicher Gebrauch oder Alkoholsucht? Anhand bestimmter Kriterien kann der Arzt oder Therapeut entscheiden, was auf eine Person zutrifft und dementsprechend die weitere Behandlung planen. Als erster Ansprechpartner wird Ihnen der Hausarzt weiterhelfen.

Untersuchungen bei Alkoholsucht

Bei Verdacht auf eine Alkoholsucht wird der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen führen. Folgende Fragen könnte der Hausarzt in einem Erstgespräch stellen:

  • Haben Sie häufig das Bedürfnis Alkohol zu trinken?
  • Wie viel Alkohol trinken Sie am Tag/in der Woche?
  • Haben Sie den Eindruck, dass Sie oft an Alkohol denken müssen?
  • Haben Sie schon einmal versucht, Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren?
  • Welche positiven oder auch negativen Wirkungen hat Alkohol bei Ihnen?

Äußerliche Entzugssymptome wie zum Beispiel Schwitzen, Zittern oder Hautrötungen können ein Anzeichen für Alkoholsucht sein. Mithilfe eines Bluttests kann der Arzt weitere Hinweise auf vermehrten Alkoholkonsum finden. Das Blutbild liefert außerdem Aufschluss über den Zustand der Leber. Zudem wird der Arzt eine umfassende körperliche Untersuchung durchführen, um weitere mögliche Folgeschäden festzustellen.

Diagnose: Missbrauch oder Alkoholabhängigkeit (ICD-10)

Erhärtet sich der Verdacht auf eine Alkoholabhängigkeit, wird Sie der Hausarzt an ambulante Fachärzte oder eine Klinik weitervermitteln. Diese führen eine genaue Diagnose durch und erstellen einen individuellen Behandlungsplan.

Diagnosekriterien für Alkoholismus

Zur Diagnose der Alkoholsucht werden in der Regel die Kriterien der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) herangezogen.

Man unterscheidet zwischen dem schädlichen Gebrauch von Alkohol, der als Alkoholmissbrauch oder auch Alkoholabusus bezeichnet wird, und der Alkoholabhängigkeit. Für die Diagnose der Alkoholsucht müssen nach dem ICD-10 mindestens drei der folgenden Kriterien gleichzeitig in einem Jahr auftreten:

  • Es besteht ein starkes Verlangen, Alkohol zu trinken.
  • Die Betroffenen haben keine Kontrolle darüber, wann oder wie viel sie trinken.
  • Wird der Alkoholkonsum reduziert oder gestoppt, entstehen Entzugserscheinungen (z.B. Schwitzen oder Zittern).
  • Es entsteht eine Toleranz gegenüber dem Alkohol, sodass die Menge immer weiter erhöht werden muss, um eine Wirkung zu spüren.
  • Die Beschäftigung mit dem Alkohol beansprucht viel Zeit und führt zur Vernachlässigung anderer Interessen.
  • Obwohl der Alkoholkonsum negative Folgen nach sich zieht, hören die Betroffenen nicht zu trinken auf.

Alkoholsucht: Alkoholentzug

Vor der eigentlichen Therapie müssen die Betroffenen einen ärztlich überwachten Alkoholentzug, eine sogenannte Entgiftung, machen.

Ambulanter Entzug

In leichteren Fällen ist das ambulant möglich. Der Patient erscheint dann über einen bestimmten Zeitraum täglich zur Atemkontrolle auf Alkohol. Außerdem überprüft ein Arzt die Entzugssymptome wie Zittern, Schwitzen, Konzentrationsprobleme und hoher Blutdruck. Möglicherweise wird zum Ende hin auch ein Urintest gemacht, der Alkohol deutlich länger nachweisen kann.

Stationärer Entzug

In schwereren Fällen muss stationär entgiftet werden. Zum einen kommen Patienten, die den Alkoholverzicht aus eigener Kraft nicht schaffen, hier nicht an Alkohol heran. Zum anderen kann bei einem Entzug auch das gefürchtete Delirium tremens auftreten. Es kann mit Ängsten, Verwirrung und Halluzinationen einhergehen.

Die gefährlichen körperlichen Symptome wie epileptische Anfälle, Blutdruckanstieg, Pulsrasen können hier besser kontrolliert werden. Unter stationärer ärztliche Aufsicht kann das Delirium medikamentös abgefangen und rechtzeitig behandelt werden.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie im Beitrag Alkoholentzug.

Alkoholsucht: Behandlung

Auch wenn abhängige Menschen ihre Alkoholsucht nicht länger verdrängen können, suchen die wenigsten sofort Hilfe. Zum einen ist die Scham sehr groß. Zum anderen ist der Gedanke, auf Alkohol verzichten zu müssen, für viele nicht vorstellbar.

Doch Alkoholsucht ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Sie kann nur in den seltensten Fällen alleine bewältigt werden. Zögern Sie daher nicht, sich Hilfe zu suchen, wenn sie fürchten, zu viel zu trinken.

Abstinenz oder reduziertes Trinken?

Wer noch nicht abhängig ist vom Alkohol, hat gute Chancen, seinen Konsum wieder zu reduzieren – am besten unter Anleitung.

Ist die Sucht aber erst einmal entstanden, wird sie zum lebenslangen Begleiter. Ziel einer Entwöhnungstherapie ist in der Regel eine vollständige Alkoholabstinenz. Viele Alkoholkranke können sich einen vollständigen Verzicht auf Alkohol jedoch (zumindest zunächst) nicht vorstellen. Damit fielen sie in der Vergangenheit aus dem Raster der Hilfsangebote meist heraus.

Inzwischen haben Suchtexperten ihre Haltung geändert. Seit 2015 empfehlen die Leitlinien zur Alkoholtherapie auch das reduzierte Trinken als mögliches Therapieziel für Alkoholkranke, die eine Abstinenz nicht schaffen.

Unter Umständen erscheint dem Patienten im Laufe der Zeit der völlige Verzicht dann doch machbar – oder sogar leichter als die Trinkreduktion. Denn die dauernde Selbstkontrolle der Trinkmenge ist nicht einfach. Der Drang nach mehr bleibt bestehen.

Für die meisten Angebote zur Alkoholentwöhnung ist die Bereitschaft zur Abstinenz allerdings nach wie vor die Grundvoraussetzung.

Anlaufstellen bei Alkoholismus

Erster Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt. Weitere Hilfe bei Alkoholsucht bieten Psychiater und Therapeuten, aber auch öffentliche Organisationen, Vereine und Beratungsstellen, die sich mit Alkoholismus beschäftigen. Nach dem körperlichen Entzug folgt dann die eigentliche Entwöhnungstherapie.

Psychologische Entwöhnungstherapie

Um aus der Alkoholsucht herauszufinden, muss man sich von Grund auf neu aufstellen. Es gilt alte Gewohnheiten abzulegen, die Ursachen der Sucht aufzudecken und neue Wege zu finden, um mit Problemen und Stress umzugehen oder positive Gefühle zu erzeugen.

Eine Entwöhnungstherapie setzt sich immer aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die die unterschiedlichen Aspekte der Sucht und ihre Verstärker adressieren: Kombiniert werden dazu Einzelgespräche und Gruppentherapie. Ergänzend hinzu kommen unter anderem Elemente wie Stressmanagement, Achtsamkeitstraining.

Einzeltherapie

Eine Suchtbehandlung basiert meist auf einer Kognitiven Verhaltenstherapie. In der Einzeltherapie arbeitete der Therapeut intensiv mit dem Patienten daran neue Denk- und Verhaltensmuster zu entwickeln.

Wesentlicher Schritt ist dabei, die persönlichen Gründe für das Abrutschen in den Alkohol aufzudecken. Um abstinent zu bleiben muss der Patient gemeinsam mit dem Therapeuten neue Bewältigungsstrategien für die suchtauslösenden Situationen entwickeln. Er lernt, vom automatisierten Griff zur Flasche wegzukommen und neue Quellen für positive Gefühle zu finden.

Gruppentherapie

Gruppentherapie ist der zweite zentrale Baustein einer Suchtbehandlung. Die Erfahrung, andere, Menschen zu treffen, die die Sucht am eigenen Leibe erlebt haben, hilft Schamgefühle abzubauen. Im gegenseitigen Austausch können die Patienten von Tipps und Bewältigungsstrategien der anderen profitieren und sich gegenseitig Mut machen und unterstützen.

Der leitende Therapeut thematisiert oft auch zentrale Lebensthemen, die bei Sucht eine Rolle spielen: Lebensziele, Partnerschaft, Beziehung zu den Eltern, Verluste oder Ängste.

Familien- oder Systemische Therapie

Häufig hat die Alkoholsucht bereits die Beziehung zu Freunden und der Familie geschädigt. Oft besteht eine sogenannte Co-Abhängigkeit: Der Angehörige hilft vermeintlich dem Kranken, beispielsweise in dem er ihn gegenüber Außenstehenden deckt oder sein Verhalten duldet.

Es können aber auch Familienprobleme zur Alkoholsucht beigetragen haben. Beides kann im Rahmen einer Familientherapie bearbeitet werden.

Im Mittelpunkt steht dabei meist ein offenes, respektvolles Kommunikationsverhalten ohne Schuldzuweisungen. Das erleichtert es beiden Seiten, wieder aufeinander zuzugehen. Die Angehörige lernen, wie sie den Kranken unterstützen, aber auch sich selbst abzugrenzen.

Achtsamkeitstraining

Bei Achtsamkeitsübungen wie dem „Body Scan“ richtet der Patient seine volle Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt. Er lernt, seine Gefühle, positive wie negative, deutlich wahrzunehmen, aber auch als etwas Vorübergehendes zu akzeptieren. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise ein drohender Rückfall frühzeitig erkennen, sodass der Patient rechtzeitig gegensteuern kann. Mit den Techniken lässt sich aber auch ein starker Suchtdruck bewältigen.

Stressreduktion

Stress ist bei den meisten Alkoholkranken eine zentrale Ursache – und immer wieder ein Auslöser von Rückfällen. Der Patient lernt in der Therapie, wie er sich weniger selbst stresst oder von außen stressen lässt. Ebenfalls hilfreich ist das Erlernen einer Entspannungsmethode wie Autogenes Training oder Progressive Muskelspannung nach Jacobson.

Medikamente gegen das Verlangen

Bei Menschen, die die Abstinenz mit einer Psychotherapie allein nicht schaffen, können zusätzliche Medikamente helfen:

  • Der Wirkstoff Naltrexon mindert die positive Wirkung von Alkohol. Bei Alkoholabhängigen wird es häufig als Rückfallprophylaxe eingesetzt.
  • Der Wirkstoff Disulfiram bewirkt eine starke Unverträglichkeit von Alkohol. Der Betroffene leidet dann beim Trinken von Alkohol unter Kopfschmerzen, Atemnot, Rötungen im Gesicht, Übelkeit und Erbrechen.

Stationär oder ambulant?

Stationäre Behandlung: Vom Alkohol loszukommen ist schwer. Oft gelingt das besser in einer auf Sucht spezialisierten Klinik. Zum einen ist man dort nicht mit trinkenden Mitmenschen konfrontiert und es ist schwierig, sich überhaupt Alkohol zu besorgen.

Für viele Patienten ist es aber vor allem wichtig, ganz aus dem gewohnten Umfeld herauszukommen und sich ganz auf sich selbst und die Überwindung der Erkrankung zu konzentrieren.

Schwer und langjährig erkrankte Patienten üben zudem oft keinen Beruf mehr aus und haben, abgesehen von ihren Trinkroutinen, kaum noch eine Tagesstruktur. In der Klinik haben sie Gelegenheit, sich wieder an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen, neue Interessen zu entwickeln und lernen, Verantwortung für kleinere Aufgaben zu übernehmen. Eine stationäre Behandlung dauert meist zwischen drei und sechs Monaten.

Ambulante Entwöhnung: Für Patienten, die weniger schwer erkrankt sind, beispielsweise noch einen Beruf ausüben und sozial gut eingebunden sind, kann eine ambulante Behandlung sinnvoll sein. Diese kann, muss aber nicht berufsbegleitend ablaufen.

Vorteil ist, dass die Patienten das Leben ohne Alkohol gleich in „freier Wildbahn“ einüben. Sie lernen, alkoholische Getränke in geselligen Runden abzulehnen, sich beim Einkauf nicht vom Bier-, Schnaps- oder Weinangebot verlocken zu lassen oder belastende Situationen ohne Alkohol zu bewältigen. Eine ambulante Behandlung dauert meist neun bis zwölf Monate.

Kostenübernahme

Seit 1968 ist die Alkoholsucht als Krankheit anerkannt. Daher wird die Behandlung auch von der Krankenkasse, später vom Rententräger, beispielsweise der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, übernommen. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht immer oder nicht immer vollständig. Die Erstattung hängt vom jeweiligen Vertrag ab.

Mit Rückfällen umgehen

Alkoholismus lässt sich nicht „löschen“. Wer einmal alkoholabhängig war, muss sich auch nach erfolgreichem Abschluss einer Therapie immer wieder neu gegen den Alkohol entscheiden. Jedes Glas kann einen schweren Rückfall auslösen. Auch wenn das erste alkoholische Getränk nach Langem scheinbar folgenlos bleibt, ist der Konsum meist innerhalb kürzester Zeit wieder auf dem alten Niveau.

Der Weg aus der Alkoholsucht ist lang und schwierig. Der Patient wird daher auf den Umgang mit möglichen Rückfällen vorbereitet. Rückfälle sind häufig und es ist wichtig, dass die Betroffenen diese nicht als persönliches Versagen, sondern als Teil des Lernprozesses betrachten. Wichtig ist es, dann zu erkennen, welche Auslöser es für den Rückfall gab, um diese künftig rechtzeitig abzuwenden.

Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen leisten im Anschluss an die Therapie einen wesentlichen Beitrag, stabil zu bleiben. Durch die regelmäßigen Treffen bleibt das Thema Alkoholabhängigkeit präsent. Das schützt vor Rückfällen. In der Gruppe findet der Betroffenen Rückhalt und ein Verständnis, das Nichtbetroffene nicht aufbringen können. Manche vereinbaren persönliche Mentoren, die sie im Notfall ieren können.

Kontrolliertes Trinken

Für die klassischen Therapieformen ist der Wille zur Abstinenz noch immer die Grundvoraussetzung. Einen anderen Ansatz verfolgt das sogenannte „kontrollierte Trinken“. Angedacht ist es nur für Betroffene, die noch nicht zu tief und nicht allzu lange in der Sucht stecken.

Das 10-Schritte-Programm wurde bereits vor Jahren von dem Psychologen Joachim Körkel entwickelt. Unter anderem soll der Kranke erkennen, zu welchen Gelegenheiten er trinkt, ein Trinktagebuch führen und feste Trinkziele festlegen und einhalten lernen.

Die Regeln sind jedoch strikt: Er muss vorab Zeit, Ort, Umstände und Trinkmenge festlegen. Letztere sollte so niedrig angesetzt sein, dass sich kaum eine Wirkung entfaltet. Experten kritisieren, dass der Kontrollverlust Teil der Erkrankung ist und kontrolliertes Trinken daher für Suchtkranke ein Widerspruch in sich sei.

Alkoholsucht: Krankheitsverlauf und Prognose

Das Trinken von Alkohol ist gesellschaftlich fest verankert. Als legale Droge ist Alkohol leicht erhältlich und jederzeit verfügbar und zudem vergleichsweise preisgünstig. Er entspannt, hebt die Stimmung und enthemmt. Die Gefahr, zu viel zu trinken, ist daher groß.

Riskanter Konsum

Der Grat zwischen Genuss und Gefahr ist schmal: Mehr als 24 Gramm reiner Alkohol für Männer (z.B. zwei Gläser Bier à 0,3l) und 12 Gramm (z.B. ein Glas Bier à 0,3l) täglich für Frauen gelten bereits als riskanter Konsum. Doch auch weniger Alkohol kann empfindliche Menschen auf Dauer schädigen.

Alkoholmissbrauch

Der Übergang von schädlichem Gebrauch zur Sucht ist fließend. Zunächst setzen die meisten Alkohol ein, um positive Gefühle zu erzeugen, Ängste und Unsicherheit zu lindern oder Probleme auszublenden. Der Konsum steigert sich zu einem schädlichen Gebrauch.

Dabei handelt es sich noch nicht um eine Abhängigkeit. Bei vielen kommt es aber schon jetzt immer wieder zu Problemen im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum: Ärger mit Partnern, Freunden oder am Arbeitsplatz beispielsweise.

Die Betroffenen lassen in ihrer Leistung nach, kommen häufiger ihren Verpflichtungen nicht nach oder der Betroffene verunglückt im Rausch. Anderen Alkoholkranken gelingt es, ihre Sucht lange Zeit zu verbergen.

Psychische Abhängigkeit

Es folgt die psychische Abhängigkeit. Der Betroffene vernachlässigt Sozialleben und Aufgaben zunehmend. Der Alkohol wird zum Lebensmittelpunkt. Oft kreisen die Gedanken nur noch um das nächste Glas. In diesem Stadium verheimlichen die Betroffenen das Trinken bereits häufig. Steht kein Alkohol zur Verfügung, entwickelt sich ein starkes Verlangen danach.

Körperliche Abhängigkeit

Gewöhnt sich der Körper an den Alkohol und benötigt der Betroffene größere Mengen für den gewünschten Effekt, ist das der Einstieg in die körperliche Abhängigkeit. Verzichtet der Abhängige in dieser Stufe auf Alkohol, tauchen körperliche Entzugserscheinungen auf.

Sie reichen von Schwitzen und Zittern bis hin zum lebensgefährliches Delirium mit Halluzinationen. In schweren Fällen kann ein Entzug zumindest im Alleingang tödlich enden. Er sollte daher unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Verkürzte Lebenserwartung

Ohne Therapie ist die durchschnittliche Lebenserwartung eines Alkoholikers um zwölf Jahre vermindert. Häufigste Todesursache sind Suizid, Unfälle, Leberversagen, Herzerkrankungen und Krebs.

Trotz konsequenter Nutzung aller therapeutischen Möglichkeiten sind nur 45 Prozent der ehemaligen Alkoholkranken vier Jahre nach Ende einer Therapie noch abstinent. Wer sich jedoch von Rückfällen nicht abschrecken lässt, kann auch auf lange Sicht die Alkoholsucht in den Griff kriegen.

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