Silicea

Dr. med. Manuela Mai

Dr. Manuela Mai studierte Medizin an den Universitäten Heidelberg und Mannheim. Nach dem Studium sammelte sie klinische Erfahrung in der Gynäkologie, der Pathologie sowie der klinischen Pharmakologie. Sie interessiert sich besonders für die großen Zusammenhänge, die zu Krankheiten führen - auch abseits der Schulmedizin. Sie absolvierte Zusatzausbildungen in klassischer Homöopathie sowie Ohr- und Schädelakupunktur.

Silicea ist ein homöopathisches Mittel mit vielen Anwendungsmöglichkeiten. Insbesondere bei eitrigen Entzündungen an den unterschiedlichsten Körperstellen, aber auch bei Problemen im Bereich von Bindegewebe und Knochen wird Silicea angewandt. Menschen, die ständig frieren und zu Erkältungen neigen, könnte Silicea ebenfalls helfen. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Krankheitszustände, bei denen man Silicea einsetzt. Lesen Sie hier alles Wichtige über das homöopathische Mittel Silicea und wie Sie es richtig dosieren.

Wann wird Silicea eingesetzt?

Silicea ist eines der gängigsten homöopathischen Mittel für Beschwerden, die durch eine Kälteempfindung ausgelöst werden oder sich als erstes dadurch zeigen. Wenn Sie sich also im wahrsten Sinne des Wortes „erkältet“ haben, weil Ihr ganzer Körper oder einzelne Körperteile ausgekühlt sind, könnten Sie von Silicea profitieren. Aber auch dann, wenn die ersten Krankheitszeichen Frösteln oder kalte Hände und Füße sind, sollten Sie Silicea in Betracht ziehen.

Wenn Sie häufig unter entzündlichen Krankheiten leiden, besonders wenn diese mit Eiterbildung einhergehen, könnte Silicea ebenfalls Ihr Mittel sein. Im schlimmsten Fall entstehen durch die eitrige Entzündung Verhärtungen, Fisteln, Abszessen oder Geschwüre. Diese Entwicklung können Sie mit Silicea eventuell verhindern oder aber die Heilung beschleunigen.

Aber auch bei vielen anderen Beschwerden können Sie Silicea homöopathisch einsetzen. Stimmen die hinweisenden Symptome, können Sie beispielsweise Silicea gegen Bindegewebsschwäche einsetzen und so Faltenbildung, Zellulitis, Krampfadern oder Schwangerschaftsstreifen unterstützend behandeln.

Darüber hinaus kann man Silicea auch bei bestimmten psychischen Beschwerden einnehmen.

Typische Krankheiten und Zustände, die gut auf Silicea ansprechen, sind:

  • Abszesse
  • Furunkel
  • eitrige Mandel-, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen
  • schlecht heilende Wunden
  • Hautausschläge
  • Akne
  • eingewachsene Zehennägel
  • Gerstenkörner
  • Erkältungskrankheiten
  • Erkältungsneigung
  • Bronchitis
  • eingedrungene Fremdkörper, die ausgestoßen werden sollen
  • Bindegewebsschwäche
  • Hämorrhoiden
  • Krampfadern
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Zahnfleischentzündung
  • Verstopfung
  • Nierensteinkoliken
  • chronische Knocheneiterung
  • Schweißfüße
  • Prüfungsangst
  • mangelndes Selbstvertrauen

Folgende Symptome und Beschwerden weisen auf Silicea als passendes homöopathisches Arzneimittel hin:

  • empfindlich, schüchtern, nachgiebig, unentschlossen
  • Angst vor spitzen Gegenständen
  • sehr kälteempfindlich, braucht Wärme
  • erkältet sich sehr leicht, immer wenn Kopf oder Hände und Füße kalt werden
  • Neigung zur Eiterbildung
  • Krankheiten heilen nur langsam ab
  • geschwollene, verhärtete und eiternde Lymphknoten
  • saurer, übelriechender und wundmachender Schweiß, insbesondere an den Füßen
  • Impfungen werden nicht gut vertragen
  • Unverträglichkeit und Erbrechen von Milch, sogar von Muttermilch
  • Erschöpfungs- und Schwächezustände
  • die Beschwerden werden besser durch Wärme, warmes Einhüllen (besonders des Kopfes), im Sommer, durch Wasserlassen
  • die Beschwerden werden schlimmer durch Kälte, Zugluft, Feuchtigkeit, Druck und Berührung, Vollmond, Wetterwechsel, körperliche und geistige Anstrengung, Nebel und Feuchtigkeit, Alkohol

Diese Symptome können die eigentlichen Krankheitszeichen sein oder die Krankheit begleiten. In jedem Fall weisen sie darauf hin, dass Silicea für den Kranken hilfreich sein kann.

Silicea: Baby und Kind

Typische Silicea-Kinder wirken körperlich und emotional träge. Sie ermüden leicht, sind antriebsarm und halten nichts durch. Sie sind dickköpfig, dabei aber keineswegs aggressiv oder streitlustig, sondern freundlich und unauffällig. Auch schon bei jüngeren Kindern kann mangelndes Selbstvertrauen zu Furcht vor Misserfolgen und damit zu Prüfungsängsten führen.

Silicea ist ein wichtiges und oft verwendetes homöopathisches Kindermittel. Besonders wenn Ihr Kind immer wieder an eitrigen Hautausschlägen und schlecht heilenden Wunden, Mittelohrentzündungen und Bronchitis leidet, sollten Sie eine Behandlung mit Silicea in Betracht ziehen. Auch bei Säuglingen kann Silicea gute Dienste leisten, wenn die Babys keine Milch (auch keine Muttermilch) vertragen und es nach dem Trinken zu Verdauungsbeschwerden wie Durchfall und Erbrechen kommt. Die Behandlung akuter Beschwerden können Sie in diesen Fällen selbst durchführen. Für die Behandlung ständig wiederkehrender Infektionen oder einer Milchunverträglichkeit, sollten Sie einen Homöopathen aufsuchen.

Was charakterisiert den Silicea-Typ?

Körperlich besitzen typische Silicea-Menschen kaum Ausdauer, sind sehr schnell erschöpft und wirken schwach. Diese Schwäche zeigen sie auch hinsichtlich ihrer Abwehrkräfte. Sie erkälten sich schnell und neigen zu dauernden Infektionen von Haut, Zahnfleisch, Darm oder anderen Körperstellen.

Silicea-Typen haben darüber hinaus oft Probleme mit den Knochen, Nägeln, Zähnen und dem Bindegewebe. Nägel sind verformt und haben Rillen, Zähne oft kariös, gebrochene Knochen heilen schlecht. Außerdem bekommen sie schnell Zeichen der Bindegewebsschwäche wie Krampfadern, Falten oder Schwangerschaftsstreifen.

Emotional sind Silicea-Typen eher ausgewogen, wenngleich sie zart, sensibel und nachgiebig erscheinen. Die größte Schwäche im psychischen Bereich ist ihr mangelndes Selbstbewusstsein. Sie zweifeln an sich und ihren Fähigkeiten und ziehen alles was sie tun in Zweifel. Dies kann zu starken Versagens- und Prüfungsängsten führen.

Wenn man das Mittel richtig und passend auswählt, kann man durch die Silicea-Wirkung Psyche und Körper möglicherweise stärken.

Wie wird Silicea angewendet?

Homöopathische Einzelmittel wendet man üblicherweise in Form von kleinen Streukügelchen (Silicea-Globuli) an. Außerdem gibt es das Mittel in Form von homöopathischen Tropfen und Tabletten. In den Potenzen D4, D6 und D12 wird Silicea auch als Schüssler Salz Nr. 11 verwendet.

Dosierung

Silicea ist eines der homöopathischen Mittel, die eine lange Wirkdauer haben und deshalb nicht so häufig wiederholt werden sollen.

In der Selbstbehandlung von akuten Krankheiten wird Silicea in niedrigen Potenzen angewendet. Man beginnt mit der Potenz D6, D12 oder D30. Um schnell einen Erfolg zu sehen, können Sie mehrmals täglich je drei Globuli einnehmen.

Dabei gilt: Silicea D6 können Sie im Notfall halbstündlich unter der Zunge zergehen lassen, aber insgesamt nicht öfter als fünfmal in 24 Stunden. Sind die Beschwerden ausgeprägter oder bestehen schon länger, nehmen Sie am besten Silicea D12 oder D30. Diese Potenzen sollten Sie allerdings nicht öfter als zweimal am Tag wiederholen.

Sollen durch die Silicea-Wirkung Psyche und Nerven oder die Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten positiv beeinflusst werden, braucht man höhere Potenzen. Selbstbehandlungsversuche sollten hier vorsichtig mit einer einmaligen Gabe von drei Kügelchen Silicea C30 begonnen werden.

Bei chronischen oder schweren Krankheiten müssen höhere Potenzen verwendet werden. In diesen Fällen setzt man beispielsweise wiederholt Silicea C30 oder Silicea C200 ein. Auch Silicea C1000 wird manchmal empfohlen. Diese hohen Potenzen sollten Sie aber nur nach Verordnung durch einen Homöopathen einnehmen. Er kann den Behandlungsfortschritt engmaschig kontrollieren.

Wie bei allen homöopathischen Arzneimitteln gibt es keine direkten Silicea-Nebenwirkungen. Falls sich die Beschwerden aber nach Anwendungsbeginn verstärken (Erstverschlimmerung), muss die homöopathische Behandlung unterbrochen werden. Im Falle von Silicea muss allerdings eine Besonderheit beachtet werden: Silicea hat die Eigenschaft, Fremdkörper aus dem Körper auszutreiben. Das macht man sich beispielsweise bei Splittern zu Nutze. Bei Implantaten, Herzschrittmachern oder der Spirale zur Empfängnisverhütung besteht durch die Silicea-Wirkung die Gefahr der Abstoßung. In diesen Fällen wird von der Verwendung von homöopathischem Silicea abgeraten.

Typische Silicea-Anwendungsgebiete

Symptom/Krankheit

Begleitfaktoren

Dosierung

Kopfschmerzen / Migräne

- drückende Schmerzen

- als wolle der Kopf platzen

- Schmerzen ziehen von Nacken und Hinterkopf nach vorne und setzen sich über den Augen fest

- Kopfschmerzen bei geistiger Überanstrengung

- Kopfschmerzen durch Lärm

- empfindliche Kopfhaut

- schlimmer beim Drehen, Bücken und Sprechen

3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich.

Prüfungsangst

- Angst vor Misserfolg

- übergründlich mit jedem Detail

- schwaches Gedächtnis

3 Globuli Silicea C30 am Abend vor der Prüfung, bei Bedarf direkt vor der Prüfung wiederholen.

Augenentzündung

- Entzündung der Augenlider, der Bindehaut und der Hornhaut

- Schwellung und Entzündung von Tränenkanal und Tränensäcken

- schleimig-eitrige Absonderung

- Infektionen der Tränengänge oder verstopfte Tränengänge bei Neugeborenen

3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich.

Nur nach augenärztlicher Kontrolle, eventuell zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie.

Gerstenkorn / Hagelkorn

- wenn diese wiederholt und häufig auftreten

Akut: 3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich.

Zur Vorbeugung: 3 Globuli Silicea C30, nach einer Woche wiederholen.

Schnupfen

- Stockschnupfen mit Krusten in der Nase und Wundheitsgefühl oder

- Fließschnupfen mit wässriger Absonderung, die die Haut wund macht

3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich.

Mittelohrentzündung

- Ohren wie verstopft, gehen manchmal mit einem laut empfundenen Geräusch beim Gähnen oder Schlucken auf

- Schwerhörigkeit

- Trommelfell kann platzen

- Gefahr, dass die Entzündung auf den Schädelknochen übergreift

3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich. Die Beschwerden sind im Allgemeinen sehr stark, deshalb unbedingt den Verlauf durch den Arzt kontrollieren lassen.

Nasennebenhöhlenentzündung

- dicker Schleim, der hinten am Rachen hinunterläuft

- eher bei chronischen, langandauernden Entzündungen

- Gefahr, dass die Entzündung auf die Knochen übergreift

Bei einem chronischen Verlauf: 3 Globuli Silicea C30. Nach einer Woche wiederholen.

Im Akutfall nicht gut geeignet.

Mandelentzündung

- geschwollene Mandeln

- bitterer Geschmack im Mund

- stechende Schmerzen, wie von einer Nadel

- Schmerzen beim Schlucken

- Auswurf stinkender Schleimkügelchen

3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich.

Bronchitis

- starker, erschütternder Husten

- Hustenreiz und Kitzeln im Hals

- starkes Rasseln auf der Brust

- schleimiger, eitriger und übelriechender Auswurf

- Gefühl eines Haares auf der Zunge, das bis in die Luftröhre reicht und zum Husten reizt

- Bronchitis hält manchmal den ganzen Winter an

3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich. Die Beschwerden sind im Allgemeinen sehr stark, deshalb unbedingt den Verlauf durch den Arzt kontrollieren lassen.

Zahnfleischentzündung

- auch mit Geschwüren am Zahnfleisch

3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich.

Zahnschmerzen / Karies

- Neigung zu Karies

- Gefühl, als wären die Zähne zu groß und zu lang für den Mund

3 Globuli Silicea C30. Nach einer Woche wiederholen.

Abszess / Furunkel

- an allen möglichen Stellen des Körpers

- Neigung zur Fistelbildung

3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich. Den Verlauf durch den Arzt kontrollieren lassen. Sobald sich der Abszess öffnet, muss die Einnahme beendet werden.

schlecht heilende Wunden

- selbst kleine Wunden heilen schlecht

- eitern leicht

- Narben werden plötzlich schmerzhaft

- Keloidbildung

Akut: 3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich.

Zur Vorbeugung schmerzhafter oder geschwollener Narben: 3 Globuli Silicea C30, nach einer Woche wiederholen.

Hautausschlag

- juckend, hauptsächlich tagsüber oder nur abends

- entzündet und eitrig

- Neigung zu Abszessen

3 Globuli Silicea D6 bis zu fünfmal täglich oder 3 Globuli Silicea D12 bis zu zweimal täglich.

Schweißfüße

- übelriechender Schweiß

- reichlicher Schweiß

- mehr bei Kindern als bei Erwachsenen

- meist mit eiskalten Füßen

- Fußschweiß kann die Zehen wund machen

- oft auch nachts im Schlaf

3 Globuli Silicea C30. Einen Monat lang wöchentlich wiederholen.

Splitter und andere Fremdkörper

- um solche Fremdkörper nach außen wandern zu lassen

3 Globuli Silicea D12, zweimal täglich. Maximal 2 Wochen lang. Ist bis dahin kein Erfolg zu verzeichnen, Behandlung beenden.

Was ist Silicea?

Silicea ist ein homöopathisches Einzelmittel und wird auch als Silicea terra, Kieselsäure, Kieselerde oder Siliziumdioxid bezeichnet. Silicea ist ein Mineral und Hauptbestandteil der Erdkruste und des Meeressandes. Im Pflanzenreich ist Silicea terra für die Stabilität und Elastizität von Halmen und Stängeln verantwortlich. Silicea ist aber auch ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Körpers. Am reichlichsten ist Silicea im Bindegewebe enthalten und ist somit für die Stützfunktion von großer Bedeutung. Aber auch Zähne, Nägel und Haare enthalten viel Silicea.

Zur Herstellung des homöopathischen Arzneimittels Silicea wird als Ausgangsstoff Bergkristall oder weißer Meeressand verwendet. Diese werden fein verrieben und nach den Regeln der homöopathischen Arzneimittelherstellung weiterverarbeitet.

steroid-pharm.com

www.farm-pump-ua.com/testover-s.html

www.swiss-apo.com